Forum: Netzwelt
Terror und Datenwahn: Tiefgreifendes, strukturelles, multiples Staatsversagen
saschalobo.com

Auf den islamistischen Faschismus, dessen Wirken wir in Europa gerade erleben, wissen Politik und Behörden nur eine Antwort. Und die ist falsch. Das lässt sich mit ein paar sehr klaren Zahlen belegen.

Seite 6 von 29
Pfaffenwinkel 30.03.2016, 15:22
50. So ist es, Sascha Lobo

Diese Datensammelwut dient in erster Linie dazu, den Bürgern Sand in die Augen zu streuen ("wir tun ja was"). Zudem werden wohl alle Daten an die USA weitergegeben.

Beitrag melden
Hilfsbäcker 30.03.2016, 15:23
51. Mit Verlaub: nein

Zitat von 0815jrb
es nur einer gewesen wäre, würde das jede Überwachung rechtfertigen! Jedes Opfer ist eines zu viel! Typisch in allen "sozialen" Netzwerken vertreten sein, jedem immer mitteilen wo man gerade ist und was man tut, sich aber über staatliche Überwachung aufregen.
Es kommen jeden Tag Menschen zu Tode, weil sie dumm stürzen und sich den Schädel brechen. Sollten wir deshalb alle gezwungen werden Helme zu tragen?

Oder anders formuliert: die Ressourcen, über die unsere Gesellschaft verfügt sind begrenzt. Keiner (außer guten Bankern) kann EINEN Euro ZWEIMAL ausgeben. Ergo stellt sich die Frage: wofür gibt unser Staat Geld aus?
Ich verweise jetzt mal auf die USA, weil es noch offensichtlicher ist: den dort ist der Staat bereit jedes Jahr dreistellige Milliardenbeträge für Militär und "innere Sicherheit" auszugeben; und trotzdem werden kaum Anschläge verhindert. Gleichzeitig ist es diesem Staat unmöglich, sein Gesundheitssystem so zu reformieren, dass nicht jedes Jahr geschätzte xx xxx oder gar yyy yyyy Menschen verrecken weil sie sich keine vernünftige medizinische Versorgung leisten können.

Langer Rede kurzer Sinn: 100 Millionen auszugeben um 1 Leben zu retten klingt erstmal gut; aber dann sollte man bedenken, dass andere Verwendung der 100 Millionen vielleicht 10 000 Menschen das Leben gerettet hätte.

Beitrag melden
nascado 30.03.2016, 15:29
52. Nicht die Behörden, die Politik versagt

Wer entscheidet denn über den Haushalt? Wer bewilligt denn die Mittel der Polizei? Fragen Sie mal einen Polizisten unter welchen armseligen Bedingungen hier wie Don Quichote gegen die Windmühlen gekämpft wird. Wie im Tatort sieht es auf keiner Wache aus.
Da herrscht noch informationelles Mittelalter. Dazu kommt dass die Befugnisse nicht nur an den nationalen Grenzen, sondern auch an den Landesgrenzen enden. Eine folge des Föderalismus, der es den Verbrechern leicht macht, denn die landesbehörde Polizei kann auch ohne das BKA zu befragen nur in ihrem eigenen Bundesland recherchieren. All das ist Politik, Landes- und Bundespolitik.
Populistische Forderungen der Politiker nach mehr Überwachung wird von der Polizei gar nicht gefordert. Die haben schlicht kein Personal.
Noch mal: Reden sie mal mit einem beliebigen Kriminalbeamten. Sie werden staunen.

Beitrag melden
halitd 30.03.2016, 15:33
53. Das Ziel ist das Volk ...

um zu verhindern, dass es rebelliert. Mehr Hintergrund hat diese Überwachung nicht. Die DDR war ein müder Ansatz dessen, was jetzt jeder deutsch Bürger hinnimmt bzw. nicht dagegen unternimmt. Terroristen hält so keiner auf, denn die können die ganze Überwachung mit einem Zettel und einem Bleistift aushebeln.
Danke, Sascha. Ein grandioser Kommentar.

Beitrag melden
rotercorsar 30.03.2016, 15:33
54. Holzköpfe

Sehr guter Beitrag, Herr Lobo.
Um es kurz zu sagen: Wir werden von Berliner und Brüsseler Holzköpfen regiert. Recht haben Sie

Beitrag melden
freekmason 30.03.2016, 15:34
55.

Zitat von Amadablam
Jeden Tag lese ich in immer neuen Varianten von irgendeinem "Versagen" (Staat, Behörden, Regierung, EU et al.) von Leuten, die sichtlich Mühe haben, morgens ein frisches Hemd im Schrank zu finden. Dieser besch.... Defätismus geht mir gehörig auf die.... Ungefähr deckungsgleich mit denjenigen Leuten, die jedes Handeln des Staates, durch das sie nur entfernt mittelbar betroffen in Anspruch genommen, als persönliche Beleidigung, wenn nicht als Anschlag auf persönliche Freiheiten verstehen.
endlich sagt's mal jemand! freiheitliche demokratie ist nur persönliche befindlichkeit und das wirkliche kompetenzproblem ist gar nicht, dass bei jedem spektakülären anschlag die täter bereits bekannt waren und warnungen von geheimdiensten ignoriert wurden, sondern der mangel an kompetenz bei der wahl des hemdes danke dafür.

Beitrag melden
mr.northman 30.03.2016, 15:40
56. Sehr gut beschrieben

Von einem Freund, der bei der Polizei ist, weiß ich das diese Berliner Zahlen auf NRW übertragbar sind. Dazu kommen hier überfüllte Strafanstalten usw. Pfeifen auf die schwarze Null muss die Antwort sein, Einstellen von Personal in ganz großem Stil und gerade bei der Polizei brauchen wir mehr Menschen mit Migrationshintergrund.

Beitrag melden
fotowilly 30.03.2016, 15:42
57. 10 Punkte

"Und je näher man die Daten betrachtet, desto schlimmer wird es. Alle 15 identifizierten Attentäter standen auf Terrorwarn-Listen oder "Islamistische Gefährder"-Listen in mindestens einem europäischen Land. " da könnte ich jede Menge weiterer Sätze zitieren. Schonungslos, gut.

Beitrag melden
Untertan 2.0 30.03.2016, 15:43
58.

Zitat von tränengas
Dass die Terroristen schon zuvor polizeibekannt waren spricht auch nicht gegen die Überwachung, sondern für eine zu große Toleranz des Rechtssystems gegenüber seinen erkannten Feinden.
Es spricht vor allem dafür, dass falsche Prioritäten gesetzt werden. Anstatt sich um die bekannten Gefährer zu kümmern, wird mit Treibnezten im Datenmeer nach unbekannten Gefährern gefischt, ganz egal, was da als Beifang in den Schlingen verendet...

Beitrag melden
miss_moffett 30.03.2016, 15:43
59.

Zitat von Hilfsbäcker
Wie Sascha schon ausgeführt hat handelt es sich häufig um verurteilte Gewalttäter. Ich hoffe, die Polizei ist in der Lage solche Menschen ohne flächendenkende Überwachung zu ERKENNEN. ...
Ernsthaft, woran erkennt man, dass aus einem Kneipenschläger ein potentiellen Terrorist werden könnte?
Am verschwörerischen Gesichtsausdruck?
Daran, dass er immer mit seinen Freunden tuschelt?
An den Orten, an dem ihn einer gesehen hat, der einen kennt, der auch schon mal im Gefängnis war und auch ab und zu am selben Ort ist?

Also am besten gleich mal alle unter Generalverdacht und hoffen, dass es bei ihnen in Mode kommt sich "gleich explodier ich" auf die Stirn zu schreiben.
Echt, manchmal frage ich mich schon, was in den Köpfen einiger Foristen so vorgeht ...

Beitrag melden
Seite 6 von 29
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!