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Trumps Ablenkungsmanöver: Wir verlieren den Kampf um unsere Köpfe
Andrew Harrer/ POOL/ EPA-EFE/ REX

Erst Kinder in Käfigen, dann Grönland: Donald Trump eskaliert immer weiter, bis die Menge der Monstrositäten nicht mehr zu bewältigen ist - und die mediale Mäßigung trägt zur Verwirrung bei.

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Jimi 21.08.2019, 15:02
1. Sehr gut kommentiert

Ich hatte mir vorgenommen, Trump-Meldungen und Reaktionen im Netz so gut wie möglich zu ignorieren, weil mich diese Anhäufung von Rassismus, Dreistheit und Dummheit täglich neu erzürnt, ich aber nicht täglich erzürnt leben möchte. Und so bin auch ich Opfer der Gewöhnung an die Lächerlichkeit der politischen Machtinhaber in populistischen Lagern... und die Liste wird immer länger. Gegen die aberwitzige Flut der Ungeheuerlichkeiten Trumps wirken die Salvinis, Johnsons und Orbans wie Nebendarsteller. Und die Ohnmacht angesichts der angerichteten Schäden wächst täglich.

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Karlsson auf dem Dach 21.08.2019, 15:02
2. Ein Schiedsgericht für Politiker muss her

Sascha, danke für die wie immer anregende Kolumne. "Wie gewinnen wir den Kampf um unsere Köpfe?"
Ich bin inzwischen der Meinung, dass Politiker für Lügen und Falschaussagen bestraft werden müssen. Ob aus Böswilligkeit oder Inkompetenz spielt keine Rolle. Jede nachgewiesen eindeutige Falschaussage sollte von einem unabhängigen Schiedsgericht, das von den jeweiligen Parlamenten zu gründen ist, offiziell dokumentiert und registriert werden. Und nach jeder zweiten, dritten oder vierten folgt dann die Sanktion. So wie im Sport. Am besten eine Sperre, über die genauen Strafen müssten sich Praktiker Gedanken machen, Geldstrafe, Zeitstrafe, vollständiger Ausschluss, alles ist denkbar. Wieso sollte ein Volk unbegrenzt Lügen und Falschaussagen von seinen Vertretern ertragen müssen, ohne dass dies Konsequenzen für diese hat? Dies ist absurd. Hart durchgreifen, das ist schließlich auch das, was Leute wie Trump stets fordern. Hier ist es dringend nötig.

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collapsar 21.08.2019, 15:02
3. Bewältigung

Die These zur scheiternden Bewältigung der verbalen Eskalationsstrategie scheint mir zu kurz gegriffen:

1.)
Die Perversionen der Trumpschen Art von Politik müssen nicht zu jeder Zeit präsent sein, solange sie zu kritischen Zeitpunkten mit angemessener Einordnung ( also die Behandung von Flüchtlingskindern vor dem Erwerb Grönlands) prsentiert werden. Eine Aufgabe der Medien.

2.)
Die Grönland-Farce im Speziellen scheint mir alles andere als harmlos, zeigt sie doch ein demokratieverachtendes imperialistisches Politikverständnis, das die Interessen von Individuen und Bevölkerungsgruppen zugunsten monetärer und militärstrategischer Vorteile ignoriert - also den Kern einer Agenda à la Trump.

Ansonsten (leider) mal wieder sehr treffend analysiert. Ganz besonders sollten die US-Demokraten aufpassen, einen Sieg 2020 nicht durch die Aufgabe von Seriosität zu gefährden.

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zorngibel 21.08.2019, 15:04
4.

Viel Wahres, ein wichtiger Text. Es bleibt die Frage, was „Wir“ (das „Publikum“ - das seine Informationen ausschließlich durch den Medien-Filter bezieht) und vor allem „die Medien“ - um nicht zu sagen die „Leitmedien“ - daraus lernen. Manchmal denke ich, dass das „Publikum“ in diesen Punkten schon viel weiter ist, als Medien (und Politik) annehmen. Die Scheu, Dinge korrekt zu benennen, ist einerseits nachvollziehbar, weil sonst schnell der Weg in eine völlige Enthemmung gebahnt würde. Andererseits wäre das - natürlich verantwortungsvoll und einordnend umgesetzt - in Zeiten wie der jetzigen sehr wichtig (die Gründe benennt der Text sehr gut).

Ansonsten: ich hätte Interesse, Florida käuflich zu erwerben. Wohin muss ich mich wenden?

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KaWeGoe 21.08.2019, 15:06
5. Man muss nicht über jedes Stöckchen springen, das Mr. Trump ...

... uns hinhält. Es ist offensichtlich seine Strategie Abstruses, Verstörendes raus zu hauen, sobald ihm ein Thema gefährlich wird.

... und die Welt, samt Profi-Journalismus tut ihm den Gefallen.
Wir sollten 90 % der Äußerungen Trumps schlicht ignorieren !

Bei dem Müll, den dieser Mensch absondert, sollte man sich auf die wichtigen und wirklich relevanten Dinge (Klimawandel, Handelstreit, Zündelei im Nahen Osten) konzentrieren.
Diese Themen sind so ergibig, dass man immer einen Pfeil dazu im Köcher haben muss, um nach einem Trumpchen Ablenkungsmanöver á la Grönland sofort wieder die Aufmerksamkeit auf die relevanten Themen zu lenken.

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ratlosinberlin 21.08.2019, 15:09
6. Das Spektakuläre schlägt das Schlimme

Danke für diesen Kommentar. Auch er beweist, dass man das Phänomen Trump völlig zu Recht mit vielen sehr negativen Attributen versehen kann. Nur wirklich dumm ist er nicht. Er spielt die Klaviatur der sozialen Medien außerordentlich geschickt und wir alle fallen darauf rein. Aus meiner Sicht gibt es nur eine Möglichkeit. Die Twitterei ignorieren und über die reale Politik berichten. Die ist schlimm genug. Das gilt nicht nur für die Medien. Die Politiker allerLänder müssen diesem Menschen deutlich widersprechen und alle Kanäle nutzen, auch den Republikanern klar zu machen, dass der außenpolitische Schaden den diese Person anrichtet ungleich größer ist als der Nutzen z.B. durch die Ernennung ein paar konservativer Richter.

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brotfresser 21.08.2019, 15:13
7. Trump und die Abgeordneten Rashida Tlaib und Ilhan Omar

in einem Artikel gleich zu stellen, ist schon sehr fraglich. Der eine zeigt krankhafte Züge, die Motivation der beiden Frauen ist nachvollziehbar - auch wenn nicht jeder zustimmen kann. Was Lobo unter "antiisraelischen Bias" versteht, ist mir auch unklar. Ist Kritik an der POLITIK der israelischen REGIERUNG, die z.B. durch Korruption auffällt und durch eine gnadenlose Sielungspolitik, nicht zulässig. Offensichtlich ist Sascha Lobo auch für eine Regulierung öffentlicher Medien in seinem Sinne. Seltsam.

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nerd.b 21.08.2019, 15:20
8. nur ein Vorwand

Trump wollte die Dänen überzeugen ihr Veto gegen die Ostseepiline einzulegen. Offenbar hat man frühzeitig erkannt, dass die Dänen da nicht mitziehen wollen. Eine Ablehnung der Dänen hätte Trump als persönliche Kränkung empfunden. Er hat dann einen Vorwand gesucht und gefunden um nicht nach Dänemark fahren zu müssen.

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Bernd S 21.08.2019, 15:22
9. Ist das Strategie?

Das ist eine gute und aus meiner Sicht zutrffende Beobachtung.

Für mich bleibt die Frage: Geht Trump absichtlich und bewusst so vor? Verursacht er absichtlich immer eine neue Ablenkung und einen neuen, größten Skandal? Oder ist das einfach völliges Unvermögen? Kann er gar nicht anders? Wollte er wirklich Grönland kaufen?

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