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Streit über das Urheberrecht: Viel Meinung, wenig Wissen
DPA

Was muss mit dem Urheberrecht passieren? Radikal reformieren, sagen die einen. Radikal gegen Raubkopierer vorgehen, sagen die anderen. Eine Meinung hat fast jeder, nur mit den Fakten nehmen es die meisten nicht so genau. Es wird Zeit, das Thema endlich systematisch zu erforschen.

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Europa! 19.09.2012, 11:14
1. Ja, und?

Zitat von sysop
Was muss mit dem Urheberrecht passieren? Radikal reformieren, sagen die einen. Radikal gegen Raubkopierer vorgehen, sagen die anderen. Eine Meinung hat fast jeder, nur mit den Fakten nehmen es die meisten nicht so genau. Es wird Zeit, das Thema endlich systematisch zu erforschen.
Das jetzige Urheberrecht ist die kürzeste Verbindung zwischen künstlerischer Leistung, Anerkennung durch das Publikum und finanziellem Ertrag.
Dass der weit überwiegende Teil der künstlerisch Tätigen nicht davon leben kann, weiß jeder, der jemals in dieser Branche gearbeitet hat. Das Urheberrecht deshalb in Frage zu stellen, wäre katastrophal - für die Kunst. Neue Ideen entstehen nun mal aus dem Wettbewerb, auch wenn die Pioniere oft hart am Existenzminimum leben.

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georgp 19.09.2012, 11:27
3. versachlichen

Hab ich hier grade extra angemeldet um ein lautes JAA! unter den Artikel zu setzen.

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GetOver 19.09.2012, 11:28
4. Glückwunsch

Schon lange keinen so ausgewogenen und vernünfigen Artikel gelesen.

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Sique 19.09.2012, 11:31
5. Ich habe es schon mehrfach geschrieben.

Zitat von sysop
Was muss mit dem Urheberrecht passieren? Radikal reformieren, sagen die einen. Radikal gegen Raubkopierer vorgehen, sagen die anderen. Eine Meinung hat fast jeder, nur mit den Fakten nehmen es die meisten nicht so genau. Es wird Zeit, das Thema endlich systematisch zu erforschen.
Und ich wiederhole es gern, da mir bisher noch niemand widersprochen hat - weder fundiert noch unfundiert.
Die Idee des Urheberrechts an sich, die Fähigkeit, vom selbst Geschaffenen zu profitieren, ist richtig. Aber da ist bereits das Ende erreicht.

Bisher gab es vor allem eine Methode, sehr stark von kreativen Leistungen zu profitieren: Auf eine möglichst günstige Art möglichst viele Kopien herzustellen und die mit großer Marge zu verkaufen. Das gesamte Urheberrecht beruht auf der Idee, dass der Profit beim Verkauf von Kopien zum Teil dem Urheber zusteht. Möglich war das bisher, da der Aufwand, überhaupt so weit zu kommen, dass man große Mengen von Kopien billig herstellen kann, sehr groß war. Damit war es fast immer günstiger, Kopien beim Groß-Kopierer (Verlag, Druckerei, Presswerk...) zu kaufen als selbst zu erstellen. Und daher rührt überhaupt die Möglichkeit, mit Kopien Geld zu verdienen.

Was das Urheberrecht nicht berücksichtigt, ist eine Welt, in der Kopien so wenig kosten, dass damit kein Profit mehr zu machen ist. Wenn wirklich jeder beliebig viele Kopien in beliebig guter Qualität zu einem beliebig niedrigen Preis erstellen kann, gibt es keine Marge beim Verkauf von Kopien, die man mit dem Urheber teilen kann. Und genau deswegen gerät das Urheberrecht ins Schlingern. Auf der legalen Kopie liegen heute nur noch Kosten, die nichts mehr mit dem Vorgang des Kopierens zu tun haben, sondern mit der Verwaltung und Auszahlung von Rechten und Lizenzen.

Ich sehe also nur eine Art, das Urheberrecht zu retten: Wir müssen es vom Vorgang des Kopierens lösen. Kopieren als Geschäft ist tot. Solange das Urheberrecht daran hängt, stirbt es mit.

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friedel71 19.09.2012, 11:34
6. Totalausfall Leutheusser Schnarrenberger

Man siehe die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag zum Thema Urheberrecht - vor 2 Jahren! - Nix passiert! Man siehe wie die Ministerin in Sachen Vorratsdatenspeicherung Strafgelder der EU in Millionenhöhe für Deutschland herbeigeführt hat - man siehe die Unfähigkeit überhaupt zu agieren bei politischen Ahnungslosen wie die Piratenpartei - vollkommen richtig das diese Alibiveranstaltung von den Kreativverbänden nicht besucht wird - keiner aus der Kreativbranche in Deutschland wird LS oder gar die FDP wählen, weil die Justizministerin in ihren Sessel pupt und einem enormen Realitätsverlust unterliegt!

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Torfkopp 19.09.2012, 11:34
7. Einmal Daumen hoch für diesen

Zitat von sysop
Was muss mit dem Urheberrecht passieren? Radikal reformieren, sagen die einen. Radikal gegen Raubkopierer vorgehen, sagen die anderen. Eine Meinung hat fast jeder, nur mit den Fakten nehmen es die meisten nicht so genau. Es wird Zeit, das Thema endlich systematisch zu erforschen.
Artikel......Danke !

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Herr Herbert Bert 19.09.2012, 11:35
8. Nur so eine Idee...

Fragen wir doch Frau Schramm :)

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Klopsdrops 19.09.2012, 11:35
9.

Zitat von Europa!
Das jetzige Urheberrecht ist die kürzeste Verbindung zwischen künstlerischer Leistung, Anerkennung durch das Publikum und finanziellem Ertrag. Dass der weit überwiegende Teil der künstlerisch Tätigen nicht davon leben kann, weiß jeder, der jemals in dieser Branche gearbeitet hat. Das Urheberrecht deshalb in Frage zu stellen, wäre katastrophal - für die Kunst. Neue Ideen entstehen nun mal aus dem Wettbewerb, auch wenn die Pioniere oft hart am Existenzminimum leben.
Letztlich wird die gesellschaftliche Mehrheit darüber entscheiden. Wenn die gesellschaftliche Mehrheit das Urheberrecht in jetziger Form ablehnt und die entsprechenden parlamentarischen Vertreter wählt, die dann das Urheberrecht in Deutschland reformieren oder teilweise abschaffen, ist das halt nunmal eine gesellschaftliche Realität. Dazu wird es auch früher oder später zwangsläufig kommen. Die teilweise Abschaffung des Urheber- bzw. in erster Linie der Verwertungsrechte ist eigentlich aufgrund der technischen Möglichkeiten des Internets usw. schon längst gesellschaftliche Realität. Die juristische Realität hängt der gesellschaftlichen Realität nur - wie so oft in der Geschichte - ein paar Jahre hinterher. Aber früher oder später wird diese gesellschaftliche Realität sich selbstverständlich auch durch Gesetzesreformen auf juristischer Ebene niederschlagen.

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