Forum: Netzwelt
Überwachung: Datenschützer fordern Kehrtwende der Bundespolitik

Die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder fordern vom neuen Bundestag einen Neustart im Datenschutz. Neben Themen wie Vorratsdatenspeicherung, Onlinedurchsuchung und Videoüberwachung verweisen die Datenschützer auch auf andere Bereiche - etwa digitale Krankenakten.

laelius 09.10.2009, 16:30
1. Paranoia versus Selbstbewusstsein

In vielen Punkten gehe ich mit dem Datenschutz konform, jedoch nicht in der Vorschrift, seine Daten bis auf das Messer zu schützen, denn das grenzt an und fördert paranoides Verhalten.

Zitat:
In sozialen Netzwerken geben Nutzer nach Ansicht der Beauftragten sorglos persönliche Angaben preis. "Das Netz vergisst nichts, und irgendwann rächt es sich", warnte der Bremer Datenschützer Jörg Klingbeil.

Das Netz mag vielleicht nichts vergessen, aber solange ich weiss, wer ich bin, und auch den Mut habe, zu mir zu stehen als der Mensch, der ich bin, was ist dann zu befürchten, wenn man ein paar seiner privaten Daten veröffentlicht? Muss ich mich vor mir selbst verstecken?
Schon allein die TKV schreibt vor, dass man bei Inhaberschaft einer Internet-Domain und Homepage sämtliche Daten in seinem Impressum offen legen muss. Soll das auch verboten werden?

Was den Schutz sensibler Daten, z.B. den Krankendaten anbelangt, so bin ich natürlich dafür, diese z.B. nicht auf Chipkarten zu speichern, die jeder einlesen könnte, der über das nötige Know-How dafür verfügt.

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stonie 09.10.2009, 19:40
2. titel

Zitat von laelius
Das Netz mag vielleicht nichts vergessen, aber solange ich weiss, wer ich bin, und auch den Mut habe, zu mir zu stehen als der Mensch, der ich bin, was ist dann zu befürchten, wenn man ein paar seiner privaten Daten veröffentlicht?
hängt davon ab, welche privaten daten. vor- und nachname sowie geburtsdatum reichen oft schon aus, um zB onlinevertrage/bestellungen etc. abzuschließen. photos -besonders in den sog. social networks - können missbraucht werden und werden missbraucht. der jüngste bericht darüber, dass mittlerweile 50% aller personaler bei bewerbern die üblichen netzwerke checken, muss hinsichtlich des eigenen "öffentlichkeitsprofils" nicht weiter kommentiert werden.
kein mensch würde sich zB an die eigenen haustür oder ins auto irgendwelche privaten photos oder seine adressdaten hängen und da sehen es nur die nachbarn...

grad im netz sollte man wirklich äusserst vorsichtig mit den eigenen daten, photos, veröffentlichungen usw. umgehen.
mir fallen spontan dutzende beispiele dafür ein. noch wichtiger sind aber all die möglichkeiten, auf die bisher evtl. noch niemand gekommen ist... eines ist nämlich nicht diskutierbar: das netz vergisst nichts!

Zitat von
Schon allein die TKV schreibt vor, dass man bei Inhaberschaft einer Internet-Domain und Homepage sämtliche Daten in seinem Impressum offen legen muss. Soll das auch verboten werden?
das ist allerdings m.E. ein problem. jemand, der eine zeitung vertreibt, muss ja auch nicht seine privaten daten auf jeder zeitschrift preisgeben. hinsichtlich des impressums bei sites von privatpersonen würde ich auf jeden fall dafür pledieren, diese pflicht umzuwandeln. die entsprechenden daten können ohnehin von der denic etc. bei bedarf angefordert werden. hier sollte eine öffentlich körperschaft dies verwalten und anfragen selbstverständlich dokumentieren, um potenziellen missbrauch später nachvollziehen zu können...

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mikeu 09.10.2009, 20:20
3. Auch bei Zeitschriften ist Impressum Pflicht

Zitat von stonie
das ist allerdings m.E. ein problem. jemand, der eine zeitung vertreibt, muss ja auch nicht seine privaten daten auf jeder zeitschrift preisgeben. hinsichtlich des impressums bei sites von privatpersonen würde ich auf jeden fall dafür pledieren, diese pflicht umzuwandeln. die entsprechenden daten können ohnehin von der denic etc. bei bedarf angefordert werden.
Wenn du eine Zeitschrift als Privatmann heraus gibst, musst du auch eine ladungsfähige Anschrift angeben - und nicht nur auf einer sondern auf allen Zeitschriften. Genau das fordert die Impressumspflicht. Wenn du Infos nach aussen gibst ist das doch völlig ok.
Ich denke, wenn dem Inhaber einer Site klar ist, dass er für seine eventuell beleidigenden Äusserungen schnell greifbar gemacht wird, überlegt er sich dies. Bestes Beispiel sind anonyme Foren: da wird häufig beleidigt.

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Extremophile 09.10.2009, 21:20
4. Und das Kinderpornographie-Zensurgesetz?

Keiner weiß so recht, ob das Ding jetzt mit der neuen Legislaturperiode weg ist oder nicht.

Ich habe erst vor wenigen Tagen selbst erlebt, was es heißt unschuldig auf eine Sperrliste zu kommen, und da ging es nur um E-Mails. Und wie hilflos man dasteht, wenn man dann über Callcenter versucht, den Fehler aufzuklären.

Aber welchen Rufschaden bereits ein unbelegter Vorwurf wegen Kinderpronographie auslösen kann, haben ja SPD und Staatsanwaltschaft im Fall Jörg Tauss gezeigt.

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rangifer 09.10.2009, 21:50
5. e-Card

Hallo Laelius,

Zitat von laelius
Was den Schutz sensibler Daten, z.B. den Krankendaten anbelangt, so bin ich natürlich dafür, diese z.B. nicht auf Chipkarten zu speichern, die jeder einlesen könnte, der über das nötige Know-How dafür verfügt.
Irrtum, die meisten meinen eben, dass die Krankheitsdaten auf der Karte gespeichert werden , dem ist aber nicht so (ausgenommen der Notfalldaten wie Blutgruppe, Allergien etc.)
Deine Krankheitsakte lieg nämlich später auf irgendwelchen Servern die am Internet angeschlossen sind.
Rate mal, was passiert, wenn die Server gehackt würden und
sämtliche Krankheitsakten irgendwo im Internet veröffentlicht würden.

Ich glaube dann werden manche Leute es schwer haben, bestimmte Versicherungen abzuschliessen, oder einen neuen Arbeitsplatz zu bekommen :-(

also http://www.stoppt-die-e-card.de/

mfg
Rangifer

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Rainer Daeschler 09.10.2009, 22:41
6. Sperrliste

Zitat von Extremophile
Ich habe erst vor wenigen Tagen selbst erlebt, was es heißt unschuldig auf eine Sperrliste zu kommen, und da ging es nur um E-Mails. Und wie hilflos man dasteht, wenn man dann über Callcenter versucht, den Fehler aufzuklären.
Ohne Ihren Fall jetzt zu kennen, es waren sicher nicht Sie persönlich, die auf eine Sperrliste geraten ist, sondern der Mailserver Ihres Providers. Der ist dort hingelangt, weil andere Nutzer, meist unwissentlich, über ihn SPAM versendet haben. Er ist dann so lange gesperrt, bis die Mailserver-Betreiber, bzw. ihr Provider, die Quelle beseitigt und die Entsperrung veranlasst hat.

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cosmo72 09.10.2009, 23:22
7. Der Wahnsinn lebt - 1984 und schöne neue Welt!

Es wird laufen, wie so oft - wir bekommen erklärt - ein Gesetz schützt etwas/jemanden/ein Rechtsgegenstand/uns vor einem Übertritt - nur werden oft die Grenzen des Übertrittes soweit gesetzt und so ausgefeilt formuliert, dass es eigentlich nur Ungerechtigkeit, Überwachungsstaat, Sicherheitswahn und Kontrollstaat legitimiert - und nicht im Interesse des Bürgers oder seiner Rechte ist!

Beispiele: Lebensmittelkennzeichnung, Eu-Recht, Abmahnungsrecht , Baurecht unsw ....

aus der ZEIT: Indect – der Traum der EU vom Polizeistaat - Ein Forschungsprojekt soll Wege finden, Informationen aus dem Netz, aus Datenbanken und von Überwachungskameras zu verbinden – zu einem automatischen Bevölkerungsscanner.

Nur diesmal geht es um die Freiheit - waren Sie selbst, oder haben Sie Verwandte/Bekannte die, mal im Osten, in dem keiner die Absicht hatte eine Mauer zu errichten, festsaßen? Hätten die mal nicht in der Mehrheit so gnadenlos gepennt!!! SIND SIE WACH ?!

Rette Deine Freiheit!!!

googlen Sie mal Prager Frühling oder schauen hier was die in Kauf nehmen! - und fertig sieht das dann so aus

Auch Sie sind Terrorist lieber Leser!!!

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