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Umzug nach Hongkong: Google düpiert Chinas Web-Zensoren

Google setzt im Streit mit China auf eine Risikotaktik: Der Konzern hat seine Suchmaschine für die Volksrepublik in die Sonderzone Hongkong verlegt und kurzerhand die Zensur aufgehoben. Das ist zwar legal, Peking reagiert dennoch empört. Die Folgen für den Web-Giganten könnten gravierend sein.

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G. Whittome 23.03.2010, 00:46
1. Freies Internet in China?

>>Die US-Regierung zeigte sich "enttäuscht darüber, dass Google und die chinesische Regierung nicht in der Lage waren, eine Einigung zu erzielen".<<
Das ist natürlich nur nichtssagendes diplomatisches Gerede. Eine Einigung wird es nicht geben. Es gibt hier nur ein Entweder-Oder. Chinas Regime wird die Zensur nicht wegen/für Google aufheben. Google wird sich aus China zurückziehen müssen. Der freie Zugang zu Google.hk wird in kürzester Zeit gekappt werden.
Ich bin dennoch gespannt auf die Reaktionen chinesischer Nutzer, die - wenn auch nur für kurze Zeit - ungefilterten Zugriff auf das Web haben (wenn das denn stimmt, was SPON hier berichtet).
Es wird an der globalen Netzgemeinde liegen, Druck auf die Firmen auszuüben, die von Googles Rückzug profitieren wollen. Microsoft sitzt ja schon in den Startlöchern...

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hexe98 23.03.2010, 00:54
2. Wer zuletzt lacht

Zitat von sysop
Google setzt im Streit mit China auf eine Risikotaktik: Der Konzern hat seine Suchmaschine für die Volksrepublik in die Sonderzone Hongkong verlegt und kurzerhand die Zensur aufgehoben. Das ist zwar legal, Peking reagiert dennoch empört. Die Folgen für den Web-Giganten könnten gravierend sein.
Das brachte mich zum Lachen. Ein letzter Schritt von Google um in China bleiben zu koennen.

Da wird China sicherlich das letzte Lachen haben und den Service blockieren (das ueberrascht auch niemanden). Die Buerger muessen doch 'beschuetzt' werden vor diesen auslaendischen Terroristen. Google ist doch amerikanisch, kapitalistisch und verbreitet Luegen.

Man fragt sich was die chinesischen Buerger wirklich denken?

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Boone 23.03.2010, 01:17
3. Go Google Go

Wenn google das durchzieht, könnten sie der ganzen Welt zeigen, wo sie moralisch stehen und das Menschenrechte vor Profitmaximierung stehen.

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averell 23.03.2010, 01:25
4. ...

ich frage mich, ob dann Google Deutschland auch demnächst nach Österreich umzieht. denn nach China ist Deutschland wahrscheinlich der zweitmeist zensierte Markt was die Suchergebnisse betrifft.

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tweet4fun 23.03.2010, 05:24
5. In China kippt ein Sack Reis um...

Zitat von sysop
Google setzt im Streit mit China auf eine Risikotaktik: Der Konzern hat seine Suchmaschine für die Volksrepublik in die Sonderzone Hongkong verlegt und kurzerhand die Zensur aufgehoben. Das ist zwar legal, Peking reagiert dennoch empört. Die Folgen für den Web-Giganten könnten gravierend sein.
Wen kümmert es? Google ist durchaus mächtig genug, um es auf eine Machtprobe selbst mit China ankommen zu lassen. Auf Dauer kann die chinesische Regierung ihren reaktionären Kurs der Zemsur nicht durchhalten. Die Welt dreht sich, auch ohne China. Die Menschen haben längst das Blut der freien Meinungsäußerung geleckt. Die ewiggestrigen Machthaber werden verschwinden. Es ist nur eine Frage der Zeit.

Der freie Informations- und Meinungsaustausch ist mittlerweile Standard.

Wie gesagt: Eine Frage der Zeit.

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inovatech 23.03.2010, 07:10
6. Worum gehts eigentlich?

Zitat von sysop
Google setzt im Streit mit China auf eine Risikotaktik: Der Konzern hat seine Suchmaschine für die Volksrepublik in die Sonderzone Hongkong verlegt und kurzerhand die Zensur aufgehoben. Das ist zwar legal, Peking reagiert dennoch empört. Die Folgen für den Web-Giganten könnten gravierend sein.
Soll hier der Eindruck erweckt werden, Google ginge es um Umgehung der Zensur ? Lächerlich! Seid wann interessiert sich Google um sowas ? Es geht ganz einfach um "Den Fuß in der Tür" in China, also um rein wirtschaftliche Interessen. Wer hier Mitleid entwickelt, hat den "Don´t be Evil" nicht verstanden.

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SuPo 23.03.2010, 07:28
7. Wieso gravierende Folgen

Google erleidet keine Schlappe. Wie kommt der Autor des Artikels bloß auf so etwas. Das Unternehmen versucht einen moralischen Standpunkt zu finden gegenüber dem chin Regime. Und der deckt sich nun mal nicht mit dem der chinesischen Regimes. Und auch wenn es der chin Regierung nicht passt: Westliche Unternehmen haben die Wahlfreiheit, mit wem sie wie zusammen arbeiten. Aber wahrscheinlich passt gerade dies einer Regierung nicht, die glaubt sie müsse alles und jeden kontrollieren und sie habe auch jedes Recht dazu. Weiter so Google.

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haltetdendieb 23.03.2010, 07:55
8. Wunderbar! Menschenrechtsverletzungen in China?

Gibt's nicht!
Ich ziehe meinen Hut vor GOOGLE! Die hätten genau so den Schwanz einkneifen können, wie alle westlichen Staaten!
Denn: Menschenrechtsverletzungen in China gibt's nicht!

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autocrator 23.03.2010, 08:02
9. Einschätzung

Artikelzitat:
"Dabei wäre Googles Kniff mit dem Umweg über Hongkong eigentlich eine elegante Lösung: Die chinesische Regierung kann ihr Gesicht wahren, weil Google sich an die Gesetze des Landes hält - und Google löst sein Versprechen ein und stoppt die Zensur."

HongKong ist - v.a. mit blick auf Taiwan, die 'heilige kuh' der VR China ; Peking wird Google in HongKong nicht anrühren.
Natürlich wird's noch ein bißchen bühnenzauber geben, ggf. wird der eine oder andere chinesische Google-mitarbeiter sogar ins gefängnis wandern als bauernopfer, aber in der sache ...

wird die KP sogar profitieren, weil sie entdecken wird, dass es egal ist, ob ihr volk nun vom Tiananmen-massaker oder der situation in Tibet etwas weiss oder unzensiert darüber diskutiert oder nicht.
Die strukturen der politischen macht werden ihr erhalten bleiben wie bei uns dem einheitsbrei-komplex cducsuspdfdpgrüne.

Besser noch, sie können sich als rechtstaatlich und vertragsverläßlich (bzgl. HongKong - wie gesagt mit tiefem blick auf das begehrte Taiwan) profilieren.
Besser hätte es für die KP gar nicht laufen können.

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