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Trend zur Sofortpolitik: Hilfe, wir vertrumpen!
DPA

"Was kümmert mich mein Geschwätz oder Gesetz von vorhin oder nachher?" Nach diesem Motto wird heute debattiert und Politik gemacht: Sofortpolitik. Das ist eine denkbar schlechte Entwicklung.

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scoopx 05.01.2017, 19:00
110. Hach ja, die Fakten

Wenn "Sofortpolitik" eine Folge von "Fakten-Verdrossenheit" ist, kann ich das gut nachvollziehen.

"Fakten" sind heutzutage eine Zumutung sondergleichen. Die Medien haben sich angewöhnt, Computermodelle, Expertenmeinungen, Ideologien und Statistiken als "Fakten" zu deklarieren. So wurde zum Beispiel ein Satz wie "Märkte sind erwiesenermaßen effizient" als Faktum gesehen, ebenso wie US-Arbeitsmarktstatistiken oder das Vorhandensein einer "digitalen Revolution". Kein Mensch, der ernst genommen werden wollte, hat sich getraut, diese Dinge als das zu sehen was sie wirklich sind: Wertungen.

Alexander der Große betrieb auch Sofortpolitik, indem er den Gordischen Knoten zerhaute. Und genausowenig wie man eben diesen Knoten lösen konnte läßt sich mit dem Wust der sogenannten Fakten wirklich etwas anfangen.

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Tolotos 05.01.2017, 19:46
111. Vorher war es eine Parteiendiktatur!

Die regierenden Politiker haben einfach das, was sie machen wollten, - oder für das, wofür sie Spendengelder oder Aufsichtsratsmandate erlösen wollten, als Politik für die Mehrheit verkauft. Was die Mehrheit tatsächlich wollte hat sie dabei nicht im Geringsten interessiert.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wenn unsere regierenden Politiker plötzlich auf eine lautstarke Minderheit hören, dann hat das einen ganz einfachen Grund. Die Lauten sind diejenigen, die mit der größten Wahrscheinlichkeit ihr Wahlverhalten ändern, und durch Protestwählen die Karrierepläne der etablierten Politiker gefährden.

Mit Demokratie hat das ebenso wenig zu tun, wie die (besonders engagiert durch die Union) marktkonform käufliche Politik der bisher etablierten Parteiendemokratie. In Deutschland kommt hinzu, dass ca. die Hälfte unsere Abgeordneten ihr Mandat über von den Parteien vorgegebenen Listen erhält, und so sehr viel stärker von ihrer Partei als von den Wählern abhängig ist.

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jautaealis 05.01.2017, 20:03
112. Nur Sofortpolitik verhindert, ...

... dass Unbefugte wie Lobbyisten oder Journalisten objektiv notwendige Maßnahmen verwässern oder verzögern oder gar ganz verhindern! Und wir brauchen auch keine Einhaltung von Klimaschutzzielen oder Abschaffung mittelalterlicher Dieselmotoren erst im Jahr 2030, sondern eben sofort...

Eine brillante Analyse und Terminusfindung zwar, aber die gezogen Schlüsse des Autoren gehen leider durch die Bank in die unrichtige Richtung!

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mac4me 05.01.2017, 22:50
113. Der Sofortpolitik...

....steht doch der Sofortjournalismus gegenüber.

Meinungsartikel und Agenturtexte zum Beispiel sind billiger zu fabrizieren als langwierige Recherche vor Ort. Auch SPON ist doch eher schnell als gründlich.

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rmehlkopf 06.01.2017, 13:13
114. Bluber

Nebensächliches
wird mal wieder als wichtiger angesehen als die Realitäten. Eine Populistische Politik alla Merkel ruft nun mal Kritik hervor. Das Kritik an sich schon als Populistisch angesehen wird ändert zwar die Bezeichnung und den Umgangston jedoch nicht die berechtigte Kritik. So ähnlich steht es mit dem Wort Nafri. Haue ich jemanden auf die Fresse dann soll ich mich wohl nach dem heutigen Zeitgeist mehr für das Wort Fresse entschuldigen als für die Tat selbst. Ihr seid wirklich von allem ab und wie Lothar Späth alle Parteien als Realitätfremd bezeichnete ,trifft leider zu.

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rmehlkopf 06.01.2017, 13:14
115. Fehlende Hemmschwelle!

Das schlimme an den neuen Medien ist, das die Politiker an ihrer Politik gegenüber den Menschen kein Hehl mehr zu machen brauchen, dadurch steigt ihr Aktionismus immens.

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Publius2017 08.01.2017, 08:50
116.

Zitat von doctoronsen
Was helfen würde: wenn die derzeitigen Quasi-Monopolisten Facebook und Twitter etc. juristisch ebenso für sämtliche Inhalte haften müssten wie Presseerzeugnisse. Die Social Media Sites gerieren sich gern als neutrale Akteure, aber das sind sie keineswegs.
Ein guter Punkt. Aber da wird weder Politik noch Wirtschaft mitmachen. Haben Sie eine Idee wie es anders geht? Könnte es nicht eine, wie auch immer geartete, Task-Force geben, die gegen die Fake-News und die rassistische Hetze in Social Media vorgehen?

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MiniDragon 09.01.2017, 18:11
117. Außerdem wäre da noch zu ergänzen:

Zitat von elkemeis
Dazu möchte ich den im letzten Jahr verstorbenen Ex-Außenminister und Ex-Bundespräsidenten Walter Scheel sinngemäß zitieren: "Politik darf sich nicht nach der öffentlichen Meinung richten, um das momentan Populäre zu machen; Politik muss DAS RICHTIGE tun und es dann populär machen."
Das was einmal richtig gewesen wäre, zeigt sich leider immer erst im Nachhinein .
Daraus folgt u.a. :
-Volks-Entscheidungen ( Plebiszite ),die wie der BREXIT ufgrund von erwiesenen Lügen getroffen wurden, müssen nochmals bestätigt werden.

- Grundsätzlich muß jedes Gesetz nach einer jeweils im Gesetzestext fest vorgegebenen Frist nochmals durch die dafür zuständigen Gremien bestätigt oder revidiert werden. Geschieht das nicht dann wird es automatisch ungültig. Besonders bei Gesetzten, welche Subventionen begründen, ist das wichtig.

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Europäer1992 14.02.2017, 00:07
118.

Zitat von jan07
Da reichen auch ein paar Jahre linke Schulpolitik. Schon sinkt das Bildungsniveau und langfristig auch der IQ.
Wer gebildet ist - im humanistischen und humboldtschen Sinne - kann sich mit anti-liberalen und anti-europäischen Parolen und Sprüchen nicht identifizieren.

Die Geschichte und Zusammenhänge Europas zu kennen, liberal oder humanistisch zu sein, das hat auch alles absolut nichts mit "links" zu tun. Aber ich erwarte nicht, dass jemand, der keine Bildung genießen durfte, das versteht.

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