Forum: Netzwelt
Strafbare Postings in sozialen Netzwerken: "Woher der Hass kommt, ist wirklich nur sc
Getty Images

Seit Anfang des Jahres ermitteln deutsche Staatsanwälte erstmals gegen Nutzer, die mit Hetz-Posts gegen das Netzwerkdurchsetzungsgesetz verstoßen haben. Hier gibt ein Sonderermittler Einblick in seine Arbeit.

Seite 1 von 10
heissSPOrN 22.06.2019, 00:08
1.

"Sie sind Überzeugungstäter..."
Interessantes Interview; mich hätte bezüglich der solcherart erkannten "Überzeugungstäter" noch interessiert, ob deren Aktivitäten in Folge einer Verurteilung eine besondere, wenn auch nur stichprobenartige Aufmerksamkeit durch öffentliche Stellen zuteil wird, auch im Hinblick auf ggf. weitere Radikalisierung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
eure_dudheit 22.06.2019, 00:20
2. Tatsächlich werden die Hass-Posts...

… unerträglich. Und es kommt hauptsächlich aus der rechten Ecke. Klima, , Greta, Energiewende, Grüne, Migranten, Flüchtlinge…. alle und alles wird mit ätzendem Hass überschüttet, Argumente zählen nicht . Zynismus bis zum Abwinken. Ich denke, diese Idioten hat es schon immer gegeben, nur haben wir jetzt ein Forum wo sie die hässliche Fratze anonym zeigen können. Pack!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hasselblad 22.06.2019, 00:20
3.

Woher der Hass kommt ist überhaupt nicht schwer zu begreifen, der wurde bei der letzten Bundestagswahl mit gut 13% ins Parlament gewählt und wird von den Verstrahlten von ganz rechts unten als "Alternative" betrachtet. Durch das, was Leute wie der Storch und der Dackelkrawattenmann regelmäßig von sich geben, fühlen sich die Unterbelichteten plötzlich politisch legitimiert. Die Enthemmung wird möglich, weil die politische und diskursive Kultur verroht, und weil liberale Demokraten zulassen, dass "rechts sein" salonfähig wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mostein 22.06.2019, 00:40
4. Horst Seehofer

"Wir werden uns gegen Zuwanderung in deutsche Sozialsysteme wehren - bis zur letzten Patrone" - Politischer Aschermittwoch der CSU, März 2011
Da war der Horst CSU-Vorsitzender und MP von Bayern!
Von den amtierenden MdB der Union und SPD wollte sich keiner dagegen erheben.
Eine derart menschenverachtende, an das 3. Reich erinnernde Äußerung hätte strafrechtlich verfolgt werden müssen.
Aber Regierungspolitiker dürfen das!
Wer ist denn mal aufgestanden, wenn die sächsische CDU der NPD im Landtag Beifall zollte?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Redskin 22.06.2019, 01:03
5. Wo gibt es das?

Ich bewege mich viel im Internet, aber ich habe so etwas noch nicht gelesen. Was ist hate speech? Bräuchte mal ein Beispiel. Wer zur Gewalt aufruft oder jemand anderen beleidigt denke ich. Nun ist aber in Neuseeland ein Mann verurteilt worden weil er das Video vom Amoklauf verbreitet hat. Ich frage mich, warum das man das nicht darf. Ist geschmacklos, aber es wird niemand beleidigt und zur Gewalt wird auch nicht aufgerufen. Denke, das viele geschmacklose Inhalte so tituliert werden. Aber wir haben freie Meinungsäußerung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vaikl 22.06.2019, 01:04
6. Leider eine verquere Rechtsauffassung aus den Fünfzigern

"Nur wenn der Beitrag so verfasst ist, dass sich ein unbeteiligter Dritter wirklich bemüßigt sehen könnte, diese Straftat zu begehen, nehmen wir tatsächlich Ermittlungen auf." Diese Wortblase demonstriert die ganze Unfähigkeit heutiger Ermittler, die in ihrer Ausbildung immer noch die Verdrehungen und Vergewaltigungen deutscher Sprache zwecks Verharmlosung rechtsextremer Gewalt aus den Fünfzigern als Handlungsgrundlage erlernt hatten.

Wer soll denn bitte heutzutage durch ein Posting "bemüßigt" sein, anderen Menschen Gewalt anzutun? Wer ist denn im Jetztzeit-Mediengewitter noch "Unbeteiligter"? Da steht Niemand auf dem Flur und hypnotisiert einen Anderen mittels direkter Ansprache auf Straftaten. Das Netz funktioniert *anders*, verdammtnochmal...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nachdenk... 22.06.2019, 01:09
7. Schnelle Justiz - ein Widerspruch in sich?

Und welche*r Urheber*innen von den vielen fälschlich gelöschten Beiträgen (Overblocking) wird je vor Gericht gehen? Um das Thema einigermaßen in den Griff zu bekommen und es nicht den (übereifrigen) Contentmoderator*innen der Plattformen zu überantworten, müssten wir eine sagenhaft viel schnellere und niedrigschwellige Justiz haben. Hier wären ganz neue Modelle gefragt, z.B. Laienrichter*innen, die sich wirklich auskennen und 20, 30 Fälle am Tag ehrenamtlich in erster Instanz entscheiden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
om108 22.06.2019, 01:12
8. Woher der Hass kommt ist schwer zu begreifen?

Aggression, Gewalt, Hass wird vorzugsweise von den Rechten instrumentalisiert, um ein Klima der Anpassung oder Angst zu erzeugen. in vielen Medien (Games & Filme etc.) wird Gewalt, Hass, auch für fragwürdige 'Unterhaltungsformen' eingesetzt. Der Weg und Sinneswandel von friedfertigen Konfliktlösungsmodellen hin zu einer hassbezogenen Weltanschauung, in der der physisch Stärkere triumphiert erscheint mir auf Dauer als nahezu logisch & unvermeidlich. Jedenfalls gibt es in unserer Gesellschaft zahlreiche dafür anfällige Menschen, die ein hohes Gefährdungspotential für eine demokratisch ausgerichtete Zivilgesellschaft in sich bergen. Diese Zivilgesellschaft sollte dringend Institutionen hervorbringen oder bestehende stärken, um diesem schleichenden Prozess der Verhärtung zu begegnen. Außerdem empfehle ich, strengere Kriterien bei Filmen & anderen Medien anzuwenden, um der medialen Gewaltflut zu begegnen. Schlußendlich sollten auf allen Ebenen Angebote und Maßnahmen entwickelt werden, die das soziale Miteinander und den Teamgeist kultivieren: von der Kita, über die Schulen, in Betrieben oder Kommunen etc. Die Rechten kultivieren den Hass, er ist elementarer Bestandteil ihres politischen und gesellschaftlichen Selbstverständnisses, damit ködern sie ihre wachsende Anhängerschaft, die sich anfällig für hassbasierte Sichtweisen zeigen. Die jüngere deutsche Geschichte legt ein katastrophales Zeugnis von diesem Phänomen dazu ab.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
aequitas12 22.06.2019, 01:13
9. Guter Punkt!

"Wenn im Netz immer mehr gehetzt wird und immer mehr Straftaten begangen werden, führt das zum Beispiel dazu, dass immer mehr Medien ihre Kommentarspalten schließen. Hier sehe ich eine Gefahr für die Meinungsfreiheit."
So ist es.

Ich finde Nachrichtenseiten gehen auch immer noch zu offen mit ihren Kommentarspalten um. Das führt langfristig dazu, dass allen differenzierten Leuten die Lust vergeht. Man sollte alles löschen, was lediglich provozierend, respektlos oder gepöbelt ist. Mit Zensur hat das nichts zu tun (Auch wenn die betreffenden Seiten diesen Vorwurf natürlich bekommen werden) sondern mit einer allgemeinen positiven Nutzungserfahrung. Wem die Regeln nicht gefallen, der muss seine Meinung halt an einem anderen Ort als dem Spiegel Forum äußern. Mir macht es jedenfalls zunehmend weniger Spaß hier runterzuscrollen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 10