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Umgang mit Rechts: Die AfD verstehen, ohne Verständnis zu entwickeln
imago/ Lars Berg

Ein Jahr lang hat unser Kolumnist versucht, in Sozialen Medien mit Rechten zu kommunizieren. Aus diesem Experiment entwickelt er nun Tipps für einen vernünftigen Umgang mit der AfD.

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brezelschnezelkuh 20.09.2017, 17:08
10.

Erinnert mich an ein Motto der Ostzone: 'Überholen, ohne einzuholen.'
Der Titel steht damit in vollem Einklang mit den derzeitigen, bereits seit Jahren zu beobachtenden Vorgängen innerhalb unserer 'Republik'.

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A.E.W. 20.09.2017, 17:09
11. Die Hoffnung stirbt zuletzt

Allein die Tatsache, dass es trotz unserer Geschichte und den Erklärungsversuchen im Bildungssystem schon so weit gekommen ist, lässt ahnen, dass es dabei nicht bleiben wird. Die Büchse der Pandora ist geöffnet. Und es wird einiges mehr benötigt werden als das in diesem Artikel Beschriebene, um da den Deckel wieder drauf zu bekommen.

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mwroer 20.09.2017, 17:10
12.

Ich bekomme immer mehr den Eindruck dass in Deutschland so eine Art selbsterfüllende Panikwelle losgebrochen ist.

Rechte im Bundestag! Die Welt geht unter. Mindestens. Was an sich extrem erstaunlich ist denn im Bundestag haben seit dem zweiten Weltkrieg jede Menge Rechter gesessen, gesprochen und gearbeitet. Die Welt ist nicht untergegangen. Als Franz-Josef Strauß, um ein prominentes Beispiel zu nennen, den Bundestag betrat ist das Portal nicht eingestürzt und ... ja nichts ist passiert.

'Rechts' ist nicht automatisch schlecht. Dies ist es nur in den Augen von 'Links'. 'Links' ist auch nicht automatisch schlecht. Das ist es nur in den Augen von 'Rechts'. Links und Rechts sind aber auch nicht automatisch gut.

Ich lese in dieser Diskussion bei Euch immer viel über Menschenfeindlichkeit, Anti-Semitismus und andere große Begriffe. Es sind aber *alles* Begriffe die keine Definition haben. Vor 10 Jahren galt ich in Deutschland noch als Anti-Semitist weil ich die Siedlungspolitik der israelischen Regierung kritisiert habe. Nicht Israel, nicht die Religion - nein, die Politik einer Regierung. Deswegen bin ich kein Anti-Semit. Damals war der Begriff aber durchaus en Vogue - wie definieren Sie ihn heute?

Und wie definieren Sie Menschenfeindlichkeit? Wie definieren Sie überhaupt 'rechts'? Rechts ist in den bundesdeutschen Medien so ziemlich alles von CDU - AfD. Die Mitte in Deutschland ist mittlerweile so weit nach links gerückt dass sich automatisch ein Gegengewicht von sehr Konservativen Kräften bildet - diese alle als Nazis zu titulieren ist dumm. Es sind mehrheitlich eben keine. Die Leute wählen, wenn Sie die AfD wählen keine rechte Ideologie die zum Reichstagsbrand führt sondern suchen nach einem Gleichgewicht, einem Korrektiv wenn Sie so wollen Herr Lob.

Sie stellen das Korrektiv zu Herrn Fleischhauer dar, der wiederum gleicht Herrn Augstein ein bisschen aus und irgendwo dazwischen krabbelt der Rest der Spontruppe rum und ist keiner klaren Richtung zuzuordnen. Ist Herr Fleischhauer nun in Ihren Augen ein Nazi? Sind Sie in seinen Augen ein Linksextremist? Eher nicht vermute ich.

Ihre Begriffsdefinitionen sind soweit links dass Ihnen zwangsweise das meiste als 'Rechts' erscheinen muss. Finden Sie sich damit ab dass sich in jedem Land ein Gegenpol bilden wird wenn die Mitte, also die große Masse der Bevölkerung, zuweit in eine Richtung treibt.

Früher waren das die Grünen, heute ist es die AfD. Beide sind notwendig (na gut .. die Grünen waren es mal) und beide sind im Grunde ur-demokratisch aus einer außerparlamentarischen Opposition entstanden. Lesen Sie mal was über die Grünen geschrieben wurde und vergleichen das. Lesen Sie was führende Grüne damals gesagt haben und vergleichen das. Sie werden sehen - die AfD ist nichts anderes als eine neue, bundesweit antretende CSU, die zu 90% durch Panik hochgeschrieben wurde. Die radikalsten Elemente sortieren sich in den nächsten 2 Jahren ohnehin aus.

Entspannen Sie sich Herr Lob, zur Not können Sie bei mir in den Niederlanden unterkommen. Nur für den Fall das die Barrikaden brennen und der Bundestag einstürzt ob des zu erwartenden Sakrileges :)

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schoenwetterschreiberling 20.09.2017, 17:12
13. die Abschaffung der Demokratie

Wo, im Namen des heiligen Antonius, hat ein Vertreter der AfD jemals auch nur annähernd angedeutet, dass der Zweck der Partei die Abschaffung der Liberalen Demokratie ist?! Volkentscheide auf Bundesebene, Amtszeitbegrenzung auf zwei Legislaturen; Das sind Punkte des Wahlprogramms, die von allen anderen Parteien massivst bekämpft werden. Übrigens: Wie heißt nochmal diese Partei, die den Sozialismus total klasse findet? Ist diese nicht für die Abschaffung der liberalen Demokratie?

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GoranBaranac 20.09.2017, 17:12
14. Ich hab´ Sie wirklich gern Herr Lobo,...

...aber was stellen Sie sich vor? Bürger eines Landes sollen in einer Demokratie über ihr Zusammenleben entscheiden. Dazu gehört auch die Entscheidung wer dazugehören, kommen und wieder gehen darf/muss. Nennen Sie mir doch eine Partei die ernsthaft (also auch tatsächlich wenn es hart auf hart kommt) Migration steuern will? Sie (auch Sie persönlich?) und alle anderen Vertreter der Medien- und Politikwelt nehmen Massenmigration als Naturereignis hin, wie Regen oder Schnee. Was Einwanderung mit diesem Land macht ignorieren Sie wenn es negativ ist oder machen daraus sozioökonomische Probleme an denen wir alle gemeinsam Schuld sind - ohne mir erklären zu können warum ich als Otto-Normal-Hanswurst schuld daran bin, dass Chefs libanesischer Clans in Gelsenkirchen dem Polizeipräsidenten sagen er hätte nix zu kamellen.

Ich kenne dutzende Personen die sich halb- und illegal hier aufhalten. Das Spektrum von Aussagen politischer Entscheidungsträger hierzu reicht von geschwindelter Law-and-Order-Politik die dann an der Scheu vor schlechter Presse scheitert (siehe J.Fleischhauer in SPON über das Gespräch zwischen der Kanzlerin und dem Chef der Bundespolizei aus 09/2105) bis zu "alle sofort einbürgern und erlaubt ihnen die Familie nachzuholen" (Grüne). Ergo kann ich aus dem bisherigen Spektrum keine Partei auswählen die mir erlauben würde gegen diese Politik zu stimmen. Also wen wähle ich?

Ich vermute mal einfach wenn es so etwas wie eine bundesweite CSU gäbe hätten wir die AfD nicht, da gäbe es ein konservatives Korrektiv zu dieser Meinung. Gibt es aber nicht.

Möchten Sie mir bei der Entscheidung helfen? Lieben Dank im Voraus, Ihr

G.Baranac

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dirk1962 20.09.2017, 17:12
15. Und nun?

Ich kann alle Argumente aus dem Artikel nachvollziehen, aber worin besteht jetzt die Lösung? Ich habe natürlich auch keine, aber es kommt mir oft, als wenn alle anderen Parteien wie das Kaninchen starr vor Angst vor der AfD stehen. Mögliche Gründe für das Erstarken der AfD sind an anderer Stelle hinreichend diskutiert worden und bringen uns jetzt auch nicht mehr weiten. Ich habe nur die Befürchtung, wenn die etablierten Parteien nicht endlich den politischen Kampf gegen die AfD aufnehmen, wird das Problem in vier Jahren noch sehr viel größer sein.

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flux71 20.09.2017, 17:12
16.

"Die AfD ist keine normale Partei, ihre Anhänger sind keine gewöhnlichen Politikinteressierten, denn ihr Schaffen ist auf die Abschaffung der liberalen Demokratie und letztlich aller anderen Parteien gerichtet. Daher muss alles vermieden werden, was auf das Publikum wirkt, als sei die AfD bloß eine weitere, gewöhnliche Partei."

Vielen Dank, Herr Lobo. Ja, so empfinde ich es auch.

Ich meine erkennen zu können, dass es im Laufe der Zeit mehr Menschen geworden sind, die der AfD zuwider laufen. Auch wenn es weiterhin Sphären gibt, in denen sich die Anhänger dieser Un-Partei sorgenfrei Wünsche als Wahrheiten hin und her schieben können, gibt es nach meiner subjektiven Einschätzung inzwischen mehr Kontra auf diversen Plattformen, auch wenn Gegenargumente bei den AfD-Wählern noch immer Teflon gleich abperlen.

Der Moment der Selbsterkenntnis ist bei den meisten noch nicht gekommen.
Aber wir arbeiten daran. ;)

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Baikal 20.09.2017, 17:15
17. Es geht nicht um den Umgang mit der AfD

es geht um den umgang mit den Problemen die von der AfD angesprochen, von den anderen Parteien aber untergebügelt werden. Allein im Bundeshaushalt sind pro Jahr an die 20 Milliarden Kosten für die "flüchtlinge" eingestellt, der Investitionsstau an den Schulen beläuft sich jetzt schon auf rund 34 Milliarden und es werden Jahr für Jahr mehr weil nichts abgearbeitet wird -kein Geld. Wenn jetzt die Konjunktur einbricht und das wird sie ist der Bürgerkrieg absehbar. Natürlich Schuld der AfD,was denn sonst.

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spmc-125536125024537 20.09.2017, 17:17
18. Abschaffung der Demokratie?

Wo lesen Sie denn das raus? Und vielleicht sollte man mal übver die eigene Empörungsschwelle nachdenken, wenn schon ein Buchtitel wie "wir können nicht allen helfen" zu einem Shitstorm und zum Niederbrüllen des Autors auf Versammlungen führt.

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elubitsch 20.09.2017, 17:17
19. So wird die liberale Demokratie nicht weiterentwickelt !

Wie man damit umgeht, wenn einem „die liberale Demokratie am Herzen liegt“? Ganz einfach, man setzt sich sachlich und vor allem unvoreingenommen damit auseinander. „Audiatur et altera pars“ (so ungefähr: Man soll sich auch die Gegenmeinung anhören) ist eigentlich ein demokratischer Grundsatz. Statt dessen werden hier selbst entwickelte Thesen präsentiert und als Ausgangspunkt der absoluten Wahrheit propagiert.
Wer sagt Ihnen, daß die AfD „rechtsautoritär“ ist ? Sie gehen von der These aus, die AfD sei rechtsextrem – glauben Sie wirklich, daß ein mit Sicherheit zweistelliger Prozentsatz an Wählern rechtsextrem ist? Was ist rechtsextrem - alles was sich rechts von einer linksausgerichteten Meinung bewegt?
Die Behauptung, die AfD „ist auf die Abschaffung der liberalen Demokratie und letztlich aller anderen Parteien gerichtet“ entspringt möglicherweise Ihrem linkslastig- mainstreammäßigen Weltbild, hat aber mit der Realität wenig zu tun.
Dieser Artikel, 4 Tage vor der Wahl, hat eher den Charakter eines letzten Verzweiflungsschreis, weil nämlich eine funktionierende Demokratie etwas schaffen wird, was ihr eigentlich wesensimmanent ist: Pluralität, eine neue, zahlenmäßig ernst zu nehmende Opposition, die nicht auf die Zerstörung sondern gerade auf die Wiederbelebung der Demokratie ausgerichtet ausgerichtet ist, weil damit ein nicht mehr zu überhörendes Korrektiv, „vox populi“, installiert wird.
Dieser Artikel ist in einer langen Reihe der Gipfelpunkt überheblicher und gleichzeitig blinder Arroganz.

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