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Strafverfolgung im Internet: Wenn die Polizei nicht weiterkommt
Michael Walter / DER SPIEGEL

Beim Kampf gegen Kriminelle im Netz klagen deutsche Ermittler über hohe rechtliche Hürden - und einen leeren Werkzeugkasten. Trotzdem gelingen ihnen manchmal beachtliche Erfolge. Aber eben nur manchmal.

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krassper 17.12.2017, 23:01
10. Die Vorstellung das auf nationaler Ebene zu lösen ist äußerst naiv

Wie kommt man auf die Idee dass dies durch mehr Befugnisse für nationale Behörden zu regeln. Das ist ein Thema für Interpol. Wohl in Zusammenarbeit mit nationalen Behörden. Datenspeicherung im heutigen Stil ok. Sollte die Benutzung eines Trojaners tatsächlich ohne echte Bedrohung stattfinden wäre das in meinen Augen ein Skandal. Aber wer den Film "Snowden" gesehen hat (wahre Begebenheiten) weiss, dass es kaum noch eine Rolle spielt.

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zensurgegner2017 17.12.2017, 23:22
11.

Zitat von labuday
Der Zusammenarbeit durch Konzentration auf eine Bundesbehörde will, müssen halt kriminelle Trojaner und Gesetzesbrüche her. Ich bin schon immer der Meinung, dass mehr als 6 Millionen öffentlich Bedienstete 3 Millionen zuviel sind, die man sofort rausschmeissen sollte.
Sie scheinen die Problematik in keiner Weise zu verstehen
Selbst wenn man das deutsche Grundgesetzt ändern würde, die Kleinstaaterei abschaffen würde, hätten wir das Problem, das ZU VIEL Schutz der Persönlichkeitsrechte jede leider nötige Kontrolle unmöglich macht
Wir alle wollen möglichst Alles onlie, grenzenlos, ohne Hürden, alles immer dabei...und der Staat soll mit Rechten von Vorgestern ausgestattet werden?
So funktioniert das nicht!

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agt69 17.12.2017, 23:23
12. Keine Vorratsdatenspeicherung

Es ist mir lieber, dass ein paar online Kriminelle nicht erwischt werden, als dass das gesamte Surfverhalten aller deutschen Bürger für 2 Jahre aufbewahrt werden. Wenn heute ein online Dealer hochgenommen wird, dann macht sich die Polizei nicht etwa die Mühe, die großen Fische darüber zu ermitteln. Nein, aus reiner Bequemlichkeit werden an Hand der Kundenlisten Personen verfolgt, die entweder schwer Suchtkrank sind oder einfach mal ein paar Gramm Drogen gekauft haben, um an Wochenenden etwas zu feiern. Macht natürlich weniger Mühe als die großen zu jagen und gibt ein paar schöne Erfolgsmeldungen.
Die Ineffizienen zwischen den vielen Landesbehörden abzuschaffen würde zur Bekämpfung der Kriminalität sehr viel mehr bringen, als staatliche Trojaner und ähnlichen Unsinn.

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zensurgegner2017 17.12.2017, 23:26
13.

Vielleicht sollte man noch erwähnen
Eine Polizei, die als Mailadresse eine unausprechliche Endloszahlenfolge hat, eine Polizei, deren Mitarbeiter nur in Teilen auf Mails immer Zugriff haben, eine Polizei, die nicht mal eine Online Anzeigenseite mit Verweis auf Links anbieten kann, so eine Polizei ist technisch auf dem Stand von 2000 oder 2005
Das IST der technische Stand der Ermittlungsbehörden.

Versucht doch mal auf den Seiten der Polizei Ansprechpartner zu finden.
Das ist ein Trauerspiel
Und dann antwortet die Polizei nach x Tagen, meist mit dem Hinweis, das sich irgendwann irgendjemand meldet

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oschn 17.12.2017, 23:31
14. Wenn der Staat wie die Kriminellen tut...

Wenn der Staat genauso handelt wie die Kriminellen - also gegen Gesetze verstößt - wer ist dann der Bösewicht? Genau: Beide. Die aktuellen Instrumente reichen vollends. Man muss sie nur richtig einsetzen. Zum einen steht da wie schön erwähnt die fehlende interförderale Kooperation dagegen. Zum anderen glaubt man, dass man alle Cybercrimes auch "online" lösen kann. Dabei ist klassische Polizeiarbeit und verdeckte Ermittlung nach wie vor auch offline hilfreich, um viele Fälle zu lösen.

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Dr.W.Drews 17.12.2017, 23:58
15. Anis Amri

Dieser Name sagt eigentlich alles.
Selbst bei Totalüberwachung ist unsere Polizei nicht in der Lage einen Einzeltäter zu stoppen, der über Monate seine Taten ankündigt und den man immer im Blick hatte.
Was soll da das Gerede über zu viel Datenschutz usw.
Im Übrigen sind die Stellenbörsen derzeit übervoll mit Stellenangeboten für die TKÜ- und Computerexperten und Sachbearbeitern. Nur leider sind die Vergütungen mehr als lachhaft und welcher IT-Mann will in gammligen Behördenstuben arbeiten?

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gweihir 18.12.2017, 00:09
16. Es ist wichtig die Polizei in ihren Mitteln strikt zu beschraenken

Sonst landet man bei einem Polizeistaat, und der ist viel viel schlimmer als alle Straftaten zusammen. Polizisten sehen sowas nicht, da herrscht Betriebslindheit.

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lorgar 18.12.2017, 00:14
17. Ich bin ein glühender Verfechter der Nicht-Vorratsdatenspeicherung

Denn dass diese nichts bringt, sieht man immer wieder in Ländern, wo es sie gibt. Wenn irgendein Verrückter sich entschließt ein Auto zu klauen und in eine Menschemenge zu rasen, wird ihn auch kein noch so ausgeklügelter Trojaner oder Vorratsdatenspeicherung daran hindern können. Stattdessen wird so pauschal die Privatsphäre unbescholtener Bürger mit möglichst schwammigen Formulierungen immer weiter aufgeweicht. Ab wann gelte ich beispielsweise als "tatverdächtig"?. Wie stellt Vater Staat das fest, ohne bereits im Vorfeld in meine Privatsphäre eingegriffen zu haben?

Unabhängig davon glaube ich, dass auch (Cyber-)Terroristen bzw. Terroristen zwar lebensverachtende Fanatiker sind (vor allem letztere Kategorie). Aber sie sind nicht dumm. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass die tatsächlich sensitive Informationen noch übers Internet verbreiten? Ich halte entweder a) Kuriere, die die Aufträge persönlich übergeben oder b) Codephrasen, die völlig unverfänglich klingen (ala "morgen Mittagessen beim Chinesen?" heißt dann in deren Codebuch "Spreng dich morgen in der Fußgängerzone in die Luft). Und um wieder zum Anfang zu kommen. Verrückte Einzeltäter werden sich durch den Datenkraken nicht aufhalten lassen. Und ich möchte - obwohl ich nichts verbrochen habe - nicht, dass heimlich meine sms oder Emails gelesen werden, weil ich am Ende aus reiner Willkür für "tatverdächtig" erklärt wurde.

Unabhängig davon ist das wahrscheinlich eh eine reine Scheindebatte. Die Amerikaner spionieren uns aus (NSA), der BND macht das wahrscheinlich umgekehrt auch (vielleicht gibts ja sogar ein inoffizielles Agreement). Und da man ja die Bürger des eigenen Landes nicht bespitzeln sollte, tauscht man einfach die gesammelten Daten aus. Die Reste ist weiß, und man hat trotzdem alles, was man wissen muss. Wie zur guten alten Zeit des Folter-Outsourcing nach Lybien, bevor es Gadaffi (ich hoffe der wurde so geschrieben ;-)) irgendwann selbst für seine Landsleute zu doll getrieben hat. Wir verstoßen natürlich NICHT gegen Bürger und Menschenrechte. Also lassen wir das von Leuten erledigen, die damit weniger Probleme haben als wir. Aber ich schweife ab. Wahrsch. ein weiterer Beitrag, der nicht veröffentlicht wird ;P

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ich-geb-auf 18.12.2017, 01:01
18. Trojaner...

..wer auf meinem Rechner heimlich mitlesen kann, der kann auch heimlich drauf Sachen hochladen und speichern!!

ob es nun nicht erlaubte Bilder sind, der Textfile zur Bombenanleitung usw..
als Anwender merkt man das nicht mal und schwups hat man vermeintliche Beweise, die in Wahrheit untergejubelt wurden.
die Person ist natürlich in der Presse und Öffentlichkeit schon mal schuldig und vor Gericht auch..

So ein Staatstrojaner ist was tolles , wenn man unter Erfolgsdruck steht, bestimmte Person in Haft sehen möchte oder politische Gegner mundtot machen möchte.

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erdmann.rs 18.12.2017, 02:05
19. Datenschutz

Datenschutz ist grundsätzlich richtig und wichtig, aber mitunter
treibt er völlig unsinnige Blüten. Hier ein Beispiel aus dem Alltag:
Wenn ich online etwas bestelle, weiß ich nicht in jedem Fall, w i e
die Ware versandt wird (DHL, DPD, GLS, Hermes, usw.), weil der
eine oder andere Versender dazu keine Angaben macht.
Kürzlich war eine bereits angekündigte Lieferung schon mehrere Tage überfällig, ich wusste aber nicht, von welchem Absender.
Anhand der DHL-Sendungsnummer wollte ich herausfinden, w e r
der Absender ist. Mein Anruf bei einer DHL-Servicehotline verlief
aber leider ergebnislos. Ich konnte mich mit Namen, Adresse,
E-Mail-Adresse usw. ausweisen und ich hatte ja vor allem auch die
Sendungsbenachrichtigung von DHL, auf die ich auch bezog.
Alles Reden half mir jedoch nichts, mir wurde aus "Datenschutz-
Gründen" n i c h t gesagt, wer der Absender ist.
Das habe ich schlicht und ergreifend nicht kapiert.
Ein anderes Beispiel:
Wenn der Hermes-Zusteller mich nicht antrifft, legt er eine
Benachrichtigungskarte in meinen Briefkasten. Wenn ich weiß, dass
er mich auch an den nächsten Tagen nicht antreffen wird, rufe
ich bei Hermes an und lasse die Sendung in einen Paket-Shop
umleiten. Da kann ich es dann in der Regel am nächsten Tag abholen.
Dazu muss ich die Benachrichtigungskarte und meinen Ausweis
vorlegen. Wenn i c h der Adressat bin, aber möchte, dass meine
Frau das Päckchen abholt, muss sie außer der Karte und ihrem
Ausweis eine s c h r i f t l i c h e Vollmacht von mir vorlegen
(immerhin nicht notariell beglaubigt).
Man kann s o den Datenschutz auch übertreiben, finde ich.
Vor allem, wenn zur gleichen Zeit viele tausend Menschen ohne
Ausweispapiere nach Deutschland einreisen können.

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