Forum: Netzwelt
Streaming-Portale: Polizei schreibt mutmaßliche Kinox.to-Gründer zur Fahndung aus
Polizei Sachsen

Bislang war nur von zwei Flüchtigen die Rede, jetzt fahndet die Polizei offiziell nach den mutmaßlichen Gründern der illegalen Streaming-Plattform Kinox.to. Die beiden werden als gewaltbereit eingestuft.

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karl-wanninger 31.10.2014, 15:54
90.

Zitat von Hosterdebakel
haben Sie an meiner Antwort - welche sich ja auf dieses -> http://www.spiegel.de/forum/netzwelt/streaming-portale-polizei-schreibt-mutmassliche-kinoxto-gruender-zur-fahndung-aus-thread-179201-7.html#postbit_19861437 Zitat bezog nicht verstanden? In dem Zitat ging es um den Schutz (logischerweise auch der darin enthaltene Verdienst) von geistigem Eigentum welches nicht auf der Ebene von "Open Source" zur Verfügung gestellt wird.
Die Frage ist vielmehr, was Sie eigentlich alles nicht verstehen. Tut mir leid, wenn meine Beiträge für Sie unklar bleiben, aber das ist nicht unbedingt meine Schuld.

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h.hass 31.10.2014, 17:57
91.

>> Es sollte sich so mittlerweile herumgesprochen haben, dass es darauf nicht ankommt. Auch ein Dieb eines Porsche 911 würde sich den Porsche vermutlich nicht kaufen. Trotzdem wird er den Schaden des Diebstahls ersetzen müssen, sollte er erwischt werden. Und ja, ich weiss, dass dies ein Vergleich mit dem Sachenrecht ist.

Und deswegen hinkt der Vergleich auch. Ein Porsche kann einmal gestohlen werden, deshalb ist der Verlust eindeutig zu beziffern. Wenn ein Film 1000 Mal illegal downgeloadet wird, behauptet die Filmindustrie mal eben, ihr wären 1000 verkaufte Kinotickets, DVD, BluRays "gestohen" worden - was völliger Blödsinn ist. Es ist überhaupt nicht bezifferbar, wie groß der konkrete Schaden ist. Da in sehr großem Stil downgeloadet wird, müssten der Industrie finanzielle Mittel in hoher Milliardenhöhe vorenthalten werden. Eine solche Kaufkraft existiert aber überhaupt nicht.

>> Im übrigen sollten Sie sich mal §97 UrhG anschauen,dort ist der Schadensersatz für illegale Kopien geregelt, wonach der "Kopierer" sich sein eigenes Handeln anrechnen lassen muss und zwar völlig gleich, ob er auch bereit gewesen wäre für das Werk zu zahlen.

Jaja, die entsprechenden Gesetze kommen alle aus der Vor-Internet-Zeit und werden den heutigen Problemstellungen nicht mehr gerecht.

Im übrigen behauptet die Content-Industrie seit Jahrzehnten, sie würde pleite gehen, wenn die Leute ihr Zeugs frei kopieren könnten. Der böse Pleitegeier schwebte schon vor 40 Jahren über der Musikindustrie, als Leercassetten auf den Markt kamen und die Leute plötzlich Songs aus dem Radio aufnahmen. Ist immer dieselbe Leier.

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Justitia 31.10.2014, 18:52
92.

Zitat von h.hass
Und deswegen hinkt der Vergleich auch. Ein Porsche kann einmal gestohlen werden, deshalb ist der Verlust eindeutig zu beziffern. Wenn ein Film 1000 Mal illegal downgeloadet wird, behauptet die Filmindustrie mal eben, ihr wären 1000 verkaufte Kinotickets, DVD, BluRays "gestohen" worden - was völliger Blödsinn ist. Es ist überhaupt nicht bezifferbar, wie groß der konkrete Schaden ist. Da in sehr großem Stil downgeloadet wird, müssten der Industrie finanzielle Mittel in hoher Milliardenhöhe vorenthalten werden. Eine solche Kaufkraft existiert aber überhaupt nicht.
Nein, der Vergleich hinkt nicht, denn Ihnen ging es darum, dass der Kopierer nicht bereit sei dafür zu zahlen und deshalb angeblich kein Schaden entstanden sei. Bei diesem Argument ist es eben völlig egal ob es materielles oder immaterielles Eigentum geht. Ein Dieb ist in den seltesten Fällen bereit für das Diebesgut zu zahlen.

Der Schaden ist eben auch im Falle von illegalen Kopien exakt bezifferbar, das folgt eben genau aus §97 UrhG. Ob illegale Kopierer die Höhe des Schadens anerkennen spielt dabei keine Rolle, würde man sie dazu Fragen, könnte man ja gleich den Bock zum Gärtner machen. Bevor die entsprechende Regelung ins Gesetz aufgenommen wurde, war sie bereits seit ca. 60 Jahren im GRUR-Bereich Rechtsprechung und zwar weit über die deutschen Grenzen hinaus.

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Justitia 31.10.2014, 19:00
93.

Zitat von h.hass
Jaja, die entsprechenden Gesetze kommen alle aus der Vor-Internet-Zeit und werden den heutigen Problemstellungen nicht mehr gerecht. Im übrigen behauptet die Content-Industrie seit Jahrzehnten, sie würde pleite gehen, wenn die Leute ihr Zeugs frei kopieren könnten. Der böse Pleitegeier schwebte schon vor 40 Jahren über der Musikindustrie, als Leercassetten auf den Markt kamen und die Leute plötzlich Songs aus dem Radio aufnahmen. Ist immer dieselbe Leier.
Natürlich wird das Urheberrecht der heutigen Problemstellung gerecht. Sie verwechseln das mit Ihrem offensichtlich vorhandenen Wunsch für Content nichts oder so gut wie nichts zahlen zu müssen. Gerade die Regelung zur Schadensberechnung in §97 UrhG ist übrigens erst im Jahr 2008 aufgenommen worden, also zu einem Zeitpunkt als bereits fröhlich und ungehemmt im Internet illegal kopiert wurde.

Ob frei kopiert werden darf und ob die Content-Industrie dabei kaputt gehen würde spielt überhaupt keine Rolle, denn beim Content handelt es sich um Eigentum, was durch Art. 14 GG geschützt ist. Aus dem Eigentumsrecht folgt auch, dass der Urheber frei darüber bestimmen kann, wer unter welchen Voraussetzungen eine Kopie seines Werks erhält. Etwas anderes ist mit dem Grundgesetz gar nicht vereinbar, weshalb es eben auch nicht zur Diskussion steht.

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drnice1983 01.11.2014, 00:00
94.

Also wenn die Beschuldigung nun gehießen hätten "betreiben einer Internetseite mit veröffentlchung Urheberrechtlich geschützten Materials" oder so, hätte ich gesagt - fahrt euch mal runter. Aber wenn Brandstiftung und dergleicheh inzukommt, haben die nicht mehr als den Knast verdient.

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drnice1983 01.11.2014, 00:08
95.

Zitat von h.hass
>> Es sollte sich so mittlerweile herumgesprochen haben, dass es darauf nicht ankommt. Auch ein Dieb eines Porsche 911 würde sich den Porsche vermutlich nicht kaufen. Trotzdem wird er den Schaden des Diebstahls ersetzen müssen, sollte er erwischt werden. Und ja, ich weiss, dass dies ein Vergleich mit dem Sachenrecht ist.
Vorrausgesetzt der Dieb macht den Porsche nicht kaputt, was muss er denn an Schaden bezahlen?

Woran kann die Musik/Filmindustrie beziffern, was ihr für Gewinn entgeht bzw für Schaden entsteht?

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ilmephax 01.11.2014, 07:07
96.

Das ist totaler Unfug! Zumal ein Großteil (englische Serien) nicht einmal verfügbar ist bzw. wo ist der Schaden wenn man Serien die seit Jahren im Free TV laufen, eben online schaut?
Die Kontent Mafia hat eben seit Jahren noch kein vernünftiges Angebot, da bei einem solchen Angebot eben ein Großteil der Arbeit und somit der Einnahmen der Content Mafia wegfallen. Im Grunde wird sich gegen den Markt gestellt und die Position seit Jahren festgeklagt dank der Lobbyarbeit in der Politik.

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h.hass 01.11.2014, 12:20
97.

Zitat von drnice1983
.
>> Vorrausgesetzt der Dieb macht den Porsche nicht kaputt, was muss er denn an Schaden bezahlen?

Dann muss er nicht bezahlen, sondern muss in den Bau, weil er sich eines genau definierten Eigentumsdelikts schuldig gemacht hat.

>>Woran kann die Musik/Filmindustrie beziffern, was ihr für Gewinn entgeht bzw für Schaden entsteht?

Genau - sie kann es nicht. Aber sie tut es. 1000 downgeloadete Filme = 1000 nicht gekaufte Kinokarten. Das soll sinnvoll sein?

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h.hass 01.11.2014, 12:32
98.

>> Der Schaden ist eben auch im Falle von illegalen Kopien exakt bezifferbar, das folgt eben genau aus §97 UrhG.

Das ist ja der Grund, weshalb Gesetze wie dieses nicht mehr up-to-date sind.

1000 downgeloadete Filme bedeutet also 1000 nicht gekaufte Kinokarten? Wenn das stimmen würde, dann wären die Umsätze der Filmindustrie um genau diesen "gestohlenen" Gesamtbetrag eingebrochen. Das ist aber nicht passiert. Die Rechnung geht also nicht auf.

Es gibt, um es nochmals zu wiederholen, keine vernünftige Berechnungsgrundlage für den finanziellen Verlust, der durch illegale Downloads anscheinend entsteht. Die Umsätze der Entertainment-Industrie steigen kontinuierlich. Siehe z.B. hier:

http://www.kameramann.de/allgemein/kinoumsatz-steigt-weltweit-132783

Wie das bei den gigantischen Einbußen durch die Downloader passieren kann, bleibt ein Rätsel. Aber vielleicht wissen Sie ja, warum das so ist...

>> Bevor die entsprechende Regelung ins Gesetz aufgenommen wurde, war sie bereits seit ca. 60 Jahren im GRUR-Bereich Rechtsprechung und zwar weit über die deutschen Grenzen hinaus.

Vor 60 Jahren gab es bekanntlich aber noch keine Tauschbörsen.

Im übrigen wäre es wichtig, zu wissen, wie die Contentindustrie im Internet ihre Rechte durchsetzen will. Aufgrund der Natur des Netzes kann es letzten Endes nur mit einem gigantischen Überwachungsapparat gehen, einer riesigen Netz-Stasi, die jeden unter Generalverdacht stellt. Ist das tatsächlich das Ziel?

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Justitia 01.11.2014, 15:13
99.

Zitat von h.hass
>> Vorrausgesetzt der Dieb macht den Porsche nicht kaputt, was muss er denn an Schaden bezahlen? Dann muss er nicht bezahlen, sondern muss in den Bau, weil er sich eines genau definierten Eigentumsdelikts schuldig gemacht hat. >>Woran kann die Musik/Filmindustrie beziffern, was ihr für Gewinn entgeht bzw für Schaden entsteht? Genau - sie kann es nicht. Aber sie tut es. 1000 downgeloadete Filme = 1000 nicht gekaufte Kinokarten. Das soll sinnvoll sein?
1. Auch ein illegales Kopieren von Content ist ein genau definiertes Eigentumsdelikt. Das ändert sich auch nicht dadurch, dass dies manche entweder nicht verstehen oder nicht wahrhaben wollen.

2. Die Argumentation ist doch eine ganz andere als angeblich 1000 verkaufte Kinokarten: Wenn jemand illegal kopiert hat er widerrechtlich in die Eigentumsrechte eingegriffen. Es ist also als Folge der Zustand herzustellen, der herrschen würde, hätte sich der "Kopierer" legal verhalten. Legal verhalten hätte er sich, wenn er für seine Nutzungshandlung den marktüblichen Preis gezahlt hätte. Folglich muss er genau diesen nun nachträglich zahlen, sollte er erwischt werden.

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