Forum: Netzwelt
Umgang mit Rechts: Die AfD verstehen, ohne Verständnis zu entwickeln
imago/ Lars Berg

Ein Jahr lang hat unser Kolumnist versucht, in Sozialen Medien mit Rechten zu kommunizieren. Aus diesem Experiment entwickelt er nun Tipps für einen vernünftigen Umgang mit der AfD.

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freekmason 21.09.2017, 10:36
210.

Zitat von MartinH
- menschenrechte dürfen eingeschränkt werden, macht das Grundgesetz auch - rechtsstaatlichkeit ich kenne keine Position .....
"darf eingeschränkt werden, macht das Grundgesetz auch"
und doch sind sie konstitutv, unveräußerlich und im falle der menschenwürde sogar grundsatz und roter faden des ganzen grundgesetzes.
würde es Sie sehr verwundern, dass ich wegen Ihrer merkwürdigen erwähnung der einschränkungen das gefühl habe, dass Sie weitere einschränkungen für nötig halten?
möchten Sie mich da beruhigen?

"- minderheitenschutz
ich kenne keine Position der AfD die dagegen ist "
aber Ihre z.B., im nächsten satz:

"- und interessensausgleich a.k.a. politik
Interessenausgleich gehört nicht zum Wesensbestandteil einer Demokratie, im Gegenteil die Mehrheit diktiert der Minderheit""
1. bitte was? demokratie ist KEINE diktatur. wenn Sie dabei bleiben, haben Sie alle (vor)urteile bestätigt.
2. Ihre interpretation wäre offensichtlich gegen den minderheitenschutz, z.b.
3. die politik selbst IST interessensausgleich. gesellschaft ohne politik/interessensausgleich ist alles, aber keine demokratie.

"- ein faktenbasierter diskurs
gehört nicht zum Wesensbestandteil einer Demokratie"
ok, spätestens hier muss ich nichts mehr sagen. diktatur ist also demokratie , menschenrechte sind verhandelbar, minderheiten sind vernachlässigbar, fakten sind egal und politik stört nur.

an "moonstruckannalist":
das oben ist exakt das ignorieren, umdeuten und negieren, von dem ich sprach, das tatsächlich hundertfach alleine in spon-foren zu beobachten ist und aus vielen afd-auftritten, tweets etc. spricht. ich denke, das ist plastisch genug. da muss ich noch nicht mal auf das seltsame verhältnis zu meinungs- und pressefreiheit, zu anstand und redlichkeit eingehen.

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soso15 21.09.2017, 10:39
211. Diese AFD Hysterie

ist kaum mehr zu überbieten!
Es ist doch völlig egal, ob sie 8,10 oder 15% bekommt.Mit diesen Schmuddelkindern will doch eh keiner spielen und sie werden nie Regierungsverantwortung, also die Umsetzung ihrer Ideen , erhalten.Auch in den Landtagen nicht.Also, was soll die ewige Beschäftigung mit dieser Partei?
Keine andere Partei wird sich jeh die Blöße geben, mit denen zu koalieren.

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GeMe 21.09.2017, 10:39
212. Warum wird die AfD gewählt

Auch in diesem Forum, wie in vielen anderen, in denen die AfD-Anhänger "Beweise" für das Offensichtliche fordern, zeigt sich wes Geistes Kinde die AfD und ihre Anhänger sind.
Die Rechtsradkalität dieser Partei läßt sich anhand von Aussagen ihrer Politiker innerhalb von 1 Minute im Internet recherchieren. Wer sich die Mühe macht und bei Facebook und/oder Twitter liest, was die 2. (Land) und 3. (Kommunal) Garde der AfD-Politiker an rechtsextremen Äußerungen von sich gibt, der weiß woher die alle kommen und wohin die wollen.
Die Zusammenarbeit mit NPD, PEGIDA und Identitärer Bewegung sagt ein Übriges. Dass Frau Dr. Petry, Frau Dr. Weidel und andere bestätigt haben, dass es Nazis in der Patei gibt, wird ggf. zur Kenntnis genommen.
Fazit: Die AfD wird nicht gewählt OBWOHL es in der Partei Nazis gibt, sie wird gewählt WEIL es in der Partei Nazis gibt.

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Bondurant 21.09.2017, 10:41
213. Lobos falscher Ansatz

Der Autor kommt mal wieder nicht zum Punkt: wie konnte es passieren, dass ein nennenswerter Bevölkerungsanteil das Gefühl hat, vom "System" hintergangen zu werden? Auch wenn es unangenehm riecht: mit dieser Grundfrage muss man sich beschäftigen, sonst "versteht" man diese Leute eben nicht. Was der Autor dagegen erklärt, wie wo wann mit wem man reden soll oder noch reden darf - wtf? Darum geht es nicht. Zur historischen Erinnerung ein Hinweis: BT Wahl 1976: 90,7% Wahlbeteiligung, 48,6% Union, 42,6% SPD - 82,7% der gesamten Wahlbevölkerung haben CDSU oder SPD gewählt und sich somit offenbar von den "Volksparteien" verstanden gefühlt - wie konnte man das verspielen?

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780 21.09.2017, 10:41
214. Was also kann man gegen die AfD tun?

Wie sollen also Zweifel an der AfD geweckt werden.
Rationale Argumente ziehen nicht, man muss emotionalisieren, aber ohne Emotion?
Schwierig, denn die AfD provoziert mit ihren emotionalen Argumenten, z. B. es gibt ja keinen Klimawandel, der durch Menschen beeinflußt worden ist.
Hierzu gibt es zwar Studien, die werden aber einfach als fakes bezeichnet.
Dann, die AfD sei ja nicht rechtsradikal, auch wenn man Fakten, und die gibt es zuhauf, anbringt, wird das einfach negiert, auf Fakten folgen meist Plausibilitätsargumente, unter dem Motto, ich fühle aber, oder ich habe nicht erlebt etc.

Der deutliche Rassismus der Partei wird einfach negiert, den gibt es nicht.

Die Parallelität zum Nationalsozialismus wird einfach abgetan, das kann es gar nicht geben, weil die meisten Anhänger eben keine Nationalsozialisten sind, so die Argumentation.
Am deutlichsten, fast jeder Beitrag in Foren beginnt damit, dass man die AfD ja nicht gut findet, aber...
Und schließlich eine Fülle von Whataboutism, die anderen haben auch, oder nur die anderen sind Schuld, dass es diese Partei überhaupt gibt.
Dass eine Partei nur dann eine ist, wenn sie Anhänger hat, die mitziehen, wird außen vor gelassen, das ist nicht wichtig, aber die Politiker usw.

Dabei sind natürlich auch Politiker anderer Parteien Schuld, aber nicht ausschließlich.

Ich würde sagen, alle Probleme, die unsere Demokratie hat, von den gewichtigen bis zu den kleinen, scheint ausschließlich Ausgangspunkt und Beleg dafür, wie wichtig die AfD sei und gehören ausschließlich den AfDlern.

Es kommt mir wie ein Krebsgeschwür vor, wenn es erst einmal da ist, scheint kein Kraut mehr dagegen gewachsen.

Man könnte mit wirklich guter Politik diesem Emotionsofen entgegen wirken.
Aber die Probleme sind so groß geworden, schließlich stehen wir auch noch vor dem restlos digitalisierten Zeitalter, dass ich niemanden sehe, der das schaffen kann.
Im Grunde wären die Vernetzungen vielleicht ein Ausgangspunkt, Arbeit der EU etwa an den wirklich drängenden sozialen Problemen, weil sie weltweit herrschen?

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kemistrystorm 21.09.2017, 10:42
215. Meine Befürchtung: die AFDler und andere Rechte sind schon weiter...

...bitte schauen Sie sich ein paar Forenbeiträge in der letzten Zeit an. Die neue Strategie zur Unterwanderung der Mitte und zum Wecken subtiler Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Dagegenhaltens sieht so aus:

"Ich bin sicherlich kein ADL-Wähler.."
"Man muss die AFD nicht mögen..."
"Ich wähle FPD, aber auch die gelten ja inzwischen..."
"Wäre die CSU deutschlandweit..."

Diese Strategie zielt darauf ab, die AFD zu normalisieren. Es folgen immer Argumente, die zeigen sollen, dass die AFD ja eigentlich auch nur eine normale Partei ist. Auf Dauer wird das Zweifel in einigen Menschen wecken und die Grenzen weiter verschieben. Daher würde ich jedem raten: bevor man sich über den Umgang mit den offen Rechten macht, auch die Sympathisanten ins Auge zu fassen. Kein Fußbreit...

Schlimm, dass es in Deutschland wieder so weit ist.

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nick_neuer 21.09.2017, 10:43
216.

Zitat von flux71
Fakten sind völlig irrelevant, wenn und solange sich eine Partei, nämlich die braune da, ihre Fakten selbst backt und sie als allgemeingültige einzige Wahrheit verkauft.
Auch wenn Sie Fakten für irrelevant halten, halte ich selbige für durchaus hilfreich in kontroversen Diskussionen.
In folgendem Kommentar sind ein paar davon aufgeführt. Schweizer Traditionspresse:

https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/die-fluechtlingskosten-sind-ein-deutsches-tabuthema-ld.1316333

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dgross4 21.09.2017, 11:01
217. Guter Beitrag

aber auch er lässt den wesentlichen Anteil vergessen. Ich denke es muss nicht darum gehen, die echten Nazis in der AfD zu überzeugen. Den harten Kern gab es schon immer und der mag bei 2-3% bei einer Wahl liegen. Vielmehr muss man den Blick auf diejenigen richten, die in der AfD die einzige Möglichkeit sehen, Opposition und Unzufriedenheit auszudrücken. Und dafür benötigt man vonseiten der "etablierten" Parteien wie auch vonseiten der Journalisten viel deutlicher ein Bekenntnis dazu, dass Fehler gemacht und Widersprüche erzeugt wurden. Stattdessen versucht man seit Monaten viele "Fakten" irgendwie so zu deuten, dass sie bloß nicht falsch verstanden werden können. Man denke an die steigenden Zahlen von sexuellen Übergriffen von Asylsuchenden. Man kann darüber gar nicht mehr "ergebnisoffen" diskutieren, da hier schon vonseiten der Etablierten das Feld (und die Ausgrenzung) klar gezogen wurde. So gibt es unzählige Widersprüche, die auf Landes und Bundesebene zu erblicken sind. Warum sind in NRW die Straßen seit Jahrzehnten kaputt, warum reden alle von besserer Bildung, wo es doch in unseren Schulen hineinregnet und die Kinder nicht zur Toilette können? Warum wird von Mieterhöhungen gesprochen und der staatliche Anteil an den Nebenkosten gar nicht thematisiert? Warum machen sich Grüne, SPD, CDU und FDP mit der Autolobby gemein? Warum und wie sollen Mütter in den Beruf gehen, wenn verfügbare Kitaplätze so wahr wie das Märchen von Rotkäppchen sind? Und warum macht die SPD z.B. Werbung (Kritik) mit dem Gender-Pay-Gap von 27%, wenn dies so definitiv nicht stimmt und er bereinigt (also der sozialen Wahrheit näher ist) bei ca. 2–7 % liegt? Das sind u.a. die Fragen, die die gemäßigten Menschen zur AfD treiben. Und nicht weil sie dort die Lösung vermuten, sondern weil sie so ihren Unmut ausdrücken können.

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kajoter 21.09.2017, 11:08
218. Hmmm?

Eine Strategie im Umgang mit AfD-Anhängern konnte ich im Artikel leider nicht erkennen. Auch ich habe mich früher des öfteren auf kleine Kommentar-Scharmützel eingelassen - anders kann man es leider nicht benennen -, weil ich dachte, dass bessere Argumente zählen würden. Aber die Antworten waren entweder ein stoisches Beharren/Repetieren der eigenen rechtsextremen Sicht oder eine eskalierende Anhäufung von Verschwörungstheorien, Fäkalausdrücken und Fake News, so dass ich es aufgegeben habe, mich aufklärend oder mit anderen, quasi missionarischen Absichten zu betätigen. Es ist in 99% aller Fälle völlig sinnlos und bewirkt nur einen sich permanent steigernden Frust und das ist es mir nicht mehr wert.
Ich habe mich mit den Zuständen abgefunden und plädiere seitdem vehement gegen Plebiszite und alles andere, das auf Mitbestimmung hinausläuft. Ein Soziologe hatte schon vor etwa 20 Jahren gesagt, dass Rechtsaußen-Parteien in Deutschland ein Potential von etwa 18% Wählerstimmen abgreifen könnten, wenn sie denn eine charismatische Führungsperson besäßen. Und das halte ich immer noch für korrekt, denn die AfD besitzt de facto keine derartige Führungsperson und wird wohl trotzdem 10% erreichen. So lange sie sich in derartigen Gefilden aufhält, bedeutet sie noch keine Gefahr für unser Land, so dass ich mich wichtigeren Dingen wie z.B. Kunst und Kultur widmen kann. Bei 18% aber wäre Schluss damit und es müssten öffentlichkeitswirksame und langfristigere Aktionen gegen dieses Pack [....] organisiert werden. Man müsste diesem Klientel zeigen, dass "wir das Volk sind" und ihnen damit jede Legitimation entziehen, für Deutschland zu sprechen oder sich generell für das Wohl unseres Landes zu agieren. Sie sind glücklicherweise in einer signifikanten Minderheit und genau das sollte man ihnen immer wieder vor Augen führen. Das mit dem Holzweg verstehen sie sowieso nicht.

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stefan.mahrdt 21.09.2017, 11:23
219. Gedanken- Worte - Handeln - Gewohnheit- Charakter - Schicksal

Die AfD bedient sich einer Sprache, die vor Rohheit, Primitivität, Gewalt, Aggression, Menschenverachtung und Dummheit nur so strotzt. Mich beunruhigt, dass diese Sprache die Einstellung, dass Gedankengut und die Persönlichkeit der AfD Politiker widerspiegelt. Unsere Demokratie ist vor große Herausforderung gestellt, zu verhindern, dass entsprechende AfD Taten folgen. Werden wir das schaffen? Ja. You'll never walk alone.

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