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Sprachsteuerung: Bequemlichkeit schlägt alles, sogar deutsche Bedenken
AP

Das nächste Interface für die digitale Welt wird die Stimme. Die Einstiegsdrogen von Amazon und Google verbreiten sich auch hierzulande schnell, und die Folgen werden so tiefgreifend sein wie beim Smartphone.

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Zweihorn 11.01.2018, 10:40
120. Keine Technikfeindlichkeit. .

. . sondern kritische Distanz zu neuen Produkten, die auf technisch, wissenschaftlichen Neuentdeckungen beruhen. Kritiklose, begeisterte Zustimmung zu "Erfindungen" sind nichts neues und hat es schon immer gegeben. Neue Produkte und Verfahren wurden und werden mit z.T. ungeheurem Aufwand in den Markt gepusht.
(Beisp.: Kernenergie). Risikoanalysen führen hingegen im Vergleich dazu ein kümmerliches Dasein. Warum ist das wohl so?

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zensurgegner2017 11.01.2018, 10:41
121.

Zitat von mbu66
@17: Das Menschenbild der Verblödung durch Technologie ist keineswegs pessimistisch, sondern leider Realität. Allein der Anspruch der allermeisten User, dass ein Produkt einfach nur funktionieren muss, am besten noch ohne Bedienungsanleitung, ohne sich Gedanken darüber zu machen, WIE und mit welchen Konsequenzen es funktioniert, halte ich für äußerst bedenklich. Man beachte nur die Orthografie und Ausdrucksweise in Foren und anderen Onlinemedien... ??
Das ist eine simple Rechnung:
Früher: Einen Fernseher mit 3 Tasten, ARD, ZDF und das Dritte, ein Auto mit bestenfalls einem UKW Radio, ein UHER noch zuhause.
Das war die Technik der Großväter
Dass es für diese Gruppe leicht fällt zu fordern, dass man alles verstehen muss ist klar.

Heute: mehrere dutzend Helferlein müssen tagtäglich bedient werden, sogar die Microwelle hat ein eigenes Betriebssystem, was man Heute "lernt" ist morgen veraltet, da ein neues Betriebsystem kommt...
Zudem, und das ist die Gretchenfrage: Was haben sie denn davon, wenn Sie die Bedienungsanleitung Ihres Apples, Ihres Android, Ihres Blackberry und Ihres Microsoftgerätes "beherrschen"
Dazu noch die Anleitung der Microwelle, Wasserkocher, Router, Fitbit etc etc etc
Dann sind Sie zwar ein toller Hecht, aber Sie haben dennoch NULL Ahnung wie es funktioniert, Sie haben nur gelernt das Interface zu benutzen.

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zensurgegner2017 11.01.2018, 10:45
122.

Zitat von g_bec
Nö. Nur bei gewissen Themen ist zumindest Alexa bereits auf "Kleinkindniveau": Bei allem rund um Konsum und Medien wie zB Musik oder Chuck-Norris-Witzen sowie vermutlich auch bei angeschlossenen IoT-Geräten (konnte ich noch nicht testen mangels .....
Sie scheinen das Bedürfnis zu haben Ihre Überlegenheit gegenüber Alexa zu demonstrieren.
Abgesehen davon dass die meisten Chuck Norris gar nicht mehr so richtig kennen ist Alexa nichts anderes wie eine riesige Datenbank, und diese akkummuliert immer mehr Wissen, so dass da in Monatsabstand deutliche Verbesserungen zu erwarten sind.

Und ja, auf Sicht von wenigen Jahren werden Sie sich über Alexa lustig machen können, aber bereits heute gibt es fachspezifische SOftware, die zumindest im Fachbereich gut kommunizieren kann

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zensurgegner2017 11.01.2018, 10:50
123.

Zitat von soisses007
Nach dem asozialen Facebook und WhatsApp kommt nun Stasi 2.0 in Form von Alexa. Die Menschen lernen nichts dazu. Das Wissen über die Stasi und deren Arbeit ist inzwischen verblasst. In den Schulen wird generell zuwenig über die letzten 100 Jahre gelehrt.
Na ja
Die DDR ist für Menschen, die heute in etwa 40! sind, niemals ein existenter STaat gewesen.
Warum ist da dann die Stasi "interessant" oder interessanter als der KGB oder vergleichbares?

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g_bec 11.01.2018, 11:05
124. Pft.

Zitat von zensurgegner2017
Sie scheinen das Bedürfnis zu haben Ihre Überlegenheit gegenüber Alexa zu demonstrieren. Abgesehen davon dass die meisten Chuck Norris gar nicht mehr ....
Tut mir Leid, wenn Sie sich Alexa unterlegen fühlen und die Schilderung der erlebten Fähigkeiten als "lustig machen" verstehen. Ich wollte Ihnen Ihre Kommunikationspartnerin nicht schlecht machen.

Am Rande: Eine Datenbank akkumuliert nie Wissen. Denn dann wäre es eine Wissensbank. Aber viele glauben das. Vermutlich, weil es im Internet steht.

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jbochow 11.01.2018, 11:16
125. Sehr gelungene Analyse

Danke für diesen tollen Artikel!

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Zweihorn 11.01.2018, 11:23
126. Es klingt. .

. . so harmlos. Per Sprache irgendetwas steuern oder schalten. Der Nutzer findet es zutiefst menschlich, mit einer Maschine in der eigentlich "Menschendomäne" nämlich Sprache zu kommunizieren. Daher wohl die positive Grundeinstellung zu dieser Technologie bei Vielen. Wäre auch nicht so schlimm, wenn die gesamte Rechen- bzw. Steuerleistung lokal, das heißt zu Hause stattfindet. Dummerweise sind diese Kästchen aber nur die Schnittstelle zu gewaltigen Rechenzentren/Datenbanken, die zu allem Überfluß noch riesigen Konzernen gehören. Diesen wiederum gibt der Nutzer nun so ziemlich alles preis. Dagegen sind die sozialen Plattformen ja dann richtige Waisenknaben, was den Wissensstand über die Privatsphäre der Nutzer betrifft.

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ruhepuls 11.01.2018, 11:38
127. Kommt sicher...

Zitat von michelinmännchen
Wie ist denn die Verbreitung dieser "Dinger", abgesehen davon, dass viele Handynutzer soetwas ähnliches ja schon haben... Ich denke nicht, dass das in allen Haushalten zum Standard wird, nur in denjenigen, die sich das a) leisten können, nebst Peripherie und b) denjenigen, die dem Datenschutz abgeschworen haben.
Vor etwas mehr als 20 Jahren waren Mobiltelefone etwas für Geschäftsleute, die sich die teuren Geräte (und die teuren Verträge) leisten konnten. Der Rest interessierte sich kaum dafür und telefonierte eben vom Festnetz. Selbst Internet war vor 20 Jahren noch eher was für Freaks. Und heute? Der kleinste ECHO (dot) kostet um die 50 EUR - und ein Amazon-Konto haben die meisten eh schon. Und auch Datenschutz ist eine reine Gewohnheitssache. Wenn erst mal genug Leute im Bekanntenkreis eine Alexa, eine Siri oder sonst ein Sprachgerät haben - ohne dass die CIA gleich ins Haus einbricht - dann sinkt auch hier die Hemmschwelle. Heute präsentieren Leute auf Facebook oder YouTube ihre privaten Sexvorlieben. Dagegen ist der alltägliche Wohnzimmer-Talk nun wirklich ein Klacks.

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ruhepuls 11.01.2018, 11:42
128. Ddr?

Zitat von C-Hochwald
Warum ist es plötzlich notwendig, per Sprachbefehl die Christbaumbeleuchtung an- und auszuschalten? Ein Freund von mir, selbst IT-Manager, sagte mir, er könne nun wie einst Cpt. Kirk mit einem Computer kommunizieren...... Zugunsten der kindheitlichen Spieltrieb- und Nachahmungsgelüste werden alle Bedenken bzgl. Datenschutz über Bord geworfen, selbst wenn auf ......
Der Unterschied zur damaligen DDR liegt darin, dass man nicht nur bespitzelt wurde, sondern anschließend auch verhaftet, wenn bestimmte Absichten oder Äußerungen erfasst wurden. Heute fällt mir - außer der Planung von Verbrechen - nichts ein, weshalb man jemand verhaften sollte, der beispielsweise von Auswanderung träumt oder sich politisch interessiert. Kann sich natürlich mal ändern, aber dann wären die Geräte sowieso zwangsweise in jeder Wohnung zu installieren. Bis dahin frage ich mich, was in deutschen Wohnzimmern so interessantes besprochen wird, dass die CIA aktiv werden müsste..?

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ruhepuls 11.01.2018, 11:46
129. Kaufverhalten?

Ich denke, eines der potentiellen Probleme wird eine weitere Veränderung des Kaufverhaltens werden. Die Schwelle zum Kauf wird immer niedriger. Früher musste man zu einem Laden gehen, wenn man etwas wollte oder es per Katalog bestellen. Das hat man sich schon überlegt. Heute reicht ein schneller Klick auf das - speziell auf den Nutzer abgestimmte - Sonderangebot - und schon hat man wieder etwas gekauft. Das wird durch Alexa & Co. vermutlich noch beschleunigt. Das dicke Ende kommt dann für viele mit der nächsten Abrechnung.

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