Forum: Netzwelt
Terroranschlag von Halle: Wie das Netz den Faschismus befeuert
RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX

Das Internet ist gefährlich. Dann, wenn es als Radikalisierungmaschine wirkt. Das Fundament dafür liefert die Gesellschaft - im Fall Halle durch die Allgegenwart des Antisemitismus, rechts wie links.

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NonoFurbus 16.10.2019, 14:56
1. Gut gebrüllt, Lobo!!

...der erste Artikel von Hr. Lobo, den ich uneingeschränkt unterschreiben kann.

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lalito 16.10.2019, 14:56
2. Hadern

Das Hadern mit den Realitäten. Dass die digitale Bohème sich der Verwerfungen durch die Politisierung im Netz der Extreme annimmt, ist Zeit.

Mit der Gnade der späten Geburt sehen sich die Wiedergänger des Unseligen längst überwunden Geglaubtes legitimiert. Ist ja schon so lange her, das mit dem Fliegenschiss.

Es bedarf eindeutiger und klarer Abgrenzung. Denke, der Artikel liefert.

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Ch. Bristol 16.10.2019, 15:03
3. Radikalisierung und Manipulation durch systematische Volksverdummung

Es erschüttert mich regelmäßig wenn ich sehe welche Beiträge mir z.B. bei youtube "empfohlen" werden. Beiträge von spinerten Klimaleugnern, Verschwörungstheoretikern und sonstigen Spinnern werden mir dort eingebledet, ohne dass ich derartige Themen vorher aufgeruften hätte.

Wenn ich dann in meinem Bekanntenkreis z.B. höre, dass man "das im Internet gelesen habe" läuft es mir kalt den Rücken runter. Die Menschen scheinen offenbar selbst den größten Unsinn zu glauben, nur weil sie es im Netz gelesen haben. Eine eigene Urteilsfähigkeit kann ich bei vielen schon nicht mehr erkennen.

Die Öffentlichkeit muss viel stärker die Algorthmen der geoßen Anbieter hinterfragen und die Staaten müssen ggf. massiv gegen diese Desinformationsschleudern vorgehen. Wenn offensichtlche Leugnung anerkannter wissenschaftlicher Erkenntnisse unter der Rubrik Meinungsfreiheit abgetan werden kann, hat die Wahrheit und das Wissen verloren. Dann werden die Doofen und Dummen den Sieg davon tragen.

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jupiter_jones 16.10.2019, 15:07
4. Wie naiv wir in den 90er waren

Die dreifaltigkeit die der autor anspricht, reflektiert zum grossen teil die wirklichkeit. Ohne internet, waere es wohl nie zu so einem pharnomen gekommen. Als das internet allmaehlich aufkam war ich auf der oberstufe. Damals waren die leute so euphorisch, das internet werde der menschl evolution neuen schub verleihen! Heute sehen wir, dass sich hier eher die niederen menschl instinkte durchgesetzt haben: das netz besteht zum grossen teil aus porn, fail compis und fake news bzw verschwoerungstheorien... Ich finde es bedauerlich dass die politik und auch die konzerne (google) dies problem immer noch nicht ernst nimmt?! Spaetens jetz wo menschen sterben sollte man doch mal aufwachen, oder nicht?

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urbanism 16.10.2019, 15:07
5. Herr Lobo...

Herr Lobo, wie Sie selbst schon publiziert haben, Rassismus gibt es seit Jahrzehnten hier in diesem Land und ist wahrscheinlich seit Kriegsende vorhanden. Das Internet ist nur ein neues Kommunikationsmedium. Warum jetzt das Internet ursächlich für den sogenannten "neuen Rassismus" sein soll, obwohl dieser schon immer bestand, erschließt sich mir nicht. Was mich verstört ist, dass es immer eine kleine Gruppe von Geisteskranken Faschos schafft, in Deutschland eine Grundsatz Diskussion auszulösen, ab wann man Antisemit ist und ab wann nicht mehr. Vielleicht sollte man akzeptieren dass es immer irgendwo Rassisten geben wird in diesem Land, die breite Masse wird es aber nicht sein und daran wird auch das Internet nichts ändern. Jedoch muss die Justiz sich ändern und Rassistische Äußerungen und Aktivität gnadenlos bestrafen wie im übrigen alle anderen Gewalttaten auch. Solange man Straftätern immer wieder neue Rehabilitierungs Chancen einräumt wird sich daran nichts ändern. Der Staat muss entschieden und Kompromisslos gegen Rassisten vorgehen nur so schafft man es, dass Problem klein zuhalten.

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hansi_wurst 16.10.2019, 15:15
6. Dorfdepp

Früher gab es wohl in jedem Dorf diesen einen (oder je nach Größe mehrere) Dorfdepp, der in seiner Meinung und seinem Tun wohl ziemlich einsam war.
In Zeiten sekundenschneller Vernetzung finden diese Tölpel in ihren Ansichten Gleichgesinnte zu tausenden.
Und in ebensolch Zeiten von Frust, fehlenden "echten" sozialen Kontakten (die "sozialen" Netzwerke bilden ja schwimmende Grenzen zum asozialen - je nach Zeitgeist und Mainstream) und finsteren Zukunftsaussichten und "Staat-mach-mal-für-mich-alles"-Zeiten, anstatt mal nachzudenken, was man selber besser machen könnte, ist jeder andere schuld, nur nicht der Dorfdepp an seinem kläglichen Dasein selbst.
Was hilft - Zerstörung des Internets!
Ich selber hab allerdings nicht wirklich eine Idee, wie man das Ding kaputtmachen könnte.
Ich frag mal den Rest der Scherben, wie das gehen könnte - sangen sie nicht einst "Macht kaputt, was euch kaputt macht"?

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Actionscript 16.10.2019, 15:19
7. Einzeltäter und rechter Terror

Herr Lobo hat sehr schön ausgelegt und zusammengefasst, was man in Diskussionen über rechten Terror liesst. Ein Argument, was auch immer wieder gebracht wird, um rechten Terror als etwas "verständnisvolles" zu verharmlosen, ist die Tatsache, dass es sich um Einzeltäter handelt, wobei die Opferrolle hier noch besser ins Spiel kommt aufgrund besonderer "Lebensumstände". In den USA kann mit dem Argument als Einzeltäter, der ein psychisches Problem haben soll, von rechter Seite Ansätze unterbunden werden, die Waffengesetze zu verschärfen. Trump selber, der dieses Argument immer wieder bringt, ist ein gutes Beispiel dafür.

Der Einzeltäter gehört zu einer organisierten Gruppe und sind über soziale Medien vernetzt.. Zweitens ist es Strategie der rechten Terroristen als Einzeltäter aufzutreten. Denn ein Täter kann, wie die Vergangenheit gezeigt, grosses Leid verursachen. Und wenn der eine Täter gefasst oder getötet wird, dann fällt eben nur 1 Täter aber nicht wie bei einigen islamistischen Anschlägen eine ganze Gruppe von Terroristen aus. .

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kelcht 16.10.2019, 15:21
8. trotz Rassismus mit Hilfe von Außen selber ändern

Ein angeblicher Looser der es allen beweisen muss und es im "normalen Arbeitsmarkt" nicht gepackt hat und auch schon einmal etwas antisemitisches gegenüber einem Arbeitsgeber geäußert hat da fühle ich mich leider beim Attentäter gespiegelt. Wenn ein Sozialarbeiter oder ein Ambulant Betreutes Wohnen bei dem wohl Langzeitarbeitslosen Täter vorbeigeschaut hätte und man ihm von seiner zumindest antisemitisch denken Mutter abgenabelt hätte der Verlauf dieser einen Tat wäre meiner Meinung nach vielleicht anders verlaufen. Auch eine Arbeitsplatz mit anderen Menschen hätte Herrn Stephan B. vielleicht gut getan. Zum Internet das kann auch positive Aspekte haben z.B. habe ich heute einer Mitarbeiterin gesagt das ich das N-Wort nicht mehr hören will ohne Lobos Kolumnen und Menschen aus Nigeria die ich kenne wäre mir das egal gewesen, gut das Spiegelforum ist geschützt und moderiert vieles im Internet ist das eher nicht und man landet eher auf schlechten Seiten. Vorbild in Arbeit und Verhalten sein und sich vom Antisemitismus verabschieden hat bei mir jedenfalls geklappt.

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peter-11 16.10.2019, 15:23
9. hm

Natürlich sehr viel Wahres dran.
Allerdings kann man auch etwas auf Leute wie Herrn Lobo verweisen, die alle anderen Menschen die nicht genau auf seiner Linie liegen, sofort als rechtsradikal, rassistisch oder frauenfeindlich bezeichnen. Also ca. 80 - 90% der Bevölkerung will man auf Linie und damit zum Schweigen bringen. Gott sei dank ist die überwiegende Mehrheit weder rassistisch, noch rechtsradikal und auch nicht frauenfeindlich, sonst sähe dieses Land ganz anders aus. Selbstverständlich muss die Justiz mit allen rechtsstaatlichen Mitteln gegen diesen Antisemitismus vorgehen. Hier muss jeder Mensch angstfrei leben können, aber eben auch schon mal anderer Meinung sein dürfen, als der linke Mainstream dies lautstark vorgibt ohne sofort in irgendeine Ecke geschoben zu werden.

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