Forum: Netzwelt
Tauschbörsen-Kriminalität: Musikindustrie will das Internet EU-weit filtern

Plattenfirmen wollen 2008 zum Jahr der Internet-Kontrolle machen: Provider sollen den Datenverkehr ihrer Kunden überwachen, die Übertragung von Musikdateien blockieren und Webseiten sperren. Diese Ideen streuen Lobbyisten in EU-Ausschüssen - mit ersten Erfolgen.

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Silverhair 26.12.2007, 15:07
10. Rechte

Diese Phantasien sind zwar sehr nett gedacht, aber sie grenzen schon an Verfassungsfeindliche Bestrebungen.
Bisher haben Gesetzgeber, Polizei und Gerichte die Strafbarkeit einer Handlung definiert, verfolgt und bewertet, und das soll geändert werden. Automatische Systeme und Provider sollen über die Zulässigkeit von Internetangeboten bestimmen, verwalten und sanktionieren, und - eine nach GG verbotene Zensur einführen.
Und über allem thront dann eine Industrie, nicht mehr gewählte Parlamente und Gerichte.

Wir sollten auch nicht vergessen das dieses "blockieren" schlichtweg auch bedeuten würde eine "email" zu lesen, was beispielsweise durch das Post und Fernmeldegeheimnis geschützt ist, also zu einen direkten Verfassungbruch auffordert.
Es würde letztlich auch eine totale Kontrolle der Kommunikation der einzelnen Benutzer erfordern, den eine beliebige Datei kann "zerstückelt" und wieder zusammengesetzt werden, eine verhinderung dessen könnte nur durch totale Zwischenspeicherung aller Bestandteile, und einer "genemigten Auslieferung" vom Provider? Richter erfolgen.


Das erinnert sehr an das Machtszenario das schon mal 1987-88 in "Max Haedroom" thematisiert wurde. Die Medienindustrie übernimmt die Steuerung des Staates - definiert durch die Zugänglichmachung von Angeboten das was Recht und Gesetz ist.

Und, es beschränkt natürlich die freie Zugänglichkeit zu Werken aller Art. Wir können heute schon sehen das die Zensur, egal ob sie als Terrorabwehr, als Scheinjugendschutz , als angebliche Urheberrechtsverletzungen daher kommt den Bürger immer mehr einschränkt, und leider allzu willfährige Politiker diesem Begehren immer mehr nachgeben.

Solche Forderungen sollte man sehen als das was sie sind, nämlich als scheinbegründete, aber doch in ihrem Wesen nach sogar Verfassungsfeindliche Bestrebungen - nämlich die Rechtsordung wesentlich zu verändern, den Staat und seine Machtpositionen auf private Firmen zu übertragen.

Es mag ja peinlich sein das "Urheberrechte" nicht so einfach mit einem Schloss zu versehen sind, aber es muss auch gefragt werden ob hier nicht einfach die Verpaßten Möglichkeiten des Vertriebs dieser Medien zum Nachteil des Bürgers ausgelegt werden sollen, aber auch ob einige "Urheberrechte" so nicht wirklich existieren.
So ist das "Geschenk" der EU an die Vertriebsfirmen, einfach die "Urheber" von Werken zu enteignen und eine generelle Vertriebserlaubnis für "neue Vertriebsformen" den Konzernen zu erlauben nicht Verfassungswidrig sind - da hier eine Enteignung der Urheber zum Nutzen der Medien Industrie betrieben wurde.
So werden nächsten Jahr wohl die meisten Wissenschaftlichen Arbeiten aus den Universitäten verschwinden (Staatlich finanzierte) und nur noch über Verlage für teueres Geld zu erhalten sein, im Zweifel aber einfach in irgendwelchen Schubladen verschwinden.

Für die Gesellschaft eine extrem bedenkliche Entwicklung - der man besser durch eine Entmachtung der Medienindustrie, als durch Einschränkungen bei Freiheitsrechten begegnet.

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Moewi 26.12.2007, 15:09
11. Netzkontrolle unbedingt ausweiten!

Zitat von sysop
Plattenfirmen wollen 2008 zum Jahr der Internet-Kontrolle machen: Provider sollen den Datenverkehr ihrer Kunden überwachen, die Übertragung von Musikdateien blockieren und Webseiten sperren. Diese Ideen streuen Lobbyisten in EU-Ausschüssen - mit ersten Erfolgen.
Ist es Zufall, dass auf der SPON-Startseite zwei Beiträge tiefer DAS zu lesen ist?
Das müsste man doch unbedingt kombinieren! Totale Netzkontrolle! Die Provider sollte man nicht dazu zwingen, sondern am Gewinn beteiligen, dann geht es viel leichter ;o)

Jeder der ein Urlaubsbild der Pyramiden in seinem digitalen Album hat, soll gefälligst dafür zahlen! Jawoll!

Hee, ihr Ägypter: Ich habe schon mal gesucht: http://images.google.de/images?hl=de...-8&sa=N&tab=wi
Bekomme ich jetzt eine Provision?

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Morpheu5 26.12.2007, 15:09
12. Format & Medium

Wenn ich mir Musik im Internet kaufe, dann möchte ich auch selber entscheiden können auf welchen Medium & Format ich die Musik abspielen möchte.
Die meisten MP3-Player, Autoradios oder normal CD-Player spielen nämlich die vorgegebenen Formate nicht ab, sprich man muss sich neue Geräte kaufen.

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yk_inc 26.12.2007, 15:17
13. Eher anders herum

Gut sollen die mal Filtern. Sollen die mal die 'Musikdaten ausfiltern'. Wenn die sich damit nicht selbst auf die Füße schießen. Dadurch machen sie sich ganze Generationen wegen versuchter Freiheitsberaubung zu Feinden. Für mich deshalb unverständlich, dass diese Lobbytruppe nicht rechtlich verfolgt werden. Schließlich streben sie Profit auf Kosten Millionen anderer unbetroffenen. Ich glaube daher nicht mehr, dass 2008 sie die Menschen, sondern die Menschen diese den Kampf erklären werden.

Noch etwas zur techischen Machbarkeit -> das was sie dort fordern ist sogut wie unmachbar und soll wie immer zur Abschreckung dienen. In Latein nennt sich das ganze Terror. Also sind es schonmal zwei Gründe diese rechtlich zu Mahnen wie übrigens endlich einen gewissen Doktor.

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mala77 26.12.2007, 15:18
14. Zu teure legale Downloads

Wenn ich mir ansehe, was ich für einen legalen Download zahlen muss, der dann in den meisten Fällen noch irgendwelchen Beschränkungen unterliegt, dann kann ich durchaus verstehen, wieso es Menschen gibt, die sich lieber die Lieder illegal aus dem Internet besorgen.

Selbst das uralte "Last Christmas" von "Wham" kostet im WMA noch sage und schreibe 1,29 Euro und darf nur fünfmal gebrannt werden.

Wenn man sich dann überlegt, dass eine Original-Single-CD mit ca. 4,99 Euro zu Buche schlägt, sehe ich auch schon fast den Vorteil des Kaufs via Internet schwinden. Zumal die Preise für Alben sich kaum unterscheiden zwischen Online- und Vor-Ort-Handel.

Und wie ebenfalls schon erwähnt wurde: Oftmals sind auf einem Album bzw. einer gemischten CD nur wenige wirklich brauchbare Lieder, während der Großteil völlig uninteressant und nicht ansprechend ist.

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Sascha Kaupp 26.12.2007, 15:19
15. Alle anlaßunabhängig ständig überwachen!

Die IFPI liefert die Legitimation, jegliche Kommunikation zu überwachen. Die arme Musikindustrie (man bedenke, daß Madonna ausschließlich Wasser trinkt, das pro Flasche 1000 Euro kostet) muß natürlich was tun, damit die Millionengewinne endlich wieder zu Milliardengewinnen werden.

Erst sucht man nach illegalen Musik- und Filmdownloads sowie nach Bombenbauanleitungen von Terroristen. Dann sucht man nach Nazipropaganda und Kinderpornos. Als nächstes werden Seiten von Bloggern und Bürgerrechtlern gesperrt.

Und am Schluß sagt man dann: Aber ich hab doch garnichts davon gewußt!

Handelt! http://www.vorratsdatenspeicherung.de/

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Manul 26.12.2007, 15:19
16. Es ist nicht auszuhalten

Jahrelang hat die Musikindustrie gepennt, hat den Trend der schnellen Austauschbarkeit der Musikfiles nicht nur unterschätzt, sondern stellt die Nutzer von Anfang an an den Pranger der Raubkopierer und nun sowas. Manchmal könnte den Eindruck bekommen, dass die Major Labels, vertreten durch solche Konglomerate wie die IFPI, ihr Geschäftsgebahren sich von der Firma SCO abgeschaut hat: keine sinnvollen und nennenswerten Geschäftsmodelle, aber es wird grundsätzlich jeder verklagt, der es wagt die Inhalte zu nutzen, für die man eine Lizenz hat. Und sei es, dass es ein 15 jähriger Schüler ist, der sich den neusten Hits runter geladen hat.

Es ist jedenfalls an der Zeit die Produkte der Major Labels zu boykottieren, wenn man es schon längst nicht tun würde. So richtig profitieren nämlich dort nur die Bosse in Nadelstreife und noch nicht mal mehr die grossen Stars, die sogar besser fahren, wenn sie, wie Radiohead in diesem Jahr, ihre Scheiben selbst vermarkten. Letztendlich ist allein schon die Aussage, dass die Kopie der Musik schadet ist ein Märchen! Jeder sollte nämlich mittlerweile wissen, dass die Künstler das meiste verdienen, wenn sie auf Tournee gehen, denn da stehen keine geldgeilen Agenten Schlange, die alle auf ihren Profit daraus erwarten, sondern praktisch nur der Veranstalter, der auch die Werbung macht, die Tourneecrew und natürlich der Künstler, oder die Band selber.

Es wird echt Zeit, dass diese Plage endlich pleite geht, viel verlieren würde kaum einer richtig - ausser natürlich den Agenten und Bossen. Kleine Labels werden nämlich weiterhin ihre (gute) Musik an den Mann oder Frau bringen, die auch nach wie vor gerne gekauft wird. Wir werden allerdings auf so manchen trashigen Sommerhit verzichten, der durch alle Radiostationen dröhnt und auch so mancheine Castingshow verschwindet (hoffentlich).

In dem Sinne,
Frohe Weihnachten
wünscht ein verärgerter Musikfan, dem die Kriminalisierung der Musikfans seit Jahren auf den Zeiger geht.

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kdshp 26.12.2007, 15:23
17. Kosten

Zitat von Seemann
Hallo, das Lustigste an der Sache ist doch das , daß zum Teil Mitarbeiter der Firmen die Daten ins Internet stellen , sei es aus Rache , Frust oder sonstigen Gründen. Ich denke mal , es ist die Raff und Geldgier der deutschen Musikindustrie , die wollen CDs verkaufen , Rohling für 10 Cent das Stück , Musik für 1.-- € das Stück , Vedienst 1000% , warum bietet die Musikindustrie nicht auch über's Internet ihre Produkte an zum kostenflichtigen Download mit selbstzusammenstellen der Musikstücke durch die User. Das ist doch das Problem , die Musikindustrie will Titel , die kein Schwein kaufen will , mit verkaufen , CD's mit einem Hit und der Rest Schrott.
Hallo,

ich habe noch die umstellung von LPs auf CDs mitbekommen. Selbst die plattenindustrie hat ja die vorteile gepriesen. So wurden die herstellung/lagerungs/ausstellungss-kosten und die wesentlich geringeren transportkosten als verkaufsargument gepriesen. Als dann viele auf CDs umgestiegen sind haben die die preise der "nachfrage" angepaßt und die CDs wurden immer teurer. Aber eigentlich sind wir kunden auch mit schuld daran denn wir kaufen ja die viel zu teuren CDs. Wie wäre es wenn man mal kollektiv für 6 monate keine CD mehr kauft ?

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Manul 26.12.2007, 15:23
18. .

Zitat von blauerturm
Wenn die Plattenindustrie meint, einen solchen Druck auf Verbraucher aufzubauen, muss sich der Verbraucher wehren. Da gibt es nur ein Mittel: Abstinenz! Keine Musikstücke vom Netz laden und keine Titel mehr im Laden kaufen. Am besten auch keine Musik hören! Ja, wenn wir das durchhalten, dann kann die Plattenindustrie einfach nur eines: einpacken. Und es ist die Frage entschieden, wer stärker ist. Wenn eine Industrie meint, den Verbraucher terrorisieren zu müssen, dann müssen wir uns Verbraucher entschlossen wehren. Die Industrie bedroht uns mit dem Überwachungsstaat - für krächzende Krähen und quarkende Kröten (Menschen, die total amusisch sind und meinen, Platten aufnehmen zu müssen!!!).
Korrektur: Keine Platten der Major Labels kaufen! Es gibt nämlich auch tausende kleine Labels, die derartige Aktionen im Grossen und Ganzen auch nicht gutheissen - und ganz nebenbei Musik rausbringen, die tatsächlich sogar noch künstlerisch wertvoll ist, im Gegensatz zu dem Trash, der durch die Major Labals in den Letzten Jahren lanciert wird.

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der_durden 26.12.2007, 15:23
19. Die Lobbys und Ihre Begehrlichkeiten

Dieses Jahr hat Vorschläge und Gesetze hervorgebracht, die mich emotional zur Weißglut bringen. Diese Lobby-Spinner, verschlafen jeden Trend, fangen an ihre Kunden zu kriminalisieren, stellen jeden Kunden und Bürger unter Generalverdacht, wollen Zensur einführen, sperren sich aber gegenüber wirklich zeitgemäßer und fairer Vorschläge wie die Kulturflat.

Armes EU, armes Deutschland, was geschieht hier? Lieber zensieren, verbieten und sperren anstatt über neue Modelle nachzudenken?
Wenn das durchgeht, dann ist der erste Schritt getan, in eine Richtung, die schlimmer nicht sein kann. Der Provider wahrt keine Netzneutralität mehr und soll sich für Inhalte verantworten, ab diesem Zeitpunkt wird geschehen was geschehen muss, es werden täglich mehr Begehrlichkeiten geweckt und das Internet wird eine Art staatlich und Lobby- kontrollierter Konsumtempel.

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