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Trotz Sicherheitslücken: Bundesbehörde bringt elektronische Wahl ins Gespräch
DPA

Gerade erst fanden Hacker Schwachstellen in Software, die zur Bundestagswahl eingesetzt wird. BSI-Chef Schönbohm kann sich dennoch für die nächste Abstimmung ein elektronisches Verfahren vorstellen.

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satori 12.09.2017, 11:33
10. Kein guter Zeitpunkt für die Digitalisierung von Wahlen!

Das Vertrauen in Wahlen und Wahlergebnisse und damit in die Demokratie nimmt international immer mehr ab. Wahlergebnisse werden in vielen Ländern angezweifelt, rechtlich angefochten und/oder für ungültig erklärt. Hacker (gute wie böse) tummeln sich ungehindert in den angeblich so sicheren staatlichen IT-Systemen. Wen wundert es eigentlich noch, dass Wahlbeteiligungen sich in ungebremstem Sinkflug befinden? Und da schlägt so ein naiver Bürokrat vor, nun auch noch das deutsche Papierwahlsystem zum Abschuss freizugeben? Welchem Amt steht der nochmal vor?

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pascht 12.09.2017, 11:36
11. Elektronische papierlose Wahl ist verfassungswidrig

denn sie genügt den Anforderungen, "direkt und geheim" nicht mehr. "Elektronische Wahl" was soll das sein? Keine Wahlzettel mehr aus Papier? Nur die elektronische Verarbeitung der Daten? Eine Abschaffung der Papierunterlagen zur Wahl, ohne einen gleichwertigen Ersatz, ist verfassungswidrig, denn die Wahl muss "unmittelbar" und "direkt" das "Wahlgeheimnis" gewährleisten. Das heißt, dass ersten der Wähler unmittelbar ohne fremde Mittel seine Handlung der Wahl kontrollieren können muss, was bei einer nur indirekten elektronischen Wiedergabe nicht gewährleistet ist, wie zweitens auch das "Wahlgeheimnis" aus gleicher Ursache nicht mehr gewahrt ist. Leider nur hat der deutsche Bürger keinen direkten Anspruch auf gar nichts, da ihm eine direkte Demokratie selbst bei der Wahl verwehrt wird. Es wäre also gemäß Grundgesetz vom Volke selbst in einer Volksbefragung zu entscheiden wie die Wahlen stattfinden sollen, nicht in selbstgefälligem Obrigkeitsdenken von den zu Wählenden selber vorzugeben, wie sie denn gerne gewählt werden wollen. Das wäre dann nicht nur eine "repräsentative Demokratie", sondern bereits die Wahlen dazu wären nicht mehr direkt und geheim in Selbstbestimmung durch das Volk, sondern fremdbestimmt von jenen die in dieser Wahl ja erst zu wählen sind.

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hman2 12.09.2017, 11:39
12. Welchen Teil von "verboten" hat Schönbohm nicht verstanden?

Karlsruhe hat gesprochen. Wahlcomputer sind verboten. Und eine reine Softwarelösung ist naturgemäß noch unsicherer...

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hman2 12.09.2017, 11:40
13.

Zitat von varlex
und das ist auch gut so. Möglich machen könnte man dies über den elektronischen Personalausweis und einer TAN in der Wahlbenachrichtigung. Nach erfolgter Wahl bekommt man einen Brief mit einer 2. TAN zugeschickt und die Wahl muss bestätigt werden. (Oder über ein Gerät mit TAN-Erzeugung, wie auch immer).
Illegal. Damit ist die Wahl nicht mehr frei und geheim.

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londonpaule 12.09.2017, 11:41
14. Bodenlose Dummheit

Es gibt Leute die sind so grenzenlos verblödet dass man ihnen links und rechts eine hinter die Ohren geben möchte - dieser feine Herr ist ein Paradebeispiel. Soviel Dummheit sollte für eine fristlose Entlassung reichen

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Fred the Frog 12.09.2017, 11:51
15. Peinlich

Wenn der Chef des zuständigen Amtes für die Cybersicherheit
- das aktuelle Urteil de Bundesverfassungsgerichts nicht kennt
- Den Zwiespalt zwischen Wahlgeheimnis und Aufklärung von Ungereimtheiten nicht diskutiert
- Risiken der Wahlmanipulation ignoriert
stimmt etwas nicht mit seiner Dienstauffassung. Die Stelle muss dringenden besetzt werden.

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varlex 12.09.2017, 11:51
16.

Zitat von merlin 2
Und wie wollen Sie dann sicherstellen, daß diese Wahl noch geheim erfolgt ist? Die Vielzahl der digitalen Spuren in Ihrem Konzept wäre für mich ein klares NoGo!
Ich schrieb doch, dass eben die Anonymisierung ein Problem sein kann.

Aber dann muss man eben im Digitalen genau das umsetzen, wie in einer Briefwahl auch. Die Verifizierungsdaten sind nicht geheim, die Wahl selber wird verschlüsselt und muss ohne weitere "Tags" gespeichert werden.
Der Server erhält die Verifizierungsdaten und bestätigt eine "Wahl", ohne den Inhalt zu kennen. Der elektronische Stimmzettel wird gespeichert, wie gesagt ohne Tags (außer dem Wahlkreis natürlich).
Am Wahltag werden dann alle Stimmzettel entschlüsselt und zugeordnet.

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Inga123 12.09.2017, 11:52
17. Nur wenn es einen Mehrwert gäbe.....

Das macht doch nur Sinn, wenn es durch die elektronische Wahl einen Mehrwert gäbe!

Wovon ich immer noch träume: Jeder Abgeordnete bekommt bei Abstimmungen im Parlament so viel Gewicht, wie "seine" Wahlstimmen ausmachen. Listenplätze werden über die Wahlergebnisse der Kandidaten im Vergleich sortiert und nicht nach dem Willen der Partei.

UND: Ich kann meine Stimme auch unter der Wahlperiode für einzelne Abstimmungen oder dauerhaft umwidmen. Dies wäre z.B. machbar durch ausdrucken eines Keys, welcher bei Stimmabgabe generiert wird. Zur Kontrolle kann die aktuelle Zuornung des Keys sowie dessen Verwendung bei Abstimmungen als (sehr umfangreiche) Liste im Internet nachgeprüft werden.

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wolfberlin 12.09.2017, 11:53
18. Bin dafür!

Die elektronische Wahl wird irgendwann kommen, und das ist auch gut so! Bestimmt auch ein gutes Mittel, um wahlfaule Bürger zum Wählen zu bringen. Könnte unsere Republik ein wenig linker machen. Denn: Je niedriger die Wahlbeteiligung, desto konservativer das Parlament. War doch schon immer so. Oder?

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Denkt mal selber nach 12.09.2017, 11:54
19. Das muss unter allen Umständen verhindert werden

Es ist einfach unnglaublich. Reihenweise wird die Angreifbarkeit dieser Wahlmethode offensichtlich und dennoch will man uns das aufrücken. Ein Schelm, wer böses darin vermutet.

Der nächste Schritt zur Unterwanderung der Grundrechte. Der Digitalismus braucht Grenzen. Nicht alles was technisch möglich ist, ist auch sinnvoll.


Am besten, besorge ich mir wohl gleich eine 'Vollpfostenantenne' und lichte mich damit bei der Wahl in der Kabine ab während ich den ausgefüllten Stimmzettel hochalte. EIn Traum.

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