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Urheberrechtsreform: Pyrrhus-Sieg heißt jetzt Voss-Sieg
Jean-Francois Badias/ AP

Die Reform des Urheberrechts ist der Versuch, eine nostalgische Wunschrealität zu erzwingen. Befürworter wie CDU-Mann Axel Voss hoffen, dass alles irgendwie gut wird. Dafür spricht: nichts.

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kalsu 27.03.2019, 16:07
10. Mach doch mal einen Vorschlag statt draufzuhauen

Ich habe immer noch nicht so richtig verstanden, was falsch daran ist, das Menschen die ein urheberrechtlich geschütztes Werk erschaffen haben es nicht mehr aktzeptieren wollen, dass Hinz und Kunz damit im Netz haussieren geht und selbst damit Geld verdient - ohne dem Rechteinhaber davon etwas abzugeben oder ihn für seine Arbeit zu entlohnen. Geht ein Herr Lobo für ein warmes Mittagessen oder feuchten Händedruck arbeiten? Wohl kaum. Warum sollen das andere dann machen? Nur weil an der Kasse gerade keiner sitzt, kann man seinen Einkauf nicht einfach so mitnehemen. Das ist Diebstahl. Wenn man geschützte Werke nicht sicher vor unerlaubter Weiterverbreitung oder Kopieren effektiv schützen kann, man muss man dafür sorgen, dass ein Werk gar nicht erst über die einschlägigen Wege verbreitet werden kann.

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Referendumm 27.03.2019, 16:12
11.

Wer kennt noch die (gewünschten) Heizer auf der E-Lok?

Genau daran erinnert mich das Vorgehen der EU in Sachen neues Urheberrecht.
Gestern hatte sich ein sogenannter "Kreativer" im TV zu Wort gemeldet und mehr oder minder Beifall zum neuen Urheberrecht geklatscht. Da sieht man, dass selbst dieser Typ davon gar keine Ahnung zum Thema hat. Ich bin selber ein sogenannter "Kreativer" - dass die Verlage die "Kreativen" nunmehr noch besser ausbeuten können, kommt letzteren wohl kaum in den Sinn.

Ich selber durfte schon "Verträge" unterzeichnen (sonst lief rein gar nix mehr), dass ALLE Rechte beim Verlag liegen (Print, Digital, einfach alles) und wir "Kreativen" dafür einen Dreck an Honorar bekommen. Ein Kollege wollte das nicht unterschreiben, regte ich darüber sehr auf und fügte sich dann doch. Wie gesagt, sonst bricht alles weg und man kann zum Arbeitsamt zur Umschulung gehen.

Ach ja, wer einem gerne auch in die Parade fährt, ist die KSK - noch so ein Verein, der vorgibt, für die "Kreativen" da zu sein.

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muellerthomas 27.03.2019, 16:15
12.

Zitat von eckhardbremer
Ich kann nicht erkennen, weshalb eine Neuentwicklung der Übermittlungstevhnik dazu führen kann, dass die übermittelten Inhalte auf einmal kostenlos sein sollen.. -
Das behauptet doch auch niemand, oder?

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muellerthomas 27.03.2019, 16:16
13.

Zitat von kalsu
Ich habe immer noch nicht so richtig verstanden, was falsch daran ist, das Menschen die ein urheberrechtlich geschütztes Werk erschaffen haben es nicht mehr aktzeptieren wollen, dass Hinz und Kunz damit im Netz haussieren geht und selbst damit Geld verdient - ohne dem Rechteinhaber davon etwas abzugeben oder ihn für seine Arbeit zu entlohnen.
Wie kommen Sie auf die Idee, es gäbe aktuell keinen Urheberschutz?

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Logisches Denken 27.03.2019, 16:16
14. Hochkonjunktur für zwielichtig Anwälte

Die Abmahnwelle wird anrollen und viele dubiose Anwaltskanzleien werden versuchen, Reibach zu machen.

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ThomasCW 27.03.2019, 16:17
15.

Zitat von jjcamera
Der normale "User" wird davon überhaupt nichts mitbekommen, es sei denn, er ist Blogger und bedient sich eifrig fremden geistigen Eigentums.
Also der normale User erstellt selbst Inhalte: Fotos, Lieder, Texte, Tutorials und Videos und teilt diese mit den Menschen mit denen er vernetzt ist. Einige wenige veröffentlichen das um dafür Geld zu bekommen. Das ist deren ganz normaler Alltag in Neuland. Auf jedem Handy finden sie hunderte selbst erstellte Fotos und Videos. Die wurden ganz ohne Rechtsverletzung erstellt.

Ihre Behauptung, dass sich für diese Menschen nichts ändern würde ist nicht haltbar!

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Edenjung 27.03.2019, 16:18
16. Absolut richtig.

Sie haben absolut recht.
Am Ende profitieren die großen Unternehmen.
Und den kleinen wird es schaden.
Die meisten Foren sind älter als 3 Jahre, die werden zugemacht (vielleicht kann man ja alle drei jahre nen neues gründen). Und damit geht ne ganze menge an Vielfalt flöten. Aber ist ja egal, denn der Heer vom Springer-Verlag kommt ja gleich mit dem Geld und ohne Gleitgel vorbei.

Per se keine schlechte idee aber es ist zu schwammig und unklar. So wie es jetzt umgesetzt werden soll ist es blödsinn und wird zu massiven problemen führen nicht nur für Europa.
Denn dieser blödsinn wirkt sich auch auf andere Länder aus. Auch wenn das nur für uns gelten sollte, youtube könnte ja für content aus anderen ländern belangt werden, dann führt Youtube wieder ip-sperren ein. Aus prävention. Dann werden wir von ner ganzen Menge Content aus dem Rest der Welt ausgeschlossenSuper was?

Ich hoffe, dass der Voss aus dem Eu-Parlament fliegt.
Ich wähle dieses Jahr DIE Partei. Der machen ihren job besser als der ganze Rest.

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Referendumm 27.03.2019, 16:18
17.

Zitat von jjcamera
Das Urheberrecht gibt es bei uns seit 1901, hauptsächlich auf Betreiben der Komponisten von "Tonwerken". Seither wurde es an jede neue technische Verbreitungsform angepasst, ...
Lustigerweise sind Patente (mit teils hoher Innovationsfähigkeit) "nur" bis zu 20 Jahren (in D) geschützt, während "Tonwerke" an die 100 Jahre geschützt werden. Darüber wird auch wenig diskutiert, obwohl es dringend nötig wäre.

Schlussendlich jammern alle darüber (selbst bekannte Komponisten wie Ralph Siegel), dass sie für ihre Kompositionen kaum Geld bekommen. Absahnen tun letztendlich nur die Musikverlage so richtig.

Und genau denen will man mittels des neuen Urheberrechts erneut das Geld in den Allerwertesten blasen. Den wirklich Kreativen und ihre zig Probleme sind der EU doch völlig wumpe. Sonst würde die EU anders handeln.

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S-Süd 27.03.2019, 16:19
18. Uberheberrecht vs Internet

Ich finde die Gesetzgebung gut. Für mich ist wichtig, dass das Heft des Handelns wieder in der "realen" Welt ist. Das Internet wird es überleben, sich anpassen und sich weiterentwickeln. Erinnert sich noch jemand an das Jahr 2003 -was war damals im Internet das "große Ding"? Es hieß second Life. Erinnert sich heute fast keiner mehr dran. Was will ich damit sagen? Das Internet ändert sich so schnell. Warum nicht Vorgaben machen und Einfluss auf die Richtung nehmen. Warum soll Brüssel dazu nicht das Recht haben? Das Parlament ist ein Spiegelbild der Interessen der Wähler. Haben die User des Internets mehr Rechte, seine Entwicklung zu bestimmen? Vielleicht sollten sich alle ein wenig abregen und den Schaum vor dem Mund abwischen. Es sind im Mai Wahlen zum EU-Parlament. Da kann sich jeder beteiligten. Und wenn die neue Richtlinie sich als nicht tauglich erweisen sollte, dann wird sie dort in einem neuen Anlauf besprochen und angepasst. Auch das wird wieder ein Kompromiss sein. (und vermutlich viele Beleidigte hinterlassen)

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whitewisent 27.03.2019, 16:20
19.

"Der Preis für diesen Unfug ist ein bestürzender Vertrauensverlust einer digital geprägten Generation in die Wirksamkeit ihres Engagements, in demokratische Politik und in die EU. "

Ja, das wird für einige Vertreter dieser Generation eine Lehre sein. Und zwar das Demokratie bedeutet, dass Derjenige seinen Willen durchsetzt, welcher reale Mehrheiten für seinen Vorschlag aktivieren kann. Ein Recht der Straße auf der Erfolg gibt es nicht. Wenn man sieht wie umfassend und freiwillig diese Genereation auf ihre Rechte verzichtet, wenn es Apps und Spiele verwendet, und die AGF dafür ungelesen akzeptiert, kann es mit deren digitaler Kompetenz dann doch nicht soweit her sein.

Man sollte eben auch nicht den Fehler der Theoriefindung begehen, dort eine "Digitale Generation" zu sehen. Die Großväter derer gehörten teilweise zur Generation C64, ist also nicht so, daß man 2005 noch mit dem Kreisel um den Christbaum tobte.

Die Reform wird gravierende Veränderungen bewirken, aber kein Mensch hat das Recht auf Verharren und Konstanz. Ansonsten wären wir in einer Welt wie 1950 stehengeblieben. Gegen Urheberschutz sind vor allem doch die, welche diesen bereits heute für unwesentlich gehalten haben. Merkwürdigerweise denke ich da Vertreter dieser Generationen, die anderen die Handys abziehen und sich gegenseitig Filmchen jedweder Couleur auf den Geräten hin und herschicken, egal wie legal die sind. Bzw. wird das Legale als langweilig angesehen. Da hat diese Generation im Rest der Bevölkerung nicht wirklich Mitgefühl, wenn sie nun aufgewacht sind, und merken das Euphorie nicht alles ist.

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