Forum: Netzwelt
Umstrittener MDR-Tweet: Diese Art der Empörung ist wichtig
DPA

Debatten in sozialen Netzen sind oft brutale Hetzjagden. Im Fall des MDR aber zeigen sie eine heilsame Wirkung als moralisches Immunsystem.

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pejoachim 18.04.2018, 16:32
1. Herr Lobo, es schmerzt!

Der MDR hat ein wirklich heißes Thema präsentieren wollen. Dazu machte er ein Beispiel für politisch unkorrektes Verhalten. Wer dies falsch verstanden hat, der WOLLTE es falsch verstehen. Glauben Sie mir, Herr Lobo, nicht jeder weiß so wie Sie und ich, was Political Correctness überhaupt bedeutet. Ein Beispiel war deshalb angebracht und wichtig.
Ich schäme mich für Sie und für unsere Gesellschaft, die mittlerweile wohl auch das Denken selbst tabuisiert und damit genau den Kräften Wähler zuspielt, die man nicht im Parlament haben möchte.

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jeze 18.04.2018, 16:35
2. Political Correctness

Der Begriff “Political Correctness” wurde von Rechtsextremen entwickelt? Das sollten sie aber bitte man mit Quellen belegen. Meiner Erinnerung zu Folge war dieser Begriff eigentlich jahrelang positiv belegt, bis man es damit übertrieben hat.

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riedlinger 18.04.2018, 16:39
3. Sprachpolizei

Schade, dass der sonst so klug schreibende Sascha Lobo hier ausrutscht. Nicht bei der Frage, ob nun gerade Frauke Petry eine prima Diskussionspartnerin sei, aber zum N-Wort. Die Geschichte seiner systematischen Verteufelung durch eine selbsternannte Sprachpolizei ist ein exemplarisches Beispiel für einen niederträchtigen Sprachfaschismus, der mir meine Sprache Wort um Wort klaut im Stil von Neusprech in "1984". Vor 40 Jahren wurde das N-Wort völlig normal verwendet, ohne jeden Anflug von Verachtung. ERST kamen die Apostel, die unverschämt mit der moralischen Keule dauernd Wörter verbieten wie "Lehrling" und jetzt wohl auch "Führerschein" und viele mehr. DANN erst bemerkten rechtsradikale Spinner, dass sie mit dem N-Wort provozieren können - nachdem es in Ungnade der Sprachpolizei gefallen war! Das wäre alles nicht nötig gewesen.

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Suppenelse 18.04.2018, 16:42
4. Soziale Schnappatmungs-Medien

Sascha Lobo irrt hier leider gleich mehrfach. Der Begriff „Political Correctness“ eine Erfindung aus dem rechten Lager? So ein Unsinn, der Begriff existiert schon lange, wird aber - das ist richtig - neuerdings auch häufig von Menschen mit rechter Gesinnung missbraucht. (Dass die Auseinandersetzung mit dem Phänomen einer falsch verstanden PC aber wichtig ist, bleibt davon unbenommen! Ansonsten hätte die AfD niemals solche Erfolge feiern können.)

Vor allem aber wundert man sich über die Überhöhung der sozialen Medien durch den Autor. War da nicht gerade die metoo-Kampagne, der man vieles zuschreiben kann, aber mit Sicherheit nicht Objektivität und Differenzierung und andere hehre Grundsätze? Ich glaube, gerade hier hat sich gezeigt, wo die Probleme und Grenzen sozialer Medien liegen - Stichwort Aufmerksamkeitsökonomie.
Wenn man das nicht klar benennt, entsteht der Eindruck, die „Nebenwirkungen“ von Social-Media-Kampagnen seien einem teilweise recht, teilweise nicht - je nachdem, wen es trifft...

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muellerthomas 18.04.2018, 16:43
5.

Zitat von riedlinger
Schade, dass der sonst so klug schreibende Sascha Lobo hier ausrutscht. Nicht bei der Frage, ob nun gerade Frauke Petry eine prima Diskussionspartnerin sei, aber zum N-Wort. Die Geschichte seiner systematischen Verteufelung durch eine selbsternannte Sprachpolizei ist ein exemplarisches Beispiel für einen niederträchtigen Sprachfaschismus, der......
Sie dürfen ja weiter N... sagen, oder hindert Sie jemand daran? Sie müssen nur damit rechnen, dann als rechter Hinterwälder erkannt zu werden.

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muellerthomas 18.04.2018, 16:44
6.

Zitat von jeze
Der Begriff “Political Correctness” wurde von Rechtsextremen entwickelt? Das sollten sie aber bitte man mit Quellen belegen. Meiner Erinnerung zu Folge war dieser Begriff eigentlich jahrelang positiv belegt, bis man es damit übertrieben hat.
Laut wiki ist es im Grunde so wie Lobo sagt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Korrektheit

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Bondurant 18.04.2018, 16:53
7. Zum einen

Zitat von riedlinger
Schade, dass der sonst so klug schreibende Sascha Lobo hier ausrutscht. Nicht bei der Frage, ob nun gerade Frauke Petry eine prima Diskussionspartnerin sei, aber zum N-Wort.
ist das N-Wort eigentlich nicht das Wort, das der MDR verwendet hat. Die kritiklose Übernahme des Terminus "N-Word" aus den USA erweist sich hier wieder mal als nur begrenzt tauglich. Zum anderen wäre die Frage gar nicht so uninteressant gewesen, weil auch unter Kundigen nicht festzustehen scheint, was genau man eigentlich sagen sollte. Schwarzer geht auch nicht mehr, höre ich, in Afro-Deutscher dagegen ist zuviel Deutsch. Korrekt heißt es jetzt wohl PoC = people of colour, wobei der Singular hier ungeklärt ist.

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räbbi 18.04.2018, 16:59
8.

Zitat von muellerthomas
Laut wiki ist es im Grunde so wie Lobo sagt: https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Korrektheit
nunja, nur dass der Herr Lobo hier "conservative" gefühlt ganz schnell auf eine Stufe mit "rechtsextrem", freundlich für "Nazi" stellt.

Graustufen sind was tolles, man sollte sie ab und an nutzen.

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pklauss 18.04.2018, 17:00
9. Mensch Sascha!

Meist bin ich deiner Meinung. Dieses Mal leider nicht. Darf das Wort Neger in keinstem Zusammenhang mehr benutzt werden? Der MDR hat eine einfache Frage gestellt und das N-Wort in Anführungszeichen gesetzt. Wie hätte die korrekte Frage denn gelautet, ob man das N-Wort noch gebrauchen darf? Heißt es demnächst auch Sinti-und-Roma Schnitzel? Minderheiten müssen geschützt werden, ich bekomme aber langsam den Eindruck, dass sie darüber bestimmen dürfen, was die Mehrheit sagen darf.

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