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S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Warum Kommunikationsprofis im Netz versagen

Moderne Öffentlichkeitsarbeit fußt auf einem fundamentalen Missverständnis, beobachtet Sascha Lobo: Kommunikationsprofis glauben,*dass Internet und soziale Medien die virtuelle Welt abbilden, die Massenmedien die reale. In Wahrheit ist es umgekehrt - mit der Folge, dass ihre PR fehlgeleitet ist.

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Viva24 18.05.2011, 11:45
1. Ich habe vom Netz und Computern keine Ahnung

Trotzedem bin ich mit meinen Produkten bei Google auf Platz 2 oder 3 im Ranking. Diziplin ist auch im Netz gefragt, dass haben die Kommunikation-Fuzzis nicht!

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feuercaro1 18.05.2011, 11:56
2. Like

Ganz selten liest man so einen klaren, klugen Artikel. Danke Sascha Lobo - well spotted!

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robiflyer 18.05.2011, 12:12
3. Pr

Nun bei google ist natürlich der richtige Suchbegriff wichtig udn selsbt das führt oft zu abenteuerlichen Ergebnissen ....

Aber : Wenn man unter PR zB versteht hierzulande Fachkräftemangel oder gar Vollbeschäftigung auszurufen über
verschiedene Lobbykanäle... und dies mal mit den Kommentaren
der user verglicht , scheint ein gewisse Volksverdummung noch nicht eingetreten zu sein.

Wenn man hierzulande schon 35 jährige Ingenieure als zu
alt klassifiziert oder gar 45j. schon als scheintot abstempelt
( der 45 jährige soll/muß eigentlich noch 25 Jahre arbeiten
weil sein 22,5 jähriger Sohn nicht die erforderlichen 10 j Berufserfahrung liefern kann - also beide dem HIV anfallen ) habe wir ein massives Verständnisproblem.

Somit funktioniert die Kommunikationsebene Mann Frau auch net mehr , weil diese Form von Abtreibungspolitik scheinbar
von der Wirtschaft und partieübergreifend(!) gewünscht ist.
Wer effektiv > 12 Mio Arbeitslose krampfhaft vertuschen will , hat wirklich ein Kommunikationsproblem vorallem mit Der Wahrheit .

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Hjorvar 18.05.2011, 12:13
4. ...

Wenn Facebook so viel mehr Reichweite hat als alle Online-Medien zusammen, warum steht dieser Artikel dann hier und nicht bei Facebook? ;-)

Facebook ist nicht eine Seite – jeder hat sein eigenes Facebook. Daher ist der Vergleich mit Online-Medien, die sich für jeden Besucher gleich darstellen, nicht korrekt.

Dass sich PR im Netz mitunter schwertut, ist andererseits korrekt. Und das gut vernetzte Digitalprofis so manche Agentur rechts überholen ebenfalls.

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hessejames 18.05.2011, 13:03
5. Ohne

Ich bin jetzt 47 Jahre alt, seit ca. 1995 aktiver und intensiver Internetznutzer und war noch nie (nicht eine Sekunde) auf Facebook. Das geht übrigens den meisten mir bekannten Altersgenossen ebenso. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich irgend etwas dort verpasse. Für viele in meinem Alter haben die "sozialen" Medien keinerlei Relevanz.

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ach-nur-so 18.05.2011, 13:04
6. .. .. ..

Zitat von
Die Massenmedien, die abgelöst vom persönlichen Erleben des Einzelnen vor sich hin publizieren, die sind virtuell.
Hallo Herr Lobo,
was ist das, außer Werbung für facebook und deren größenwahnsinnige Vorstellung, den Leuten anhand von Statistiken und Klickraten erzählen zu wollen, was sie gefälligst zu interessieren hat - und was nicht?

Ich bin selbst facebook Nutzer und ganz ehrlich: es kotzt mich an. Google genauso. Das Motto "Suchen war gestern, gefunden werden ist heute" hält für mein Bedürftnis, mir Informationen anhand meiner Wahrnehmung der Welt zu beschaffen, nichts bereit. Andere können sich gerne von gesetzten Cookies, getätigten Suchanfragen, vernachlässigten Freundschaften und der automatisierten Analyse selbstverfasster Texte entmündigen lassen. Ich behalte mir vor, mich regelmäßig zu informieren, wie ich diese Bevormundungen aufspüren und gegebenenfalls umgehen kann. Ich will nicht gefunden werden. Weder redaktionell noch sonstwie.

Ihr Text ist schlecht. Was Sie da als "virtuelle Welt" bezeichnen, ist die gute "manuelle Welt". Die, in der vom User noch selbst gedacht und mit Hand und Hirn gearbeitet wird. Die, in der noch gewusst wird, dass Produktinformationen gezielte Desinformation darstellen und dass man nicht beraten, sondern verkauft wird.

Gucken Sie mal schön jeden Abend auf ZDF.kultur den "Marker". Da kann man mal sehen, für wie dämlich die Bildungsverantwortlichen ihre sogenannten Bildungsversager halten. Ich mit meinen 32 Jährchen falle vermutlich auch in diese Kategorie. Nur habe ich die Schnauze gestrichen voll von irgendwelchen Klaas' und Jokos, die mir vorgaukeln wollen, wie ich mich zu fühlen und zu gebärden habe. Die haben alle nicht die geringste Ahnung. Die 90er sind vorbei. Konsum war gestern. Ein kurzer Blick in tagesaktuelle Nachrichten und es sollte eigentlich jedem klar sein, dass die uns ausziehen werden bis auf's Hemd. Ja, genau die.

Aber machen Sie sich ruhig weiter Gedanken über Public Relations. Vielleicht schreiben Sie nächste Woche mal ein paar Tipps auf, wie die INSM ihre Propaganda am effektivsten Volk bringt. Vielleicht könnte man es einen Tag lang so einrichten, dass man nur zum facebook-Login gelangt, wenn man auf einen "INSM-gefällt-mir" Link klickt. Nur als Anregung. Man kann so tolle Sachen machen.

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Mort 18.05.2011, 13:11
7. Schön wär's... Oder vielleicht auch doch nicht...

Facebook, Twitter & Co. mögen so manche Welle losgetreten haben. Die eigentliche Quelle waren sie aber bisher fast nie, und wenn, dann eher in sinnlosen, aber (mehr oder minder) lustigen "Memes" von Blumenkübeln über Lolcatz bis Planking. Nach wie vor sind "Social Networks" größtenteils nur Multiplikatoren, der virtuelle Schulhof- und Gartenzaun-Talk. "Hast du schon gehört..." - und dann kommt mit etwas Glück sogar ein Link zu einer klassischen, vermutlich "seriösen" (haha) Quelle wie SPON, FAZ oder BILD statt Flüsterpost-Gerüchten. Wobei es natürlich vermehrt vorkommt, dass Flüsterpost-Gerüchte von den Medien aufgegriffen und damit zur Wahrheit(TM) werden. Nicht nur beim Theodor zu Guttenberg.

Letztlich ist es doch völlig egal, ob on- oder offline: Es kommt nur darauf an, wieviele Leser es gibt und ggf. für wie seriös die Quelle gehalten wird. Eine echte Diskussion gibt es bei (PR-) Klatsch selten, bestenfalls kommt jemandem die Sache seltsam vor, und es wird recherchiert. Das sind zunehmend Fachblogs, aber wohl auch hauptsächlich, weil die "Fachpresse" kein Geld mehr für Fachpersonal hat und sich mit PR gerade so finanziell über Wasser hält.

Und habt Online-PR samt viralem Marketing wirklich etwas mit der Wirklichkeit zu tun? Meist doch nicht viel mehr als TV-Spots.

Natürlich gibt es die Chance Online-PR gut zu gestalten. Nämlich dann, wenn sie wirklich PR im Wortsinne ist: Offene Kommunikation mit dem Kunden, etwa schnelle Problemlösung in Foren oder (anderen) Social Networks (eigentlich war ja das Usenet eins der ersten Social Networks, aber das vergisst man so gerne...). Oder auch mal der Hinweis, mit dem Kauf kurz zu warten, nächste Woche gibt's doch diese Sonderaktion...

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mardas 18.05.2011, 13:44
8. Dezentralismus bedeutet Aufklärung

Zitat von sysop
Moderne Öffentlichkeitsarbeit fußt auf einem fundamentalen Missverständnis, beobachtet Sascha Lobo: Kommunikationsprofis glauben,*dass Internet und soziale Medien die virtuelle Welt abbilden, die Massenmedien die reale. In Wahrheit ist es umgekehrt - mit der Folge, dass ihre PR fehlgeleitet ist.
Absolut. Von den traditionellen manipulativen Medien, die a oder b sagen und der Rest nur folgen kann, ist das heutige Internet tausend Meilen entfernt. Man kann mit seinen Stars teilweise selbst kommunizieren, oder zumindest mit seinem Lieblingsphilosoph, Nachrichten sind so interaktiv und aktuell, dass man sie teilweise selbst direkt beeinflussen kann.
Und das Wichtigste ist die Dezentralisierung und der geringere Aufwand: Durch weniger Aufwand bei der Verbreitung der PR konzentriert sich die Medienmacht nicht länger nur in den Händen Weniger. Es lässt sich tatsächlich, zumindest theoretisch, von einem beinahe vollständig demokratischen Medium sprechen. Leider nur theoretisch, denn auch im Netz setzt man auf Lügen, Propaganda und Verzerrungen. Der Unterschied zu heute ist lediglich, dass die Informationswilligen kurz mal googeln, während die Unwilligen es nicht tun.

Machen wir es kurz:
Das Internet mit seiner gigantischen Informationsfülle lässt den Aufklärungsspruch wieder in den Vordergrund rücken. Sapere aude! Informiere dich. Informationen gibt es genügend, du musst sie nur ergoogeln.

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PJanik 18.05.2011, 13:45
9. Auch falsch...

... weder die Medienwelt noch das Internet bilden die Wirklichkeit ab.
Die Medienwelt kreist um sich selbst.
Die Gesellschaftsschichten aus denen sich die Berichterstatter und die, ueber die berichtet wird, rekrutieren sind im wesentlichen Deckungsgleich. Die Wirklichkeit findet nicht statt, oder wenn, dann nur durch die Brille der Medienschaffenden wahrgenommen und dann mit Ihrer Interpretation und Ihren Manipulationen versehen.

Das Internet kreist auch um sich selbst. Selbstverliebten und Rowdys wird hier die Plattform bereitet und dieses Grundrauschen ist recht hoch, hoeher als in der klassischen Medienwelt wo Redaktionen Meinungsvielfalt reduzieren. Im Internet bleibt nur das Korrektiv der Mitdiskuttanden, was dann oft in ein Schrei(b)duell oder in eine Scheindiskussion aus Monologen ausartet. Interessant aber fruchtlos.

Jede repraesentative Umfrage (ok, stubenhockende (z.B.Nerds) und die meisten Vertreter der arbeitenden Bevoelkerung sind da aussen vor), gibt ein besseres Meinungsbild ab als ein Internetforum oder Facebook.

Was im Internet viel schneller und ungefiltert passiert ist das unmittelbare Feedback zu Nachrichten. Luegen, Manipulationen, so sie denn entdeckt werden, werden viel drastischer und frueher berichtet als in klassischen Printmedien.

Den klassischen Medienanbietern im Nachrichtengeschaeft bleibt eigentlich nur noch die Relevanz und Bewertung der Nachrichten, da die News oft ohne sie ins Netz gelangen.

Genau. Ohne das zutun der Nachrichtenschaffenden.
Und meist ohne Relevanz(einordnung) und ohne eine Bewertung des Nachrichtengehalts.

In dem Grundrauschen aus Desinformation und interessengesteuerten Nachrichten ist eine Public Relations Meldung einem Misstrauen und sofortigen Gegendarstellungen ausgesetzt. Die Wirkung einen bestimmten Spin in die Aussendarstellung eines Unternehmens, einer Person oder eines Staates zu bringen, hat, so sich irgendwer dafuer interessiert, sofort Reaktionen zur Folge.

PR wird unberechenbarer, weil man kaum Kontrolle ueber die Kommentierer und die Mitdiskuttanden hat. Das war in einer Welt ohne Internet anders.

Live with that.

Angst vor Kontrollverlust ist verstaendlich, aber weniger Kontrolle gibt mehr Transparenz und das ist gesamtgesellschaftlich gut.

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