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S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Deutschlands Al-Qaida-Moment
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Das Kölner Attentat auf Henriette Reker ist ein Indikator für eine düstere Entwicklung. In Deutschland bildet sich gerade ein dezentraler rechtsradikaler Untergrund, angefeuert vom Hass in den sozialen Netzwerken.

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vox veritas 21.10.2015, 11:38
1.

Daß das rechte Spektrum anfängt zu zündeln, war so klar wie das Amen in der Kirche.

Allerdings haben die etablierten Parteien, Politiker (und auch die Medien) ja genug Zündstoff zusammengeschoben, durch unbedachte (nicht vorhandenen?) Planungen und schönreden einer sehr komplizierten Sachlage.

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paulvernica 21.10.2015, 11:39
2. weiteres opfer

Ja es ist furchtbar. Aber um der Objektivität halber und der Gerechtigkeit wegen möchte ich noch an die Berliner Polizistin erinnern die vor einigen Wochen in Spandau von einem Islamisten niedergestochen wurde.

Rechtsradikale Gewalt muss verurteilt werden , islamistische ebenso.

Sonst wird alles nur noch schlimmer.

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csm101 21.10.2015, 11:39
3.

Was auf Facebook gepostet wird ist überwiegend Volkes Stimme. Nur wer hat gesagt, dass das auch intelligent sein muss?

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Hasengetia 21.10.2015, 11:42
4. Das scheint mir reichlich naiv...

Das Attentat ist natürlich zu verurteilen, aber ein Al Qaida Moment?! Bisher haben wir in D schlicht mehr Glück als Verstand gehabt, dass bei uns noch keine Busse, Züge o.ä. gesprengt wurden. Und hoffentlich bleibt es auch dabei. Aber bis vor kurzem galten sog. Syrienrückkehrer als große Gefahr. Nun lässt man alles und jeden unkontrolliert rein. Wie vielen dieser Herrschaften ein ganz anderer "Al Qaida Moment" im Kopf herumspukt, kann man wohl nur ahnen. Was in einem solchen Fall in Deutschland los wäre, dürfte dann wirklich erschreckend sein. Der deutsche Herbst war vor meiner Zeit, und ich habe keine Lust, etwas vergleichbares zu erleben. Meine Hoffnung diesbezüglich wird allerdings jeden Tag weniger....

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anriedl 21.10.2015, 11:43
5. Jepp!

Man reflektiere nur einmal, was mit einem selbst passiert und was dort so von sich gegeben wird, wenn man sich längere Zeit in diesen Netzwerken bewegt - auch in den Foren von SPON und ZON: Zweifel, Pessimismus, Gejammere, Gemeckere und in der Steigerung Gehetze und und und.
Jedenfalls zur Zeit. Zwar können diese Foren auch konstruktiv positiv verstärken, aber momentan muss man den Eindruck haben, dass sich eine selbst verstärkende destruktive Stimmung entsteht, das man nur noch depressiv werden kann.
Vielleicht muss man ein wöchentliches Zeitlimit für diese sozialen Netzwerke schaffen;-) Zumindest als Selbstschutz.

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agua 21.10.2015, 11:44
6.

Heute widmet die portugiesische Tageszeitung "I" dem Thema 2 Seiten.Auch hier ein Bild einer großen Menschenmenge mit Deutschlandfahnen.Man sieht kritisch und besorgt diese Entwicklung und läßt auch anklingen,dass Frau Merkels Thron Risse bekommt.Ich schrieb vor einem Jahr,als es die ersten Demonstrationen gab:Wehret den Anfängen.Leider ist dies nicht geschehen,wegen der besorgten Bürger und weil in einer Demokratie auch andere Meinungen gelten sollen.Hass und Extremismus haben in einer Demokratie nichts zu suchen.Demokratie wird seit einiger Zeit in der EU abgebaut.Das Ergebnis ist erschreckend!

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Tiberias 21.10.2015, 11:45
7. Großartige Analyse

Wieder einmal treffen Sie den Punkt, Herr Lobo. Noch vor ein paar Jahren habe ich gedacht, dass wir Deutschen uns glücklich schätzen können, dass es hier keine etablierten rechtspopulistischen Parteien gibt, wie es in anderen EU-Staaten der Fall ist. Das war einmal.

Der über Jahre hinweg unsichtbare braune Pöbel schafft sich nun Raum und Präsenz, Hass und Gewaltfantasien lässt man gerade bei Facebook freien Lauf. Eine Massenhysterie ohne Grund ist entstanden. Sicherlich ist die Flüchtlingsschwemme ein Problem, aber es ist nicht der Untergang des Abendlandes und diejenigen, die wie tollwütige Köter am liebsten jeden Ausländer umbringen und die politische Klasse aufhängen würden, spüren bisher keinen Nachteil durch die Flüchtlinge im Land. Es ist eine reine und typisch deutsche Hysterie.

Hass ist wieder in und auf Facebook kann man sich bestätigt fühlen, wenn man Hassbotschaften schreibt, die man sich auf der Straße bisher nicht hätte aussprechen trauen. Sofort hat man 100 Likes und je bestialischer der Tonfall, desto mehr Beifall erntet man dafür.

Es ist mir unverständlich, dass ich mit massivem Bußgeld zu rechnen habe, sollte ich im Straßenverkehr den Stinkefinger zeigen (bis zu 4000 Euro!). Fantasiere ich aber auf Facebook davon, dass man Flüchtlinge erschießen oder gar vergasen soll, bleibt das folgenlos. Wie kann das sein? Wenn so etwas nicht gegen die Gemeinschaftsregeln von Facebook verstößt, um welche Form von Gemeinschaft handelt es sich dann dort? Eigentlich sollte man sofort die Mitgliedschaft beenden. Aber wer ist schon dazu bereit?

Bis vor kurzem habe ich noch nicht daran geglaubt, dass der virtuelle Hass den realen steigert. Nun habe ich aber meine Meinung geändert. Die Politik bleibt tatenlos und es muss wohl erst noch mehr Verletzte oder gar Tote geben, bis man endlich diesem enthemmten rechten Terror Einhalt gebietet. Dazu gibt es ein sehr passendes Zitat von Franz Josef Strauß:

"Unser Rechtsstaat muß endlich Zähne bekommen, und der Rechtsstaat muß zubeißen, wenn es notwendig ist, seine Gegner unschädlich zu machen."

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nur kurz 21.10.2015, 11:45
8. Geniale Analyse

Danke, Sascha Lobo

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braversteuerzahler 21.10.2015, 11:46
9. und was ist der Grund für die zunehmende Radikalisierung?

Das scheint den Spiegel und seine Autoren nicht zu interessieren. Genauso wenig, wie es die Politik interessiert. Der Grund ist, dass sich große Teile der Bevölkerung von der Politik mißachtet, kleingeredet und diffamiert fühlt. Da sich in dieser Sache sogar Spiegel und Bild einig zu sein scheinen, die beiden einflussreichsten Medien hierzulande, entlädt sich der Frust im einzig verbliebenen Medium. Den sozialen Medien. Hassparolen entschuldigt dies natürlich nicht, aber es ist die Erklärung. Wenn ihr was ändern wollt diesbezüglich, dann muss ein Volksentscheid her. Nur so ist unsere Demokratie noch glaubwürdig!

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