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Überwachungsskandal: Mein Weg zum Ekel

Auch Wochen nach den Enthüllungen über die Überwachung des Internet durch Geheimdienste verhält sich die Bundesregierung weitgehend passiv. Wut reicht da nicht mehr aus, um die Gefühle eines Netzbewohners zu beschreiben.

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dekkers.e 23.07.2013, 12:58
1. Noch mehr Erstaunen

Jeder, der etwas mehr Ahnung von Internet und Software hat, wundert sich überhaupt nicht über die "Enthüllungen". Verwunderung besteht eher über die Aufregung und die Tatsache, dass Pseudo-Experten, Medien und Politiker so wenig Ahnung haben.

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musikimohr 23.07.2013, 13:01
2. Es ist der dritte Beitrag von Lobo

Es ist der dritte Beitrag von Lobo, den ich voll unterschreiben kann. Vorherige fand ich weniger interessant. Ich wünsche Lobo, dass er weiter, trotz all der Masse an neuen Informationen, den Kopf kühl und über Wasser hält und die Lage in spitzen Worten zusammenfasst. Und ja, auch das oft lähmend Unaussprechliche ausspricht: Unsere Regierung hat uns verkauft. Möglicherweise, weil sie selbst nicht mehr autonom agieren können, weil sie einer 100%tigen Vollüberwachung ('full take') unterlagen und unterliegen.

Vor dem Hintergrund einer facebook-Jugend in Deutschland kann einem Angst und bange werden für die Zukunft: Wer wird noch den Mut und die Kraft haben, gegen diese Konzerne und Geheimdienste aufzumucken? Zugunsten der Bürgerrechte? Wenn die mehr über dich wissen, als du selbst?

facebookler kommen wir vor, wie jüngst die Horden von 23jährigen, die mir in Berlin Friedrichshain auf der Straße entgegenkamen, sämtlich mit einer offenen Bierflasche in der Hand: Sich selbst in die Lage versaufen, anderen und sich selbst nicht mehr helfen zu können, wenn es darauf ankommt.

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EvilGenius 23.07.2013, 13:03
3. Im Zusammenhang gesehen

Zitat von sysop
Wut reicht da nicht mehr aus, um die Gefühle eines Netzbewohners zu beschreiben.
Ich kann diese Empfindungen gut nachvollziehen. Da ich persönlich die Bundesregierung aber schon seit der Einführung des ESM im Zuge der Banken... äh Neusprech Eurorettung als Landesverräter erkannt habe, konnte ich das Entsetzen usw. überspringen und gleich mit dem Ekel weitermachen.

Man braucht sich hier nichts vormachen: mit dem Ende des Kalten Krieges konnte der Kapitalismus seine Maske fallen lassen und seitdem läuft ein gnadenloser Umverteilungskrieg der Eliten gegen das Volk. Demokratie ist da nur im Weg, da hier ausnahmsweise mal nicht das Geld entscheidet (jedenfalls nicht ausschließlich). Der jetzige Überwachungsskandal, ist ein weiterer Sargnagel für eben jene Demokratie. Nicht der erste und auch nicht der letzte.

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Onzlow 23.07.2013, 13:04
4. optional

Ich habe mir sicherheitshalber noch mal Backtrack Linux besorgt. Man weiß ja schließlich nicht wie lang man da noch dran kommt.

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raphaela45 23.07.2013, 13:05
5. Fassungslosigkeit

...macht sich auch breit, wenn man sich näher damit beschäftigt SEIT WANN interessierte Kreise schon daran arbeiten, Bevölkerungen dazu zu bringen, "von sich aus" nach "mehr Sicherheit" zu verlangen und mit WELCHEN MITTELN:http://de.wikipedia.org/wiki/Gladio.......Das wirft dann auch ein ganz neues Licht auf die "Versäumnisse" (?) vor 9/11 und auf die "zufällig" geschredderten Akten in Bezug auf den NSU-Terror (die "Sauerland-Gruppe" war sowieso ein fake)....Wer sein Schicksal und das seiner Kinder nach dem Motto "Ich hab ja nichts zu verbergen" immer noch vertrauensvoll in die Hände der "Elite" legen möchte sollte bedenken, daß diese KEINERLEI Skrupel hat und vor NICHTS zurückschreckt.......Also bitte am Samstag auf die Straße (Von unseren Bundestags-Marionetten ist nichts zu erwarten):http://demonstrare.de/

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rainer_d 23.07.2013, 13:06
6. Ein bisschen verstehe ich jetzt die Stimmung...

... in Deutschland während des Aufstiegs des "böhmischen Gefreiten": erst ist man enttäuscht von den Politikern, dann ekeln sie einen nur noch an, weil alles nur noch ein Sprechtheater ist, oberflächlich, inhaltsleer bis schmierig.
Weil man das Gefühl hat die Politiker seien nur noch Marionetten, wächst der Wunsch, dass sie einfach nur noch verschwinden mögen, dass das Kasperletheater aufhört.

Und weil das so ist, kriege ich manchmal eine Gänsehaut. Denn wenn es schon mir so geht, dann kann ich nicht der einzige sein.

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frankenwagen 23.07.2013, 13:06
7. Die sieben Phasen der Trauer

Zitat von sysop
Auch Wochen nach den Enthüllungen über die Überwachung des Internet durch Geheimdienste verhält sich die Bundesregierung weitgehend passiv. Wut reicht da nicht mehr aus, um die Gefühle eines Netzbewohners zu beschreiben.
Also ich stecke noch zwischen Ohnmacht und Wut. Der Ekel ist allerdings ein ständiger Begleiter. Merkel und Friedrichs widern mich an ... jetzt mehr denn je.

Es bleibt leider zu befürchten, dass für jeden Menschen der Bürger- und Freiheitsrechten für wichtig erachtet bald die "Sieben Phasen der Trauer" anbrechen werden ... an deren Ende steht leider Akzeptanz ... die Akzeptanz, dass wir nicht frei sind.

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spon-facebook-10000041827 23.07.2013, 13:07
8. Arroganz

Zitat von dekkers.e
Jeder, der etwas mehr Ahnung von Internet und Software hat, wundert sich überhaupt nicht über die "Enthüllungen". Verwunderung besteht eher über die Aufregung und die Tatsache, dass Pseudo-Experten, Medien und Politiker so wenig Ahnung haben.
Das ist die Arroganz der Intelektuellen, nur weil einige weinig sich damit befassen und bescheid wissen, heisst das noch lange nicht das alle anderen es auch wissen. Den meisten andere ist es einfach scheissegal, weil sie es gar nicht verstehen!!!

Da liegt das Problem und wenn da die Regierung nicht für das eigene Volk denkt und handelt, dann sind wir verloren.

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r.gross 23.07.2013, 13:07
9. Zustimmung

... komplett, Herr Lobo!
Die lamoryante Feststellung vieler Kommentatoren, jeder "hätte es wissen können!" erzeugt genau diese Übelkeit. Dass es scheinbar keinen Selbstschutzreflex gibt, wenn es um dieses Thema geht, ist erstaunlich.

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