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Umstrittener Werbefilter: Landgericht Hamburg weist Klage gegen Adblock Plus ab
DPA

Medienunternehmen erleben einen Rückschlag im Kampf gegen Adblock Plus: Das Hamburger Landgericht hat eine Klage gegen den verbreiteten Werbeblocker abgewiesen. Für die Firma dürfte das aber nur ein Etappensieg sein.

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gaeltacht 22.04.2015, 13:56
1. Mein Bildschirm gehört mir!

und da entscheide ich was ich angezeigt bekommen will. Will ich Werbung ja oder nein. Diese Frage muss jeder Nutzer für sich entscheiden. Und wenn ein Unternehmen sich dann entscheidet nur noch kostenpflichtigen Content anzubieten, dann ist das eine mögliche Konsequenz.
Im Sinne der Freiheit der Nutzer, entscheiden zu können, ob oder ob nicht, ist das ein gutes Urteil.

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brooklyner 22.04.2015, 14:12
2.

Seit der Installation von Ghostery ist alles so viel besser. Vor allem die schlecht eingebetteten Werbungen auf der SPON Startseite waren die Pest, da sich die anklickbare Fläche auch auf den Scrollbalken legte und man so jedes Mal, wenn man auf diesen klickte, ein Link zu irgendeinem Dreck aufging. Mal ehrlich SPON, wer klickt denn eigentlich auf Werbebanner? So was machen doch nur Omas oder irgendwelche seichten Gemüter.

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hektor2 22.04.2015, 14:14
3. Merkwürdig

Sollte SPON tatsächlich ebenfalls klagen, dann bin ich hier weg - versprochen!

Von mir aus kann gerne eine Bezahlversion von SPON kommen, kein Thema, aber ich möchte mir nicht diese 3.-Klassige Werbung von irgendwelchen Firmen unterjubeln lassen. Dann sind wir ruckzuck auf RTL II Niveau (obwohl SAT 1 mit Newtopia wirklich aufholt), also hirnfrei.

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garfield 22.04.2015, 14:14
4.

Zitat von sysop
Klägeranwalt Matthies van Eendenburg wurde mit der Einschätzung zitiert, dabei handele es sich um "Wegelagerei" oder gar Schutzgelderpressung.
Damit ich das jetzt richtig verstanden habe: Ein Weg, der vorher völlig versperrt war und nun als Entgegenkommen geöffnet wurde - gegen Gebühr - diese Gebühr ist Wegelagerei?
Na, dem kann man doch leicht abhelfen. Ich mache dem Klägeranwalt einen Vorschlag: Wir schließen diesen Weg wieder (der mich als Nutzer eh stört, weil ich die Whitelist nun erst mal von Hand abschalten muss) und es gilt wieder: absolut NO Werbung. Dürfte eh im Sinne der meisten User sein, die dieses Addon benutzen.

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arno.crypto.nymous 22.04.2015, 14:18
5.

Zitat von gaeltacht
und da entscheide ich was ich angezeigt bekommen will. Will ich Werbung ja oder nein. Diese Frage muss jeder Nutzer für sich entscheiden. Und wenn ein Unternehmen sich dann entscheidet nur noch kostenpflichtigen Content anzubieten, dann ist das eine mögliche Konsequenz. Im Sinne der Freiheit der Nutzer, entscheiden zu können, ob oder ob nicht, ist das ein gutes Urteil.
Das sehe ich genau so … und wenn se jetzt alle Geld für Ihren Content haben wollen … sollen sie versuchen, viele Auftritte werden daran scheitern und eingehen.
Außerdem ist das blockieren von Werbung auch ein gewisser Sicherheitsgewinn, denn 99,9999% aller Viren und Würmer und was es da noch alles gibt, wird über Werbung eingeschleust.
Ich bin gespannt, was jetzt passiert, … die Veränderungen werden nicht lange auf sich warten lassen.

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meinefresse 22.04.2015, 14:19
6. Schon klar

mir ist das ein Mal passiert, dass ich einen halben Herzinfarkt bekommen habe weil in einem neu geöffneten Tab ein Flashvideo mit voller Lautstärke angelaufen ist. Es war nebenbei ein sehr unpassender Moment für diese Art der Beschallung, zumal man noch ein paar Sekunden benötigt um den Störenfried zu lokalisieren.
Wenn es den Betreibern der Webseiten nicht passt dann sollen sie eine Paywall errichten. Gerade die Nachrichtenportale haben in ihrer journalistischen Qualität so stark nachgelassen dass ich mit Qualitätsgewinn auf ausländische Medien umsteigen würde.

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picard95 22.04.2015, 14:21
7. Nachlade Terror

Ich benutze AddBlock nicht, wohl aber aus Sicherheitsgründen NoScript und Flashblock, was ähnliche Effekte (Werbung wird nicht oder nur teilweise dargestelllt) mit sich bringen kann. Vor allem auf Seiten die Scripte von bis zu 30 anderen Seiten nachladen (Focus Online beispielsweise).
Bei Spon sehe ich die meiste Werbung sogar; schlecht für die Werbetreibenden, denn Werbung die mich nervt kommt auf eine schwarze Liste (Produkt wird nicht [mehr] gekauft); und es gibt fast keine Werbung die nicht nervt.

Auf der einen Seite kann ich die Onlineverlage durchaus verstehen, aber auf der anderen Seite haben (nicht nur) diese den Werbeterrorkrieg angefangen. Und das zu Zeiten wo die Internetverbindung meist noch per Datenvolumen abgerechnet wurde und man mit Analogmodems Online war und dann dank der Werbung (90% der Daten Werbung, 10% die eigentliche Information) ewig warten musste beim Seitenaufbau und jeder Aktualisierung.

...wird sie auf meinem Smartphone übrigens auch heute noch und dort schaue ich meist die Webseiten an, nicht die mobilen Versionen der Seiten.
Wie könnte man das Problem lösen? Ich weiss es nicht. Werbung kostet Lebenszeit und Nerven, verschwendet Ressourcen und verleidet nicht selten die Wahrnehmung der eigentlichen Informationen der besuchten Seite.

Ein direktes Bezahlmodell würden die meisten Onlineseiten wohl nicht überleben. Dazu sind die zu bezahlenen Informationen meist nicht exklusiv und wichtig genug. Eher würden die Leute sich vermehrt daran erinnern dass sie einen Beitragsservice zahlen müssen und holen sich das Tagesgeschehen dann eher wieder aus dem Fernsehen.

Vornehmlich nach 20 Uhr um der nervenden Werbung zu umgehen.

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G.Weiter 22.04.2015, 14:25
8.

Aus meiner Sicht ist noch erwähnenswert, dass man sicher besser das Original installieren sollte (https://www.getadblock.com) und nicht die im Artikel genannte Lösung aus Deutschland.

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Frau_Enschleger 22.04.2015, 14:25
9. Die einzige Konsequenz daraus:

Am Ende treiben die klagenden Unternehmen die User einfach zu Werbeblockern wie AdblockEdge, die kein Whitelisting zulassen. Da kann man die Werbung nicht mal durch Geld freischalten lassen. Ob das im Sinne der klagenden Unternehmen ist?
Abgesehen davon sind doch die Seitenbetreiber selbst Schuld: sie haben uns mit immer nervigerer, blinkender, lauterer Werbung zu solchen Maßnahmen gezwungen.
Mein Rezept als Seitenbetreiber wäre folgendes:
- ein gutes Angebot liefern
- sich mit Werbung zurück halten (keine PopUps wo man das Schließen noch mal bestätigen muss, wo automatisch Video/Sound Playback startet usw.)
- Nutzer von Werbeblockern bittet ihn auf der Seite abzuschalten um das kostenfreie Angebot erhalten zu können

Ein solcher Appell an Verstand und Gewissen kann sicherlich mehr User erreichen als eine Klage gegen Eyeo (wenn im Gegenzug die Werbung zurückgefahren wird). Ich habe meinen Werbeblocker auf mehreren Seiten abgeschaltet. Chip.de will ich hier mal als positives Beispiel nennen.

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