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Urheberrecht: Google lehnt Leistungsschutz für Verlage ab

Google hält nichts vom Leistungsschutzrecht. Ein Justiziar des Konzerns hat sich deutlich gegen eine von Verlagen geforderte Neuregelung des Urheberrechts ausgesprochen, die Suchmaschinen an die Leine legen würde. Das helfe nur Einzelnen, und am Ende leide vor allem die Internetwirtschaft.

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MartinHa 04.08.2010, 22:14
1. ...

Können sie doch heute schon haben. Einfach eine kleine Datei namens robots.txt mit folgendem Inhalt auf den eigenen Webserver legen:

User-agent: *
Disallow: /

Damit wird Suchmaschinen verboten, die Seite zu indizieren, und die Leistung des Verlages ist geschützt.

Dann einen Vertrag mit einzelnen Suchmaschinen abschließen und Geld dafür verlangen, in der robots.txt-Datei die Suchmaschine zu erlauben.

Daher ist kein Gesetz nötig.

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bismarck_utopia 04.08.2010, 22:55
2. Zensur mal anders

Es wäre schön gewesen, wenn der Artikel erklärt hätte, warum Gerätehersteller und Blogger Geld an die Verlage überweisen müssten.

Für mich hört sich das Ganze jedenfalls so an, als ob die Verlage den Suchmaschinen eine Ausweitung der Zensur aufzwingen möchten. Technisch lässt sich das aber schon heute einigermaßen umgehen, durch Ausweichen auf ausländische Suchmaschinen oder Nutzung von Webdiensten wie alernia, mit der Option, zensurreduziert zu recherchieren.

Erst wenn internationale Zusammenschlüsse dieser Ich-möchte-einmal-arbeiten-und-millionenfach-abräumen-Spezies auf globaler Ebene bei solchen Vorhaben lückenlosen Erfolg haben, sieht es schlecht aus. Das liegt nach meiner Ansicht aber noch in weiter Ferne.

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pseudokater 04.08.2010, 23:19
3. Journalismus

Die meisten Informationsseiten kopieren doch nur noch Agenturmeldungen und schreiben ein oder zwei Worte dazu. Es wird sich nur noch auf das NEUigkeiten konzentriert, nicht mehr auf die NACHrichten die qualitativen Journalismus erfordern.

So etwas erfordert kein Leistungsschutz. Da reicht eine einfache Robots.txt-Einstellung der jeweiligen Websites.

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Europa! 05.08.2010, 00:06
4. Aber hallo!

Natürlich steht Autoren, Künstlern, Filmern, Fotografen und Journalisten ein Leistungsschutz zu! Und der wird nun mal am besten von den Verlagen wahrgenommen. Es ist unerträglich, dass sich dieser amerikanische Großkonzern an der Arbeit Zehntausender hart arbeitender Menschen bereichert und sie dann mit "Werbeeinnahmen" abspeisen will.

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A.Lias 05.08.2010, 00:10
5. Das bedeutet also...

... dass BILD und all' die anderen Springer-Produkte nicht noch mehr Geld dafür fordern können, dass sie aus Blogs abschreiben, ohne ihre Quellen zu nennen.

Im umgekehrten Fall müsste dann z.B. BILD für YouTube-Videos, die sie auf ihre Seiten stellen, mit vorgeschalteter Werbung, an die ursprünglichen Uploader Zahlen. Hat sich das Herr Döpfner gut überlegt, bevor er Leistungsschutzrecht forderte?

Und was ist mit all' den fast wörtlich wiedergegebenen Pressemitteilungen, die sich nicht nur auf Springer-Seiten finden, oder Agenturmeldungen, die nahezu unverändert übernommen werden, teilweise ohne als solche gekennzeichnet zu werden? Würden die deutschen Pressehäuser dafür zahlen?

Nein, natürlich nicht, nur Google, dafür, dass G ihnen traffic bringt.

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Poisen82 05.08.2010, 00:26
6. ---

Zitat von sysop
Google hält nichts vom Leistungsschutzrecht. Ein Justiziar des Konzerns hat sich deutlich gegen eine von Verlagen geforderte Neuregelung des Urheberrechts ausgesprochen, die Suchmaschinen an die Leine legen würde. Das helfe nur Einzelnen, und am Ende leide vor allem die Internetwirtschaft.
Google hat Recht.

Wenn die Verlage nicht wollen das ihre Kostenlosen Inhalte von Internetnutzern gefunden werden sollen sie Ihre Seiten für Google sperren, dann tauchen diese Verlage nichtmehr im Suchindex auf und werden dann auch nichtmehr gelesen.

Wo ist also das Problem?

Das Google Nutzer auf die Seiten von Spiegel und Co leitet?

Das die Verlage durch diese Nutzer Werbeeinnahmen haben?

Müsste Google nicht von den Verlagen Geld fordern, weil die Suchmaschine Leser heranbringt?

Aber ich will mal nicht so sein, zeigt mir Qualitätsjournalismus und ich stelle mich Fahnenschwingend in die erste Reihe der Verlagsforderer und mit Qualitätsjournalismus meine ich nicht die zum tausendsten mal aufgewärmte DPA Meldung.

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vectorion 05.08.2010, 06:55
7. Kann Google nur zustimmen

Kein Verlag muss seine Artikel im Internet veröffentlichen. Die Verlage können Suchmaschinen von ihrer Seite ausgesperren. Andere Firmen müssen Geld bezahlen, damit Google User auf ihre Seite schickt (AdWords), und die Verlage wollen Geld dafür bekommen. Das ist wirklich dreist.

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digidigi 05.08.2010, 09:22
8. klar gibts eine robots.txt

aber die Verlage wollen ja was anderes.
Sie wollen gefunden werden, und dafür wollen sie Geld.
Würden die doe robots.txt so einsetzen wie gedacht, dann würde Google keine Zeile von der Website listen. Aber das wäre kontraproduktiv, weil dann findet ja keiner mehr den Content. Ok, er findet ihn schon, aber eben woanders.

Also will der Verlag gefunden werden und er will Geld dafür das ihm Google Kunden/Werbekunden auf die Seite bringt.
Weil die Verlage unfähig sind, ihre Geschäftsmodelle ans neue Jahrtausend anzupassen, soll von Google et.al. eine Zwangsabgabe gesetzlich festgeschrieben werden.
Herr Burda, Herr SPON, bauen sie doch eine Superdupersuchmaschine, dann haben Sie sowohl die Suchmaschine als auch den Content. Ach so, schon probiert und gescheitert. Tja. Schön blöd.

Google sollte doch einfach mal alle Teilnehmer der Hamburger Erklärung aus dem Index nehmen, die nicht gefunden werden wollen. Der Rest der Welt will ja gefunden werden und freut sich über die, die von Google, Bing und Konsorten auf deren Seiten landen.

Aber nein, das geht ja nicht, die würden sich dann bitterlich bei der Politik beschweren, das sie ausgeschlossen wurden.

Krank. Aber so ist das wenn man im letzten Jahrtausend lebt.

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digidigi 05.08.2010, 09:28
9. Was für ein Schmarrn

Zitat von Europa!
Natürlich steht Autoren, Künstlern, Filmern, Fotografen und Journalisten ein Leistungsschutz zu! Und der wird nun mal am besten von den Verlagen wahrgenommen. Es ist unerträglich, dass sich dieser amerikanische Großkonzern an der Arbeit Zehntausender hart arbeitender Menschen bereichert und sie dann mit "Werbeeinnahmen" abspeisen will.
Wie bereichert sich Google denn? Listet den Anreisstext von SPON, Focus, SZ oder wasweissichwas - wenn ich weiterlesen will muss ich den Link klicken und lande auf dem Verlagsangebot.
Wenns bei Google News ist, ist nicht mal eine Zeile Werbung zu sehen. Wenns die normale Suche ist, sehe ich bezahlte Werbung als Zweizeiler oben und ein paar Links rechts. Weiterlesen kann ich nur auf der Verlagsseite.

Ach übrigens, ihre Zehntausenden hart arbeitenden Menschen werden von der Verlagen mit Almosen abgespeist, egal ob mit oder ohne Leistungsschutzrecht. Das Leistungsschutzrecht hilft nicht den hart arbeitenden Journalisten (sofern es die überhaupt noch gibt) sondern den Verlagen selbst.

Aber weil ich das sage werde ich sicher von SPON zensiert :)

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