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Urheberrechtsreform: Die Zukunft soll gefälligst warten
Vincent Kessler/ REUTERS

Digitalpolitik als Abwehrmittel: Eine Mehrheit der EU-Abgeordneten unterstützt die missratene Reform des Urheberrechts. Sie bremst Innovationen aus und benachteiligt Urheber sogar noch.

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aequitas12 26.03.2019, 17:15
10. Die Proteste in D waren wirksam

Nur noch 36 von 96 deutschen MdEPs haben für die Richtlinie gestimmt. Praktisch alle aus der CDU. Das ganze offenbart folgendes Problem: Die Proteste waren auf Deutschland isloiert. In anderen EU Staaten interessierte das Thema kaum jemanden und schon gar nicht die Massen. Zukünftige Bewegungen müssen sich daher internationalisieren. Die #FridayForFuture hat es vorgemacht. Mehrsprachige Websites, Internationale Vernetzung, die Suche von lokalen Partnern auf der ganzen Welt. Genau so müssen Bewegungen der Zukunft ablaufen.

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Maximalmann 26.03.2019, 17:24
11. Einseitiger Kommentar

So ein einseitiger Kommentar kann nur von jemanden kommen, der noch nie ernsthaft urheberrechtlich tätig war und sich zudem vor den Karren der Lobby-Kampagne von Google und Co hat spannen lassen.

Alle Urheber haben heute einen historischen Sieg errungen, die EU-Parlamentarier haben sich nicht durch die, zugegebenermaßen sehr geschickte, Lobbyarbeit der Internetkonzerne abhalten lassen, die Urheber zukünftig vor jenen Digitalkonzernen zu schützen. Die Urheber werden zwar jetzt nicht mehr verdienen, aber sie können mit diesem neuen Gesetz ihr Recht bei denen durchsetzen, die bisher Milliarden mit Werbung im Umfelde urheberrechtlich geschützter (Kunst-)Werke verdient haben. So gar der von Google und Co lancierte "Kampfbegriff" wie "Upload-Filter" (die von Spiegel-Online kritiklos übernommen werden!) und Drohungen, YouTube abschalten zu müssen, haben daran nichts ändern können. Ein Sternstunde der Demokratie und ein hoffnungsvolles Zeichen, dass eine stille Mehrheit gegen "lautsprechende" Demagogen noch etwas durchsetzen kann. Bravo!

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Fairplayground 26.03.2019, 17:27
12. Innovation = Wilder Westen?

Innovation ist zu einem Gummibegriff geworden, mit dem jeder alles machen kann. Es ist keine Innovation, wenn man sich beliebig an der Arbeit eines anderen vergreifen darf, ohne dafür zu zahlen. Das Powerplay von Google und YouTube hat - zum Glück - die frei gewählten Abgeordneten eines Parlaments nicht umfallen lassen. Wer keine Regeln setzt, der überlässt den großen Geldmaschinen die Zukunft. Und so, wie es überall einen immer größeren Niedriglohnsektor gibt, wird das auch in der Digitalbranche geschehen, wenn niemand eingreift. Das Glitzerdings Smartphone darf uns nicht den Kopf verdrehen. Und bitte nicht immer so tun, als ob die Befürworter der EU-Urheberrechtsreform keine Ahnung vom Netz haben. Ihnen sind vielleicht nur die Autoren und, ja, auch die Print-Journalisten noch etwas wert. Die müssen sich aber jetzt organisieren und sich von den Verlagen und Verwertern das Stück vom Kuchen holen, das ihnen zusteht.

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serdna 26.03.2019, 17:30
13. Eigentlich ist alles noch viel schlimmer

Die größte Relevanz haben Musikwerke. Für die hat google, also youtube, einen extra, wirtschaftlich realistischen, Deal mit allen Verwertungsgesellschaften, auf youtube kann man also alles hochladen, dafür bräuchte youtube nicht mal einen Filter, weil er grundsätzlich das berühmte "Weltrepertoire" an Musik der GEMA abspielen darf. Den Deal kriegt niemand.

Von dem berühmten "Weltrepertoire an Musik", also auch der röhrende Hirsch, wenn die GEMA beschließt, dass der dazu gehört, ist aber ein Riesenteil eigentlich frei. Zum Teil sind es verwaiste Werke, bei denen die GEMA an niemanden Geld überweist, weil die Autoren / Erben unbekannt sind und auch keiner Schwestergesellschaft angehören, teilweise sind die GEMA Daten falsch, da steht ein Urheber, der es nicht ist und der eigentliche Urheber ist 70 Jahre tot, teilweise will die GEMA einfach mal Geld, für WErke die offensichtlich frei sind. Uns hat sie schon einen Brief geschickt, dass wir zahlen sollen für Werke, die WIR SELBER KOMPONIERT haben und wir sind nicht Mitglied in einer Verwertungsgesellschaft.

Das wäre der Ansatzpunkt gewesen für eine Reform. Jetzt bleibt nur noch youtube. Nur youtube hat die Macht mit den Verwertungsgesellschaften realistische Vergütungen auszuhandeln, nur youtube kann den Uploadfilter entwickeln. Das Thema Content Vermarktung ist damit für Europa im Grunde erledigt: Make America great again. Was Trump nicht schafft, schafft die EU.

Alle anderen

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DougStamper 26.03.2019, 17:33
14. Information

Hat schon jemand herausgefunden welche Parteien dagegen und dafür gestimmt haben? Als ehemaliger cdu-Wähler brauche ich Hinweise für mein zukünftiges Wahlverhalten.

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potenz 26.03.2019, 17:38
15. Ohgottohgottohgott!!!!

Geht die Welt jetzt noch vor der Klimakatastrophe unter??? Wenn ich diesem und anderen Kommentaren zur Urheberrechtsreform glauben darf, dann beginnt hiermit eine Epoche finsterster Gewaltherrschaft und rasanten ökonomischen Niedergangs ... na ja, "schaun mer mal", vielleicht geht's Leben ja weiterhin seinen gewohnten Gang ...

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kayakclc 26.03.2019, 17:41
16. Nebulöse Diskussion im Wilden Westen

Für Leute, die eigene Meinungen und eigene Werke ins Internet stellen, z.B auch auf ihren privaten kleinen Servern, ändert sich nichts, weil sie Urheber sind. Leute, die sich angewöhnt haben, ihre Videos mit Musik andere zu unterlegen, ohne die Recht zu kaufen, oder gar Bilder oder Filme unter eigenem Namen von dritten einfach unerlaubt ins Netz stellen wollen, die haben jetzt zu recht ein Problem. Um Meinungfreiheit geht es nicht, es geht um die massenhaften Enteignung von Fotografen, Musikern und Autoren von leuten, die selbst an den Werbe Mrd mit minimalem Aufwand teilhaben wollen. Nur weil etwas bequem ist und von vielen Leute ohne Kenntnisse des Urheberrechts verwendet wird, muss es nicht umbedingt legalisert werden: einfach die Rechte für Musik und KUnst von den Rechteinhabern erwerben -- dazu sind Leute wohl zu faul trotz modern Kommunikation - und gut ist es!

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leezenkapitän 26.03.2019, 17:41
17.

Schade, dass alle mahnenden Rufe konsequent ignoriert wurden und keine Kritik, noch einer der zahlreichen Änderungsvorschläge am Ende beachtet wurden. Es ging ja nie um die Frage, ob man das Urheberrecht reformieren sollte, sondern wie man diese Reform gestaltet. Gerade auch der Umgang mit den Protesten hat kein gutes Licht auf die EU-Demokratie geworden, die meiner Ansicht nach ohnehin schon um ihren Ruf kämpfen muss. Sie hat sich hier als sture Lobbykratur gezeigt, die Springer, Bertelsmann und Co. ein hausgemachtes Gesetz geliefert hat, um ein totes Pferd noch ein paar Jahre weiterreiten zu können. Spätestens wenn man den ein oder anderen Parlamentarier demnächst mal auf einem netten Aufsichtsrats- oder Beraterpöstchen in den einschlägigen Verlagen und Unternehmen wiederfinder, weiß man welche Hände da geschüttelt wurden.

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mr.room 26.03.2019, 17:48
18. Tschö CDU und Co.

Ich werde dann wohl doch die Europawahl zur Stimmabgabe nutzen. Es war schon ein plumper Versuch die Abstimmung schnell vorziehen zu wollen. Und auch der anschließende Umgang mit den Demonstranten usw. hat das wahre Gesicht dieser Politikerkaste offenbart. Mich interessiert dieses Thema gar nicht sonderlich, aber der Umgang der Politiker damit stößt mich extrem ab. Ich werde bei keiner Wahl einen der Beteiligten mehr wählen. Frau Barley, Herr Voss, ihnen wird das egal sein, sie sind sich Ihrer Mandate sicher. Vielleicht werden ihnen die Parteisoldaten die dank Ihnen aus den Parlamenten purzeln werden ein paar passende Worte sagen. Was mich sehr freuen würde wäre, wenn die Leute denen man in letzter Zeit eindrucksvoll zeigt wie wenig sie den Politikern wert sind, sei es dieser Fall, missratene Bildungspolitik oder Friday for Future Teilnehmer eine "jetzt erst Recht" Einstellung entwickeln und sich eben nicht abwenden. Diese Welt und die Digitale Zukunft gehört nicht mir oder meiner Genaration. Sie gehört euch, holt sie euch zurück. Über Hashtags, YouTube influencer oder irgendein Facebookzeug. Von dem ich keine Ahnung habe, aber bei Bedarf Kinder, Nichten oder Neffen frage. Ich bekomme aber auch keine Posten, Versprechungen oder finanzielle Zuwendungen profitierenden Unternehmen und Lobbyverbänden. Darum darf ich mich mit der Wahrheit auseinandersetzen.

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flixomat 26.03.2019, 17:53
19. Unterschlagen

Dieser Kommentar unterschlägt, dass sämtliche Verbände von Kreativen und Urhebern in D und in Europa rund 260 Verlage, Zeitungen, Nachrichtenagenturen, Rundfunk- und TV-Anbieter sowie Produktionsfirmen und Medienschaffende eine Initiative FÜR diese Urheberrechtsreform unterzeichnet haben. Alles Idioten?

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