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Spielemesse Gamescom: Giganten ohne Vision
Microsoft

Bei der Spielemesse Gamescom präsentieren die Giganten der Branche ihre Neuheiten. Dabei offenbart sich erschreckende Einfallslosigkeit.

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danido 13.08.2014, 17:33
90.

Zitat von PolitBarometer
@Typhoon Sie müssen es ja anscheinend wissen. Im Gegensatz zu Ihnen habe ich mehr als 7 Jahre beim weltweit größten Publisher in unterschiedlichsten Positionen gearbeitet. Da ist also noch eine Menge von hängengeblieben; noch Fragen? Erwarten Sie hier von mir bitte kein fundiertes Insiderwissen, das wäre weder fair noch angebracht. Manche Tatsachen mögen Ihnen vielleicht wie "Halbwissen" oder "Hirngespinste" vorkommen. Aber vermutlich auch nur, weil Sie sich der Realität nicht stellen können/wollen.
Ich bin zwar nicht "Typhoon" aber wenn Sie behaupten, dass "überteuerte, aufwendige 3D Shooter mit photorealitischen Szenarien" in Zukunft nur noch von "Russenkindern" gespielt werden und damit andeuten, dass Spiele wie "Call of Duty" oder "GTA" in Zukunft nicht mehr gespielt werden, dann zeugt das nicht unbedingt von großer Fachkenntnis. Schon mal auf die Idee gekommen, dass es in Zukunft beides geben wird und, dass ein Smartphone-Spiel nicht das Selbe ist wie ein Blockbuster-Entertainment-Produkt wie "Battlefield"?
Im Übrigen, zählen Publisher in der Spieleindustrie nicht unbedingt zu dem was man den "kreativen Teil" der Branche nennt. Die Unkenntnis des eigenen Produktes und der eigenen Zielgruppe ist dort mitunter am Größten. Die Publisher sind lediglich der BWL-Wasserkopf der Branche. Viele Manager dort, auch in ihrem tollen Unternehmen, kennen ihre eigenen Produkte oft nur aus Videos.

Und weil Sie erwähnten, dass es wichtig sei sich der Realität zu stellen: Der Durchschnitts-Simulationsneuling braucht etwa 1 Woche um in "Falcon 4.0 BMS" zu lernen wie man die Triebwerke startet. Ich glaube kaum, dass das in Einklang steht mit Ihrer Aussage: Die Branche sollte mehr Simulationen produzieren und Spiele für zwischendurch würden alles andere ersetzen.

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danido 13.08.2014, 17:38
91.

Zitat von Trantor666
Das bezweifele ich aber mal ganz stark. Lieber Herr Stöcker, darf man sie noch einmal daran erinnern, wie die Spielebranche anfing (insbesondere da Sie den Zeitraum auf die letzten 40 Jahre, also auf Anfang der 70er Jahre beziffern) und wie oft sie bereits vor Internet- & Mobile Gaming im Umbruch war: Anfang der 70er gab es Videospiele nur in Spielhallen. Ende der 70er gab es dann gleich den ersten "digitalen Umbruch", nämlich durch das Aufkommen der Videokonsolen für zuhause: Auf einmal war das Geschäft Arcade-Spielen bedroht, da man jetzt auch zuhause spielen konnte. (Arcade-Spiele "retteten" sich lange Zeit damit, dass sie mehr Rechenpower boten als die Heimkonsolen) Und Umbruch Nummer 2 dürfte sicherlich das Aufkommen der Heimcomputer Anfang/Mitte der 80er gewesen sein: Bisher konnte man nur in der Spielhalle oder auf Konsolen spielen, nun kamen C64 und Konsorten hinzu, die vor allem auf einmal es ganz einfach ermöglichten, Spiele zu kopieren. Die Konsolen wiederum "retteten" sich ebenso jetzt selber, indem sie lange Zeit mehr Rechenpower speziell für Spiele boten als die zur gleichen Zeit verbreiteten Heimcomputer/PCs.
Umbruch 3 (Gameboy) gab es auch schon vor langer Zeit und hat weder PC noch Konsole ersetzt. Mobile Spiele sind also nix neues. Der Gameboy hatte sogar den Vorteil, dass er besser zu bedienen war, auf Smartphones lassen sich ja nicht mal anständig "Jump´n Runs" spielen.

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99erFiesta 13.08.2014, 22:12
92. Ne Danke

Zitat von sysop
Bei der Spielemesse Gamescom präsentieren die Giganten der Branche ihre Neuheiten. Dabei offenbart sich erschreckende Einfallslosigkeit.
Ich bin BJ 89 und mit PC-Spielen aufgewachsen. GTA: Vice City, Operation: Flashpoint und natürlich Battlefield 2. Viele Stunden Spielspaß, die ich nicht missen möchte.

Mittlerweile sind PC-Spiele jedoch kein Teil meiner Freizeit mehr. 60 € für vielleicht 5 Stunden Schlauchlevel sind einfach zu viel. Dazu kommt das andauernde ausschlachten großer Namen, weil nichts neues, großes mehr einfällt (Wolfenstein New Order, zum Glück nur als LP gesehen) und grottige Programmierung.

Dafür darf man sich dann mit 12 Jährigen und Cheatern herumärgern und kommt als Casual-Feierabendgamer überhaupt nicht mehr gegen die 24/7 Spieler an. Wer hat da noch Bock drauf?

Mal vom Internetzwang abgesehen, der es einem auch unmöglich macht den Laptop einfach mal irgendwo aufzuklappen und loszuzocken. Sowie dem Update-, "Socialmediafunktionen"- und Installationsterror abgesehen.

Einlegen, halbe Stunde installieren und 4. Wochen Spaß haben geht heute irgendwie nicht mehr. Und ich hab weder Zeit noch Lust, den ganzen Tag nach irgendwelchen tollen Indispielen zu fahnden.

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Andr.e 13.08.2014, 22:21
93.

Zitat von danido
Ich bin zwar nicht "Typhoon" aber wenn Sie behaupten, dass "überteuerte, aufwendige 3D Shooter mit photorealitischen Szenarien" in Zukunft nur noch von "Russenkindern" gespielt werden und damit andeuten, dass Spiele wie "Call of Duty" oder "GTA" in Zukunft nicht mehr gespielt werden, dann zeugt das nicht unbedingt von großer Fachkenntnis. Schon mal auf die Idee gekommen, dass es in Zukunft beides geben wird und, dass ein Smartphone-Spiel nicht das Selbe ist wie ein Blockbuster-Entertainment-Produkt wie "Battlefield"? Im Übrigen, zählen Publisher in der Spieleindustrie nicht unbedingt zu dem was man den "kreativen Teil" der Branche nennt. Die Unkenntnis des eigenen Produktes und der eigenen Zielgruppe ist dort mitunter am Größten. Die Publisher sind lediglich der BWL-Wasserkopf der Branche. Viele Manager dort, auch in ihrem tollen Unternehmen, kennen ihre eigenen Produkte oft nur aus Videos. Und weil Sie erwähnten, dass es wichtig sei sich der Realität zu stellen: Der Durchschnitts-Simulationsneuling braucht etwa 1 Woche um in "Falcon 4.0 BMS" zu lernen wie man die Triebwerke startet. Ich glaube kaum, dass das in Einklang steht mit Ihrer Aussage: Die Branche sollte mehr Simulationen produzieren und Spiele für zwischendurch würden alles andere ersetzen.
Ein weiteres, offensichtlich zu kurz gekommenes Problem ist doch auch, dass die Generation, die vor 20, 30 Jahren den Computer zum Spielen entdeckt hat, jetzt in einem Alter ist, wo sie feststellt, dass sich alles wiederholt (ich zähle mich doch auch dazu).
Wenn Sie heute einen 20ig-jährigen vor irgend einen Ego-Shooter/ein Adventure/ein Strategiespiel... setzen, ist er wahrscheinlich begeistert und kann nicht verstehen, was die "alten Säcke" an Doom/Monkey Island/Sim City2000 so toll fanden. Allein die Grafik;-)
Allerdings kann ich mich - und hier wiederhole ich mich gern - nicht des Eindrucks erwähren, dass die Forderung der Spieler stark nachgelassen hat zugunsten des schnellen Erfolgs. Ein "Prince of Persia" scheint mir in seiner Urform heute kaum noch denkbar;-)

Absolut schäbig finde ich allerdings die Updates von Spielen zum Vollpreis, den DLC-Betrug und den ganzen Server-Mist und der Abhängigkeit der Spieler von der Laune des Publishers. Ich bin froh, dass es in meiner Jugend diesen ganzen Mist gar nicht oder nur äußerst selten gab.

Abschließend eine Werbung, die hier wahrscheinlich "falsch" ist, weil es jeder kennt: http://www.gog.com/
Es geht auch online - weiter so!

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