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Überraschung in Straßburg: EU-Parlament bremst Urheberrechtsreform aus
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Die Debatte um ein neues Urheberrecht geht in die Verlängerung: Das Plenum des EU-Parlaments weigert sich, die Pläne in der bisherigen Form voranzutreiben. Netzaktivisten jubeln, Verlage und Künstler ärgern sich. Der Überblick.

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throwaway 05.07.2018, 13:15
10. Ein erster Schritt

... hin zu einem hoffentlich dauerhaften Tod dieses fürchterlichen Konstrukts, das ganz offensichtlich von Menschen geschrieben wurde, für die das Internet auch 2018 noch Neuland ist. Um die Profite großer Verlage und Rechteinhaber zu schützen, wird hier versucht die Zeit zurückzudrehen und in eine Welt zurückzufinden, in der die Beziehung Anbieter-Kunde eine lineare Abhängigkeit war. Hierbei trifft das neue Gesetz nicht einmal die großen amerikanischen Konzerne, die vermutlich entstehende Kosten und Aufwand abfangen könnten, sondern vor allem die vielen kleinen Blogs und Webseiten, die schlicht und ergreifend verschwinden werden, weil sich Ihre Betreiber das Rechtsrisiko nicht leisten können und wollen.

Ich hoffe, der deutsche Wähler schaut bei der kommenden Europawahl einmal genau hin, welche Parlamentarier da eigentlich seine Interessen vertreten haben, oder welche sich offenbar lieber von den großen Verlagen aushalten lassen und ihre Wähler als notwendiges Übel ignorieren.

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burlei 05.07.2018, 13:16
11. @bitte.was, #1

Zitat von bitte.was
hat eine solche Abstimmung während der WM stattgefunden und es wurde im Vorfeld auf kaum einem öffentlichen Medium darüber berichtet. Deshalb grenzt es fast an ein Wunder dass der Antrag abgelehnt wurde. Liebes SPON Team: informiert doch eure Leser bitte in Zukunft etwas früher über eine so wichtige Entscheidung.
Schließe mich meinem "Vorschreiber" @blurps11 an. SPON schrieb z.B. in diesem Artikel vom 27. Januar 2018 was dazu.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/eu-urheberrechtsreform-widerstand-gegen-problematische-upload-filter-a-1189968.html

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~JB~ 05.07.2018, 13:31
12. Verwandte Artikel

Zitat von bitte.was
Liebes SPON Team: informiert doch eure Leser bitte in Zukunft etwas früher über eine so wichtige Entscheidung.
Auch SPON hatte bereits länger zu diesem Thema geschrieben, siehe Verwandte Artikel bei diesem Artikel. Augen auf, auch im Internet.

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jj2005 05.07.2018, 13:44
13. Tod der kleinen Plattformen?

Zitat von Velociped
Es gibt viele plakative Beispiele, warum Linktax und Uploadfilter die Meinungsfreiheit deutlich negativ beeinflusst hätten. Von Leaks, die dann leicht über die Registrierung als urheberrechtlich geschützte Werke gestoppt werden könnten bis hin zum Tod der kleinen Plattformen.
Das liesse sich technisch durchaus regeln, z.B. indem man das Gesetz erst ab einem bestimmten Up- und/oder Downloadvolumen greifen lässt (sorry, YouTube). Man muss es nur wollen.

Andere Variante: Flatrates gesetzlich verbieten, der Verbraucher zahlt nur sein Datenvolumen, es sei denn, Netflix macht es "kostenlos". Gaaanz schlimm für Streamer von nicht ganz so legalen Platformen, aber da Nachrichten eben hauptsächlich aus Text bestehen (wenige kBytes), kommen SPON-Nutzer mit ein paar Cents pro Monat davon.

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muellerthomas 05.07.2018, 14:02
14.

Zitat von bitte.was
hat eine solche Abstimmung während der WM stattgefunden und es wurde im Vorfeld auf kaum einem öffentlichen Medium darüber berichtet.
Mit kaum meinen Sie dann wohl nahezu überall und mehrmals pro Woche.

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spindizzy 05.07.2018, 14:09
15. Der Urherberrechts-Zombie

wird wiederkommen, da sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Die Verschiebung der Bevorteilung hin zu den Inhaltsanbietern und weg von ihren (zahlenden) Kunden wird weitergehen. Bereits jetzt ist für einen, man muss es ausdrücklich sagen - ehrlichen Käufer - die Schmerzgrenze der Entrechtung erreicht. Warum eigentlich sollte man eine CD, DVD, BluRay oder ein Konsolenspiel neu kaufen und damit Geld in die Kassen gerade der Unternehmen wandern lassen, die aktiv das Urheberrecht zuungunsten des Käufers verschlechtern. Da macht es schon mehr Sinn, ist inzwischen "ethisch" korrekter - Stichwort Kampf gegen die Wegwerfgesellschaft - und zudem preiswerter, wenn man man Medien nur noch gebraucht kauft. Und als kleiner Nebeneffekt wird der Urheberrechts-Verschärfungs-Lobby-Sumpf auch noch finanziell ausgetrocknet.

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frietz 05.07.2018, 14:12
16.

Zitat von jj2005
Das liesse sich technisch durchaus regeln, z.B. indem man das Gesetz erst ab einem bestimmten Up- und/oder Downloadvolumen greifen lässt (sorry, YouTube). Man muss es nur wollen. Andere Variante: Flatrates gesetzlich verbieten, der Verbraucher zahlt nur sein Datenvolumen, es sei denn, Netflix macht es "kostenlos". Gaaanz schlimm für Streamer von nicht ganz so legalen Platformen, aber da Nachrichten eben hauptsächlich aus Text bestehen (wenige kBytes), kommen SPON-Nutzer mit ein paar Cents pro Monat davon.
Flatrates gesetzlich verbieten? Ernsthaft?
Gucken sie sich doch mal einige Webseiten an. die bestehen zum größten Teil aus Werbung, die blinkt, glitzert und Zeug im Hintergrund abspielt. Wenn Flatrates verboten werden sollen, wird es in der Werbebranche ein Aufheulen geben, weil sich niemand sein Volumen durch Werbung aufzehren lassen will. Dann darf sich jeder User etliche adblocker, scriptblocker, etc. installieren, wenn es bis dahin noch legal ist.

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jj2005 05.07.2018, 14:42
17. Flatrates gesetzlich verbieten!

Zitat von frietz
Flatrates gesetzlich verbieten? Ernsthaft? Gucken sie sich doch mal einige Webseiten an. die bestehen zum größten Teil aus Werbung, die blinkt, glitzert und Zeug im Hintergrund abspielt. Wenn Flatrates verboten werden sollen, wird es in der Werbebranche ein Aufheulen geben, weil sich niemand sein Volumen durch .....
Da haben Sie 100% recht! Und gerade deshalb sollte nach Volumen abgerechnet werden, und ja, die Werbebranche soll heulen zum Herzerweichen, ist mir schnuppe. Vielleicht hört dann der nervige Schwachsinn mit den Werbefilmchen endlich mal auf. Statische Werbung funktioniert auch, kostet nur ein paar kBytes und ist hundertmal augenfreundlicher.

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bitte.was 05.07.2018, 14:45
18.

Zitat von blurps11
Hat SpOn mehrfach getan. Lesen müssen Sie aber schon noch selbst.
Ich bin mehrfach täglich auf SPON unterwegs, abgesehen von einem Beitrag ende Juni, nachdem das Gesetz von den EU-Abgeordneten durchgewinkt wurde, habe ich davon hier noch nichts gelesen. Im Vergleich zur Royal Wedding, die tagelang die halbe Startseite gefüllt hat, ist es allerdings doch ein relativ wichtiges Thema über das man durchaus öfter mal informieren könnte

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aju30780 05.07.2018, 15:10
19. @jj2005

Zurück in die Vergangenheit? Ist das Ihr Ernst? Volumentarife sind alles, nur nicht mehr zeitgemäß. Welchen gewichtigen "Vorteil" sehen Sie darin, daß Rad wieder in die Steinzeit des Internets zurück zu drehen? Gerade in Deutschland hinken wir doch vielen Ländern in Sachen Abdeckung/Verfügbarkeit und Kosten weit hinterher. Glauben Sie ernsthaft, daß es dadurch besser wird?

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