Forum: Netzwelt
Streit über die Urheberrechtsreform: Wollt ihr Europa zerstören?
picture alliance / imageBROKER

Über die Details der Urheberrechtsreform wird gerade noch gestritten - unser Kolumnist hält die Verhandlungen aber längst für europafeindlich. Er wünscht sich mehr Visionen statt lobbyhöriger Politik.

Seite 15 von 15
meisteryupa 15.02.2019, 14:58
140.

Zitat von kajoter
Nun, wenn Sie Informatiker sind, dann sollten Sie sich zuerst in Ihrem Fachgebiet austoben, nicht in meinem. Zweitens: Es gibt sehr viele künstlerische Berufe, die Sie offensichtlich nicht im Blick haben, z.B. Opernsänger, Orchestermusiker, Kirchenmusiker, Arrangeure, Hörspielautoren etc. .- etc. Das sind alles Berufe, die man ohne akademische Ausbildung nicht ausüben kann. Zugleich leben viele dieser Künstler von Tantiemen und anderen Rechten, die ihnen durch das Internet wegbrechen. Dementsprechend gibt es z.B. immer weniger Komponisten - und dabei spreche ich von ernsthaften Komponisten. In der Anfangsphase konnten sich einige noch mit Werbemusik über Wasser halten, aber wer möchte mit diesem Mist schon täglich konfrontiert werden? Und weil generell immer weniger Geld in den künstlerischen Bereich fließen, muss man dann derartie Szenen erleben wie folende: Eine Tänzerin verlässt weinend den Bühneneingang des Theaters, obwohl sie gerade einen Vertrag bekommen hat. Warum? Weil die Gage derartig niedrig ist, dass sie sich noch nicht mal eine Durchschnittsmiete für eine Einzimmerwohnung leisten kann. Und nun kommen Sie mir mit flott-dynamischen Sprüchen, mit irgendwelchen Amateurbands und einem typischen Wirtschaftssprech und haben gleichzeitig nicht den geringsten Einblick in die Kunstszene - vom Verständnis ganz zu schweigen.
"Eine Tänzerin verlässt weinend den Bühneneingang des Theaters, obwohl sie gerade einen Vertrag bekommen hat. Warum?
Weil die Gage derartig niedrig ist, dass sie sich noch nicht mal eine Durchschnittsmiete für eine Einzimmerwohnung leisten kann."

Jetzt muss mir nur noch jemand erklaeren, wieso wegen dem Internet die Gagen bei Theaterauffuehrungen niedrig sind.
Bei Filmen koennte ich die Argumentation noch verstehen (wobei es schon einige Studien gibt, die das Gegenteil beweisen), aber das Theater? Geht niemand mehr ins Theater, weil sich alle nur heimlich gefilmte Auffuehrungen anschauen? Wenn das so ist, habe ich eine falsche Idee vom Theaterpublikum.

Soweit ich weiss, sind Theater und Opern schon seit den Zeiten vor dem Internet reine Zuschussbetriebe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ingo.adlung 16.02.2019, 15:10
141. Mein Problem ist nicht ...

... dass Künstler ihr geistiges Eigentum geschützt sehen wollen, sondern, dass Sie und andere anscheinend glauben, dass nicht die Rechte Verletzer, sondern die Hostingplatformen dafür gerade zu stehen haben. Upload Filter ... bla bla bla ... geistiges Eigentum ist so weitreichend, dass es in letzter Konsequenz bedeutet das Internet zu schließen, weil es dazu überhaupt keine Technik gibt. Keine. Ja, Google kann sicherlich Orginalmusik erkennen. Kann Shazam auch. Bei einer Cover-Version wird es schon haarig, bis unmöglich. Jemand filmt ein Video und im Hintergrund hängt ein Bild des Eifelturms bei Nacht, beleuchtet. Muss Youtube das ebenfalls erkennen? Wenn nicht, warum soll das Urheberrecht manchmal vergütet werden und manchmal nicht? Gibt es gutes Urheberrecht und schlechtes? Gibt es überhaupt einen Index, was geschütztes geistiges Eigentum / dem Urheberrecht unterliegendes Eigentum, an dem sich Google & Co richten könnten/müssten? Und vergessen wir nicht, wir reden noch nicht einmal von Deutschland, oder Europa, schlussendlich haben alle Schaffende weltweit ein Recht auf den Schutz von geistigem Eigentum und ihrem Urheberrecht. Und abschließend, mal unterstellt Google & Co können all diese schöne Technologie entwickeln, die es heute nur eingebildet in Köpfen von Menschen gibt, die keine Vorstellung von Anspruch versus Wirklichkeit haben, da dies dann seinerseits Googles & Cos geistiges Eigentum darstellt (ja, auch Software fällt darunter) wird deren quasi Monopolstellung zementiert, weil neue Betreiber erst mal die Größe dieser Firmen bräuchten, bevor sie in der Lage wären solche Upload Filter zu entwickeln. Es gibt ja in der EU Vorlage einen Schwellwert, ab dem dies alles erst greift, aber der wäre viel zu niedrig um die Technologie zu entwickeln. Umgekehrt, ist geistiges Eigentum ja nicht an die Größe der Platform gebunden. Entweder es ist schützenswert, oder nicht. Wie wäre es wenn der Staat verpflichtet würde die Uploadfilter zur Verfügung zu stellen, stellvertretend für die Rechteinhaber? Da bin ich ja mal gespannt, wie sie dann rumeiern, all die Klugscheißer.
Aber nochmal, ich akzeptiere selbstverständlich geistiges Eigentum (so weit mir bekannt ist, ob und wann ich überhaupt gegen solches verstoßen mag), aber machen sie weiterhin den verantwortlich, der gegen solches verstößt und nicht die Hostingplatform. Ansonsten bin ich ja mal gespannt, was aus dem verlinken von Texten wird. Zu Ende gedacht wäre es das Ende jeder Suchmaschine. Aber leider werden ja nur die Interessen von Lobbyverbänden geschützt und viel zu wenige schalten ihr Hirn ein, was Sie fordern und denken es mal zu Ende. Jeder, aber auch jeder Text im Internet, wenn nicht ausdrücklich mit Copyleft gekennzeichnet kann als geschütztes geistiges Eigentum betrachtet werden. Warum sollte mein Blog weniger schützenswert sein, als Texte von Springer & Co, die diese öffentllich ins Internet stellen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ingo.adlung 16.02.2019, 15:14
142. Mein Problem ist nicht ...

Zitat von kajoter
Nun, wenn Sie Informatiker sind, dann sollten Sie sich zuerst in Ihrem Fachgebiet austoben, nicht in meinem. [...] Eine Tänzerin verlässt weinend den Bühneneingang des Theaters, obwohl sie gerade einen Vertrag bekommen hat. Warum? Weil die Gage derartig niedrig ist, dass sie sich noch nicht mal eine Durchschnittsmiete für eine Einzimmerwohnung leisten kann. [...]
... dass Künstler ihr geistiges Eigentum geschützt sehen wollen, sondern, dass Sie und andere anscheinend glauben, dass nicht die Rechte Verletzer, sondern die Hostingplatformen dafür gerade zu stehen haben. Upload Filter ... bla bla bla ... geistiges Eigentum ist so weitreichend, dass es in letzter Konsequenz bedeutet das Internet zu schließen, weil es dazu überhaupt keine Technik gibt. Keine. Ja, Google kann sicherlich Orginalmusik erkennen. Kann Shazam auch. Bei einer Cover-Version wird es schon haarig, bis unmöglich. Jemand filmt ein Video und im Hintergrund hängt ein Bild des Eifelturms bei Nacht, beleuchtet. Muss Youtube das ebenfalls erkennen? Wenn nicht, warum soll das Urheberrecht manchmal vergütet werden und manchmal nicht? Gibt es überhaupt einen Index, was geschütztes geistiges Eigentum / dem Urheberrecht unterliegendes Eigentum, an dem sich Google & Co richten könnten/müssten? Und vergessen wir nicht, wir reden noch nicht einmal von Deutschland, oder Europa, schlussendlich haben alle Schaffende weltweit ein Recht auf den Schutz an ihrem Eigentum. Und abschließend, mal unterstellt Google & Co können all diese schöne Technologie entwickeln, die es heute nur eingebildet in Köpfen von Menschen gibt, die keine Vorstellung von Anspruch versus Wirklichkeit haben, da dies dann seinerseits Googles & Cos geistiges Eigentum darstellt (ja, auch Software fällt darunter) wird deren quasi Monopolstellung zementiert, weil neue Betreiber erst mal die Größe dieser Firmen bräuchten, bevor sie in der Lage wären solche Upload Filter zu entwickeln. Es gibt ja in der EU Vorlage einen Schwellwert, ab dem dies alles erst greift, aber der wäre viel zu niedrig um die Technologie zu entwickeln. Umgekehrt, ist geistiges Eigentum ja nicht an die Größe der Platform gebunden. Wie wäre es wenn der Staat verpflichtet würde die Uploadfilter zur Verfügung zu stellen, stellvertretend für die Rechteinhaber? Da bin ich ja mal gespannt, wie sie dann rumeiern, all die Klugscheißer.
Aber nochmal, ich akzeptiere selbstverständlich geistiges Eigentum (so weit mir bekannt ist, ob und wann ich überhaupt gegen solches verstoßen mag), aber machen sie weiterhin den verantwortlich, der gegen solches verstößt und nicht die Hostingplatform. Ansonsten bin ich ja mal gespannt, was aus dem verlinken von Texten wird. Zu Ende gedacht ist es das Ende jeder Suchmaschine. Aber leider werden ja nur die Interessen von Lobbyverbänden geschützt und viel zu wenige schalten ihr Hirn ein, was Sie fordern und denken es mal zu Ende. Jeder, aber auch jeder Text im Internet, wenn nicht ausdrücklich mit Copyleft gekennzeichnet kann als geschütztes geistiges Eigentum betrachtet werden. Warum sollte mein Blog weniger schützenswert sein, als Texte von Springer & Co, die diese öffentllich ins Internet stellen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
emil7685 16.02.2019, 15:21
143.

Zitat von SPONgeBoy
... den Bauplan des Topsellers ihres Arbeitgebers kopieren, sein Unternehmen damit am Markt wegfegen und Sie dadurch arbeitslos werden, dann verstehen auch Sie vielleicht, was Urheberrecht und Urheberschutz bedeutet.
Geht es in Ihrem Beispiel nicht eher um Patente und Gebrauchsmuster?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
linksdemokrat 18.02.2019, 11:33
144. Doch eben schon

@Muunoy
Doch, wenn man sich mit Rechtsextremen in Chemnitz gemein macht, die Sprache des dritten Reiches kopiert und die Taten von Rechtsterroristen verharmlost, dann ist man genau das: ein Faschist. Und wenn man nur mit solchen Leuten zusammenhängt, dann akzeptiert man zumindest stillschweigend Faschismus, was auch kein Deut besser ist. Legitime Kritik an der EU kann es nur außerhalb der AfD geben.
Ich sehe das ganze wie Sascha Lobo, dessen Potcast ich auch gerne höre. Danke für die kontroversen Worte. Manchmal braucht man eben genau das.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
user155 18.02.2019, 12:20
145. #NieMehrCDU Top Hashtag in Deutschland!

Axel Voss und seine CDU bei den Europa-Wahlen so gründlich abwählen, dass sich nie wieder ein Politiker traut, sich am Internet zu vergreifen. Achtung das gilt besonders für NICHTWÄHLER!!!! Alle hingehen, die das Internet retten wollen.
Und diese Petition unterschreiben :
https://www.change.org/p/stoppt-die-zensurmaschine-rettet-das-internet-uploadfilter-artikel13-saveyourinternet/u/24170007

Beitrag melden Antworten / Zitieren
martin_jot 19.02.2019, 13:04
146. Ich liebe Europa...

...aber die EU ist eine europafeindliche Lobbyistenorganistation, die schlicht gemeingefährlich ist. Genau diese Institution hat tatsächlich das Potential, die Menschen Europas irgendwann dazu zu bringen wieder auf einander zu schießen. Und das diese EU, wie sie jetzt funktioniert, der perfekte Nährboden für Populismus ist, müsste ja mittlerweile auch der Letzte verstanden haben...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
AlarithUhde 20.02.2019, 18:29
147. Es gibt bereits eine europäische GEMA-Alternative

Lieber Sascha Lobo,

vielen Dank für die interessante Kolumne und den ebenso interessanten Podcast. In der Folge zu diesem Artikel hattest du angemerkt, dass du dir ein besseres GEMA-Modell auf europäischer Ebene wünschen würdest. Es gibt dazu bereits seit einigen Jahren ein Projekt: Die C3S (Cultural Commons Collecting Society), eine europäische Genossenschaft mit Sitz in Düsseldorf. Einen Vortrag dazu gibt es online unter anderem vom 31c3.

Viele Grüße,

Alarith

Beitrag melden Antworten / Zitieren
brutus972 23.02.2019, 07:22
148. SPD Koalitionsvertrag & Demütigung von Barley

Das war mal wieder typisch SPD. Merkel bricht den Koalitionsvertrag zum Urheberrecht, die SPD-Spitze hält die Füsse still und schickt ausgerechnet Frau Barley zum Zustimmen nach Brüssel. Brüssel hat mal wieder gezeigt, wie Lobbyismus einer Minderheit funktioniert! Dazu kommt noch, dass die Allgemeinheit von Politikern belogen wird, dass sich die Balken biegen. Man sieht nichts mehr vor lauter Nebelkerzen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tok1 01.03.2019, 15:52
149. Loboismus

Die EU-Entscheidung spült gerade sämtliche schwiemeligen "Argumente" gegen die Rechte der Urheber wieder ans Licht, die seit Piratenzeiten still unter der Oberfläche vor sich hinstanken; alte Bekannte, die aus der Plörre auftauchen wie Kackwürste in der Bucht von Palma. Neu ist nur "die Zerstörung Europas". Darunter tuts ein Lobo nicht.
Und um was geht’s wirklich? Ich fasse mal am Beispiel Musik zusammen: Youtube und Konsorten laden Niklas, Lena, Laura und Tim ein, tolle Sachen ins Netz zu stellen. Da Niklas, Lena, Laura und Tim so phantasiebegabt sind wie Dachpappe, laden sie einfach Sachen hoch, die anderen gehören. Youtube und Konsorten versehen die Uploads sodann mit Werbung und verdienen Milliarden daran. Diejenigen, denen die hochgeladenen Sachen gehören, kriegen von dem Geld einen Scheißdreck.
Das muß leider so sein, sagen Youtube und Konsorten, weil sonst das Internet kaputtgeht, und alle treuen Lobos stimmen ein (und prangern empört die „Urheberlobby“ an).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 15 von 15