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Unpassende Online-Werbung: Dumme Maschinen sollten uns recht sein
DPA

Eine Frau hat eine Totgeburt. Sie thematisiert den Verlust online, bekommt aber weiter Werbung ausgespielt, die auf glückliche Mütter abzielt. Hätten das die Algorithmen nicht besser wissen müssen? Doch genau das können wir nicht wollen.

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Grünspahn 12.12.2018, 17:22
1.

Gratulation zu diesem sehr guten Kommentar, der leider den social-media-addicts nicht gefallen wird. Maschinen die perfect und fehlerfrei in ihrem Handeln sind, sind in allen Dimensionen unmenschlich. Das kann nur Diktatoren aller Art gefallen, der Meinungs und Menschenvielfalt laufen sie aber zuwider.

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dasfred 12.12.2018, 17:37
2. Dumme Algorithmen verkaufen dumme Werbung

Ich weiß nicht, was an meinem Suchverlauf die Maschinen inspiriert, mir ständig Werbung für Juwelen und Luxusmarken einzuspielen. Ich habe allerdings noch nie was im Netz bestellt und wenn ich nach Anbietern im Umfeld suche, um Preise zu vergleichen, gehe ich natürlich immer auch auf andere Seiten, so wie man früher auch Kataloge von vorn nach hinten durchblättert hat. Solange die Werbung für mich nicht besser zugeschnitten ist, als die Prospekte im Briefkasten, mache ich mir keine Sorgen. Und meine wahren Interessen verfolge ich ohne Netz.

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noch_ein_forenposter 12.12.2018, 17:50
3. Ein weiterer Grund

nur noch noch mit aktiviertem Werbeblocker ins Netz zu gehen. Da hat man dann seine Ruhe vor derlei Unsinn. Dazu noch den Inkognito-Modus nutzen, und alles ist gut. Allerdings geht dann Facebook nicht mehr. Seis drum!

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roulaison 12.12.2018, 17:57
4. Klar,

dass die Frau sauer ist. Aber: "Wenn ihr klug genug seid, mitzubekommen, dass ich schwanger bin, dass es eine Geburt gab, dann seid ihr sicher auch klug genug, mitzukriegen, dass mein Baby gestorben ist, und dann könnt ihr eure Anzeigen anpassen, oder vielleicht, aber nur vielleicht, mir gar keine mehr zeigen."
Klug ist ein Algorithmus nicht. So funktioniert das nicht. Der Wunsch, dass aus gegoogelten Stichwörtern dann auf die Lebenssituation geschlossen wird, naja, weiß nicht, ob die Frau das wirklich will. Ist eher beruhigend, dass das noch nicht funktioniert.

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AmyYma 12.12.2018, 18:04
5. So traurig das Thema ist ...

... so zeigt es auch, dass es um Kommerz geht.
Wie hätte die Konzerne nach Ansicht der Frau reagieren sollen? Keine Werbung schalten? Oder Werbung für Särge? Sorry!!!

Dies sollte abermals eine Lehre sein, seine Daten eben nicht immer und überall preis zu geben.
Cookies löschen! Cookies blockieren! Sich nicht ausspionieren lassen! Nicht erst in solchen oder ähnlichen Fällen! Sondern immer!

Die Frau möchte, dass die Konzerne mitbekommen / analysieren, wenn man einen Trauerfall zu beklagen hat. Das geht ja dann noch tiefer in die Privatssphäre. Das möchte ich für mich schon gar nicht!

Sorry, aber wer seine Daten hergibt, muss damit rechnen, dass diese von unsensiblen, nicht-empathischen Maschinen nach letztlich rein kommerziellen Gesichtspunkten analysiert und ausgewertet werden.

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dirkcoe 12.12.2018, 18:05
6. Maschinen sind immer dumm

und werden es auch bleiben - aller Begeisterung für KI zum Trotz. Jedes Kleinkind erkennt einen Regenschirm, egal welche Farbe er hat - ob er geschlossen, oder offen ist. Die Maschine ist in dem Moment überfordert, wo ich dem Regenschirm ein paar bunte Punkte verpasse - sorry, so was würde halt vorher nicht hinterlegt. Aus genau diesen Gründen wird auch das komplett selbst fahrende Auto Illusion bleiben. Ich kann zwar einen Sicherheitsabstand programmieren - aber leider wird das Auto dann bis zum Ende des Berufsverkehrs an der Auffahrt stehen bleiben.

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santoku03 12.12.2018, 18:06
7.

Nein, der Grund ist ganz einfach, dass man an Schwangere Sachen verkaufen kann, nicht aber an Frauen, die ihr Kind verloren haben.

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geradsteller 12.12.2018, 18:09
8. Guter Kommentar

Ja, die Werbung ist fadenscheinig, leicht zu entlarven und in diesem Fall geschmacklos bis pervers- jedoch abartiger wäre wirklich digital erzeugte Empathie, das was den Menschen noch ausmacht. In diesem, besten Sinne: Beileid.

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herkurius 12.12.2018, 18:16
9. Einfaches Rezept

Ich meide einfach Marken, die mich mit Reklame überkübeln. Okay, also esse ich von Eigenmarken von Edeka oder sonstwem, aber ich ernähre mich für's halbe Geld als z.B. die Berufstätigen, die ich an der Kasse von Supermärkten gegenwertreduziertes Zeug aus der Werbung kaufen sehe. Meine Werkzeug- und Gartenmaschinen kommen großenteils aus der Tschechei oder Polen, stinkschwer und nicht mal Schnäppchen, aber sie gehen nie kaputt. Wenn der Rasenmäher nicht ein Plastikgerät ist, das in Pseudo-Fachzeitschriften hochgejubelt wurde, kann sich der Motor auch nicht aus den Halterungen des Plastikgehäuses herausschmelzen. Und über die Wortschöpfungen, die sich geistig minderbemittelte Werbefritzen einfallen lassen, kann ich nur lachen. Schon zu meiner Ausbildungszeit als Marketingfachmann (hiess damals "Absatzwesen") hieß es z.B.: "Der Kunde kauft nicht eine Bohrmaschine, er kauft Löcher" und das war gar nicht so verkehrt (obwohl sich Bohrmaschinen schon immer über das Image und Aussehen verkauft haben, "Männer haben xxx" und das Produkt war schon immer länglich-potent mit einer untenanhängenden Rundung am Ausgangs-Ende. Aber eine Warenhauskette, die "Genuß zum Fest" verkauft und die Preise für Salami und Käse drunterschreibt, oder ein Baumarkt, der "Geschenkideen" anpreist und, für jeden Erfahrenen ersichtlich, mieseste Werkzeugkästen zu Spitzenpreisen verkauft, müssen halt meine Intelligenz sehr niedrig einschätzen. Ich ihre auch. Noch gibt es überall No-Nonsense Alternativen statt Bullshit. Eine der wenigen Erkenntnisse, für die ich die Fremdsprache für irgendwie treffender halte...

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