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Stimmenzählung in den Niederlanden: Lieber mit Taschenrechner
DPA

Sicherheitsexperten warnen vor einer Software, mit der bei den niederländischen Wahlen Stimmen addiert werden. Aus Angst vor Hackerangriffen soll nun wieder per Hand gezählt werden - doch die Kommunen wehren sich.

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D. Brock 14.03.2017, 18:43
1. Beeindruckendes Beispiel für ...

... Computergläubigkeit. "Der Rechner macht's schon" ... "irgendwie" und tschüß.
Tatsächlich spricht nichts dagegen per Hand auszuzählen. Wenn es einen höheren Personalbedarf gibt, gut und schön, dann wird man ihn finanzieren. So viel sollte einer Gesellschaft doch eine demokratische Wahl Wert sein!
Es muss nicht tatsächlich manipuliert werden, es genügt die Gewissheit, dass dies möglich ist und das offensichtlich ohne allzu großen Aufwand. Eine echte Auszählung per Hand jeweils unter Beobachtung Dritter dürfte weitaus schwieriger zu manipulieren sein.

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Fred the Frog 14.03.2017, 20:55
2.

Zum Glück wird das Auszählen "von Hand" nicht in Frage gestellt. Es geht doch nur um die Übermittlung der Bezirksergebnisse in die Zentrale und die Addtion zum Gemeinde- bzw. Wahlkreisergebnis.
Zudem ist das Ganze nur für die Ermittlung des vorläufigen Ergebnisses am Wahlabend relevant. Das amtliche Endergebnis unterliegt zusätzlich der Prüfung duch den Kreiswahlausschuss, der sich neben den ungültigen Stimmzetteln auch die korrekte Übermittlung der Bezirksergebnisse anschaut. Und ab da sind sowohl die Einzelergebnisse als auch die Summen öffentlich einsehbar. Es soll auch Leute geben, die den Kassenzettel des Supermarktes nachrechnen.
Im Übrigen empfinde ich es als Beleidigung der amtlich eingesetzten Wahlhelfer, wenn im TV bereits wenige Minuten nach Schließung der Wahllokale Hochrechnungen mit einer Fehlerquote von unter ein, zwei Prozent erscheinen, ein Zeitpunkt, an dem die Wahlhelfer im Lokal noch kräftig am Zählen sind, weit von einem eigenen Ergebnis entfernt. Motiviert das?

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cavete 14.03.2017, 21:55
3. Abacus statt Elektronik

"Am besten benutzt man für die Wahl und die Auszählung nur Stift, Papier und einen klassischen Taschenrechner, wie man ihn noch aus der Schule kennt - nicht einmal die Rechnerfunktion am Computer."

Vorsicht ist angebr acht. Denn, warum sollte es nicht moeglichst sein, einen Taschkentrechner nicht auch zu mannipullieren? Es spraeche wohl kaum etwas dagegen.

Wenn Sie mit einem mobilen Netztwerk den Wahlraum btreten und alle Taschnenrechner zuvor manipoliert haetten, und das nobile Netwerk, in Form eines internetzfaehigen Smartphones, etwa ueber die intrigierte WLan-Fuktion, damnit Zugriff auf die Eklektronik der Taschenrechner naehme und somit auf deren Funktion, dann erschiene selbst ein elektronsich ermitteltes Rechenergebnis nicht mehr sicher.

Wer behaupten moechte, dass das unmoeglich ist, der moege bitte sagen warum.

"Kurz nach Bekanntwerden von Ruwhofs Untersuchung kündigte Plasterk dann an, die Stimmen müssten komplett per Hand ausgezählt werden, um jeden Zweifel am rechtmäßigen Wahlergebnis zu vermeiden."

Eine Aussage, die man nur unterstuetzen kann. Ueberall, nicht nur in den Niederlanden. Dass das aber gescheit, ist unwahrscheinlich.

Was aber ist wichtiger, die Integritaet der Daten und des Wahlergebnisses oder die Bequemlichkite der Datenauswerter, oder etwa die Kosten einer halbwegs sicheren Datenauswertung durch erhoerten manuel Personalaufwand? Wenn es nach den Kostdenn ginge, muesste man wohl weitgehend auf menschlichten Einfluss vezichten.

Die Anfaelligkeit moderner Elektronic wird erst dann zum Tehma, wenn Ungereimtheiden den Verdacht nahelegen, daß die Technik moeglicherweises manipoliert wurde. Immer dann, wenn eine elektronische Datenuebertragung Bestandteil eines tschechnischen, marschinellen Ablaufs war.

Wie oft das aber der Fall ist, dass das nit geschieht, d.h.,dass solch ein Vedacht sich nicht mannifastirrt, weiss niemand. Denn, es wird nicht bekannt werden, weil alles im Sinne des Manipulateurs
funktioniert. Laeuft bei ihm sozusagen.

Die vom "CCC" angebotene Sicherheitsuebelpruefung von eingesetzer Software unterstuetzt die irrige Vorstellung, daß man dadurch einem Angriff wirksam begegnen oder ihn womoeglichst sogar ausschliessen koenne.

Wenn aber die Software beissspielsweise erst nach der Rueckgabe kompromittiert wuerde, bekaeme man so vielleicht eine "saubere" Software zurueckt, ohne dass dies eine elektronsiech Manipulatio in Holland verhinderte.

Von der Untergrabbung eines etwa vorhadernden Netzwerkes einmal ganz zu schwiegen.

Fuer eine "altmodische" manuelle Auszaehlung spricht einfach alles. Jedenfalls, wenn ein Staat und seine Buerger Wert legen auf ein authentisches Votum, das auf Wahrheit und Klarheit basiert.

Das gilt umso mehr in Zeiten, in denen ruchbar wird, dass es Einflussversuchte fremder Maechte gibt oder mindestens geben koennte, die bestrebt zu sein scheinen, den politischen Willen von Buergern in ihrem eignen Sinne zu beeinflussen.

Die Loesung in diesem Falle ist also ABACUs statt Elektronik.

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tarstarkas 14.03.2017, 22:49
4. Es soll auch Leute geben, die den Kassenzettel des Supermarktes nachrechnen

Ergibt einen Sinn. Die Summe ist immer stimmig aber die einzelnen Positionen stimmer nicht immer mit den angegebenen Preisen im Regal. "Ups-Computerfehler!" Komischerweise nie umgekehrt.

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binismus 15.03.2017, 11:51
5. Lieber mit Taschenrechner

Als Wahlvorsteher habe auch ich schlechte Erfahrung mit EDV-Technik gemacht.

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upalatus 15.03.2017, 12:02
6.

Jeder hat wohl schon die möglichen Unzuverlässigkeiten (egal durch eigene Fehler oder grundsätzliche Mängel) von 'computergestützter Hilfe' erfahren. Die Meldungen über Hacker und dergleichen erhöhen ein Vertrauen auch nicht gerade.

Also warum nicht nach konventioneller (wenn auch mühsamerer und aufwendigerer) Art?

Wahlen sind wichtig, und man sollte sie tunlichst nicht unnötig dem allgemeinen Misstrauensgefühl aussetzen.

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xineohp 15.03.2017, 13:29
7. Fantastisch!

Das muss Schule machen ... vor allem in der Schule. Computer und Vernetzung, nur dort, wo es unvermeidlich ist ;-)

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Fred the Frog 15.03.2017, 22:09
8. Persönliche Neugier

Zitat von binismus
Als Wahlvorsteher habe auch ich schlechte Erfahrung mit EDV-Technik gemacht.
War das in Deutschland? Wenn ja, in welcher Gemeinde. Ich war auch Wahlhelfer, habe aber im Wahllokal keine EDV erlebt, obwohl ich mir ein online-Wählerverzeichnis gewünscht hätte.

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cavete 20.03.2017, 00:43
9. Dinge sind manchmal anders als sie scheinen

Zitat von tarstarkas
Es soll auch Leute geben, die den Kassenzettel des Supermarktes nachrechnen Ergibt einen Sinn. Die Summe ist immer stimmig aber die einzelnen Positionen stimmer nicht immer mit den angegebenen Preisen im Regal. "Ups-Computerfehler!" Komischerweise nie umgekehrt.
Man musz nicht automatisch boesen Willen unterstellen. Fehlter werden ubersall gemacht. Der Comm uter rechnet ja in der Regel richtig. Die Fehler entstehn wohl eh er an der Schnittstelle Mensch / machinee, und dann in de Regel durch den Menschen. Derjenige, der Fehler reklamiert, kann ja auch vorher selbst afu so etwas achtden und selbst solch einen Fehler reklamieren.

Koennte man da nicht auch sagen: Das unterbelibt aber haeufig oder vielleicht in der Mehrzahl der Faelle. Selten umgekehrt - oder? Wenn man es bmerkt, kann man ja sonst die Mitabreiter vor rOt ansprechen. Deshalb kann man in diesem Sinne auch vielleicht anmerken: Nicht paepstlicher sein as der Papsist.

Den Krassenzettel kontrolliere ich auch gelegenich, aber nicht wegen
der Abtrechnung, mir geht's mehr um die dort ausgedruckte Uhrzeit.
Ich benutze derzeit naemlich keine Armbanduhur. Ich h alte es mit Mittenrand (dem ehemaligen franz.Praesidenten), der sich von der
staendigen Vefuegbarkeit der Zetianzeige nicht den Tag ruinieren
lassen wollte, so hiess es.

Kann mich fuer die Richtigkeit dieser Sage alledingens nicht verbuergern. Es kommt darauf aber letztich nicht an in diesem Fall,
weil es um den dahinterstehenden Gedanken geht.

Entweder man kann ihm etwas abgewinnen - oder ebnen nicht.
Man kann daher auch hin und wieder Dinger falsch deuten. Es sei denn Sie stuenden direkt neben mir. Aber das wird wohl kaum jemals geschehen.

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