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Uploadfilter und Leistungsschutzrecht: EU-Parlament stimmt Urheberrechts-Richtlinie k
DPA

Das europäische Urheberrecht soll vereinheitlicht und modernisiert werden - über die Details dieses Plans wurde erbittert gestritten. Nun hat das Europaparlament die Reform durchgewunken.

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mulmer 26.03.2019, 14:59
170.

Die Diskussion zur Richtlinie begann im Februar 2015. Seit dem wurden mit sämtlichen Stakeholdern hunderte wenn nicht tausende Gespräche geführt. Und Youtube, Facebook, Wikipedia etc. waren vom ersten Tag an mit dem größten Invest bei der Lobbyarbeit dabei. Es gibt kein Argument, das auf den Demos oder in den Foren in den letzten Wochen geäußert wurde, das nicht bereits in diesen vier Jahren zigfach diskutiert wurde. Es ist eine Anmaßung davon auszugehen, dass die Experten in den letzten Jahren nicht den Durchblick hatten, den die Influencer und Demonstranten heute haben.
Das erinnert an das kindische Verhalten bei dem es heißt: wenn Du nicht DAS T-Shirt von DER Band hast, dann kannst Du nicht mitreden! Das Internet ist keine Jugend-Zone in der Muggles verboten sind.
Jeder Filmproduzent, jeder Verleger muss bei jedem Werk das er publiziert tausende Rechtefragen klären, für jedes Zitat, jede Abbildung. Das machen auch Kleinstverlage. Und die superreichen und wahsinnsgeilen und monsterklugen Unternemer im Silicon Valley mit ihren Megatonnen von Dollars können zwar Software für KI und autonom fahrende Autos und Raumfahrzeuge bauen, aber den simplen Job einer Rechteklärung bekommen sie nicht hin?
Schauen wir doch mal, ob jetzt das Internet abgeschaltet wird, ob Youtube sich aus Europa zurück zieht. Wenn nicht, dann sollten einige sich an der Nase fassen und tief in sich gehen.

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master-of-davinci 26.03.2019, 15:00
171. Irgendwie die Kritik nicht verstanden...

Weder in der EU und schon gar nicht hier im Forum....

Bei der Kritik geht doch um die Möglichkeiten die damit verbunden sind.
Kein Kritiker mit Verstand ist dagegen, dass Google, YouTube etc. für die Inhalte die geschützt sind und sie keine Verträge haben zahlen sollen. Es geht doch auch nicht um die Beschränkung der Kreativen, das will doch gar Niemand, nicht einmal die EU...
Es geht um die VERPFLICHTUNG (wenn der Betreiber sicher sein will) den Content VORHER zu kontrollieren. Vorabkontrolle ist das Einfallstor für Zensur. Je nach dem was der Betreiber oder eine Organisiation dahinter, ein erpressender Staat or what ever will....

So kann ein Donald Trump, YouTube bspw. "zwingen" keine DT-unfreundlichen Clips zuzulassen... um sich hinstellen zu können und zu sagen wie sehr ihn doch alle liebhaben, sagt ja keiner was böses.
- Donald soll hier natürlich nur Exemplarisch und natürlich plakativ stehen. :-) würde er ja nieeeee machen.
Es geht dem informierten Kritiker also um die Angst, der einfachen Ausnutzung hin zur Zensur. Und genau das scheinen die bei der EU zu ignorieren, weil sie es entweder nicht verstehen oder nicht glauben wollen.

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benmartin70 26.03.2019, 15:00
172.

Zitat von ebieberich
Ich kann's ja nur wiederholen: gerade junge Waehler werden nun einen Sch..ss auf die EU geben. Wie wird man eigentlich EU Minister. Man macht einen IQ Test und die groessten Schwachkoepfe werden dann zur Wahl positioniert? Das funktioniert in Deutschland ja auch praechtiert.
Diejenigen die in den jeweiligen Länder nix reissen schickt man ins EU-Parlament.
Ausnahmen wie die junge Dame der Piraten bestätigen die Regel (siehe Artikel kürzlich bei SPON).

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Neandiausdemtal 26.03.2019, 15:00
173. Selbst wenn es so wäre....

Zitat von WillRay
Bei den etablierten Verlagen und Verwertungsgesellschaften knallen die Korken! Noch mehr gegenleistungslose Einnahmen die auf Grund der mitbeschlossenen Rechte zu Verwertung erweiterter kollektiver Lizenzrechte lukriert werden können. Das Beste dabei, sie müssen keinen einzigen Cent davon an die tatsächlichen Urheber auszahlen, weil diese ja nicht Mitglied sind bzw. auf Grund diverser Eintrittshürden und Bestimmungen gar nicht Mitglied werden können. "Kleine" Kreative schauen durch Finger. Etablierte Künstler, Verlage und Verwertungsgesellschaften werden den 26.03.2019 wohl zum inoffiziellen Feiertag ausrufen. Gewonnen haben die Verlags- und Verwertungslobbyisten und wie immer der schnöde Mammon. Mit Gleichberechtigung und Demokratie hat diese Entscheidung nichts zu tun, wie hier viele schreiben.
Besser Verlage gewinnen, als dass das Europäische Parlament vor Google, youtube usw. zu Kreuze kriecht. Daher gilt: viel richtig gemacht.
Und meine Partei, die SPD verstehe ich mit Ihrer Volte zu dem Thema überhaupt nicht. Schon wieder (wie bei der neuerlichen und falschen GroKo) keine klare Linie.

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MatthiasSchweiz 26.03.2019, 15:01
174.

Es ist nicht nur Artikel 13, der schon schlimm genug ist, es werden dann auch pauschal Gelder an Verlage, Medienkonzerne etc. ausgeschüttet, die eigentlich den tatsächlichen Urhebern (Künstler etc.) zustehen würde. Diese Praxis wurde vom Deutschen Bundesgericht und vom Europäischen Gerichtshof als illegal erklärt! Trotzdem will eine Mehrheit der Parlamentarier diese Praxis einführen, das heisst, sie übergehen Entscheide der Rechtsprechung, das ist doch einfach ein Skandal. Die Lobby der Verlage/Medienhäuser hat da ganze Arbeit geleistet, ich finde das widerlich. So viel zum Thema Kreative schützen...

Artikel 13? Wie soll ein Betreiber einer kleinen Plattform sich die (unzuverlässigen, fehlerhaften) Filter leisten können? Wie soll ein Betreiber einer kleinen Plattform beurteilen können, was erlaubt ist und was nicht, wenn er alles mit grossem Aufwand selber manuell prüft? Die, die das Gesetz angenommen haben, haben keine Ahnung, was sie entschieden haben, oder es ist ihnen egal, Hauptsache gemacht, was die Lobbyisten wollen.

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MJR 26.03.2019, 15:02
175. Die Gesellschaft ist überaltert...

... viele kapieren nicht mehr, worum es überhaupt geht.

Wir verlieren die Möglichkeit unsere Meinung durch zitieren glaubhafter Quellen zu fundierter Kritik zu machen!
Viele ältere Menschen in der Gesellschaft kennen diese Möglichkeit nicht und lehnen sie sogar ab. Internet, das ist dieses Netz für Kriminelle, für Raubkopierer und gegen diese ist doch das Gesetz? Wie gesagt: Nein.

Was mir aufstößt: Hier hat eine ganz kleine Mehrheit obsiegt. Aber fast die Hälfte der EU war gegen diese Regelung! Man könnte meinen: "Das ist eben Demokratie! Auch knappe Mehrheiten sind Mehrheiten!"
Nun ja: Schauen wir uns andere Spielwiesen an: Die Visegrad-Staaten etwa. Dort können auch 95% der EU für eine Abstrafung diktatorischen Verhaltens stimmen - Es genügt eine Gegenstimme und eine Bestrafung restriktiver Regime findet nicht statt! Dort ist die Mehrheit für etwas und dennoch wird es nicht durchgesetzt.

Hier ist im Prinzip keine qualifizierte Mehrheit für dieses Gesetz! Um Haaresbreite gewannen die Jünger der Kontentindustrie. Es gibt nur noch wenige Informationsverbreitende Gesellschaften in Europa! Der Markt wird in nur wenige Teile aufgeteilt. Verlieren wir die Möglichkeit deren Informationen zu zitieren, weil Zitate als Plagiate gefiltert werden, so geht die Deutungshoheit von gesellschaftlich relevanten Informationen vom Volk an diese wenigen Gesellschaften! Dann hören wird nichts mehr von all den Kritikern, die privat betroffen über Mißstände berichten. Dann werden die Kommentatoren der Großkontentindustrie ihre Meinung für bahre Münze verkaufen können: Sorry... aber ein dunkler Tag für jede Demokratie, egal wo in Europa.
Logo: Ungarn und Polen freuen sich. Weniger ist dort mehr: Je weniger Kritik, desto mehr Macht.

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basileus97 26.03.2019, 15:02
176. Völlig losgelöst

Alte Männer machen Gesetze zu Dingen über die sie keine Ahnung haben. Die CDU und alle die dafür gestimmt haben sind völlig losgelöst vom Bürger und der Realität.
Die dumme Jugend besteht aber natürlich nur aus Bots oder gekauften Demonstranten, diskreditiert ruhig alle Menschen die sich demokratisch gegen dir Änderungen gestellt haben, dir Quittung wird kommen.

#niemehrCDU

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olicrom 26.03.2019, 15:02
177. Also ich würde dann erst mal richtig feiern!

Zitat von robana
können die Hersteller gar nicht liefern, wie jetzt zum Feiern bei den Rechteverwertern gebraucht wird. Arme richtige Urheber, die Ihre "Produkte" nicht an Verwerter verkaufen woll(t)en. Meine Idee wäre, das die Großen wie Google Europa mal ein halbes Jahr von dieser neuen Welt abhängen. Was dann passieren würde, möchte ich nicht wissen.
... wenn die großen US-Datenkraken und Datenmissbraucher mal ein halbes Jahr vom europäischen Netz wären. Gerne auch länger. Vielleicht würde Europa ja dann mal auf die Idee kommen, eigene Produkte auf die Beine zu stellen? Und die gerade aufheulende Generation Copy-Paste würde vielleicht mal Gelegenheit finden zu lernen, welchen weder demokratischen noch rechtsstaatlichen Prinzipien genügenden, hochmanipulativen Monstern sie da gerade die Stange halten. Und wie sie sich auch noch brav dahertölpelnd vor deren Karren spannen lassen. Es ist wirklich zum Erbarmen. Hedonismus: 1: Politischer Verstand: Null. Wer auswandern will, bitte gerne: Viel Spaß bei Onkel Donald.

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benmartin70 26.03.2019, 15:03
178.

Zitat von Neandiausdemtal
Im Gegenteil ist es aber so, dass wir gerade demokratische Willensbildung, mit allem was dazu gehört, erlebt haben. Und weil Ihnen und einigen Internetsüchtigen das nicht passt, halten Sie das für undemokratisch? Sie haben noch einiges zu lernen.
Leute beleidigen können Sie gut.
Internetsüchtig? Sie nicht? Was treiben Sie dann hier?

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derjonny 26.03.2019, 15:03
179. gebt Politikverdrossenheit bitte keine Chance!

Zitat von vorsicht
Wurde in der EU jemals entwas für die Bevölkerung der Mitgliedsstaaten entschieden? Ich hoffe, dass besonders die jungen Menschen aufwachen und erkennen, dass die EU, so wie sie jetzt gestrickt ist, ein bürokratisches Monster für die Durchsetzung von Konzerninteressen ist.
Es sind nicht die Strukturen, es sind die Menschen, die in den Parlamenten sitzen. Die sind das Problem, wie sie immer dem Geld hinterherlaufen und ihr Abstimmverhalten beim gemütlichen Abendessen mit Lobbyvertretern ihre Seele für ein Ja-Wort verkaufen. Wir brauchen mehr Idealisten in den Parlamenten, keine schleimigen Opportunisten oder bösartige Menschenhasser. Die westlichen Demokratien brauchen eine politische Renaissance, der Liberalismus braucht eine Renaissance. Neue Politiker*innen braucht die EU, Politiker*innen die das Herz auf dem richtigen Fleck tragen, Politiker*innen wie Julia Reda (die ja leider aufhört). Lasst uns die Parlamente von den alten weißen Männern zurückerobern!

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