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Uralt-Rechner: "Apple I" für 517.000 Euro versteigert
Auction Team Breker

Es ist eine beachtliche Wertsteigerung binnen 37 Jahren: 1976 verkauften Steve Jobs und Wozniak den Apple I für 666 Dollar - nun wurde ein Exemplar des Uralt-Rechners für das Tausendfache verkauft.

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TeaRex 27.05.2013, 14:27
20. Die meisten wurden an Apple zurückgegeben.

Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass vom Apple I nur unter 300 Stück gebaut wurden, und dass Apple kurz nach Erscheinen des Apple II allen Apple-I-Besitzern anbot, ihr Gerät ohne Zuzahlung gegen den wesentlich leistungsfähigeren Apple II einzutauschen, da dies die Firma billiger kam, als weiter Support für den Apple I zu leisten.

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rapetepap 27.05.2013, 14:37
21.

Zitat von hman2
Was hat Microsoft damit zu tun?
So mancher könnte nun sagen, dass Commodore niemals Millionen Rechner ohne das BASIC von Bill Gates verkauft hätte. Gerade dieses Betriebssystem ermöglichte einem Laien den einfachen Zugang zur Computer-Welt, ohne das man direkt ein Experte in Maschinensprache sein musste. Also ebenso ein Grundstein für das Massenprodukt PC.

Wie bereits vorher angemerkt, könnte man noch viele andere Namen nennen, beginnend bei K. Zuse etc.

Ich will damit einfach nur ausdrücken, dass es nicht den EINEN "Erfinder-Messias" gegeben hat (wofür aber viele Apple halten).

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hman2 27.05.2013, 14:37
22. Huch

Zitat von TeaRex
Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass vom Apple I nur unter 300 Stück gebaut wurden, und dass Apple kurz nach Erscheinen des Apple II allen Apple-I-Besitzern anbot, ihr Gerät ohne Zuzahlung gegen den wesentlich leistungsfähigeren Apple II einzutauschen, da dies die Firma billiger kam, als weiter Support für den Apple I zu leisten.
Davon dürften dann vermutlich die meisten verschrottet sein, nehme ich mal an...

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Carlo Nappo 27.05.2013, 15:07
23. Och Joh!

Zitat von plagiatejäger
aber leider nur den Classic von 1989. Lief 20 Jahre gut. Wird wohl erst in 100 Jahren wertvoll sein.
1989 war wohl eher der SE/30 angesagt und nicht der Classic - das ist vermutlich auch in hundert Jahren so. Solange darauf geachtet wird, das die Batterie nicht ausläuft, wird der es evtl. auch dann noch machen.

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Carlo Nappo 27.05.2013, 15:09
24. Och Joh!

Zitat von Boandlgramer
Ich glaube sowieso, dass die Auktionen gefaked sind, und dahinter am Ende Apple selbst steckt. In einschlägigen Sammlerkreisen ist ein Apple I durchaus ein Thema, aber es ist nicht der heilige Gral der 8-Bit-Rechner. Anfang der 2000er Jahre wurde das erste mal ein Apple I mit viel Aufmerksamkeit versteigert und brachte damals um die 10.000 Dollar ein. Die Öffentlichkeit fand das damals mickrig, Sammler hielten das damals schon für viel - obgleich schon vor über 10 Jahren nicht mehr Exemplare bekannt waren. Das lässt dann zwei mögliche Schlüsse zu: A. Da haben einige Bieter einfach nur vollkommen den Verstand verloren - denn ein Freak müsste nicht anonym bleiben und ein "Anleger" kann eigentlich nicht ernsthaft von einer weiteren Wertsteigerung ausgehen. B. Die Auktionen (also schon die mit dem Zuschlag für 490.000) wurden gepusht, um den Marktwert für Apple eine historische Dimension hinzuzufügen. In halte auf in diesem Rahmen dann eine Invesition in Höhe einer halben Million Dollar nicht für unplausibel oder zu hoch. Man weiß, dass die Budgets von Apple hier gigantisch sind. Bei der historischen Bewertung ist der Apple I sowieso schon übertrieben gewichtet, denn der Platinenrechner konkurrierte ja in kleiner Auflage mit den von Anfang an industriell gefertigten TRS-80 und PET 2001. Die haben den kommerziellen Durchbruch ausgelöst - und dann kam erst der Apple II mit seinem (dann allerdings nennenswerten) Beitrag. Und dann ist das Ding - als Collectible - immer noch nur Ausdruck einer technischen Vision - und zwar der Vision von Wozniak, der mit Apple bekanntermaßen schon eine Weile nichts mehr zu tun hat. Am Ende passt hier nichts richtig zusammen, was immer ein gutes Zeichen dafür ist, dass es an Authentizität mangelt.
Hohoho.... ein Verschwörungstheoretiker....

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Carlo Nappo 27.05.2013, 16:17
25. Och Joh!

Zitat von hman2
Was hat Microsoft damit zu tun?
Microsoft hat nachweislich Apple in deren schwierigster Zeit Mitte der '90ger massiv finanziell unterstützt und deren Überleben gesichert - das ist wohl zweifelsfrei!

Irgendwo habe ich noch ein altes Microsoft Word 4.0 oder sogar 3.0, für den Mac von Anfang der '90ger rumfliegen, es sah damals doch so aus, als ob es die letzte Version von Microsoft für Apple sein werden würde.

Kurz danach habe ich meine Genentech-Aktien gegen ein paar tausend von Apple eingetauscht und diese vor rund 5 Jahren verkauft - wieso bekomme ich einfach das Grinsen nicht aus meinem Gesicht, wenn heute Applekurse von irgendwelchen Yuppies erwähnt werden!?

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DocEmmetBrown 27.05.2013, 16:40
26.

Zitat von rapetepap
Na ja, Geschichtsverfälschung hin oder her: Wer wichtiger in der Historie der Entwicklung der Computer ist, darüber werden Apple-, Commodore- oder Microsoft-Fans wohl ewig streiten. Fakt ist aber auch, dass Woz den Apple I mit Hilfe des MOS 6502 baute, der von (MOS/Commodore-)Ingenieuren wie Peddle und Mensch entwicklet wurde. Mal davon abgesehen gab es Ende 1975 einen Besuch von Peddle und Petr Sehnal in der berühmten Garage von Woz und Jobs. Dabei halfen Peddle und Sehnal den beiden "Jungunternehmern", ihr System ans laufen zu bringen...
Ich glaube, dass es hier noch nicht mal so sehr um "wichtiger" oder "unwichtiger" geht. Apple I, Apple II, Commodore PET, Commodore VC-20, Commodore 64 aber auch Geräte wie der Altair-8800 oder TRS-80 waren für die "Frühzeit" der Heimcomputer, oder auch gerne PCs, wichtige Meilensteine. Den Kultstatus hat der Apple I sicher auch durch seine Entstehungsgeschichte erlangt. Das ist so eine schöne schmalzige Garagengeschichte. Denn die anderen Rechner sind in bestehenden Unternehmen entwickelt worden. Der Apple I ist den Bastlergenie eines Steve Wozniak entsprungen. Und da dieser dies eher als privates Projekt betrachtete, brauchte es eben noch einen Mann mit Geschäftssinn. Von daher hat der Apple I auch ganz ohne Hype etwas kultiges. Und aufgrund der Kleinserie und Apples Tauschaktion eine gewissen Seltenheit.

Dummerweise hat Bill Gates "nur" Software entwickelt. Ansonsten ebenso wichtig in der ganzen Geschichte. Wenn man dann noch sieht ,und wie Sie schön beschreiben, wie die Nerds sich untereinander kannten und auf welch kleinem geographischen Gebiet diese ganze Phase stattgefunden hat, dann wird es noch interessanter.

Wie gesagt, alles ganz ohne den Markenfetischismus von heute. Die Zeit an sich, die verschiedenen Akteure und die Verflechtungen untereinander waren und sind recht spannend.

....trotzdem würde ich nicht so viel Geld für einen Apple I ausgeben. Aber das muss jeder selber wissen.

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Carlo Nappo 27.05.2013, 16:44
27. Och Joh!

Zitat von hman2
Na, da war Zuse aber ein paar Jahrzehnte schneller mit der industriellen Fertigung von Computern! Gemeint war wohl Homecomputer...
Na, da kommen Sie gerade recht, Zuse zu erwähnen.
Den Mann der sein Patent auf die Funktionsweise der Computer nicht erhalten hat, mangels fehlender Innovationstiefe. Beschlossen zu einer Zeit, als bereits banale Maus-Klicks patentiert werden konnten!
Ich könnt gerade reihern.....

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Carlo Nappo 27.05.2013, 16:54
28. Och Joh!

Zitat von hman2
Ohne es jetzt genau nachgerechnet zu haben, aber es müsste sogar noch mehr sein. Damals war der Dollar zur D-Mark ganz grob 1:4, dann sind wir schon bei 2600 DM, also 1300 Euro. Und dann kommen noch fast vier Jahrzehnte Inflation drauf...
Nun, das war seinerzeit wahrhaft ein absolutes Schnäppchen für die ernsthaft Interessierten. Ich kenne zwar ein paar, bei denen Steve Jobs seinerzeit vorstellig wurde, jedoch niemanden der angesichts der Basteleien "zugeschlagen" hat!

Ich habe gerade mal nachgesehen. Mein seinerzeit faktisch technisch überragendes IBM PS/2 Model 80 kostete 1985 rund 25.000 DM inkl. Bandlaufwerk und anderem Krimskrams. Der kurze Zeit später gekaufte Nixdorf Computer 886x mit immerhin 1 MB Hauptspeicher und 2 x 66 MB Plattenlaufwerken rund 250.000 DM. Ich muß nicht jammern, die haben allesamt ihr Geld deutlich eingespielt, auch der Apple Macintosh von 1989, für rund 12.500 DM.

Da wird das ganze ziemlich relativ. Na ja, ich gebe nicht auf und halte meine Oldtimer allesamt in Schuß, vielleicht findet sich doch noch jemand und sei es erst bei meiner Enkelin, der hier richtig Kohle auspackt.

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hman2 27.05.2013, 17:56
29.

Zitat von Carlo Nappo
Na, da kommen Sie gerade recht, Zuse zu erwähnen. Den Mann der sein Patent auf die Funktionsweise der Computer nicht erhalten hat, mangels fehlender Innovationstiefe. Beschlossen zu einer Zeit, als bereits banale Maus-Klicks patentiert werden konnten! Ich könnt gerade reihern.....
Ich hatte einmal das seltene Glück, im Deutschen Museum einer Live-Demonstration des Z3-Nachbaus beizuwohnen. Wer das einmal erlebt hat, diese riesige Reihe von annähernd 2000 Telefonrelais mit irre komplexer Verkabelung, und all das hat sich ein einziger Mann ausgedacht, in Zeiten extremer Ressourcenarmut im Krieg, also quasi ohne echte Basis... Da ziehe ich meinen Hut eher, als vor als Messias gehandelten jungen Studenten, die sich eine Technik aneigneten, die nicht neu war - aber deren Zeit gekommen war, und die nun bezahlbar wurde.

Sich diese Technik aus dem Nichts einfallen zu lassen (und noch heute ist die grundlegende Architektur so wie sie bei Zuse einst war...), das ist für mich die größere Leistung...

Und dann gleich in komplexer Gleitkommaarithmetik, was keiner der frühen bezahlbaren Computer konnte (bis zum Aufkommen des IBM PC mit arithmetischem Coprozessor 8087 konnten nur Großrechner Fließkomma in Hardware, alle anderen simulierten das nur).

Zuse dachte halt praktisch, er wollte eine Maschine für ganz reale (Ingenieurs-)Berechnungen bauen...

1987 baute der schon 80-jährige Zuse die Z1, den vollmechanischen (!) Prototypen der Z3, dessen Original samt Konstruktionszeichnungen im Krieg zerstört wurde, aus dem Kopf (!) nach. Zehntausend oder mehr Einzelteile... Das soll mal einer nachmachen...

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