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Rechte und Rechtsextreme schreiben mit Zorn und Eifer das Internet voll - doch ungeübten Lesern könnte es schwerfallen, sie auch zu verstehen. Kolumnist Sascha Lobo erklärt die wichtigsten Vokabeln.

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garno 02.08.2018, 11:25
270.

Zitat von mostly_harmless
Wer Rassisten, Holocaustleugner, Antisemiten und Rechtsradikale wählt, muss damit leben, dass man ihn / sie rechtsradikal nennt. Das ist nun mal so. Und hier mal eine unbequeme Wahrheit: Wer bei der Ideologie dieser Leute auch nur ein minimales Unwohlsein empfindet, wählt die nicht.
Merken Sie denn nicht, dass Sie in Schwarz-Weis-Malerei verfallen - eine für Demokratien unübliche Denke, die aber wieder viele Anhänger findet. Wie simpel doch die Welt sein kann, sie einfach in gut und böse aufzuteilen. Scheint aber ein probates Mittel zu sein, wenn die herrschende Ideologie in Bedrängnis kommt. Dann heist es einfach: Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich.

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plusquam.perfekt 02.08.2018, 11:26
271. @Hippie.jonny

Tolles Pseudonym, .... aber nur wenn man Charles Manson für einen Hippie hält.

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jjcamera 02.08.2018, 11:26
272.

Zitat von mostly_harmless
Wer Rassisten, Holocaustleugner, Antisemiten und Rechtsradikale wählt, muss damit leben, dass man ihn / sie rechtsradikal nennt. Das ist nun mal so. Und hier mal eine unbequeme Wahrheit: Wer bei der Ideologie dieser Leute auch nur ein minimales Unwohlsein empfindet, wählt die nicht.
Trotzdem denke ich, man muss diesen Leuten Angebote machen, um sie in die Mitte der Gesellschaft zurückzuholen. Sie zu verteufeln, führt zu einer dauerhaften Feindseligkeit in unserer Gesellschaft (die wir ja jetzt schon sehr anschaulich erleben), von der niemand profitiert. Nicht alle Menschen in diesem Land müssen einer Meinung sein, aber ein genereller gesellschaftlichen Konsens auf der Basis von
gegenseitigem Verständnis (nicht Einwilligung) müsste doch möglich sein.

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hannnesens68641 02.08.2018, 11:29
273. Genial

Genialer Artikel von Herrn Lobo. So richtig schön ätzend, da musste echt schmunzeln :-)

Aber wenn ich mir die Kommentare hier durch lese, kann ich echt verstehen, warum 90% von uns Rechts - und Links-Ideologen ablehnend bis verachtend gegenüber stehen.

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licht_und_schatten 02.08.2018, 11:29
274.

Zitat von plusquam.perfekt
Sie nennen "Hitler, Himmler und Eichmann" Aber wie kommen Sie auf die Idee, dass "Stalin, PolPot und Mao" "links" wären? Etwa weil diese Diktatoren sich selbst als sozialistisch bezeichneten? Möglich. Als links definierten die sich sicherlich nie.
Haben sich Hitler, Himmler und Eichmann als rechts definiert?
Ich bitte Sie. Es geht doch um eine Zuordnung, die von Dritten durchgeführt wurde. Dabei hat man sich an der ideologischen Grundlage orientiert, auf der das Handeln der oben Genannten fußte.
Wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe, verstand sich die Kommunistische Partei in der UdSSR als eine marxistisch-leninistische Partei. Das die heutigen Linken sich davon distantieren wollen hat ganz andere Hintergründe. Es ist nun mal unagenehm zu wissen, dass die eigene ideologische Richtung solche Monster generiert hat und vergleichbare viele Opfer wie der Nationalsozialismus über die Zeit produzierte.

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hippie.jonny 02.08.2018, 11:31
275. Welche...

Zitat von ericstrip
...im Grunde sind die Linken ja sogar froh, daß es Rechte gibt, auf die sie mit dem Finger zeigen können. Durch die Empörung können sie nämlich bestens davon ablenken, daß sie selbst auch keine besseren Lösungen anzubieten haben. Findet man bei den bösen Rechten zumindest ab und zu noch Verantwortungsethiker, die sich tatsächlich um eine (oft unangenehme) Auseinandersetzung mit einem Thema bemühen, sehe ich auf der linken Seite momentan nur noch Gesinnungsethiker, Schwätzer, Leute, die sehen, daß ihnen die Deutungshoheit entgleitet und die dadurch umso verbissener dagegen reden und schreiben - bis es endgültig lächerlich wird. Mich interessiert nicht, ob ein Argument "links" oder "rechts" ist, mich interessiert, ob es mich überzeugt. Hysterie auf beiden Seiten überzeugt mich schon einmal nicht. Und der politische Diskurs ist in der Tat stark nach links gerutscht und dort auch noch in die moralisierende-emotionale Ebene. Sachthemen und Lösungen scheinen weniger interessant zu sein als die wöchentliche Kampagne, die irgendwelche Täter und Opfer anklagen will. Belehrung mit erhobenem Zeigefinger, aber ohne Substanz. Wen soll das überzeugen? Es ist kein Wunder, wenn immer mehr Menschen sich von solcher linker Politik und auch vom linken Journalismus abwenden. AfD und Co. sind halt die Gegenbewegung. Aber sie sind ein Symptom, nicht die Ursache. Mit solchen Artikeln, wie sie diese Woche im SPON-Kolumnenteil standen, wird diese Spaltung weiter vorangetrieben. Das verstehen offenbar weder Herr Augstein, noch Herr Diez, noch Herr Kazim, noch Frau Stokowski - und auch nicht Herr Lobo. Ich selbst stehe politisch immer noch an derselben Stelle wie vor 25 Jahren und würde das auch immer noch gemäßigt linksliberal nennen, mit den Grünen konnte ich noch nie etwas anfangen. Ich las damals gerne Spiegel, Zeit und Süddeutsche. Inzwischen bin wahrscheinlich selbst ich ein "Rechter", schon alleine, weil ich beim Denken keine Betreuung haben möchte. Ich halte das für keine gute Entwicklung. Ja, es ist subjektiv, aber ich denke, es geht einigen so. Und vor allem: Welche politische Partei vertritt meine Positionen und Interessen? Mit wem lohnt sich ein politisches Gespräch überhaupt noch?
..rechten Verantwortungsethiker meinen Sie denn?

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hannnesens68641 02.08.2018, 11:37
276.

Zitat von mostly_harmless
Und jetzt mal zurück in die reale Welt: Jeder einzelne Begriff den Lobo auflistet, wird von ihm EXAKT "übersetzt". Bewiesen wird das an JEDEM EINZELNEN TAG hier auf SpOn in den Kommentaren.
Na Mostly Harmless, sollten Sie nicht erstmal an Ihrem eingenen Rassismuss arbeiten!?!

MFG Der Typ mit Migrationshintergrund, der laut Ihrem Rassissmus nur als Versicherungsmarkler oder Autohändler arbeiten kann.

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hannnesens68641 02.08.2018, 11:39
277.

Zitat von mostly_harmless
Niemand diffamiert die AfD und niemand will denen den Mund verbieten ("diffamieren" und "Mund verbieten" sind übrigens zwei feste Begriffe der Rechten, die Lobo leider nicht ins deutsche Übersetzt hat. "diffamieren" bedeutet ins deutsche übersetzt - ebenso wie "den Mund verbieten" - kritisieren oder auch öffentlich eine andere Meinung vertreten).
Was Stimmt den nicht mit Ihnen Mostly Harmless, laut Ihnen kann einer mit Migrationshintergrund höchstens als Autohändler arbeiten(sic!), aber hier einen auf Moralappostel machen wollen? Sie wollen doch nur Ihren offen gezeigten Rassismus verstecken!

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deppjones 02.08.2018, 11:40
278. Volksentscheide

Ich habe mal gedacht, dass ich eher links verordnet wäre (letztes MAl habe ich die Piraten gewählt). Nun sagt mir aber der lertzte Punkt, dass ich rechts bin ??? Wenn ich davon ausgehe, dass Lobo, und so kommt es ja auch rüber, alle Linken vereinnahmt, bedeutet das, dass die Linken lieber von Merkel und Co angeführt werden. Und wenn das so sein sollte, kann man wohl schon von einem Linksruck der Politik sprechen. Oder wählen die Linken heimlich rechts :)?

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stvolk 02.08.2018, 11:40
279. "Kultur" fehlt noch als Stichwort

Sehr löblich, Herr Lobo!
Was in diesem nützlichen Sprachführer allerdings noch fehlt, ist das Stichwort "Kultur". Diesen Begriff setzt der heutige Rechte durchgängig da ein, wo sein Vorfahr bei der SA noch "Rasse" sagte.
Grundsätzlich ist er nämlich davon überzeugt, dass jede Menschengruppe durch bestimmte, unveränderliche Merkmale gekennzeichnet ist. Das drückt sich u.a. in regelmäßig wiederkehrenden Epitheta aus wie etwa "kriminell" bei Ausländern oder "terroristisch" bei Islam. So ein Denken ist natürlich klar rassistisch, aber intellektuell feige wie er ist, steht der gemeine Rechte von heute natürlich nicht zu seinem Rassismus. Er will sich nichts vorwerfen lassen und bezeichnet daher alle, die er gerne außerhalb der Grenzen von 1937 sähe als "kulturfremd". Zur eigenen Kultur gehören natürlich nur reinrassige Bio-Deutsche, bestenfalls noch andere arische Europäer und - wenn der Rechte ganz großzügig ist - seit neuestem auch christliche Slawen oder sogar Juden.
Muslime dagegen sind in seiner Sicht aufgrund ihrer Kultur völlig unfähig, sich in eine moderne, tolerante Gesellschaft einzufügen, deren Modernität und Toleranz der gemeine Rechte zugleich als dekadent und verweichlicht denunziert. Ebenso kritisiert er die kulturell bedingte Frauenfeindlichkeit und Homophobie der Muslime, während er selbst gegen den "Genderwahn" (noch so ein fehlendes Stichwort) oder gegen Schwule polemisiert.
Der Rechte selbst versteht sich selbstredend als idealtypischen Vertreter der christlich-abendländischen Kultur, wird aber sehr unchristlich rabiat, sobald man von ihm christliche Tugenden wie Nächstenliebe oder Hilfsbereitschaft gegenüber den Ärmsten einfordert.
Fehlt nur noch, dass er - wie schon den Nazi-Begriff "Umvolkung" – auch das Konzept der "Rassenschande" wieder einzuführen versucht. Er würde dafür wahrscheinlich das Wort "Kulturschande" verwenden, ohne zu bemerken, wie treffend er sich damit selbst beschreibt.

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