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S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine: Willkommen im Zeitalter der Leakpolitik

Die Snowden-Leaks markieren den Beginn einer neuen politischen Ära: des Zeitalters der Leakpolitik. Ob der türkische Premier Erdogan, US-Diplomaten oder Nicolas Sarkozy - jeder muss inzwischen damit rechnen, dass privat geglaubte Informationen ungefiltert öffentlich gemacht werden.

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Obi-Wan-Kenobi 18.03.2014, 13:57
1.

Zitat von sysop
Die Snowden-Leaks markieren den Beginn einer neuen politischen Ära: des Zeitalters der Leakpolitik. Ob der türkische Premier Erdogan, US-Diplomaten oder Nicolas Sarkozy - jeder muss inzwischen damit rechnen, dass privat geglaubte Informationen ungefiltert öffentlich gemacht werden.

"Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los."

Das einzige, was die ganze Überwachungsparanoia erträglich macht. Vor den Datensammlern sind wir alle gleich und wer sich bis dato als Mitglied einer Elite sah, die davon ausgenommen ist wird nun eines besseren belehrt. :-)

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r_sokol 18.03.2014, 14:04
2. Falsch aufgezogen, schief gedacht!

Richtig ist die Folgerung, dass die Privatsphäre, Basis freiheitlich demokratischer Gesellschaften, ausgehöhlt worden ist. Doch der Ansatz, Snowden's Leaks seien dafür verantwortlich, ist grundfalsch, ja absurd. Als Einstieg, um das Prinzipielle etwas besser in den Griff zu bekommen und künftig solche Ausrutscher zu vermeiden, würde ich die Auftaktrede von Ebden Moglen auf der Re:publika in Berlin 2012 empfehlen. Zu finden... - na, Sie wissen schon!

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dadanchali 18.03.2014, 14:07
3. Nee

Das wirklich schlimme an dieser Spähsucht ist, dass die meisten Leute so dumm sind dass sie es gar nicht mehr interessiert. Oder noch schlimmer ihre Privatsphäre selbst erodieren.

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deuro 18.03.2014, 14:07
4. Vor der Überwachung sind alle gleich

Aber es gibt welche, die sind gleicher als gleich. Sozusagen das obere Ende der Überwachungskette.
Diese Leute haben Möglichkeiten sich gegen Abhören und Spionage durch nahezu unbegrenzte Mittel zu schützen und stehen über den Gesetzen.
Meine Genugtuung dass alle gleich sind vor den Abhörpraktiken halten sich daher in Grenzen.

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MrStoneStupid 18.03.2014, 14:22
5. Die Aufdeckung der Wahrheit vernichtet das Böse

Es mag einige Kollateralschäden geben, man denke vielleicht an Sebastian Edathy aber im Zweifelsfall ist die Aufdeckung der Wahrheit gerecht und sehr nützlich/wünschenswert, man denke an die NSA-Affäre (Edward Joseph Snowden).

Da kann noch viel mehr kommen, ich rechne damit. Wie komme ich darauf? Nun, guckt euch doch mal die Mißstände (z.B. Unterstützung von ungerechten Kriegen und volksfeindlichen Putschisten/Terroristen, auch durch die Medien und Zensur von aufklärerischen Kommentaren) an - was glaubt ihr wohl, wie es dazu kommt? Glaubt ihr etwa, das sind alles beste Menschen, die ein astreines Leben führen, die nichts zu verbergen haben?

Na klar hat jeder seine Schwächen, jeder hat auch schon mal Fehler gemacht ... aber die Diener des Bösen haben die Aufdeckung der Wahrheit viel mehr zu fürchten und darum ist die Aufdeckung der Wahrheit wünschenswert: Die Aufdeckung der Wahrheit vernichtet das Böse. (alles imho)

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perfekt!57 18.03.2014, 14:32
6. Wahr ist leider auch, wir werden das Mittel wohl leider nicht mehr loswerden

ohne versuch schnell zu sein, nur die gedanken beim lesen frisch parallel notiert: was einen, wie gesagt, evtl. zur nächsten frage brächte "was ist eigentlich noch ein leak"? am ende evtl. doch nur das, was dafür gehalten würde? abgrenzungsunschärfe daher als verunsicherungs- oder beeinflussungsmittel weiter gesucht oder fabriziert würde.

oder anders herum: bildungsstände und kenntnisse sind von individuum zu individuum unterschiedlich – ob also eine meinungsäußerung, die uns neue inhalte übermittelte, deshalb schon ein "leak" wäre, oder noch eine ganz normale gesprächstatsache, wer wollte das im zeitalter der überwachung noch so genau auseinanderhalten?
wir also würden z. b. für uns in anspruch nehmen den begriff "gesprächsbeitrag aus der welt der allgemeinheit" auch weiterhin ganz einfach zivil immer noch möglichst weit gefasst sehen zu wollen.

wobei der artikeln natürlich gut ist: treffend und intelligent ein zeitgeistphänomen beschrieben.
klar also, die zivilgesellschaft soll und muss die deutungshoheit darüber behalten, evtl. wiedererlangen, was ein "leak" ist – und was nicht.
und klar auch: die genannte "schwäche" nichts per se negatives oder minderwertiges. gandhi wollte und (!) konnte nicht mit maschinengewehren angreifen. die mittel der anderen auch nicht nur zu erwägen wäre daher am besten?
wir stellen uns grade leutheusser-schnarrenberger vor – wie sie eine "antivorratsdatenspeicherung" erstellte, kindischer gedanke.

es bliebe an erfolgreichen de-eskalationsstrategien zu forschen, wie man eben apparate und methoden abschaltete, organisationen ganz einfach wieder die budgets entzöge – durch politische mehrheiten.

und ja, mächtig wäre, wer vorlegte – die anderen zu anpassung oder antwort zwänge. aber müssen wir auf jedes spielfeld mit?

von daher eines klar: es käme darauf an, für sich selbst eine wahlfreiheit zu behalten: ist das so ernst, oder mache ich das nur so ernst, nehme es so? oder: eine wirklich starke verteidigung muss nicht heraus aus ihren stellungen.

von daher sollte die generation @ evtl. alternativ oder ergänzend ein "leak-o-meter" online stellen – und da könnte man/frau dann anhand einer skala ablesen, als wie stark oder für wie bedeutend eine leak gerankt würde? relativ und subjektiv und demokratisch natürlich.

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miss_moffett 18.03.2014, 15:01
7.

Zitat von MrStoneStupid
... aber die Diener des Bösen haben die Aufdeckung der Wahrheit viel mehr zu fürchten und darum ist die Aufdeckung der Wahrheit wünschenswert: Die Aufdeckung der Wahrheit vernichtet das Böse. (alles imho)
Meine Befürchtungen gehen in eine andere Richtung:
Die "Diener des Bösen" müssen in Zukunft ihre Propaganda nur als "Leaks" tarnen und schon ist es ganz einfach, z.B. Verleumdungen unters Volk zu bringen.
Jeder glaubt inzwischen einer "geleakten" Information mehr als dem Hausverstand (sofern vorhanden).
Das macht mir ein bisschen Angst.

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Bondurant 18.03.2014, 15:11
8. Ninety eighty four

Zitat von sysop
jeder muss inzwischen damit rechnen, dass privat geglaubte Informationen ungefiltert öffentlich gemacht werden.
Und der nächste logische Schritt ist die Strafbarkeit des Gedankenverbrechens. Die Zukunft wird wunderbar.

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keinname2013 18.03.2014, 15:20
9. Mein lieber lobo

.. das ist es doch worum es geht. Jeder soll sich so verhalten als ob jederzeit eine Kamera und ein Mikrophon auf ihn gerichtet ist.
Neulich laß ich in einer Managerzeitschrift für Einkaufs und Shoppingmails einen Beitrag darüber wie man sich dort die Zukunft vorstellt:

Das einkaufende Individuum wird bereits bei Annäherung an das Konsumparadies indentifiziert, es erfolgt Datenabgleich mit Haushaltsgeräten, bisher gespeicherten Kreditkartenkäufen, Wohnadresse, Kredit & Scoringfirmen, Surfverhalten und interessen soweit bekannt und sobald man dann die Geschäfte betritt wird einem auf persönliche Art und Weise das aktuelle Produktsortiment subjektiv angepasst über Apps, Werbetafeln und Verkaufsdrohnen vorgestellt.
Stellt man sich die Entwicklung konsequent vor Augen und das flächendeckend, egal wo man gerade unterwegs ist inklusive der
sonst noch aktuell stattfindenen Datensammelwut vor dürfte klar sein wo das endet.

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