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US-Bürger wehren sich gegen intelligente Stromzähler: Widerstand im Wohnwagen
Juliane Schiemenz

Neue intelligente Stromzähler sammeln detaillierte Daten über die Haushalte, in denen sie installiert sind. US-Bürger bekämpfen diese "Smart Meter" wütend. Sie fürchten Überwachung und Strahlung - und sind politisch erfolgreich.

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spon-facebook-10000426196 05.08.2014, 21:04
150.

Zitat von tommit
Feststellen welche Geräte? Poppeleinfach... Verbrauchssignaturkurven oder noch einfacher RFID und Datenweitergabe über Stromnetz.. Dann kann der Energieversorger und die NSA sagen wann man die bei BU gekauften medizinischen Massagegeräte nutzt, lädt... Solche Statistiken sind dann sicher das Salz in der Suppe der NSA Mitarbeiter.. ABer da man ja nichts zu verbergen hat einfach einen Zeitplan aussen ans Haus hängen, dann können sich auch die nationalen Gäste danach richten.. Es geht doch nichts über Planungssicherheit...
och neee


das ist doch ganz einfach: eine Waschmachine braucht caum die 2000W, ein Foehn leicht darunter, ein Kuhlschrank soundsoviel. Wenn die Geraete einschalten, kann man ganz einfach sagen, was laeuft und was nicht, mit einem gewissen Fehlerchen vielleicht. Man nimmt dann noch so ein paar Regeln wie wenn nieman zu hause ist, laeuft vielleicht nicht der Geschirrspueler usw. Damit laesst sich ganz leicht (wirklich leicht) verfolgen, wann Sie welche Geraete benuetzen. EIgentlich ganz einfach...

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wauz 05.08.2014, 21:36
151. In Zeiten

Zitat von sci666
zu recherschieren, was dieses smart meter eigentlich tut ? wie ist es mit dem haus vernetzt ? wie soll das gerät feststellen welch egeräte ich benutze und wa sich im tv schaue ? wann jemand zuhause ist kann auch ohne smartmeter festgestellt werden indem man das internet überwacht ... plötzlich höhere stromrechnung wäre für mich ein indiz auf betrug seitens des stromanbieters. permanente funkstrahlen müssen auch nicht sein.... bitte u maufklärung der funktionsweise !
als das öffentlich-Rechtliche Fernsehen noch keine Werbeunterbrechungen im Abendprogramm hatte, konnte man Zuschauerzahlen von Blockbustern am Wasserdruck ablesen. Gleich nach Ende gingen die Leute pinkeln, der Wasserduck in den Leitungen fiel ab...

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specialsymbol 05.08.2014, 22:52
152.

Zitat von sci666
zu recherschieren, was dieses smart meter eigentlich tut ? wie ist es mit dem haus vernetzt ? wie soll das gerät feststellen welch egeräte ich benutze und wa sich im tv schaue ? wann jemand zuhause ist kann auch ohne smartmeter festgestellt werden indem man das internet überwacht ... plötzlich höhere stromrechnung wäre für mich ein indiz auf betrug seitens des stromanbieters. permanente funkstrahlen müssen auch nicht sein.... bitte u maufklärung der funktionsweise !
Relativ einfach. Eine Waschmaschine verbraucht anders Strom als der PC. Oder der Fernseher. Oder der Herd. Und so weiter. Man kann wohl nicht sagen WAS man im Fernsehen sieht - ziemlich sicher aber ob man den Fernseher nutzt. Permanente Funkstrahlen halte ich für Quatsch, viel einfacher ginge es die Daten über das Stromnetz zu übermitteln.

Was ich nicht verstehe ist warum diejenigen (die ja offenbar Hausbesitzer sind) nicht einfach eine Batterie in den Keller und Solarzellen aufs Dach packen. Klar ist in den USA der Strom billiger.. aber irgendwann rechnet sich das auch dort.

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masgth 06.08.2014, 00:35
153. mal ein wenig erhellendes Hintergrundwissen

Die Frage nach dem Nutzen von Smart Metern kam ja nun schon mehrfach, da ich mit der dahinter stehenden Technologie meine Brötchen verdiene will ich zumindestens telegrammartig ein wenig aufklären.

Zum Nutzen:
a) für den der EVU (Versorger bzw. Netzbetreiber) dieser agiert heute zunehmend unter größerer Unsicherheit sowohl auf der Einspeiseseite (erneuerbare Energien , weht der Wind, wie scheint die Sonne?) als auch auf der Verbrauchsseite.
Da Strom in den Netzen nicht ohne weiteres gespeichert und auch nicht in Sekundenschnelle bereit gestellt werden kann Bedarf es Intelligenz um das Stromnetz in kürzesten Intervallen sicher zu steuern, damit dieses nicht zusammenbricht (Black Out) Hierbei ist der fernauslesbare Zähler eine wertvolle Datenbasis für den aktuellen Verbrauch/Bedarf. In der Summe spricht man hierbei vom Smart Grid (dem intelligenten Netz).
Länder mit schlechter Netzqualität haben früher begonnen den Ausbau voranzutreiben: Italiens Monopolversorger Eni hat seit 2009 flächendeckend Stromzähler verbaut.

b) nutzen für den Verbraucher
hier ist erst einmal zu erklären wer davon betroffen ist, gesetzlich im §21 ff. EnWG vorgeschrieben. In D nur bei Stromzählern und Jahresverbrauch von mehr als 6000KWh. Das entspricht etwa dem doppelten Verbrauch eines deutschen Durchschnitthaushaltes und ist somit für den Privathaushalt ohne Belang. Technisch sind nach aktuellem Stand alle Medien wie Wärme,Kälte, Gas und Wasser fernauslesbar.
Allgemein ist unstrittig, dass das zeitnahe Wissen um Verbräuche wichtig ist um Kostenoptimierungen vorzunehmen. So kann ich anhand der Visualisierung mit stündlichen Werten schnell "Ausreißer" erkennen und beheben, bei einer monatlichen oder Jahresabrechnung fällt das Teils gar nicht auf oder ist nicht zuordenbar. Zur Verdeutlichung ein Beispiel: In unserem Büro hatte sich die Heizungsanlage unbemerkt resettet und ist auch am Wochenende voll durchgelaufen, da am Wochenende keiner arbeitet wäre das erst mit der teuren Jahreendabrechung aufgefallen, so bereits nach einem Wochenende.
Ein tatsächlichen Nutzen ziehen vor allem Industriebetriebe und großen Liegenschaften/Komunen wenn es darum geht Dokumentationspflichten über Verbräuche zu erbringen (z.B für ISO 50001 zertifizierung), zum Lastmanagement (spart Geld in Industriebetrieben) zum Erkennen von Havarien und unerwünschten Verbrauchern.

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masgth 06.08.2014, 00:38
154. .

c) Technische Basis und Sicherheit
Die Zähler entsprechen in ihrer Funktion grundlegend den analogen Vorläufern indem sie Verbräuche messen, amtlich geeicht sind und m.E. auch manipulationssicher sind.
Neu ist (etwas vereinfacht), der Zählerstand (der immer noch auf dem Display steht) sowie zusätzliche Informationen wir wirkleistung, Phasenwinkel ect. auf elektronischem Weg abgefragt werden können und ausgewertet werden. Dies erfolgt über ein Gateway, die sogenannten MUC Controller (Wir entwickeln solche Geräte). Hierzu ist nach jahrelangem diskutieren in verschiedensten Gremien mit dem BSi Schutzprofil eine stark auf Sicherheit ausgelegte Norm für die abfragenden Gateways eingeführt worden, erste zertifizierte Geräte kommen vermutlich zum Jahresende 14 auf den Markt. Dies ist auch der Grund warum in Deutschland bislang bis auf wenige Pilotprojekte (z.B RWE in Mühlheim) unter Berücksichtigung der Rechtssicherheit keine nennenswerten Installationen erfolgt sind, denn die Technik ist relativ teuer. Die Kommunikation kann auf verschiedenen Wegen erfolgen (Powerline in Italien) sowohl funk als auch kabelgebunden. Wenn ein Angriff erfolgt dann am Gateway und nicht am Zähler!

Die generierten Lastprofile erbringen nur begrenzte Informationen über das detaillierte Nutzungsverhalten, sicher kann ich erkennen wann jemand da ist oder nicht, das wars dann aber auch schon. Bei den anfallenden Datenmengen üblicher 15min Auslesungen ist es irrwitzig anzunehmen das diese detailliert zu Werbezwecken oder ähnlichem mißbraucht werden könnten. Die Versorger benötigen Absolutzahlen zum steuern damit Ihnen das Netz nicht um die Ohren fliegen und wir alle im dunkeln sitzen.

Das mal so als kurzer Rundumschlag.

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Joerg grimm 06.08.2014, 04:07
155.

Zitat von sysop
Neue intelligente Stromzähler sammeln detaillierte Daten über die Haushalte, in denen sie installiert sind. US-Bürger bekämpfen diese "Smart Meter" wütend. Sie fürchten Überwachung und Strahlung - und sind politisch erfolgreich.
Was fuer ein halbgarer Artilkel.

Alles was das SmarMeter tut ist, den Stromverbrauch zu messen. Der Stromverbrauch wird dann an den Stromlieferer uebermittelt. Das spart den Ableser und ist genauer. Alles andere in diesem Artikel ist bullshit.

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Hafturlaub 06.08.2014, 08:56
156.

Zitat von elikey01
Das behaupteten auch schon Foristen (und SPON-Kommentatoren) für Deutschland, z.B. im Zusammenhang mit Fracking und Atomkraft. Angesichts des Rechtsmodells der USA, wonach alles eingesetzt werden kann, so lange kein Schaden nachgewiesen wurde, müsste man sich allerdings nicht wundern, wenn .....
Langfristig geht kein Weg an solchen Teilen vorbei, da Strom zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Kosten verursacht. Die Energiewende ist nur zu schaffen, wenn der Verbrauch der Erzeugung angenähert werden kann-das geht letztlich nur über den Preis.

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LouisWu 06.08.2014, 09:19
157.

Zitat von masgth
...Das mal so als kurzer Rundumschlag.
...aus Lobbyistensicht, natürlich.
Sie verschweigen den Kostenvorteil für die EVU's, die sich die Ableser sparen können, und den leichteren Zugriff auf die individuelle Stromversorgung, wenn einem Verbraucher der Strom abgestellt werden soll.

Wenn es lediglich um Verbrauchserkennung und -steuerung ging, dann würde es völlig genügen, entsprechende "Smartmeter" in den Umspannstationen Mittelspannung/Niederspannung zu installieren. Das wäre zur Verbrauchserkennung fein genug aufgelöst...

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georg_lm 06.08.2014, 09:35
158.

Zitat von LouisWu
...aus Lobbyistensicht, natürlich. Sie verschweigen den Kostenvorteil für die EVU's, die sich die Ableser sparen können, und den leichteren Zugriff auf die individuelle Stromversorgung, wenn einem Verbraucher der Strom abgestellt werden soll.
Nein. So ein Smartmeter ist ein MESSGERÄT. Da ist fizzelige, sensible Elektronik
drin. Damit kann man die Stromleitung NICHT unterbrechen.

Zitat von LouisWu
Wenn es lediglich um Verbrauchserkennung und -steuerung ging, dann würde es völlig genügen, entsprechende "Smartmeter" in den Umspannstationen Mittelspannung/Niederspannung zu installieren. Das wäre zur Verbrauchserkennung fein genug aufgelöst...
Es gebt bei der Verbrauchssteuerung nicht darum, jemanden vom Netz abzuklemmen,
sondern in Zeiten mit Überangebot an Strom (Windbö im Offshore-Windpark)
den Preis kurzfristig zu senken um einen höheren Verbrauch zu stimulieren
(der dann entsprechend einen niedrigeren Verbrauch bewirkt, wenn der Strom
anschließend wieder knapper wird.)

Wenn Sie gerade von Ihrem EVU gemeldet bekommen haben, daß in den
nächsten 8,5 Minuten der Strom um 30% billiger ist und daraufhin der
Pressluft-Kompressor in Ihrem Handwerksbetrieb angesprungen ist, dann
wollen Sie natürlich, daß das entsprechend fein aufgelöst registriert wird.

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ilek 06.08.2014, 10:02
159. Nix Tinef

#138 Gestern 17:23 von
Stefan_G

"Das ist reiner Tinnef ...

Zitat von ilek
>> Nein, dass wohl am allerwenigsten. Bei Smart Grid geht es darum das gesamte Stromnetz mit möglichst vielen eingebunden Erzeugern und Verbrauchern intelligent, d.h. schnell, flexibel und effizient zu steuern.<<
... solange nicht jeder einzelne Kunde sein eigenes Stromnetz hat das "schnell, flexibel und effizient zu steuern" wäre. Für diesen Zweck reicht es völlig, die Verbräuche in den jeweiligen Trafo-Stationen zu monitoren."

Wenn das nur Tinnef wäre, frage ich warum zum Thema Smart Grid tonnenweise Fachliteratur usw. gibt. Die haben halt alle keine Ahnung und reimen sich was zusammen.

Was wollen die Kunden denn im eigenen Stromnetz (innerhalb einen Haushaltes z.B.) steuern? Wer eine PV-Anlage auf dem Dach hat und seinen Eigenverbrauch optimieren will braucht dazu kein SmartGrid, dazu muss man nur an den Himmel schauen oder auf die aktuelle Leistung der PV-A.

Sie haben das mit den SmartGrid noch nicht ganz verstanden. Schon immer war es das Problem der Netze schwankende Nachfragen und erzeugte Stromangebote anzugleichen. Mit zunehmenden erneuerbaren Energien und heterogeneren Verbräichen wird das zunehmend schwieriger. Gleichzeitig haben iwr heute die technischen Möglichkeiten (Zähler mit erweiterten Funktionen, bessere Kommunikation, usw.) die beiden Kurven schneller und besser aneinander anzupassen. SmartGrid eben.


Zitat von Stefan_G
Sie glauben ernsthaft ... ... das die Leute flächendeckend z.B. nachts zwischen 0:30 und 5:30 fernsehen weil dann die kWh 0,037 € weniger kostet als abends 19 bis 23 Uhr? Glaube ich nicht...
Glaub ich auch . Muss ich auch nicht. 1.:Allein schon die Denke dass der Strom zwischen 1 und 5 am billigsten sein muss ist alte Denke aus Nachtstromzeiten. Es sind keine festen Zeiten zu denen der Preis schwankt. Bei einem guten SmartGrid werden es z.B. 15-Minuten-Rythmen sein. Übrigens, die Zeiten hoher Erzeugungsüberhänge sind heute eher Mittags statt nachts zu erwarten.
2.: Fernsehen ist kein gutes Beispiel, das ist eine zeitkritisch Anwendung. Wesentlich bessere Beispiele sind alle Anwendungen die mit Kühlen und Wärmen zu tun haben (Kühl- und Gefrierschränke, Wärmepumpen, Backöfen, usw). Die können ihre Verbrauchszeiten problemlos mal 10min vorziehen oder verzögern (braucht Geräte die automatisch auf Preisinfos reagieren können).
Weitere gute Beispiele sind alle Anwendungen, die irgendwann innerhalb eines bestimmten Zeitraums benötigt werden (Akkus aufladen, Wäsche waschen/trocknen, usw.) das kann man auch manuell steuern. Praktisch bedeutet das, dass ich z.B. meine Wäsche abend vor dem Schlafen in die Maschine packe und morgens ist sie fertig, gewaschen zu "billigen Zeiten". Das gleiche geht morgens vor dem Verlassen des Hauses.

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