Forum: Netzwelt
Streit um Internet-Pseudonyme: Klarnamen-Zwang? Nein Danke!

Innenminister Friedrich fordert im SPIEGEL ein Ende der Anonymität im Netz - müssen jetzt alle mit offenem Visier agieren? Die Internet-Forscherin Danah Boyd hält nichts vom Zwang zu offiziellen Namen. Sie fürchtet einen großen Schaden für die Kultur im Netz.

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cosifantutte 07.08.2011, 17:35
1. Fördert Gleichmacherei

Zitat von sysop
Innenminister Friedrich fordert im SPIEGEL ein Ende der Anonymität im Netz - müssen jetzt alle mit offenem Visier agieren? Die Internet-Forscherin Danah Boyd hält nichts vom Zwang zu offiziellen Namen. Sie fürchtet einen großen Schaden für die Kultur im Netz.
Viele getrauen sich im vermeintlichen Schutz des Internet Sachen kundzutun, die sie unter ihrem richtigen Namen sich nicht getrauen würden. So gibt es zwar auch unangenehme Aüsserungen, vielleicht sogar Beleidigende und Schlimmeres, aber es wird auch viel Wahrheit gesagt, die sonst nicht ans Licht kommen würde. Die offene Kultur halte ich für besser aus o.g. Gründen. cosifantutte.

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b.a.z 07.08.2011, 17:40
2. Klarnamen IM Friedrich?

Wann offenbart dieser IM Friedrich endlich seinen Klarnamen?

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danielpet 07.08.2011, 17:47
3. Nicht diskussionsfähig

So ein Vorschlag ist doch höchstens am 1. April diskussionsfähig.

Am Ende muss man vor jedem Start des Browsers (der dann vom Innenministerium herausgegeben wird) seinen neuen Personalausweis in den Chipkartenleser stecken.

Als ich Orwells "1984" gelesen habe, war mir nicht klar, dass der große Bruder so krauses Haar hat.

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Taraxacum 07.08.2011, 17:51
4. Ein wirrer Vorschlag

Ich verstehe die Politiker nicht: Auf der einen Seite soll jeder verantwortungsvoll mit seinen persönlichen Daten umgehen und auf der anderen Seite fände jemand aus ihren Reihen eine Pflicht zum Gebrauch des echten Namens positiv?

Lustig fand ich folgenden Satz Friedrichs in dem Kontext: "Wir haben immer mehr Menschen, die sich von ihrer sozialen Umgebung isolieren und allein in eine Welt im Netz eintauchen".
Kann es sein, dass sich Friedrich irgendwie von seiner Umgebung isoliert hat, oder wie kommt er dazu, solche absurden Vorschläge zu machen?

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brain_in_a_tank 07.08.2011, 17:54
5.

Haben Polizisten inzwischen eigentlich schon eine klar sichtbare Personalnummer an der Uniform, um sie nach Gewalteinsaetzen identifizieren zu koennen? Kann man diese evtl durch einen Klarnamen ergaenzen? So etwas leigt doch auch im Bereich des IM, oder?

Warum sollen wir Internetnutzer jederzeit mit klarnamen zu identifizieren sein, wenn es offizielle Vertreter nicht sein muessen?

Wurde uns ausserdem frueher nicht gepraedigt, aus Sicherheitsgruenden so wenig persoenliche Details wie moeglich im Netz preiszugeben, um einen Missbrauch diesser Informationen vorzubeugen?

Wie soll man eigentlich mit dem doppelten Auftreten von Klarnamen umgehen? Es ist ja sehr wahrscheinlich, dass es nicht nur einen Hans-Peter Friedrich in BRD gibt. Also wuerde man selbst mit Klarnamen noch immer anonym bleiben koennen, da es weiterhin eine Vielzahl an Moeglichkeiten gibt. Also warum nicht gleich Klarnamen+Perso-Nummer?

Und wie wird kontrolliert, dass ein Klarname nicht missbraucht wird. Dann melde ich mich eben als Hans-Peter Friedrich irgendwo an, und verbreite Unsinn. Da wuerde ich dann zwar unter einem Klarnamen auftreten, aber es waere nicht meiner? Wer verhindert einen Schaden, der so entsteht?

Warum muessen die Politiker sich immerwieder zu Themen aeussern, von denen sie keinen blassen Schimmer haben. So disqualifizieren sie stets selbst ihre Kompetenz...

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hinderschannes 07.08.2011, 17:56
6. Außer...

einem deutschen, fordern das ansonsten nur noch chinesische Politiker ;-)

Auch nimmt das Sieszen mittlerweile ziemlich überhand. Auch beim Spon.
Bleiben wir doch bitte beim internettypischen unverbindlichen du. Unbestimmte Scheinhöflichkeiten braucht man so wenig wie Klarnamen.

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Hannowald 07.08.2011, 17:59
7. Na,

Na, da dem Herrn IM aber die Werbeindustrie einen Superfloh ins Ohr gesetzt.

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choke123 07.08.2011, 17:59
8. contra Klarnamen-Pflicht

Dieser Klarnamen-Quatsch dürfte einigen ja aus dem Usenet bekannt vorkommen. Es gab damals diese rigorose Klarnamen-Fraktion, die auch schon mal die Diskussion verweigert hat, wenn ein offensichtliches Pseudonym verwendet wurde. Teilweise ging das so weit, dass man noch persönliche Anschrift und Telefonnummer als Signatur hinterlegt hatte.

Das fand ich damals schon lächerlich und gefährlich und habe mir deshalb einen Pseudo-Klarnamen für Diskussionen zugelegt, dem nicht sofort anzusehen war, dass es sich lediglich um ein Pseudonym handelt.

Und, ganz ehrlich, ich bin sehr froh darum. Über Google sind viele der damaligen Diskussionen weiterhin abrufbar und ich würde es wenig schätzen, wenn man einige meiner damaligen Ansichten auch noch 15 Jahre später mit meinem echten Namen verknüpfen könnte. Denn Ansichten können sich ändern und Überzeugungen von heute können schon morgen obsolet sein. Und ich hätte keine Lust, Diskussionsbeiträge immer so zu schreiben, dass ich damit in jedem Fall auch noch in 30 Jahren leben kann. Ich lebe im hier und jetzt und wenn strafrechtlich relevantes zu beanstanden ist, dann gibt es immer noch den Weg über den Richter, um an einen echten Namen ranzukommen.

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Clawog 07.08.2011, 18:01
9. Nein Danke?

Verbrechen durch das Internet ist wohl eine kulturelle Errungenschaft

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