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US-Bericht über russischen Hacker-Angriff: Operation "Grizzly Steppe"
NCCIC

Wegen Hacking-Vorwürfen weist Amerika russische Diplomaten aus. Ein neuer Bericht von FBI und Heimatschutzministerium soll die Sanktionen gegen Moskau rechtfertigen. Was in dem Report steht - und was nicht.

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Knackeule 30.12.2016, 17:30
1. Interessant

Interessant an diesem Bericht finde ich, dass der Wahlkampf-Leiter von H.Clinton anscheinend auf einen der ältesten Pishing-Tricks mit "Aufforderung zum Passwort-Wechsel via E-Mail" hereingefallen ist und dann auch noch über 60.000 Mails frei zugänglich in seiner Mailbox gespeichert hatte, anstatt diese ausserhalb der Mailbox zu archivieren. Dumm gelaufen. Und: die so abgefischten Mails von Clinton, die sie in erhebliche Schwierigkeiten brachten, sind nicht etwa gefälscht worden, sie existieren real. Das Problem für Clinton und die Demokraten war nur, dass sie auf diesem Weg an die Öffentlichkeit gebracht wurden.

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jojack 30.12.2016, 17:31
2. Zweifel

Ich habe keinen Zweifel am Versuch Russlands, die US-Präsidentschaftswahl zu manipulieren. Mir kommen jedoch Zweifel, ob dies wahlentscheidend war. Als Wendepunkt wird ja weithin der Fund des Laptops von Anthony Weiner angesehen, die den FBI-Chef 10 Tage vor der Wahl zu einer Wiederaufnahme der Ermittlungen gegen Clinton veranlasste. Mit einem Hackerangriff hatte diese Entwicklung nichts zu tun.

Die womöglich von Russland gesteuerten Wikileaks-Enthüllungen über den DNC hatten meiner Meinung nach keine wahlentscheidende Bedeutung. Clintons Misserfolg bei der Mobilisierung Schwarzer und Hispanics führe ich nicht darauf zurück. Und die Themen Trumps haben in einem bestimmten Klientel einfach so gut verfangen - da hatte Clinton keine Chance bzw. hat sich um diese Themen nicht sonderlich bemüht. Mir sind wenige Aussagen zu Einwanderung, negativen Konsequenzen des Freihandels oder dem Spannungsfeld aus freier Rede vs. political correctness von Hillary bekannt. Das war fahrlässig - jedoch nicht die Folge irgendwelcher Hackerangriffe.

Und im Ernst: wenn die Mini-Skandale über Hillary wahlentscheidend gewesen wären, dann wären es die Maxi-Skandale Trumps in jedem Fall gewesen. Bekanntlich war das nicht der Fall.

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pansatyr 30.12.2016, 17:37
3. @1

"die so abgefischten Mails von Clinton, die sie in erhebliche Schwierigkeiten brachten, sind nicht etwa gefälscht worden, sie existieren real."
Und was steht in diesen E-Mails Schreckliches drin?
Eben, nichts.

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zeichenkette 30.12.2016, 17:40
4. Wir werden ja sehen

was aus dem Bundestags-Hack vor der Wahl noch so alles auftauchen wird. Das wird eine Schlammschlacht und wir alle werden verlieren.

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rjb26 30.12.2016, 17:52
5. vielleicht

mal Fachleuten zuhören, z.b. McAfee im Interview mit Larry King im US TV. Beide sind nicht unbedingt als Putinfreunde anzusehen...

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richey_edwards 30.12.2016, 17:57
6. Man denkt immer das sind Profis...

... und Top-Leute und dann fallen die auf Phishing-mails rein? Ganz ehrlich, wenn man es Hackern so einfach macht darf man sich eigentlich nicht beklagen. Die halten sich wahrscheinlich den Bauch vor lachen. Dilettantischer kann sich die Trump Adm. eigentlich auch nicht anstellen.

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jung&jang 30.12.2016, 17:59
7. Haust Du meine Oma, dann haue ich Deine

bei It gibt es immer Vorsprünge, Sieger und scheinbare Verlierer.
Immer alles eine Frage der Zeit, bis die "andere" Seite nach zieht.
Beweisbarkeit bei Geheimdienstinfos ist doch zweitrangig...

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Tomas Maidan 30.12.2016, 18:00
8. Was mag das alles kosten?

Was mögen diese russischen Hacker eigentlich der Volkswirtschaft Russlands kosten? Der Spaß wird ja auf Staatsknete fabriziert und ist höchst arbeitsintensiv. Eine solche Verschwendung von humanen Ressourcen erinnert mich an DDR Zeiten, als man unliebsame Schauspieler damit bestrafte, ihnen 300 Stasi-Beamte in den Zuschauerraum zu setzen - damit diese NICHT klatschten. Toller Job! Eigentlich hätte man diese Leute gebraucht, damit sie WERTE schaffen, arbeiten gehen, Produkte entwickeln, mit Leistungen die Volkswirtschaft stärken. So aber saßen sie rum. Und ärgerten Schauspieler... Und Putin macht es nun genauso. Er lässt seine Leute am Computer hocken und den Feind ärgern. Mein Tip: Er sollte mal anfangen, sein Land wirtschaftlich kompetent zu regieren.

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Americanet 30.12.2016, 18:02
9.

Zitat von Knackeule
Interessant an diesem Bericht finde ich, dass der Wahlkampf-Leiter von H.Clinton anscheinend auf einen der ältesten Pishing-Tricks mit "Aufforderung zum Passwort-Wechsel via E-Mail" hereingefallen ist und dann auch noch über 60.000 Mails frei zugänglich in seiner Mailbox gespeichert hatte, anstatt diese ausserhalb der Mailbox zu archivieren. Dumm gelaufen. Und: die so abgefischten Mails von Clinton, die sie in erhebliche Schwierigkeiten brachten, sind nicht etwa gefälscht worden, sie existieren real. Das Problem für Clinton und die Demokraten war nur, dass sie auf diesem Weg an die Öffentlichkeit gebracht wurden.
Ist er eigentlich nicht. Seine Mitarbeiter haben die Mail an einen IT-Experten geleitet mit der Bitte um Prüfung. Der schrieb zurück, die Mail sei in Ordnung - und hat inzwischen in Interviews ausgesagt, er habe keine Ahnung, warum er das geschrieben habe, denn er habe die Mail als Phishing-Versuch erkannt. Es scheint sich also um einen dummen Zufall zu handeln.

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