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"Total peinlich": Altmaier schämt sich für deutsches Handynetz
Bain & Company

Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat mit ungewöhnlich klaren Worten den Zustand des deutschen Handynetzes kritisiert. Es sei ihm "total peinlich" im Auto mit ausländischen Ministerkollegen zu telefonieren.

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Europeon 25.11.2018, 19:44
210.

Zitat von spon-facebook-10000239462
An dieser Aktion sieht man mal wieder, dass sich nur etwas ändert, wenn die Herren Politiker persönlich betroffen sind.
Ich hoffe das ist jetzt nicht unangemessener Optimismus. Der Herr tritt in Talkshows ja üblicherweise eher selbstgerecht auf. Das gefühlte Problem auf seine eigene Politik und die seiner ebenfalls selbstgerechten Kollegen zurückzuführen und diese dann auch noch zu korrigieren liegt da wohl eher ausserhalb einer realistischen Erwartungsspanne.

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Das Pferd 25.11.2018, 20:41
211.

Zitat von waldschrat_72
.. der deutschen Telekom ja doch nicht eine ganz so brillante Idee. Dieser Konzern folgt schlicht dem Prinzip der Gewinnmaximierung und nicht mehr dem der öffentlichen Daseinsfürsorge für alle. Nicht alles, was im deutschen Kaiserreich einheitlich eingeführt wurde, war dumm oder von Schaden, zumindest, wenn man damalige Ergebnisse mit heutigen benchmarkt. Es gab z.B. 1871 zwar noch keine Funknetze, aber ein Standardbrief von Berlin nach Wien hat bereits 1871 weniger als einen Tag benötigt. Davon träumt man heuzutage doch nur noch. (Den Brief, mit Aufgabe- (Berlin) und Ankunftsstempel (Wien) habe ich übrigens zuhause, das denke ich mir also nicht einfach so aus.
glaub ich nicht, die direkte Strecke Berlin-Dresden ist erst 1877 eröffnet, anderswo war es nicht anders. mindestens 700 Bahnkilometer. macht bei 24 Stunden eine Reisegeschwindigkeit von 30 km/h, eher mehr. Mit damaliger Technik nur als durchgehende Verbindung über Dresden und Prag denkbar, die Deutschen Länder hatten eigene Bahnsysteme.

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Das Pferd 25.11.2018, 20:59
212.

Zitat von kumi-ori
Ihre Interpretation ist etwas eigenwillig. Die Politik hat die Lizenzen versteigert und die Telekomfirmen wollten unbedingt 50 Mrd. Euro dafür zahlen. ............................
na ja, die Firmen hatten die Wahl aus dem Markt auszuscheiden oder mitzuspielen. Und die Politik hatte die Wahl, die Kohle mitzunehmen oder die Frequenzen zu Festpreisen zu vergeben falls die Wichtigkeit für den Standort klar gewesen wäre. Solche Auktionen waren ganz neu, vorher wurden einfach Frequenzen zugeteilt.
Das war eine gewaltige Last, zusätzlich zum Aufbau der Funknetze.

Etwa €620 pro Einwohner. Das ist der erzielbare Gewinn für viele Jahre. Das hat durchaus was mit den Mobilfunkpreisen in Deutschland zu tun.

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The Independent 26.11.2018, 00:40
213.

Zitat von renker2001
Sie verstehen das Funktionsprinzip des Verkehrsdienstes nicht richtig
Sie irren. Ich habe Ihnen außerdem lediglich dort widersprochen, wo Sie einfach geballten Unsinn verbreiten:
Ihre Aussage "kein Navigationsdienst von Google und Co funktioniert nur mit GPS" ist einfach Unsinn, weil Google-Maps - genau wie ein herkömmliches Navi - mit Offline-Karten arbeiten und auf ausschließliche GPS-Nutzung umgeschaltet werden kann. Ihre Aussage war einfach sachlich falsch.

Waze ist hins. der meisten Meldungen darauf angewiesen, dass eine gewisse Mindestzahl von Nutzern im jeweiligen Gebiet unterwegs sind, damit sich aus einem Bündel von Informationen der Mitwirkenden (passiv + aktiv) ein genaues Bild entwickelt.
Wenn der Wazer in einer Funklochregion kein Netz bekommt, dann muss er komplett auf die Navigation verzichten und außerdem das Radio einschalten, um Verkehrsinfos zu erhalten. Ist in einer abgelegenen Region sonst kein Wazer unterwegs, dann verringert sich nicht nur die Informationsmenge, sondern auch die Genauigkeit.
Beisp.: Ist ein einsamer Wazer, der nur noch im zweiten Gang fahren kann ein Hinweis auf einen Verkehrsstau, oder nicht?

Genau wie bei Wiki besteht außerdem die Gefahr, dass es zu einer höheren Fehlerquote kommt. Zwar setzt man ähnlich wie bei Wiki auf die Schwarmintelligenz, aber Wichtigtuer und Vandalen können bei beiden Plattformen - trotz der Beschäftigung von Administratoren - Falschinformationen einpflegen. Genau wie bei Wiki, obliegt es dann dem Admin darüber zu entscheiden, welcher Eintrag Sinn macht und welcher nicht.

Waze wurde von Google nur aufgekauft, um das Sammeln von Verkehrsinfos zu ermöglichen und diese dann an Google Maps weiterzuleiten. In Waze muss außerdem auch das Kartenmaterial ständig aus dem Internet nachgeladen werden. In einer Region mit Funklöchern oder in komplett "weißen" Gegenden ist man mit dann Waze aufgeschmissen, da es keine Offline-Variante gibt.

Ein Navi, das TMC-Signale empfangen und verarbeiten kann ist hins. der Verkehrsinfos in etwa genau so leistungsfähig wie ein Smartphone + Waze, in manchen Gebieten sogar leistungsfähiger, da dort die Infos aus einer Fülle von Quellen (Polizei, Kameraüberwachung, Verkehrsleitsysteme, Straßen- und Ampelsensoren, FCD etc.) stammen auf die Waze keinen Zugriff hat, und da dort ca. 10 Meldungen/Min. an Radios/Navis gesendet werden können. Lediglich der Verkehrsunfall in Kleintüttelsdorf oder in der Innenstadt dürfte dann (neben den POIs und anderen Goodies in Waze) eher per Waze als per TMC gemeldet werden.

Nicht alles was neu ist oder das mobile Internet nutzt, ist per se besser/leistungsfähiger. Da Waze & Co allerdings kostenlos nutzbar sind, werden sie die Navis wohl bald verdrängen.

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waldschrat_72 26.11.2018, 00:42
214. Lach mich kaputt. Ein Besserwisser mit Zahlen.

Zitat von Das Pferd
glaub ich nicht, die direkte Strecke Berlin-Dresden ist erst 1877 eröffnet, anderswo war es nicht anders. mindestens 700 Bahnkilometer. macht bei 24 Stunden eine Reisegeschwindigkeit von 30 km/h, eher mehr. Mit damaliger Technik nur als durchgehende Verbindung über Dresden und Prag denkbar, die Deutschen Länder hatten eigene Bahnsysteme.
Aber ich habe die Stempel. Die damalige kaiserlich-deutsche Post hatte sogar die heute unerreichte Fähigkeit (oder Zeit oder den Perfektionswillen), nicht nur den Abgangs-Tagesstempel mit dem Tag zu kennzeichen, sondern sogar die Abgangs-STUNDE. Ebenso den Eingangsstempel in Wien. Mit EingangsSTUNDE. Als Philatelist lach ich mich kaputt über diesen Kommentar der mich hier in´s Lächerliche ziehen soll. Den Brief zeige ich Ihnen gerne. Und wir können gerne ein philatelistisches Gutachten in Auftrag geben, falls Sie an der Echtheit des Briefes zweifeln. Da haben Sie von vornherein ganz schlechte Karten mein Lieber, weil gar nichts in der Hand. Ein deutscher wie auch österreich-ungarischer Postmeister hätte sich im Übrigen eher einen Arm abgehackt, als irgendeinen Zweifeln an seinen Stempeln zu lassen. Denn damals war ein solcher Vorgang noch amtlich !

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The Independent 26.11.2018, 02:39
215.

Zitat von mwroer
1) So als Tipp: Wenn das Netz zu Pendlers-Zeiten überlastet ist sollten Sie ggf den Anbieter wechseln. Da kann die Politik eher wenig dran tun. ... 2) Für die technische Zuverlässigkeit oder die Flächenabdeckung ist der Dienstleister verantwortlich - und nein die gehen nicht am Bettelstab, die verdienen alle außerordentlich gut. Aber ich beobachte in Deutschland leider schon länger den Trend sofort wegen jeder Lächerlichkeit sofort nach dem Staat zu rufen. ... 3) Beschwert Euch bei denen, wechselt ggf einfach den Anbieter.
1) In manchen Regionen gibt es allerdings keine Alternative die eine ausreichende Netzabdeckung bietet, da keiner der anderen (2) Netzbetreiber diese ausreichend versorgt.

2) Allerdings widmen sich die verbliebenen Netzbetreiber nur äußerst widerwillig den eher wenig lukrativen Regionen.
Das gilt übrigens auch für den Breitbandausbau. Die Telekom lehnt z.B. in manchen Kleinstädten den Ausbau ab, und wenn dann die Kommune auf eigene Kosten (mit dem von ihr gerade erst gegründetem örtlichen Telekommunikationsunternehmen) Leitungen verlegen lässt, gesellt sich die Telekom (aufgrund einer Gesetzesrichtlinie, die ihr dies erlaubt) dazu, legt ihr eigenes Kabel fast kostenneutral dazu (die Kommune finanziert ja die Buddelei) und unterbietet dann mit dem dann nun möglichen eigenen Anschluss auch noch den neuen kommunalen Provider.
Im Mobilfunkbereich war es ganz ähnlich, man versorgte zunächst die gewinnträchtigen Ballungsräume und ignorierte die Provinz oder vermeintlich dünn besiedelte Gegenden (auch wenn durch diese z.B. ICE-Haupttrassen oder andere Hauptverkehrswege führten).
Der Staat kann und sollte hier sehr wohl eingreifen, um die Rosinenpickerei zu beenden und um die Verfügbarkeit zu erhöhen.

So gut wie alle Kommunen in Bayern lassen sich z.B. inzwischen den Breitbandausbau in deren Gemeindegebieten von der Staatsregierung fördern, dies führt allerdings nicht nur zu einem starken Gefälle zwischen Stadt/Land, sondern wird unsinnigerweise auch noch seitens der EU gebremst, da sie staatliche Förderungen dort verbietet, wo der Standard von 30 Mbit bereits erreicht ist. D.h., dass es für solche Kommunen keine Förderung für den Umstieg auf Glasfaser gibt, auch wenn dort immer mehr Firmen darauf drängen 1-GBit-Anbindungen zu ermöglichen. Nicht wenige dieser Kommunen werden für lange Zeit nur (max.) 50-Mbit-Anbindungen anbieten können, da für sie der Umstieg auf Glasfaser zu teuer ist. Im Vergleich zu den baltischen oder skandinavischen Staaten ist die deutsche Infrastruktur steinzeitlich. Im 4. Quartal 2015 lag selbst Rumänien bzgl. der durschn. Geschw. knapp vor Deutschland, im weltweiten Vergleich lag Deutschland 2015 auf Platz 22, fiel im Jahr 2016 aber dann sogar auf den 26. Platz.

3) Und auch hier gilt, dass es gar nicht mehr so viele Alternativen gibt. Es gibt in Deutschland nur noch 3 Anbieter mit eigener Netzinfrastruktur, und zwar die Telekom, Telefonica (hat 2014 E-Plus übernommen) und Vodafone. Alle anderen Anbieter nutzen die Netze der großen 3.

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volker_reklov 26.11.2018, 11:38
216. Altmaier schämt sich?

Wieso schämt sich dieser Mensch? Er wollte es doch so. Oder für wie naiv hält er die Wähler? Er und seine Regierung haben maßgeblich zur Kommerzialisierung, nicht nur der Funknetze, beigetragen. Schämt er sich auch für die Post, die Bahn, das Gesundheitswesen und andere privatisierte Sparten? Oder will er uns etwa weismachen, die Intelligenz unserer Politiker reiche nicht aus um zu erkennen, dass privatisierte Unternehmen Gewinne erzielen und maximieren wollen und deshalb die flächenhafte Versorgung erst einmal hinten anstellen?

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The Independent 26.11.2018, 12:47
217. ...

Zitat von waldschrat_72
Es gab z.B. 1871 zwar noch keine Funknetze, aber ein Standardbrief von Berlin nach Wien hat bereits 1871 weniger als einen Tag benötigt. Davon träumt man heuzutage doch nur noch. (Den Brief, mit Aufgabe- (Berlin) und Ankunftsstempel (Wien) habe ich übrigens zuhause, das denke ich mir also nicht einfach so aus.
Das halte ich streckentechnisch und hins. der von den damaligen Lokomotiven erreichbaren Geschwindigkeiten für absolut möglich, wie ich ja bereits in meinem anderen Beitrag ausgeführt habe. Können Sie die genaue Stundenzahl nennen? Mich würde interessieren wieviele Stunden der Brief benötigt hat, denn daraus könnte man eine Durchschnittsgeschwindkeit des Zuges ermitteln. Sind Sie außerdem sicher, dass dies ein Standardbrief war? Bei der Geschwindigkeit müsste es sich doch eher um einen Expressbrief handeln.

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The Independent 26.11.2018, 22:22
218. ..

Zitat von Das Pferd
glaub ich nicht, die direkte Strecke Berlin-Dresden ist erst 1877 eröffnet, ... Reisegeschwindigkeit von 30 km/h, eher mehr. Mit damaliger Technik nur als durchgehende Verbindung über Dresden und Prag denkbar, die Deutschen Länder hatten eigene Bahnsysteme.
Auch zu Zeiten ohne Mobilfunk war die Kommunikation (per Brief) durchaus schneller, als Sie es hier annehmen.

In den meisten Deutschen Ländern wurden die Schienensysteme bis ca. 1865 auf Normalspur umgestellt, zumindest galt dies m.W. nach für alle Strecken mit überregionaler Anbindung. Dafür wurden sogar ältere, ab 1847 gebaute Loks umgespurt.

Sie unterschätzen außerdem die Leistungsfähigkeit der damaligen Loks: Die ab 1871 gebaute Preußische S1 (1B) erreichte 90 km/h.

Der erste deutsche Schnellzug verkehrte am 1. Mai 1851 zwischen Berlin und Deutz am Rhein und brauchte für diese Strecke mit einer Crampton-Lok 16 Stunden (häufige Kohle-/Wasseraufnahme).
In England erreichten diese leichten Loks bei Testfahrten 120 km/h (auf der Strecke Köln-Minden 112 km/h), aber ab den 1860ern mussten wegen der immer schwerer werdenden Züge 2B-Maschinen, später 1B-Maschinen angeschafft werden.

Die ab 1862 gebauten 2B-Loks, die u.a. in Sachsen genutzt wurden, erreichten 70 km/h.

Die Verbindung Berlin - Wien dürfte aber über Strecken in sächsischer und bayerischer Verantwortung geführt haben, die 1851 und 1849 fertiggestellt wurden. Die Strecke Wien-München wurde mit einer Abzweigung von der österreichischen "Westbahn" ("Kaiserin-Elisabeth-Bahn) realisiert und am 15.8.1860 feierlich eröffnet. Üblicherweise wurde bei solchen Gelegenheiten auch die erste Post symbolisch übergeben. Die Strecke dürfte 1871 also von Berlin über Sachsen und Passau/München nach Wien geführt haben.

Zwar gab es auch die von Ihnen genannte Anbindung von Berlin über Breslau (Oberschles. Bahn), dann über die österreichische "Nordbahn" durch Mähren (Tschechien) wieder nach Wien, die Verbindung über München/Passau dürfte 1871 aber die schnellere Verbindung gewesen sein, gerade wenn die Post in Schnellzügen transportiert wurde.

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matthiasbohnhausen 28.11.2018, 00:23
219. Wer meint

Zitat von thermo_pyle
....Abgesehen davon sind die Kosten für mobiles Internet hier in D immens hoch, DARAN sollte sich ebenfalls schnellstens etwas ändern...
er müsse in der Bahn oder in der Stadt Pornos oder Volksverdummungsserien gucken - der soll gern zahlen.

Ich zahle bei Congstar 9 Eurocent je MB (auch je SM und/oder Telefonminute) - und zahle am Monatsende nur die paar SM und die Telefonie.

Keine Ahnung wofür ich unterwegs Datenvolumen verbrauchen sollte - ausser für Pornos oder Volksverdummungsserien.

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