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Upload-Filter und Leistungsschutzrecht: Europa entkernt das Internet
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Das EU-Parlament hat die Weichen für ein restriktives Urheberrecht gestellt. Nun drohen der Aufbau einer gigantischen Filter-Infrastruktur und gravierende Beschränkungen des Internets.

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Smirnoffka 21.06.2018, 11:31
90. @60

Es geht glaube ich niemandem darum einem Künstler seine 70 Cent nicht zu gönnen...
Das Geschäftsmodell ist schlichtweg nicht mehr tragbar. Künstler verdienen wie sie anschaulich demonstriert haben ohnehin kein echtes Geld mit ihrer Kunst. Da ändert auch kein gesetzt etwas dran.
Die Künstler verdienen ihr Geld mit Merchandising, Konzerten etc.
Die einzigen, die einen echten Schaden dadurch davontragen sind die zwischeninstanzen und ich sage es mal provokant, die Parasiten.
In Zeiten von YouTube etc. Ist deren Geschäftsmodell einfach überholt und entspricht nicht mehr dem Zeitgeist.
Jetzt versucht man durch eine Menge Lobbyisten dieees Geschäftsmodell verzweifelt am Leben zu erhalten. Koste es was es wolle.
Die Zukunft sehen wir mit Anbietern wie Spotify oder Netflix. Das scheint sich durchzusetzen. Umso früher das die entsprechenden Versntwortlichen realisieren umso besser....
das was hier passiert ist einfach nur eine Farce

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marcel_jöstingmeier 21.06.2018, 12:30
91.

Zitat von DanielHartmut
Der Spiegel schreibt "entkernt". Ich nenne es "durchgesetzt". Urheber können sich nun darauf verlassen, dass ihre Urheberrechte auch im Internet durchsetzbar sind. Die Zeiten der Kostenloskultur, in der anonyme Anbieter mit den Werken fremder Menschen illegal Geld verdienen konnten, sind seit heute vorbei. Wer hier etwas von Zensurmaßnahmen erkennt, sollte seinen moralischen Kompass überprüfen.
Ich glaube du hast nicht ganz verstanden worum es hier eigentlich geht, kann das sein.
Dieses Gesetz hilft in erster Linie niemanden. Es schreibt ein Kozept vor, dass in Zukunft Anwendern und Portalen (Youtube, Facebook, Spiegel etc.), dass Einpflegen neuer Inhalte massiv erschweren würde. Die Ersteller von neuem Inhalten müssten im Vorraus nachweisen, dass sie keine Inhalte veröffentlichen, die urheberrechtlich geschützt sind und für die sie keine Lizenzen haben.

Um dies durchzusetzen bedarf es einer gigantischen Datenbank, in der jede Referenz zu einem Artikel (Kommentar, Video, Bild, Satz usw.) einem oder möglicherweise mehreren Eigentümern und Lizenznehmern zugeordnet, zu finden ist. Ich weiß leider nicht, wie weit dein Verständnis in die Informatik reicht, aber mit heutigen Methoden und sogar unter Einsatz von `Maschine Learning` ist das erkennen, indexieren und speichern aller dieser Inhalte noch unmöglich.
Neben der technischen Betrachtung gibt es aber noch eine und zwar deine, beziehungsweise die Betrachtung des Erstellers neuer Inhalte. Im worst-case kannst du einen Kommentar wie diesen hier garnicht mehr verfassen, da auch der Spiegel nicht in der Lage wäre, deinen Kommentar vorher auf urheberechtlich geschützte Materialen hin zu überprüfen. Da sie nun für deine Rechtsverletzungen haften, müssten sie vorher sicherstellen, dass du die Regeln eingehalten hast. Dies ist, wie in Absatz 2 erklärt, unmöglich.

Außerdem überdenk mal bitte den Begriff `Kostenloskultur`. In Zeiten von Spotify, Netflix und weiteren bedarf es keiner illegalen Platform, um urheberrechtlich geschütze Materialen zu betrachten. Wer dies jetzt noch nicht tut, würde es auch nicht, wenn plötzlich die Portale selbst haften würden. Illegale Seiten, die an geklautem Material verdienen werden davon möglicheweise sogar weniger betroffen sein als offizielle Seiten wie der Spiegel. Diese illegalen Seiten haben sich schon vorher schon strafbar gemacht und würden sich davon kaum aufhalten lassen.

Das Problem bei diesem Gesetzt ist also viel mehr, dass es erschwert neue zu schützenden Inhalte zu veröffentlichen, das eigentliche Problem damit aber nicht gelöst wird. Das einzige was man dadurch bekommt ist: Kontrolle. Und davor sollten gerade Menschen wie du mehr Angst haben als vor irgendeiner `Kostenloskultur`.

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benmartin70 21.06.2018, 12:54
92.

Zitat von vanlent
Für viele Kleinunternehmer und vor allem für Hobby-Fotografen, -Videofilmer, -Musiker oder sonstige Künstler, ist es seit Jahren ein riesiges Ärgernis, wie im Internet (und auch in Print-Medien!) das Urheberrecht ständig und bewusst verletzt wird. Wenn jede Webseite und jedes Magazin nach den derzeit geltenden Gesetzen angezeigt und verurteilt würde, ......
Nur dumm dass den Kram trotzdem keiner kaufen wird.
Nur weil man sich im Netz was anschaut oder downloaded heisst das lange noch nicht dass man auch dafür bezahlen würde.
Guten Content anschauen, heißt auch oft dass man danach sich das Medium ins regal stellt oder für eine Datei zahlt.

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Stefan_A 21.06.2018, 13:04
93. naaajaaa

Zitat von DanielHartmut
Der Spiegel schreibt "entkernt". Ich nenne es "durchgesetzt". Urheber können sich nun darauf verlassen, dass ihre Urheberrechte auch im Internet durchsetzbar sind. Die Zeiten der Kostenloskultur, in der anonyme Anbieter mit den Werken fremder Menschen .....
Wenn man bei der ganzen Aktion nur das Urheberrecht betrachtet mag Ihre Aussage zwar stimmen und hier gebe ich Ihnen vollkommen Recht. jedoch geht es um das ganze drumherum.... Einen dummen Filter einzusetzen der einfach nicht so einfach oder sagen wir eher genau funktionieren kann ist einfach nicht möglich mit aktuellen mitteln.
Wenn man eine Ansicht hat dessen Horizont den Radius null hat
sollte man ggf nicht öffentlich posten.

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restluft 21.06.2018, 13:09
94. Thesenthesen

Angenommen, jemand gibt einer Zeitung ein Interview um dort seine kruden Sozialistenthesen ins Volk zu streuen. Dann müssen alle Gegner dieses Schwachsinns Geld an den ehrwürdigen Verlag zahlen, wenn sie die Thesen auseinandernehmen. Springer machts möglich.

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tobyr 21.06.2018, 15:14
95. Die Nachteile dürften jedoch überwiegen

Zitat von joergsprave
Ich bin YouTuber und habe seit einigen Jahren Content ID in Benutzung. Seither habe ich schon über 1000 Versuche, meine Videos illegal zu re-uploaden, abfangen können. Das hätte ich ohne Content ID nie geschafft, zumal viele "Datendiebe" das Video unter einem anderen Namen bzw. mit kyrillischem Titel einstellen. Was soll bitte gut daran sein, Urheberrechtsverstöße stillschweigend zu billigen?
Content ID ist ein Werkzeug, das gezielt und auf Anfrage bereitgestellt wird. Dagegen ist ja auch absolut nichts zu sagen.
Das technische Prinzip dahingehend zu verwenden, dass es universell angewandt wird, birgt meiner Meinung und meinem Verständnis nach allerdings erhebliche Risiken:

- Selbst, wenn Youtube (immer nur als Beispiel) das einigermaßen (vollständig schließe ich aus, denn das hieße jedes Video nach jedem von Menschen hergestellten Werk zu durchforsten) umsetzt, wird es die Kosten dafür wahrscheinlich an irgend jemanden weiterreichen müssen. Ich glaube nicht, dass das primär Youtubes Werbekunden sein werden.
- Es ist nicht auszuschließen, dass Youtube der immense, vermutlich ja gar nicht zu bewältigende Aufwand zu hoch ist und die Firma sich einfach "offiziell" aus dem EU-Rechtsraum verabschiedet bzw. einfach diesen sperrt. Das kann für europäische Youtuber unterhalb des Niveaus großer, finanzstarker Firmen kaum vorteilhaft sein. Die Situation wäre dann auf höherem Niveau ähnlich wie während der GEMA-Blockade: Die Nutzer schauen via Proxtube o.ä., aber die Urheberrechtsinhaber gucken in die (npi) Röhre.

- Durch den weitreichenden Automatismus können zweifelsohne auch legitime Referenzen (wie z.B., als Sie von anderen Youtubern gegen die haltlosen Attacken der Daily Mail verteidigt wurden) vorzensiert werden. Das wiederum wird zur Folge haben, dass es weniger Berichterstattung (unterhalb der Schwelle der großen Presse), weniger Vernetzung, weniger gegenseitige Referenzen geben wird.

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Knützel 21.06.2018, 16:11
96. Ross und Reiter: Nennt die Abgeordneten beim Namen!

Wer sind "die" Abgeordneten, die im Schatten der WM die Meinungsfreiheit für die Interessen von Springer und Co. und gegen den Willen ihrer Bevölkerung verkaufen? SPON sollte "die" Abgeordneten endlich auch beim Namen nennen und das jedes mal wenn eine Endscheidung getroffen wird. Könnte zum Beispiel so aussehen: Für das Gesetz oder die Vorlage haben gestimmt: Herr XXX von der Partei XXX, Frau XXX von der Partei XXX (Verlinkung würde ja schon reichen). Das wäre dann mal gelebte Demokratie und richtiger Journalismus, wenn sich "die" Europa-Abgeordneten nicht hinter einer grauen Masse in Brüssel verstecken könnten. Jeder könnte dann seine (gewaltfreie!) Meinung seinem Abgeordneten mitteilen und die entsprechende Partei zukünftig entsprechen unterstützen oder aber eben nicht mehr wählen! Wir wüssten übrigens zukünftig dann auch, wer nach seiner politischen Laufbahn eine "besondere Schlüsselqualifikation" hat für eine "alternative Karriere". Wichtig wäre mir, dass die Geschichte endlich die Verantwortlichen beim Namen nennen kann, die die Meinungsfreiheit im Jahr 2018 durch Lobbypolitik und absoluter Unkenntnis über das Medium "Internet" außer Kraft gesetzt haben. Die aktuelle politische Weltlage zeigt, dass Meinungsfreiheit eine der wichtigsten Errungenschaften der zivilisierten Menschheit ist. Wer aus Profitgier diese opfert, muss für die Folgen persönlich haftbar gemacht werden!

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bernd_mader 21.06.2018, 17:16
97. Technische Frage

Zitat von DanielHartmut
"Urheber können sich nun darauf verlassen, dass ihre Urheberrechte auch im Internet durchsetzbar sind."
Vielleicht können Sie mir die Frage beantworten, wie die automatischen Filter erkennen können, ob etwas lizensiert wurde oder nicht?
Nehmen wir an, ich bezahle dem Urheber dafür, daß ich auf Facebook und Co eines seiner Bilder verwenden darf. Woher bekommt dann Facebook die Information, daß ich beim Hochladen des Bildes keine Urheberrechtsverletzung begehe?

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bernd_mader 21.06.2018, 17:44
98. Umgehen mit technischen Fortschritt

Vor über hundert Jahren hat es die Technik möglich gemacht, daß z.B. Musiker ihre Stücke aufzeichnen und vervielfältigen konnten und damit, auch ohne Liveauftritte, Geld verdienen konnten. Damit hat man schnell gelernt umzugehen.
Jetzt versucht man mit der Holzhammermethode diesen Zustand zu erhalten, ich bezweifle, daß das funktioniert.

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obstroc 21.06.2018, 19:05
99. Zensur

Es geht hier ausschließlich um Zensur. Ziel ist es, den öffentlichen Zugang zu echtem Wissen für die Allgemeinheit massiv einzuschränken, bis die reine Propaganda übrigbleibt. Die ganze Art, wie das Ganze ohne breite Berichterstattung durchgewunken wurde, spricht eine deutliche Sprache. Nichts mit Transparenz, nichts mit Demokratie - alle vorgeschoben Argumente sind Sand in die Augen. Es gibt da nichts zu beschönigen. Eliten beugen so einer Zeitenwende vor, die eigentlich dringend nötig wäre, sie könnten ansonsten zu kurz kommen.

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