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S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Verzweiflung macht aggressiv

Im Ringen ums Urheberrecht kämpft die Unterhaltungsbranche zunehmend verzweifelt gegen das Netz selbst. Dabei wäre es in jedermanns Interesse, wenn online kräftig Geld verdient würde mit Filmen, Musik, Büchern.

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artnouveau 31.01.2012, 12:30
1. Die Bürger baden es nicht aus

Zitat von sysop
Im Ringen ums Urheberrecht kämpft die Unterhaltungsbranche zunehmend verzweifelt gegen das Netz selbst. Dabei wäre es in jedermanns Interesse, wenn online kräftig Geld verdient würde mit Filmen, Musik, Büchern.
Die Einschränkung mich im Netz frei zu bewegen stimmt mich nachdenklich. Die Unterhaltungsbranche die wie die Kirche an Dogmen festhält, ist in der Tat selbst schuld, dass sie nun um ihre Milliarden bangen muss. Doch ausbaden, werden es sicher nicht die Bürger. Die Unterhaltungsindustrie ist zu verwöhnt und möchte nun die Netzgemeinde in eine Internetdikatur zwingen. Doch das Internet ist nunmal nicht ihr Spielplatz, sondern der der Bevölkerung. Noch kaufe ich Musikcds und DVDs. Doch sollte das Netz ins 3.0 geschmiedet werden, werde ich als Verbraucher eine Totalblockade verhängen. Denn dann wurde der Bürger entgültig als Konsumnummer abgestempelt, die nichts zu sagen sondern zu funktionieren und zu konsumieren hat. Ich lass mir nichts aufzwängen als Konsument. Warum gibt es noch kein Onlinekino von Warner Bros. und co. für 20 Cent den Film? Technisch möglich wäre das längst bei einem flächendeckenden VDSL-Anschluss. Doch die Provider sahnen ja lieber bei der Landgemeinde ab und kassieren noch Modemgebühren oder ISDN/Minutentakte. Das selbe in grün mit der Musik. Selbst schuld Sony. Ich bade es garantiert nicht aus.

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artnouveau 31.01.2012, 12:39
2. Funktioniert ohnehin nicht

Zitat von sysop
Im Ringen ums Urheberrecht kämpft die Unterhaltungsbranche zunehmend verzweifelt gegen das Netz selbst. Dabei wäre es in jedermanns Interesse, wenn online kräftig Geld verdient würde mit Filmen, Musik, Büchern.
Hab vergessen etwas zu erwähnen. Zu Anfang des Internets waren P2P Netzwerke voll im Trend, da die großen Hoster fehlten. Als die P2P mit ihren Programmen Geld verdienten haben sie angefangen Webspace zu hosten. Heute läuft alles "noch" über Onlinespace. Bzw. die meisten Sharings. Doch wenn die mal wegfallen, gibt es wieder P2P. Das Internet müsste neu erfunden werden, um es zu kontrollieren. Oder es wird in einem politisch instabilen Land Megapload 2.0 gegründet. Man merkt das die CDU keine Ahnung von Technik hat und es wirklich vor Guttenbergs nur so wimmelt. Guttenberg Internetberater.....

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artnouveau 31.01.2012, 12:51
3. Gegen die freie Meinung

Zitat von sysop
Im Ringen ums Urheberrecht kämpft die Unterhaltungsbranche zunehmend verzweifelt gegen das Netz selbst. Dabei wäre es in jedermanns Interesse, wenn online kräftig Geld verdient würde mit Filmen, Musik, Büchern.
Wie kann eigentlich ein Christdemokrat gegen die freie Meinung und den Willen sein?

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starburst 31.01.2012, 13:02
4.

Kann dem Artikel nur zustimmen. Wenn man illegale Downloads bekämpfen will, muss man legale Alternativen schaffen. Mit legalen Musikdownloads (Amazon, Itunes) wird inzwischen viel Geld verdient, und das ohne den Nutzer mit Kopierschutz etc. zu gängeln. Warum nicht auch mit anderen Medien wie zum Beispiel Filme?

Viele Nutzer wollen Inhalte digital und sofort und sind auch bereit dafür zu zahlen. Die Industrie muss sich endlich mal bewegen und ein Angebot schaffen, dass die Bedürfnis des Marktes befriedigt!

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mr.ious 31.01.2012, 13:56
5.

Zitat von artnouveau
...... Ich lass mir nichts aufzwängen als Konsument. Warum gibt es noch kein Onlinekino von Warner Bros. und co. für 20 Cent den Film? Technisch möglich wäre das längst bei einem flächendeckenden VDSL-Anschluss. Doch die Provider sahnen ja lieber bei der Landgemeinde ab und kassieren noch Modemgebühren oder ISDN/Minutentakte. Das selbe in grün mit der Musik. Selbst schuld Sony. Ich bade es garantiert nicht aus.
Das ist es ja auch noch. Eigentlich müßte man auch noch jedem die Weltpolitik seit Ende des kalten Krieges näher beschreiben um das alles verständlich zu machen, aber lässt man das weg, sieht es trotzdem so aus wie's aussieht.

Das mit ISDN/Minutentakt ist selbstverständlich ein ganz guter Weg um den klassischen Ansatz der "Wertschöfpung" zu beschreiben, die praktisch auch der "Methode-Sexhotline" der frühen Telekom darstellt.
Da will einer was, und daswarten lässt man sich bezahlen. Das geht logischer Weise auch noch massenhafter in einer vernetzten Telekommunikation der Wirtschaft weltweit. Die müssen allerdings miteinander kommunizieren und wenn man sie ein wenig warten lässt, obwohl es das nicht bräuchte, dann fällt das weiter kaum auf.
ISDN und dessen Erweiterung, den etwas anderes ist DSL nicht, haben mit Flatrate nun praktisch diese etwas unseriöse und ebenso störende Möglichkeit aufgehoben. Das macht schon länger böses Blut und das hat mit der klassischen Medienindustrie nun verbündete.

Das das, was als "Internet" bekannt ist, technisch ein Buch mit 777 Siegeln darstellt, kommt politisch allerdings erschwerend hinzu, fördert allerdings mehr die Hartnäkigkeit dagegen. Drum ist das alles auch schon praktisch von Beginn in den 90er mit obskurer Zwangsassotioation zur Pädophelie verbunden. Der "Pädo" seit dem, ist der kapitalistisch-imperialistische Faschist von damals und wo anders.
Das -www- gab es ja Anfangs nur an ein paar Unis weltweit, und schon waren die Medien voll mit Cybersex und Kinderporno Geschichten.
Ganz spektakulär auch das der Chef von AOL gleich deswegen ins Gefängnis mußte.

Sicher hat das doch einigen mit deren Gewohnheit, der absoluten Kontrolle bis dahin, schwer gestunken, daß sie das nicht verstehen.
Die bekommen immer mehr Verstärkung.

Übrigens habe ich bisher kaum so Widersprüchliches gelesen wie zu Megaupload. Deren Dateien sind toten Briefkästen gleich, wie man dies aus Agentengeschichten kennt. Das man die anlegt weil die praktisch von Millionen leicht gefunden werden können, wäre mir aber gänzlich neu.

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samba.bugatti 31.01.2012, 14:59
6. ITunes

Zitat von starburst
Kann dem Artikel nur zustimmen. Wenn man illegale Downloads bekämpfen will, muss man legale Alternativen schaffen. Mit legalen Musikdownloads (Amazon, Itunes) wird inzwischen viel Geld verdient, und das ohne den Nutzer mit Kopierschutz etc. zu gängeln. Warum nicht auch mit anderen Medien wie zum Beispiel Filme? Viele Nutzer wollen Inhalte digital und sofort und sind auch bereit dafür zu zahlen. Die Industrie muss sich endlich mal bewegen und ein Angebot schaffen, dass die Bedürfnis des Marktes befriedigt!
Das Wehklagen der verknöcherten Plattenindustrie war schon seit je gross, bis Apple mit iTunes bewiesen hat, dass man mit Downloads viel Geld verdienen kann. Das gleiche gilt für die übrige Urheberrechtsindustrie. Anstatt kreativ neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, verpulvern sie Geld und Enrgie in Verbote und Klagen, die den Lauf der Dinge trotzdem nicht aufhalten können.

Aber neue Geschäftsmodelle erfordern Kreativität während Klagen nur einen Anwalt benötigen.

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BlackBuccaneer 31.01.2012, 15:28
7. Das Web – mehr als nur Business

(tl;dr: Die Bedürfnisse der Wirtschaft mögen eine gewisse Berechtigung haben, aber die gesellschaftliche und politische Bedeutung ist gegenüber ökonomischen Interessen deutlich höher zu bewerten.)
Für mich geht die Bedeutung des Internets deutlich über die ökonomische Komponente hinaus. Natürlich nutze ich es als Freiberufler auch, um mich über potenzielle Kunden und die Konkurrenz zu informieren, Marketing zu betreiben, mich im Markt abzusetzen.
Aber das Netz ist mehr: Es ist eine Riesenchance für die politische und soziale Teilhabe der Menschen. Für mich als Pirat ist es als Infrastrukturmittel für die Kommunikation mit dem Bürger und innerhalb der Partei unentbehrlich. Wie könnte man im 21. Jahrhundert sinnvoll Politik machen, ohne diese Möglichkeiten zu nutzen?

Gelänge es den Wirtschaftsunternehmen, dieses Netz unter ihre Kontrolle zu bringen, dann würde uns dies, was die Beteiligungsmöglichkeiten angeht, auf den Stand der 80er-Jahre zurückwerfen. Wir hätten Hinterzimmerpolitik und die Herrschaft zum Lobbyistentum - Dinge, die wir gerade erst abzustreifen im Begriff sind. Wir würden nicht nur nichts erfahren, sondern könnten selbst dann, wenn wir etwas erführen, nicht schnell genug reagieren. Für mich als Webuser ist nichts so alt wie die Zeitung von heute.

Ich erkenne den Wunsch der Unternehmen, im Netz Geld zu verdienen, als durchaus legitim an. Aber der politische Rahmen hierfür muss klipp und klar vorgegeben sein. Und er darf keinesfalls so aussehen wie das ACTA-Abkommen, das vergangene Tage in Tokio unterzeichnet wurde - in möglichst großer Entfernung von jenen, die es betrifft. Deswegen müssen alle Versuche, dieses Netz im Sinne der Global Player insbesondere aus der Content-Industrie zu beschränken - mögen sie SOPA, PIPA oder ACTA heißen -, von Politik und Gesellschaft entschlossen bekämpft werden.

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Marcos de Beuys 31.01.2012, 15:29
8. Der böse CDUler hat nachgedacht.

Der Herr He...xxx (Name vergessen, so wichtig isses auch nicht), hat einfach recht.
Er schreibt im Handelsblatt auch an keiner Stelle über Einschränkung von Meinungsfreiheit oder irgendwelche Maulkörbe.
Er schreibt schlicht von Diebstahl geistigen Eigentums, wie er im unkontrollierbaren Netz eben gang und gebe geworden ist.
Und ob ein Herr Sascha Lobo und andere Schönredner das euphemistisch (und auch ein wenig verschämt und verhuscht, das merkt man der Sprache schon an) als "neue Netzkultur", "neue Weisen des Austauschs zwischen Menschen" oder ähnlichen Heißluftbegriffe bezeichnen, spielt dafür gar keine Rolle.
Es ist und bleibt eben Diebstahl.

Ganz frech und sich selbst entlarvend (was er ja ohne irgendeinen Anhaltspunkt dafür zu liefern, dem Herrn vom Handelsblatt vorwirft) bezeichnet man das Urheberrecht als 'veraltet' - ganz simpel nur deswegen, weil es den neuen "piratencoolen" Diebstahlsgewohnheiten (cooleres Neusprech: Saugen und Sharen) zuwiderläuft.

Überholen wir doch einfach auch das Eigentumsrecht als veraltet! Wenn durch irgendeine technische Entwicklung massenhaft Dietriche in aller Hände wären, und nur genügend dufte junge Menschen Gefallen fänden am "coolen" Einbrechen und sich "schöne Sachen einfach nehmen, von den alten Spießern mit ihren verkrusteten Leistungsvorstellungen" - mehr Grund bräuchte es zum Wunsch nach Abschaffen der spießigen 'Unverletzlichkeit der Wohnung' offenbar nicht mehr.

Das als der rein juristische oder ethische Teil - jetzt mal zu den realen Folgen:
Würde eher ein mehr oder ein weniger an Kulturgütern geschaffen werden?
Hätten die großen und kleinen Autoren, Maler, Komponisten der Vergangenheit Stunde um Stunde, Woche um Woche, Jahr um Jahr geschrieben, gemalt, komponiert? Wenn sie genau gewusst hätten, dass bei dem kleinsten Erfolg alles, aber ALLES nur noch ein Pfützchen im riesigen Sharingpool geworden wäre?
Von was hätten sie denn eigentlich leben sollen?
Fleißband nebenher, und am Feierabend nach 8h Maloche ein bisschen Perlen der Weltkultur erschaffen?

Leute, kommt´s einfach aus der Pubertät. Dann wär doch allen sehr geholfen. Am meisten Euch selbst, dann müsstet Ihr Euch nicht über Selbstverständlichkeiten und guten Anstand so tierisch aufregen.
Jeder Kindergeburtstag ist mal vorbei.

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Marcos de Beuys 31.01.2012, 15:31
9. Jupp.

Zitat von samba.bugatti
Das Wehklagen der verknöcherten Plattenindustrie war schon seit je gross, bis Apple mit iTunes bewiesen hat, dass man mit Downloads viel Geld verdienen kann. Das gleiche gilt für die übrige Urheberrechtsindustrie. Anstatt kreativ neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, verpulvern sie Geld und Enrgie in Verbote und Klagen, die den Lauf der Dinge trotzdem nicht aufhalten können. Aber neue Geschäftsmodelle erfordern Kreativität während Klagen nur einen Anwalt benötigen.
Dem kann man nur voll zustimmen.
Verknöchert und unflexibel waren sie wie ... Hotte. (Sagt man das so?)

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