Forum: Netzwelt
Upload-Filter und Leistungsschutzrecht: Verhandlungen zur Urheberrechtsreform ausgese
DPA

Elf Länder, darunter Deutschland, lehnen den aktuellen Kompromissvorschlag zur geplanten EU-Urheberrechtsreform ab. Die Verhandlungen mit dem EU-Parlament finden nicht wie geplant statt, und die Zeit wird knapp.

Seite 1 von 3
blurps11 19.01.2019, 10:35
1.

"Mehrere der Länder, die den derzeitigen Vorschlag ablehnen, hatten bereits zuvor signalisiert, dass sie die Interessen der Internetnutzer in der geplanten Reform nicht ausreichend berücksichtigt sehen."

Lassen Sie mich raten: Deutschland gehört nicht dazu, sondern will noch viel schärfere Regelungen, v.a. zum LSR ;)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Niteftef 19.01.2019, 10:54
2. Offenbar gibt es doch noch Hoffnung

Also. Betreiber für Verletzungen auf ihren Seiten verantwortlich machen = schlechte Idee.
Parodie, Kommentare, Cover oder ähnliches de facto verbieten = schlechte Idee.
Betreiber dazu zwingen, Urheberrechtsbeschwerden nachzugehen = gute Idee ! (insbesondere Facebook ist hier katastrophal)
Regeln für Nennung der Quelle, Verbot von eigenen Wasserzeichen auf fremdes Material und Schadenersatzstrafen bei vollständigem Contentklau (auch hier; vor allem Facebook) = gute Idee
Fair Use aus den USA übernehmen = gute Idee.
Es ist nicht so schwer

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Nonvaio01 19.01.2019, 11:47
3. tja

dannmuessen plattformen wie YT ihre modell eben voellig aendern.

Es muessen leute eingestellt werden und dann muessen alle videos eben manuel geprueft werden, und ein upload ist dann eben nicht sofort verfuegsbar sondern erst nach 2-3 tagen online. Ansonsten ist so eine plattform eben nicht conform mit gueltigen gesetzt und muss geschlosssen werden.

Ich kann doch nicht etwas erfinden was gegen geltendes recht verstoesst und dann von der Welt verlangen Ihre Gesetzte zu aendern.
Automatische filter werden niemals funktionieren, und 100mio entwicklungs kosten sind ein witz fuer eine Firma wie Alphabet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ColynCF 19.01.2019, 13:08
4.

Zitat von Nonvaio01
dannmuessen plattformen wie YT ihre modell eben voellig aendern. Es muessen leute eingestellt werden und dann muessen alle videos eben manuel geprueft werden, und ein upload ist dann eben nicht sofort verfuegsbar sondern erst nach 2-3 tagen online. Ansonsten ist so eine plattform eben nicht conform mit gueltigen gesetzt und muss geschlosssen werden.
Ganz so einfach ist das nicht. Solange es um Musik/Bilder/Videos aus den bekannten Quellen der Medienindustrie geht, mag das noch gehen, bzw. durch Lizenzvereinbarungen mit den Großen legalisierbar sein. Aber das Gesetz so wie es da steht betrifft jede Urheberrechtsverletzung.

Da ist aber das Beispiel mit dem Baum. Dein Kumpel schickt dir ein Foto von einem Baum, du lädst es ohne seine Erlaubnis auf Instagram. Bisher muss dann dein Kumpel dich verklagen. Mit §13 aber könnte er direkt Instagram abmahnen und verklagen. Damit wäre für solche Platformen JEDES Hochladen ein unkalkulierbares Risiko und Lizenzvereinbarungen kann man nun mal nicht mit allen 9 Milliarden Menschen abschließen.

Das Beispiel und mehr zum Thema findet man hier:
https://youtu.be/zXGtvQVYiuI

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spindizzy 19.01.2019, 13:15
5. Plattformbetreiber sind bei Rechtsverstößen haftbar zu machen...

... na dann sollten wir auch konsequent sein und alle Mitglieder unserer Regierung als Betreiber der analogen Plattform "Bundesrepublik Deutschland" persönlich für jeden Rechtsverstoß per Gesetz haftbar zu machen, der dort geschieht und nicht automatisch unterbunden wird. Was für ein Quatsch. Die neue Richtlinie ist einfach nur Klientelpolitik par excellence und widert mich nur noch an.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
quark2@mailinator.com 19.01.2019, 13:17
6.

Man kann nur hoffen, daß sie es am Ende richtig hinbekommen. Weder will ich einen totalen Überwachungsstaat, der nur um da oder dort eine winzige Verletzung zu vermeiden jedes Byte 3x umdreht, noch bin ich damit einverstanden, daß Leute einmal in ihrem Leben was machen und dann halbe Ewigkeiten davon profitieren, sei das nun sowas wie bestimmte Bauklötzer, oder was auch immer. Ich verdiene selbst mein Geld mit der Entwicklung von Soft- und Hardware, aber ich fände es nicht in Ordnung, wenn ich nach 10 Jahren hingehen und dem zahlenden Anwender verbieten könnte, bestimmte normale Dinge damit zu tun, so wie manche Architekten den Käufern ihrer Designs elementare Änderungen verbieten, wie etwa das Aufstellen von größeren Mülleimern in der designeten Fußgängerpassage. Ich finde, man muß die Kirche im Dorf lassen, die Schutzzeiten sollten nicht 70 Jahre nach Tod, sondern 10..15 Jahre ab erster Nutzung sein, etc.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gerchla63 19.01.2019, 13:26
7. Wer sind die Leidtragenden??

Es ist völlig richtig und okay, wenn ein Unternehmen mit seinem Geschäftsmodell Geld verdient! Aber: Die Internetplattformen wie YouTube verdienen sich dumm und schwindelig auf Kosten der Urheber, der Tonträgerhersteller und Videoproduzenten. Diese gehen meistens leer aus. :-( Das Argument mit dem "Erkennen von Parodien" etc. ist nur ein Nebenschauplatz. Tatsächlich ist der mit Abstand meist geklickte Content eins-zu-eins-unveränderter Content von professionellen Produzenten, der aber von irgendwelchen Nickname-Irgendwer-Usern illegal hochgeladen werden. Die Rechteinhaber (Urheber, Produzenten...) sind die Verlierer in dem Spiel. :-(

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gerchla63 19.01.2019, 13:29
8. Dann lade es halt nicht hoch!

Zitat von ColynCF
...Da ist aber das Beispiel mit dem Baum. Dein Kumpel schickt dir ein Foto von einem Baum, du lädst es ohne seine Erlaubnis auf Instagram.
Warum willst Du das Foto, dass Dein Kumpel gemacht hat, ohne seine Erlaubnis auf Instagram hochladen?? Wenn Du die Erlaubnis nicht hast, dann lasse es doch einfach bleiben. So einfach ist das. Und wenn Du es doch hochladen willst, dann frage Deinen Kumpel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
moev 19.01.2019, 14:05
9.

Zitat von Nonvaio01
dannmuessen plattformen wie YT ihre modell eben voellig aendern.
Und genau das soll ja durch den Widerspruch verhindert werden. Denn YT & Co. würden ihr Modell ändern und einfach radikal Uploads verweigern, bis fast nichts mehr hochkommt.

Und den Zorn der Nutzer, die ja die eigen Wähler sind, wollen die Regierungen eben nicht auf sich laden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3