Forum: Netzwelt
Überraschung in Straßburg: EU-Parlament bremst Urheberrechtsreform aus
AWL Images/ Getty Images

Die Debatte um ein neues Urheberrecht geht in die Verlängerung: Das Plenum des EU-Parlaments weigert sich, die Pläne in der bisherigen Form voranzutreiben. Netzaktivisten jubeln, Verlage und Künstler ärgern sich. Der Überblick.

Seite 4 von 4
frietz 06.07.2018, 08:27
30.

Zitat von jj2005
Die Infrastruktur für die Gigabyte-User muss von irgendjemand bezahlt werden, egal ob Flatrate oder Volumentarif. Der gewichtige Vorteil für mich wäre, dass ich selten streame, und deswegen Internet praktisch umsonst hätte, weil eben die Streamer mehr zahlen müssten. Logisch, oder? Ach übrigens: Wie halten Sie's mit Flatrate für Strom, Gas, Lebensmittel? Sind die "Volumentarife" da auch "Steinzeit"? Bin jetzt echt neugierig ;-)
Strom, Gas, Lebensmittel sind VERBRAUCHSGÜTER.
Daten eben nicht. Deshalb ist es ja so einfach, eine Flat zu machen.
Ich bezahle für meinen Anschluss relativ viel Geld.
Wenn es keine Tarife für Wenignutzer gibt, ist das nicht das Problem der Kunden, sondern der Anbieter. Gab es nicht vor kurzem den Versuch, Volumentarife wieder verstärkt anzubieten, was ein Reinfall war?
Ich hätte nichts gegen eine Strom- oder Lebensmittelflatrate. Kommt nur auf den Preis an.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jj2005 06.07.2018, 09:24
31. Daten sind keine Verbrauchsgüter??

Zitat von frietz
Strom, Gas, Lebensmittel sind VERBRAUCHSGÜTER. Daten eben nicht. Deshalb ist es ja so einfach, eine Flat zu machen.
Unsinn. Die Infrastruktur für die Datenübertragung muss bereitgestellt werden - und das ist im Mittel teurer, wenn mehr Daten übertragen werden. Die Daten selbst werden nicht vom Provider, sondern von den Webseitenbetreibern bereitgestellt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
benmartin70 06.07.2018, 09:36
32.

Zitat von jj2005
Die Infrastruktur für die Gigabyte-User muss von irgendjemand bezahlt werden, egal ob Flatrate oder Volumentarif. Der gewichtige Vorteil für mich wäre, dass ich selten streame, und deswegen Internet praktisch umsonst hätte, weil eben die Streamer mehr zahlen müssten. Logisch, oder? ......
Der Vergleich hinkt, wie fast alle Vergleiche.
Also müssten auch alle Pendler mehr zahlen als diejenigen die einen kürzeren Arbeitsweg haben oder nicht mit dem kFZ zur Arbeit kommen?
Nein die Mineralölsteuer ist nicht zweckgebunden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
t.kerkhoff 06.07.2018, 10:38
33. Bei dem Entwurf hätte kaum jemand etwas gewonnen, aber alle verloren

Das Urheberrecht gehört reformiert und Urheber gehören gerecht entlohnt, aber federführend waren hier die Rechteverwerter, die sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben, wenn es um gerechte Entlohnung geht. Redakteure sind notorisch schlecht bezahlt, Künstler werden von GEMA, VG-Wort und anderem mit ihren intransparenten Verteilerschlüsseln verarscht und am Ende bekämen jene die jetzt schon am meisten davon profitieren ein bisschen mehr und der große Teil der Urheber wird den Unterschied nicht einmal merken.

Aber nicht nur an der Stelle hapert es: Auf der einen Seite wird schnell eingeknickt: z.B. die Verleger gegenüber Google News, wobei Google und FN durchaus imstande wären, entsprechende Filter zu implementieren. Auf der anderen Seite wird abgemahnt: Kleine Startups/Newsaggregatoren, Blogs und Foren die entsprechende Filterung nicht leisten können, machen dann eher dicht, bevor wir jemals die Hoffnung haben können, dass echte alternativen zu Google und Co. entstehen können.

Und zu guter Letzt: Der Bürger. Der es sich in Zukunft gefallen lassen muss, dass z.B. seine E-Mails auf Zitate aus Kunst und Kultur gefiltert werden, denn auch das Abschicken einer Mail ist nur ein Upload. Selbst ein Telefonat ist heutzutage (meist über Voip geregelt) ist kaum etwas anderes, also besser nicht das Radio im Hintergrund laufen lassen, wenn man am Handy spricht.

Totalüberwachung, vollbracht von KIs die nur wenige Forscher überhaupt durchschauen, basierend auf Filter-Datenbanken die keinerlei demokratischer Kontrolle unterliegen. Wenn dass nicht zum Missbrauch und zum Ende des öffentlichen Diskurses einlädt...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hansu 06.07.2018, 11:21
34. Hoffnungsschimmer

Diese Entscheidung gibt uns ein klein wenig wertvolle Zeit, um dem Parlament und der Kommission die absurden wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen des Entwurfs klarzumachen. Es geht hier nicht um "Künstler gegen Konzerne" sondern um "Großverlage gegen Internetdemokratie und Informationsgesellschaft".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 4