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Trumps Ablenkungsmanöver: Wir verlieren den Kampf um unsere Köpfe
Andrew Harrer/ POOL/ EPA-EFE/ REX

Erst Kinder in Käfigen, dann Grönland: Donald Trump eskaliert immer weiter, bis die Menge der Monstrositäten nicht mehr zu bewältigen ist - und die mediale Mäßigung trägt zur Verwirrung bei.

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Pragmatiker 307 22.08.2019, 16:45
160.

Zitat von AWolf
WIE BITTE: ich kann allüberall nur mediale Eskalation sehen - inkusiven dieser Kolumne! Jemandem, der in mein Land einbricht, keine gehobene Kost & Logie zu gewähren, sondern vielmehr sofort abzuweisen, ist eben keine "faschistische, rassistische, vollkommen unmenschliche Behandlung" - ebenso wenig ist Stephen Miller ein "Rassist", weil er etwa Kinder von Illegalen Migranten trennt (wie ja bei jedem anderen Straffälligen auch!) und natürlich daran hindert, unterzutauchen: nur, weil diese Straftäter nicht weiss sind, die Verfolgung und Ahndung ihrer Straftaten als "rassistisch" zu verdammen, IST SELBER RASSISTISCH! Genauso wie die Unterstellung, für Miller zähle nur das "weisse Amerika" - selbst wenn das stimmen würde, so entlarvt die Nicht-Verfänglichkeit des gegensätzlichen Vorwurfs den linken Rassisten, das für jemanden nur das nicht-weisse Amerika zählt! Im Sinne einer "medialen Mässigung" sollte der Autor mit gutem Beispiel vorangehen und seine Ismen etwas weniger inflationieren!
Manchmal überfällt mich ein Wunschtraum: Alle "Flüchtlinge -sind-Verbrecher"-Vertreter einfach mal mit dem Fallschirm in deren Herkunftsländern abzusetzen und sie bei jedem Grenzübertritt genauso zu behandeln, wie es vielfach heute passiert. Die einzige Chance, sie vielleicht zur Besinnung zu bringen.
Nicht, dass ich für einen ungeregelten Zuzug wäre, aber ein bisschen Menschlichkeit sollte vielleicht noch übrig bleiben.

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tobilechat 22.08.2019, 17:14
161.

Zitat von RogerB
Es will mir nicht so recht in den Kopf, warum die Manager eines ganzen Landes - anders als die Manager von Unternehmen - nicht pflichtmäßig eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung abschließen müssen (D & O). Nach dem zweiten oder dritten Großereignis, bei dem der jewe. Politiker seinem Land einen irrwitzigen Schden zufügt wäre wohl kein Versicherer mehr bereit den Spinner zu versichern. Dann wär's aus mit der Politiker-Karriere. Dabei meine ich nicht nur Trump, der spielt sicher außer Konkurrenz, sondern auch alle anderen Politiker der demokratischen Länder. Derzeit kann jeder Politiker ohne jedes persönliche Risiko seine ganze Vorlkswirtschaft abschießen - und wir noch wiedergewählt. :(
Managerhaftung gibt es ja wohl auch nur im Reich der Fabel, oder kennen sie viel Verträge von Managern mit Konzernen, die keinen Golden Handshake in Millionen- oder gar Milliardenhöhe vorsehen?.

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tmattm 22.08.2019, 17:49
162. Wo findet Lobo die Tendenz zur Mäßigung

denn in den Medien? Die Zeitungen, Blogs usw. die ich kenne, sind geprägt von reißerischen, aufmerksamkeitsheischenden Schlagzeilen. Da sperrt ein herzloser böser Trump persönlich alle mexikanischen Kinder in Käfige, da erfindet ein rassistischer Lügen-Trump einen Flüchtlingtstrek, der auf die amerikanische Grenze zusteuert, da will ein irrer Trump Grönland kaufen. Wo sind denn die gemäßigten Medien die schreiben: "Die Käfige stammen noch aus Obama-Zeiten und wurden schon von der Obama-Regierung mit Kindern befüllt ( https://www.businessinsider.de/migrant-children-in-cages-2014-photos-explained-2018-5?r=US&IR=T ). Lasst uns mal die amerikanische Flüchtlings-/Migrationspolitik des letzten Jahrzehnts diskutieren.."? Wo der Hinweis, dass es den Flüchtlingstrek wirklich gab und Grönland nicht der erste Landkauf der USA wäre? Wir sehen, dass hier mehr Mäßigung eine kontextuale Einordnung ermöglichen und Trump entdemonisieren könnte. Es ist die aktuelle ultraschnelle Berichterstattung deren Hysterie Trump unnötige Pubilcity gibt.

Und nein, Herr Lobo, wir verlieren nicht einfach unsere Köpfe - viel schlimmer: wir verlieren die politische Mitte darin. Heute können haben wir auf der einen Seite rechte Parteien im Bundestag (CSU, AfD), die mit erschreckender Selbstverständlichkeit fremdenfeindliches Gedankengut in alle Kammeras kübeln, auf der anderen Seite eine völlig abgehobene identitätspolitische Linke, die allem, was nicht in ihr Weltbild passt, mit der unheiligen Trinität (Rassismus, Sexismus, Homophobie) labeln (In den USA ist das richtig extrem, da hat z.B. die "Alles Rassisten außer wir"-Haltung seiner Studenten das Evergreen Collage gleich mal 33 Mio Dollar in nur einem Rechtstreit mit einer Bäckerei gekostet).

Wer hier gewinnt ist der Neoliberalismus, denn in einer so gespaltenen Gesellschaft mit einem omnipräsenten Trump (als wahlweise Erlöser oder Teufel) vergessen wir nur zu gerne, dass wir immernoch einen gigantischen Niedriglohnsektor haben, dass Griechenland immernoch pleite ist und wir immernoch von Geheimdiensten massenhaft überwacht werden.

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pygmy-twylyte 22.08.2019, 17:55
163. Ablenkungsmanöver Teil der Trumpschen Strategie

Zum Kommentar Nr. 100 von "The Independent": Insbesondere die linksliberalen Medien in Deutschland lassen kein gutes Haar an Donald Trump und machen aus einer Banalität eine Sensation. Wer bei Google "Idiot" eingibt, bekommt Bilder von Trump zu sehen. In diesem und anderen Foren zum Thema Trump wird dieser als unberechenbarer, empathieloser, menschenverachtender, rassistischer, sexistischer, kulturloser, dumpfbackener, plumper Dampfplauderer, Clown, "Vollpfosten", Psychopath oder Soziopath bezeichnet, und er sei unfähig, die engen Verflechtungen und Zusammenhänge zum Beispiel in Bereichen wie Wirtschaft und Umwelt in dieser globalisierten Welt zu begreifen, und generell sei er auch unfähig, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Als Geschäftsmann sei er wenig erfolgreich gewesen. Selbst wenn dies alles oder wenigstens zum Teil zutreffen sollte, ist es in meinen Augen doch sehr bemerkenswert, dass er sich trotz der ihm zugeschriebenen negativen Eigenschaften und alltäglichen Entgleisungen und Ungeheuerlichkeiten, die er sich leistet bzw. die ihm unterstellt und zur Ungeheuerlichkeit aufgebauscht werden, bei seinen Anhängern großer Beliebtheit erfreut. Der Genauigkeit halber sollte in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, dass nur einem Teil seiner Anhänger die Attribute "weiß", "rassistisch", "abgehängt", "hinterwäldlerisch" zugeschrieben werden können. Letztlich scheinen nicht wenige Amerikaner aus recht unterschiedlichen Gründen die Politik dieses Mannes gut zu finden, sei es sein in den Mittelpunkt seiner Politik gestelltes Bekenntnis, Amerika wieder groß zu machen, sei es im Handelsstreit mit China und Europa, deren Wirtschaftspolitik er als unfair gegenüber Amerika geißelt, sei es seine Haltung in der Migration. Es ist die Art und Weise, wie er Politik kommuniziert, die das Land spaltet und seine Kritiker auf die Palme bringt und dazu veranlasst, ihn als narzisstisch und selbstherrlich, plump oder auch menschenverachtend zu empfinden. Ich habe in meinem Beitrag Trump als mit allen Wassern gewaschenen rabiaten Machtmenschen zu skizzieren versucht, und ich warne davor, ihn zu unterschätzen, bin ich doch überzeugt davon, dass dieser Mann sehr wohl weiß, was er sagt und was er tut. Hinter allem scheint eine - allerdings nur schwer erkennbare - Strategie zu stecken. Ablenkungsmanöver gehören zu dieser Strategie.

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thomasfriedrich1 22.08.2019, 18:00
164. Wir verlieren den Kampf um die Köpfe

Sascha Lobo hat einen aussagekräftigen Artikel geschrieben.
Donald Trump ist sicher in seinem Agieren sehr eratisch. Trotzdem
scheint sich die Welt sehr differenziert zu entwickeln. Das muß man nicht unbedingt immer als gut empfinden. Bisher hat sich im Sinne eines dialektischen Herangehens aber meist doch noch eine Lösung entwickelt. Sascha Lobo wird insofern geduldiger werden müssen; das wird schon werden. In der Ruhe liegt die Kraft, wie die Nochkanzlerin ihr Lebensmotto zu umreißen pflegt.

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kestrel2 22.08.2019, 18:25
165. Schattenboxen, Wortrauch und monumentales Theater

"Kampf" wie "Köpfe" werden gerne mal grob überschätzt.

Aber das können Intellektuelle in ihrer Öffentlichkeitsbubble nur schwer verstehen. Also ihre eigene Unwichtigkeit, ihre Unbedeutendheit. Den reinen Unterhaltungscharakter ihres Tuns.

Liest man Texte wie die von Sascha Lobo regelmäßig, kann man ernsthaft glauben, es ginge da um irgendetwas von Belang. In Wirklichkeit ist es reine Beschäftigungstherapie. Genausogut oder genausoschlecht kann man irgendeine Netflix-Serie schauen.

Um solche Sinnlosigkeitsgefühle zu verdrängen, inszenieren Intellektuelle dann gerne irgendwelche, völlig austauschbare "Kämpfe um unsere Köpfe". Das fühlt sich dann irre wichtig an. Aber es ist eben nur Theater. Nach der Inszenierung ist nichts anders als vorher. Nicht in der realen Welt, in der die Menschen leben, die sich etwas weniger um Öffentlichkeiten scheren. Die vielleicht nicht mal von den vermeintlich gar so wichtigen "Schlachten" wissen, die da um ihre "Köpfe" geschlagen werden.

Die Realpolitik findet derweil woanders statt, abseits von allen sehr begrenzten öffentlichen Aufmerksamkeiten.

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shrufu 22.08.2019, 18:49
166.

Trennt man Trump geistig von seinen Amt als potus, seinen Geld etc... wie würde man ihn und seine einzelnen Aussagen wohl dann bewerten und darauf reagieren? Ich glaube das ist ein Blick den man nicht so schnell vergisst.

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kakophoniephobie 22.08.2019, 21:01
167. Trump gilt vielen als Hoffnungsträger

Zu Nr. 163: Der Mensch neigt in unterschiedlicher Ausprägung zu Voreingenommenheit, Vor- und Pauschal-Urteilen, Ressentiments, Schubladendenken. Das hat den Vorteil, sich mit dem Denken und Handeln bzw. der Andersartigkeit eines Menschen nicht näher auseinandersetzen zu müssen. Der Nachteil besteht darin, dass man diesem abgestempelten, stigmatisierten Menschen nicht gerecht wird: einmal böse - immer böse. Dieses unseren Horizont einengende Denken spaltet anstatt zu verbrüdern und ist nicht nur im Hinblick auf Menschen vom Schlage eines Donald Trump gefährlich, weil ihm bei allem was er tut alles Mögliche, nur nichts Gutes unterstellt wird. Und macht man es sich nicht zu leicht, Trump als empathielosen Soziopathen abzuqualifizieren, als behandlungsbedürftigen Menschen also? Sascha Lobo schreibt von Ablenkungsmanövern, deren Trump sich regelmäßig bedient, um von brenzligen Situationen, in die er gerät, abzulenken. Ist das nicht ein Zeichen von Cleverness? Und sind Ablenkungsmanöver ein Alleinstellungsmerkmal von Trump, oder greifen nicht auch andere Politiker mehr oder weniger geschickt zu dieser Taktik? Ist es in Wirklichkeit nicht so, dass Trump ein Symptom dieser an radikalen Verwerfungen und komplexen Herausforderungen überforderten und deswegen zutiefst verunsicherten Welt ist und gleichzeitig, zumindest seinen Anhängern, als ein mit unkonventionellen Mitteln agierender Mann (des Volkes!) gilt, der anders als seine Vorgänger den Mut aufbringt, Probleme des Landes zu benennen, sie anzupacken und zu lösen? Bei diesem erkennbaren Bemühen wird ihm von seinen Anhängern vieles verziehen, und nur allzu gerne wird er bei verbalen Entgleisungen in Schutz genommen, wird doch alles der einen Sache, dem einen Ziel, nämlich Amerika wieder großzumachen, untergeordnet.

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siclaro68 22.08.2019, 22:17
168. z.T. eskalierender Artikel

Unverständlich ist mir die Einleitung, welche drängt, die Medien müssten eine Position gegen Trumps Vorgehen finden! Nein, müssen sie nicht! Sie sollen berichten, was ist. Auch, daß viele Menschen sich gegen Intoleranz und Ignoranz einsetzen.

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The Independent 22.08.2019, 22:33
169.

Zitat von tmattm
Wo sind denn die gemäßigten Medien die schreiben: "Die Käfige stammen noch aus Obama-Zeiten und wurden schon von der Obama-Regierung mit Kindern befüllt . Lasst uns mal die amerikanische Flüchtlings-/Migrationspolitik des letzten Jahrzehnts diskutieren.."?
Businessinsider ist ja nun nicht gerade die Speerspitze der investigativen US-Presse, nicht wenige der Autoren liegen auf der Linie von Trump bzw. der republ. Partei.
Viele der Käfige wurden zwischen 2015 und 2016 gebaut, es gab aber auch davor gesicherte Einrichtungen. Die wurden größtenteils von der Bush-Regierung eingerichtet. Gelder für neue Käfige wurden nachweislich 2015 bewilligt, also auch unter Obama.

Aber SIe müssen dann auch erwähnen, dass unter Obama Kleinkinder eben nicht von den Eltern getrennt wurden. Nur Jugendliche und Kinder wurden aus Sicherheitsgründen von den Erwachsenen getrennt, um z.B. Übergriffe zu verhindern, tagsüber durften mitunter aber zurück zu den Eltern.
Alle Festgehaltenen konnten in Großräumen TV gucken.
Es gab damals keine Fälle, in denen amerikanische Staatsbürger oder Besitzer einer Aufenthaltsgenehmigung eingesperrt wurden, nur weil sie wie Flüchtlinge aussahen.
Unter Trump gibt es nun Fälle in denen Staatsbürger an der Grenze festgehalten werden, wobei ihnen wochenlang verweigert wird zu telefonieren, damit sie keine Beweisdokumente (Geburtsurkunden, etc.) von Bekannten oder Verwandten herbeischaffen können.

Es gibt kleine Betonbunker ohne Fenster oder Betten, in denen bis zu 15 Frauen untergebracht werden.
Einige Journalisten haben sich die "Trecks" an Mexikos Südgrenze (und weiter südlich in Zentralamerika) angesehen. Da sind keine Massen unterwegs gewesen, sondern zunächst nur einzelne Gruppen. Diese Gruppen haben sich später zu größeren Gruppen zusammengeschlossen - aus Sicherheitsgründen.
Die größten Gruppen umfassten hunderte Menschen, in einigen Fällen sogar 1 - 2.000 allerdings eben nicht als große homogene Gruppe, sondern eher als Kolonne.
Rechte Kreise und Reps haben dann Fotos so arrangiert, dass der Verdacht nahe lag, dass dort 20-30.000 Menschen pro "Treck" unterwegs wären.

Außerdem gab es ab 2017 mehrfach sogenannte "Caravans", die von Aktivisten organisiert wurden, um auf die Not und Gewalt in Zentralamerika aufmerksam zu machen. In dieser großen Ansammlung, die aber eine Demonstration war, befanden sich neben Flüchtlingen aber vor allem sehr viele Fahrzeuge aus den jeweiligen Ländern, die aber nur an der Demonstration teilnahmen.

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