Forum: Netzwelt
Urheberrechtsreform: Pyrrhus-Sieg heißt jetzt Voss-Sieg
Jean-Francois Badias/ AP

Die Reform des Urheberrechts ist der Versuch, eine nostalgische Wunschrealität zu erzwingen. Befürworter wie CDU-Mann Axel Voss hoffen, dass alles irgendwie gut wird. Dafür spricht: nichts.

Seite 3 von 48
vox veritas 27.03.2019, 16:23
20.

Es gibt ja demnächst EU-Wahlen, da kann man dann einen Denkzettel ausstellen. Im übrigen war auch die SPD an dem neuen Urheberrecht beteiligt; die haben ihren Teil dazu beigetragen. Das sollte man ebenfalls berücksichtigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
draco2007 27.03.2019, 16:28
21.

Zitat von curiosus_
Herr Lobo, es mag ja vieles geben, aber eine “mathematische Naturgewalt” gab es weder im letzten Jahrhundert noch gibt es die im “Digitalzeitalter”. Auch wenn mancher das gerne hätte.
Wie nennen sie denn den Fakt, dass bei YouTube jede Minute 400 STUNDEN Material hochgeladen werden?

Sie brauchen alleine 72.000 Menschen, die im 3 Schichten Rhythmus arbeiten, um den Inhalt 1:1 sichten zu können.

Ich finde, dass Herr Lobo mit dem Begriff "mathematische Naturgewalt" durchaus richtig liegt.

Im "Prädigitalen" Zeitalter konnten sie nichtmal annähernd soviel Inhalt produzieren. Heute spielend, Tendenz exponentiell steigend.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kayakclc 27.03.2019, 16:30
22. Selbst Schuld

Die Generation "WWW" hat zu lange gemeint, dass Internet sei ein rechtsfreier Raum. Es ist ein lange, beschwerlicher Weg, den wir in der analogen Welt schon hinter uns haben. In der digitalen gibt es neue technische Möglichkeiten, die Leute, die auf das schnelle Geld aus sind auch nutzen wollen, oft auf Kosten anderer. Wir leben in der Übergangzeit, wo sich das Internet vom Wilden-Westen zu durch Parlamente regulierten Raum mutiert, weil eben die Aktiven sich selbst nicht um geltende Rechtsnormen, wie das Urheberrecht gekümmert haben. Leider gibt es zu viele, die sich mit den Fragen nur aus ihrer sicht des persönlichen materiellen Vorteils auseinander setzen. Vielleicht zeigt die Entscheidung des Parlaments auch eines: nicht der Mob, der Shitstorm regiert die EU sondern die Parlamentarier. Wir werden sehen, on wir im Sommer ein 50% Mehrheit der Piratenpartei im Europaparlament erhalten, oder ob es nur wieder eine lautstarke Demo von Minderheiten gewesen ist, die sich im Grund vor den Karren von Google und Facebook spannen haben lassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
riomaster181 27.03.2019, 16:30
23. Das verstehe ich nicht

Wenn denn, wie Lobo meint, die Reform ihren Zweck verfehlen wird, welche Rolle spielt es dann ob Brok einen Beraterjob für Bertelsmann hat oder hatte? Das ist zwar per se skandalös, aber in diesem Kontext eher irrelevant. In meinen Augen wäre das nur schlüssig, frei nach Lobos Conclusio, wenn jemand wie Brok von Google bezahlt würde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rugall70 27.03.2019, 16:30
24. Internet: Rechtsfreier Raum trifft Gratiskultur

Es ist schon absurd: Da haben wir Kinder, die nichts anderes kennengelernt haben als die rechtsfreie Internet-Welt. Kinder, deren Leben daraus besteht, dass sie den ganzen Tag am Handy wischen und Katzenvideos glotzen. Kinder, die sich an die Gratiskultur gewöhnt haben und diese nicht mehr missen wollen.

Und diese Kinder stellen sich jetzt präpotent hin und verkünden mit der ganzen Arroganz der Ahnungslosigkeit, die einem in diesem Alter so eigen ist: Ihr Alten versteht das alles nicht. Und etwas größere Kinder, wie etwa Herr Lobo, fühlen sich auch wieder ganz jung, wenn sie diesen Kindern beiplichten können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Chico73 27.03.2019, 16:31
25.

Zitat von kalsu
Ich habe immer noch nicht so richtig verstanden, was falsch daran ist, das Menschen die ein urheberrechtlich geschütztes Werk erschaffen haben es nicht mehr aktzeptieren wollen, dass Hinz und Kunz damit im Netz haussieren geht und selbst damit Geld verdient - ohne dem Rechteinhaber davon etwas abzugeben oder ihn für seine Arbeit zu entlohnen. Geht ein Herr Lobo für ein warmes Mittagessen oder feuchten Händedruck arbeiten? Wohl kaum. Warum sollen das andere dann machen? Nur weil an der Kasse gerade keiner sitzt, kann man seinen Einkauf nicht einfach so mitnehemen. Das ist Diebstahl. Wenn man geschützte Werke nicht sicher vor unerlaubter Weiterverbreitung oder Kopieren effektiv schützen kann, man muss man dafür sorgen, dass ein Werk gar nicht erst über die einschlägigen Wege verbreitet werden kann.
wenn wir schon bei dem Beispiel bleiben...
Dann soll jetzt die Lösung sein, weil man nicht genau erkennen kann, ob es sich bei dem kopierten Werk um ein geschütztes Werk handelt, wird einfach der Handel mit allen Werken verboten - Und, es bekommt ja der Urheber nur dann seine Entlohnung, wenn er vorher an denjenigen, der die Prüfung vornimmt, etwas bezahlt. Man macht also die großen Player quasi zu Trittbrettfahrern... - ja kann man sicherlich so machen, aber dass es dabei einen Aufschrei geben wird, sollte nicht wundern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Makrönchen 27.03.2019, 16:32
26.

Zitat von senapis
Wie bei so vielen Gesetzen, gut gemeint, aber schlecht gemacht. Warum muss ein Uploader nicht rechtswirksam* bestätigen, dass er der Rechteinhaber ist? Dann könnte jeder Verstoß, so es gewünscht wird, auch verfolgt werden. *Hier wird die handwerklich schlechte Arbeit am Gesetz deutlich, dies hätte vorher ausgearbeitet werden müssen.
Du musst dich in die Denke der Urheber und Rechteverwerter reinversetzen.
Das Hochladen von urheberrechtlich geschütztem Material zu verhindern (oder anschließend von der Plattform zu nehmen) würde das Urheberrecht sicherlich auch schützen. Aber genau das wollen die Urheber und Rechteverwerter ja gar nicht. Sie wollen schon, das hochgeladen wird, von wem auch immer. Aber anschließend Geld dafür sehen.
Die ganze Denke zielt darauf ab, dass am Ende möglichst viel Geld aus dem System an die Urheber und Rechteverwerter gezahlt wird.

Deswegen erscheint einem neutralen Beobachter die Argumentation auch oft so unlogisch. Die Logik in der Argumentation ist ergebnisorientiert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
haarer.15 27.03.2019, 16:34
27. Präfaktische Politik und Lobbyismus

Danke Sascha Lobo - für die Hintergrundbeleuchtung der Folgen dieses umstrittenen Gesetzes. Gut aufgezeigt. Erschreckend, wie oft Politik die Argumente renommierter unabhängige Wissenschaftler ignoriert, wie nicht nur in diesem Fall. Herr Voss darf sich selbst auf die Schulter klopfen mit seinem Einsatz für diese fragwürdige Reform. Er und seine Befürworter hätten andere Akzente setzen müssen - jedoch keine rückwärtsgewandten im Zeitalter digitaler Zukunfts-Ausrichtung und der globalen Realität. Der Preis dafür wird hoch sein im Vorfeld der EU-Wahlen. Realitätsblinder Eifer und nostalgisches Wünsch-dir-was führt hier zum vollendet klassischen Eigentor.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
VISADB4779 27.03.2019, 16:35
28. Lobo auf Abwegen

Lobo und Reda versuchen zu suggerieren, dass es ähnlich wie beim Klima um einen Generationenkonflikt geht. Mitnichten! Auch meine Generation hat ein Interesse am Urheberrecht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
haarer.15 27.03.2019, 16:41
29.

Zitat von ThomasCW
wie immer sehr schön auf den Punkt gebracht! Mir ist von Julia Reda noch ein Zitat hängen geblieben: "Das Tragischste ist: Eine neue Generation, die dieses Mal zum ersten Mal zur Europawahl geht, lernt gleich ihre Lektion: Eure Proteste sind nichts wert, die Politik wird Lügen über euch auskippen und sich von Sachargumenten nicht beeindrucken lassen!". Echt traurig wenn jemand wie sie die Politik verlässt! Es bräuchte viel mehr so informierte und engagierte Leute dort. Sieger sehe ich hier weit und breit nur einen: die AfD. Die wird wohl am meisten von dem Verhalten der Regierungsparteien profitieren können. Wird lustig, wenn von denen darüber geklagt werden wird ...
Können Sie mal erklären, was die AfD hierbei zu melden hat ? Aber bitte konkret ! Diese Ein-Themen-Partei hat hierzu doch gar nix auf dem Kasten. Und in ihrer Ausrichtung blinkt sie generell nur rückwärts.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 48