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Technologie gegen Terror: Wie viel Überwachung wollen wir wirklich?
DPA

Gesichtserkennung in Echtzeit, Nano-Drohnen, Robocops: Tech-Firmen und Regierungen haben viele Ideen, wie sich Menschen vielleicht besser vor Anschlägen wie dem in Manchester schützen lassen. Nur wollen wir so leben?

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A1::K5 25.05.2017, 20:40
140. Vorverurteilt?

In diesem und vergleichbaren Artikeln schwingt immer der versteckte oder auch offene Vorwurf mit, dass diese Technologien mehr Probleme verursachen, als lösen. Das sie stigmatisieren und vorverurteilen. Und genau das ist die eigentliche Vorverurteilung. Mit welcher ethischen Perspektive die Entwickler solcher Systeme agieren, welche Maßnahmen sie ergreifen, um das Individuum zu schützen und den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen, wird entweder nicht recherchiert oder unterschlagen, damit der Gruseleffekt des Artikels größer wird. Immerhin wird ja um Aufmerksamkeit gerungen. Ich empfehle mal einen Blick auf https://ava.info/company/ - übrigens ein Berliner Unternehmen. Solche Statements wie dort würde ich gerne auch von Redaktionen oder Behörden lesen.

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descartes 25.05.2017, 21:52
141. @a1::k5

Sie glauben wirklich, dass eine Firma mit monetären Interessen ein objektives statement über den Nutzen und Sinn von Überwachungstechnologien abgeben? Glauben Sie auch, dass McDonalds objektiv über den Nährwert ihrer Burger berichtet?

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joking_hazard 26.05.2017, 08:43
142. @a1::k5

@A1::K5: Vielen Dank für Ihren Beitrag. Milliardengewinne für Big-Data-Konzerne gegen das Recht der Bürger auf Schutz seiner persönlichen Daten - wer glauben Sie wird gewinnen? Kleiner Tipp: Aktuell gibts mit Facebook und WhatsApp genau so einen Fall - erst hiess es 'gar nicht möglich', dann gings plötzlich doch. Aus vielerlei Berichten ist auch bekannt das Geräte mit Internetzugang - Kameras, Mikrofone, SmartFernseher usw. - nur sehr laienhaft gegen Hacker abgesichert sind. Nachlässigkeit oder Absicht der Hersteller? So eine kleine Sicherheitslücke in Überwachungskameras würde den Grosskonzernen viel Geld bringen ... ob das legal ist oder nicht interessiert bei einem Milliardengewinn doch gar nicht. Einfache kapitalistische Dynamik: Je grösser die Gewinne, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, diese auch illegal zu realisieren. Private Grosskonzerne haben in der Exekutive nichts verloren, die staatlichen Sicherheitskräfte dürfen nicht in die zweite Reihe gestellt werden.

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santoku03 26.05.2017, 11:20
143.

Zitat von tailspin
Ueberall Sunni-Shiiten Konflikte, wo man hinschaut: Anzahl der Bomben auf den Irak, Syrien, Afghanistan, Libyen, Yemen, Somalia und Pakistan nur im Jahre 2016 und nur durch die USA (leider gegen meinen Willen von mir finanziert: 26171 Bomben https://www.theguardian.com/commentisfree/2017/jan/09/america-dropped-26171-bombs-2016-obama-legacy Anzahl der Bomben der Laender Irak, Syrien, Afghanistan, Libyen, Yemen, Somalia und Pakistan auf die USA oder andere NATO Laender in dem Jahr 2016 und allen Jahren zuvor: 0, in Worten "Null". 64 $ Frage: Wer ist der Aggressor?
Wenn Sie Terror und Terrorbekämpfung, gezielten heimtückischen Mord und bedauerliche Kollateralschäden gleichsetzen, ist natürlich jede Diskussion zwecklos und Ihnen kaum zu helfen.

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santoku03 26.05.2017, 11:24
144.

Zitat von lupenreinerdemokrat
Was wirklich etwas bringt, den Terror zu bekämpfen, ist die Überwachung der RICHTIGEN Leute. Wie immer, stellt sich nämlich auch beim Attentäter von Manchester das typische Muster heraus, das diesen Tätern eigen ist. Es wäre also absolut ausreichend, wenn man gezielt diese Personengruppe *endlich* anfangen würde zu überwachen.
Völlig richtig. Man würde zwar auch auf diese Weise nicht jedes Risiko vermeiden, aber hätte zunächst mal ein gutes Nutzen-Kosten-Verhältnis. Am Ende wird es doch drauf hinauslaufen, bestimmte Leute vorbeugend in Haft zu nehmen oder besser noch: auszubürgern.
Und an alle, die davon reden, es ginge hier um "Angst vor dem Terror" und diese mit der Angst vor allen möglichen anderen Risiken vergleichen sei gesagt: Darum geht es nicht. Es geht darum, diese Leute nicht gewinnen zu lassen.

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pfälzer93 26.05.2017, 14:55
145. Überwachungsenergie

Die modernen Überwachungsfabriken wie die der NSA verbrauchen gigantische Mengen an Strom, Wasser und seltenen Erden. Material wie Silizium, Blech, Chrom oder Kunststoff, das häufig unter sehr fragwürdigen Bedingungen abgebaut wird. (Siehe Coltan im Kongo). Das NSA - Zentrum verbraucht soviel Energie wie eine Großstadt. Deshalb haben sie auch schon im Kongress ein neues AKW gefordert.
Übrigens liegt dieses Gebäude im Mormonen- Land Utah, die dafür bekannt sind, nichts zu hinterfragen und sehr patriotisch sind.

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Freeflight 26.05.2017, 15:43
146. Schizophren ist daran überhaupt nichts.

Zitat von e.pudles
ist das doch schizophren. Einerseits geben doch die meisten Leute die intimsten Details ihres Lebens, inklusive Bilder, in den Social Medias wie Facebook, Google und anderen bekannt. Dort können sie nicht genug von ihrem Alltag "posten" und hoffen dadurch vielleicht etwas Prominenz zu erhaschen, wenn es auch nur für ein paar Tage ist. Es sind aber die gleichen, welche eine 100% Sicherheit gegen den Terrorismus wollen, und dann nicht bereit sind, dass von Staatswegen etwas genauer hingeschaut wird. Ehrlich gesagt ist mir lieber, ich werde irgend wann, irgend wo von einer Kamera beobachtet und kann mich deshalb einigermassen in Sicherheit fühlen, als dass ich überall, wo viele Menschen zusammenkommen eine gewisse Angst haben muss, dass irgend etwas schreckliches passiert.
Immer diese halbgaren Vergleiche mit social media welche komplett am Thema vorbei gehen.

Bei Facebook, Google&Co. habe ich die Wahl ob ich denen Daten gebe und vorallem habe ich die Wahl welche Daten ich hergebe, das ist freies Handeln meinerseits im vollen Bewustsein das ich einen Service nutze und diesen Service durch meine Daten (egal ob echt oder nicht) "bezahle".

Wenn ich darauf keinen Bock habe dann melde ich mich dort nicht an bzw. füttere da nur Fake-Daten, so simpel ist das.

Wenn aber nun der Deutsche Staat meint er will das neue Facebook werden und muss zu diesem Zwecke, ungefragt, alle meine Daten sammeln und abgleichen, ja teilweise sogar weiterverkaufen (Adressverkauf bei Einwohnermeldeämtern ist ein luktrarives Geschäft für viele Gemeinden) dann stehe ich dem Machtlos gegenüber und die persönlichsten meiner Daten (Biometrie, Einkommen, usw.) finden sich plötzlich bei Leuten wieder die ich weder kenne oder gar eine rechtliche Handhabe gegen hätte.

Diese Unterscheidung ist offensichtlich und massiv, daher umso trauriger das man es irgendwelchen "Sicherheitsfetischisten" trotzdem immer wieder neu erklären muss.

Übrigens auch "Kameras überall" laden schnell zum Missbrauch ein. In Deutschland gab es schon tolle Testballons wo öffentliche Verkehrsbetriebe (VGN) sich mit Mobilfunkanbietern (T-Mobile) zusammentan um "Bewegungsmuster" der Kunden anzulegen.

Da wurde natürlich weder in den Fahrzeugen darauf hingewiesen noch von T-Mobile an deren Kunden, das wurde einfach mal gemacht, mit einem Opt-Out welcher nicht funktionierte.

Bei solchen Aktionen ist der nächste Schritt nicht weit: Abgleich von Kameradaten mit Mobilfunkgeräten, noch ein bisschen Gesichtserkennung dazu und fertig ist der digitale BigBrother, gemerkt und gewusst hat es am Ende dann aber wieder niemand.

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w.weiter 29.05.2017, 16:59
147. Früher,

war nicht alles besser, nur anders.
Mir kommt ein Song von Pink Floyd (Ende der 70iger?) in den Sinn:
=> Gekürzte Lyrics:
We dont need no thought control
No dark sarcasm in the classroom
Teachers leave them kids alone
Hey! Teachers! Leave them kids alone!
All in all it's just another brick in the wall.
All in all you're just another brick in the wall.=<
- Laßt die jungen Menschen die Welt regieren,
haben wir Alten es gut gemacht, gibt es keinen Generationenkonflikt.
Gemeinsam, alt und jung, geht es besser.
Die Jungen werden wissen wieviel "Überwachung ist not". ;-))

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Velbert2 30.05.2017, 18:31
148. Alterrnative?

Wie sieht die Alternative aus? Dass wir uns in ständiger Angst und Gefahr bewegen, wenn mehrere Menschen beieinander stehen? Dann doch lieber Überwachung durch Kameras, Videos oder Drohnen. Ständige Angst macht krank, Überwachung nicht. Sollen wir uns stattdessen 24 Stunden zu Hause aufhalten? Dieser erzwungene Verlust der Freizügigkeit und Freiheit durch Attentatsdrohungen macht ebenfalls krank.

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