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Stellenausschreibungen: KI-Kenntnisse bei Dax-Konzernen kaum gefragt
Ross and Helen/ iStockphoto/ Getty Images

Die erwartete Umwälzung im Arbeitsmarkt zieht sich: Wenn die wichtigsten deutschen Konzerne neue Stellen ausschreiben, verlangen sie bisher nur selten, dass sich die Bewerber mit IT-Trendthemen auskennen.

marc.koch 07.10.2019, 12:11
1. Mißverständnis

KI braucht Sachverhalte, die sich auch für KI
eignen. Wozu soll ein/e Sachbearbeiter/in
programmieren können? Abgesehen davon
sind entsprechende IT-Infrastrukturen und
vor allem Prozesse erforderlich, die den
KI-Einsatz auch ermöglichen. Das ist längst
nicht Standard, obwohl es seit Jahren rauf
und runter gehypt wird. Und die Weisse-Kittel-
Mentalität der KI-Adepten hilft hier auch nicht
weiter. Der Kunde muß das auch verständlich
erklärt bekommen. Da Konzerne und Mittelstand
kaum in Fortbildung investieren, woher soll da
die Menge an KI-Experten kommen? Und wir
sind ja noch nicht soweit alle unsere Bürger im
öffentlichen Raum abzuscannen und zu
verarbeiten, so wie China. Es ist mit den KI-
Artikeln so wie mit den „Digitalisierungs“-
Artikeln. Wir machen das seit den 1980er
Jahren längst, aber keiner beherrscht es.
Siehe 3D-Technik und dergleichen.

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gumbofroehn 07.10.2019, 12:49
2. Die Zahlen sind höher als sie scheinen.

Wenn in 17 % der erfassten Stellenausschreibungen von DAX-Konzernen Programmierkenntnisse gefordert sind, ist das aus meiner Sicht ein ziemlich hoher Wert - gemessen an den vergleichsweise geringen Anzahl von Informatik-Absolventen gegenüber einem Meer aus BWLern. Ebenso sind 3,3 % mit KI-Verfahren ziemlich viel, die Hochschulen beginnen hier erst seit wenigen Jahren, verstärkt mit passendem Domänenbezug (Business Analytics) auszubilden. Entsprechend sind noch wenige Absolventen am Markt (die zudem auch teuer sind). Wie der Vorredner richtig feststellt, müssen die Probleme (und die Datenverfügbarkeit) auch zu den Machine-Learning-Verfahren passen, oft sind hier klassische modellgetriebene Ansätze aus Statistik und Operations Research effizienter.

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static_noise 07.10.2019, 12:59
3.

Siehe Kommentar (1)
Zusatz: Es scheitert weniger am mangelnden Bedarf der DAX Konzerne, als vielmehr an der Inkompetenz und den verknöcherten Strukturen der Konzerne sowas zu steuern, ihre Prozesse zu definieren (damit man das in eine KI trainieren kann) klare Ziele zu benennen um sowas zum Erfolg zu führen.

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Newspeak 07.10.2019, 16:02
4. ...

Kann man dieselbe Statistik mal mit dem Hinweis versehen sehen, was denn genau als digitale Kompetenz verstanden wurde? So ist sie voellig aussagelos. Es ist doch ein erheblicher Unterschied, ob die Bedienung eines Texteditors erwartet wird, oder die eines neuronalen Netzes.

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jigger1 07.10.2019, 17:35
5. Kein Wunder!

Wenn ich mir zum Beispiel anschaue, wie sich die deutsche Auto- und Energieindustrie sowie die Politik benehmen, dann wundert es mich nicht, dass KI-Kenntnisse nicht gefragt sind. Offensichtlich mangelt es ja schon an HI: Humaner Intelligenz.

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querulant_99 08.10.2019, 06:03
6.

Wer in den großen DAX Konzernen Karriere machen will, geht in den Vertrieb. Entwicklungsabteilung sind eher klein, bzw. man arbeitet in kleinen Teams. Zudem wird Softwareentwicklung zum großen Teil ausgesourced. Der Bedarf am Mitarbeitern mit fundierten KI-Kenntnissen ist daher sehr überschaubar. Der Vetriebsmann benötigt allenfalls eher sehr oberflächliche Kenntnisse davon, die er in kürzester Zeit betriebsintern aneignen kann. Bei den Gesprächspartnern bei seinen Kunden ist es auch nicht anders.

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