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Strafverfolgung im Internet: Wenn die Polizei nicht weiterkommt
Michael Walter / DER SPIEGEL

Beim Kampf gegen Kriminelle im Netz klagen deutsche Ermittler über hohe rechtliche Hürden - und einen leeren Werkzeugkasten. Trotzdem gelingen ihnen manchmal beachtliche Erfolge. Aber eben nur manchmal.

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zensurgegner2017 18.12.2017, 10:19
30.

Früher ging der "Räuber" mit Pistole bewaffnet in die Bank, nahm den Geldsack und flüchtete mit dem Auto
Alleine mit einer Straßensperre steig die Aussicht auf Verhaftung
Abzusperrende Straßen: Wenige dutzend
Meist war ein Bundesland zuständig

Heute sitz der Verbrecher in Land XYZ, dringt in die Bank online ein, und die Polizei?
Straßensperren bringen nichts
Bundeslandzuständigkeit gibts nicht

Alleine um die Möglichkeit zu haben, online Sperren einrichten zu können, oder genauer, den Fluchtweg nachvollziehen zu können, alleine das geht schon gar nicht mehr, da wir es gewohnt sind, im offline zu handeln, auch mit dementsprechenden Geschwindigkeiten, und die meisten menschen verkennen, welche unzähligen Methoden online angewendet werden können

Wenn wir wie unsere Urahnen den Staat aufs Ofline beschränken wollen, dann nicht wundern, wenn wir nicht im online ankommen
Die asiatischen Länder betrachten uns Europäer eh nur noch als das Gestern

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West 18.12.2017, 11:34
31. Primäre Ziel

Das primäre Ziel ist nicht, bloß kriminelle Menschen zu überführen, sondern es geht um Machterweiterung, um Staatsdiener wie Behörden und Politiker weiter vor der Normalbevölkerung (noch mit lästigen Rechten ausgestattet) abzusichern.
Und manche von kriminellen Banden ausgeführten Machenschaften scheint der Staat ja nur nicht zu mögen, weil er kein Monopol drauf hat.

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zensurgegner2017 18.12.2017, 11:57
32.

Zitat von West
Das primäre Ziel ist nicht, bloß kriminelle Menschen zu überführen, sondern es geht um Machterweiterung, um Staatsdiener wie Behörden und Politiker weiter vor der Normalbevölkerung (noch mit lästigen Rechten ausgestattet) abzusichern. Und manche von kriminellen Banden ausgeführten Machenschaften scheint der Staat ja nur nicht zu mögen, weil er kein Monopol drauf hat.
Na ja:
Telefonabhöraktionen waren ein gutes Mittel, um Verrbecher zu erwischen
Dummerweise telefonieren Verbrecher heute nicht mehr, sondern Whatsappt und Co
"Früher" konnten sich nur wenige solvente Verbrecher abhörsichere Komunikation leisten, heute kostet es nix mehr
Mehr sogar, ganze Kartelle funktionieren damit, da abhörsicher

Wahrscheinlich geben diese Kreise auch Multimillionen an Lobbyistengelder aus, damit Max Muster glaubt, mit Mitteln unserer Ahnen könne man Verbrecher von Morgen dingfest machen

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CobCom 18.12.2017, 18:50
33.

So sehr ich einige der Punkte nachvollziehen kann. Aber 'Waffengleichheit' mit Kriminellen?
Das kann man fordern, ist aber das Ende des Rechtsstaats zugunsten eines massiven Repressionsstaats. Kriminelle foltern, töten, erpressen, fälschen, lügen, um ihre Ziele zu erreichen. Mindestens die drei letzten Dinge funktionieren auch wunderbar online und lassen sich herrlich auch zur Beseitigung mißliebiger Personen verwenden.
Wer soll kontrollieren, ob das im Einzelfall nicht missbraucht wurde? Welchen Beweiswert hat ein kompromittiertes System? Es ist dann weder auszuschließen, dass auch ein Dritter drin war, noch das die passenden Beweise gleich mit aufgespielt werden.

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avada~kedavra 18.12.2017, 21:31
34. Toller Artkikel

[Ironie Off] aber wir (bzw. meine Frau) sind seltsamerweise genau im Moment (seit Anfang 03-17) in einem Ermittlungsverfahren gefangen bei welchem es um angebliche gewerbsmäßige Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Werken (Hörbücher/Hörspiele) geht.
Samt Haussuchung, Mitnahme diverser Rechner, Laptop, HDDs. Vorwurf dass in einem gewissen Zeitraum bestimmte Hörbücher/Hörspiele hochgeladen wurden, was in diesem Zeitraum explizit nicht der Fall war. Jetzt, vor einer Woche bekam die Anwaltskanzlei die wir uns gesucht haben, die Ermittlungsakte mit einem Umfang von rund 1000 Seiten. Vermute, dass dort jede Datei einzeln erwähnt wurde.
Seltsamerweise geht der Vorwurf nur gegen meine Frau, obwohl der Anschluß über meinen Namen läuft und (damals) noch die Störhaftung galt. Aber gegen mich wird keinerlei Vorwurf erhoben.
Frage mich nur, wie die z. B. an die IP-Adresse von uns kamen.....

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fliegender-robert 19.12.2017, 00:15
35. Anschluss-Inhaber zu IP-Adresse zu 50% fehlerhaft

Zitat von avada~kedavra
Frage mich nur, wie die z. B. an die IP-Adresse von uns kamen.....
Werfen Sie doch mal eine Suchmaschine an und belesen Sie sich über die Qualität des Zusammenhanges zwischen IP-Adresse und Anschluss-Inhaber. Da fallen Ihnen die Augen raus: bis zu 50% Fehlerquote. Es ist mir unerklärlich, dass daraufhin auch nur ein einziges Urteil gefällt werden kann..

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avada~kedavra 19.12.2017, 21:19
36. Genau

Zitat von fliegender-robert
Werfen Sie doch mal eine Suchmaschine an und belesen Sie sich über die Qualität des Zusammenhanges zwischen IP-Adresse und Anschluss-Inhaber. Da fallen Ihnen die Augen raus: bis zu 50% Fehlerquote. Es ist mir unerklärlich, dass daraufhin auch nur ein einziges Urteil gefällt werden kann..
DAS ist ja der Punkt, eben die Irrelevanz mit der die IP-Adresse mit Sicherheit einem Anschlussinhaber zuzuordnen ist. Es gibt ja einige wenige Urteile bei denen der "Beweis" der IP-Adresse eben nicht als Beweis gereicht hat bzw. als unsicher und nicht relevant eingestuft wurde.

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