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US-Geheimdienst NSA: Radikal unfähig
AFP

Im Laufe der Überwachungsaffäre ist von den Geheimdiensten ein falsches Bild entstanden. Besonders die NSA wird als hochprofessionell, effizient, fast allmächtig wahrgenommen. Doch in Wahrheit versagen die Dienste ständig.

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Bernd.Brincken 16.07.2014, 13:25
10. Desorganisation

Zitat von sysop
Im Laufe der Überwachungsaffäre ist von den Geheimdiensten ein falsches Bild entstanden. Besonders die NSA wird als hochprofessionell, effizient, fast allmächtig wahrgenommen. Doch in Wahrheit versagen die Dienste ständig.
Fehler machen Menschen nun einmal.
Das Problem bei NSA und Co. ist vor allem die Desorganisation, d.h. es ist offenbar gar nicht möglich, Verantwortlichkeiten in dem gesamten Apparat klar zuzuordnen.

Siehe dazu die schon 2010 erschienene Serie "Secret America" der Washington Post:
http://projects.washingtonpost.com/t...control/print/
Bemerkenswert ist ja etwa die Zahl von 854.000 Personen mit "top secret" Klassifizierung. 'Top' heisst ja auch, es gibt keine höhere, ordnende Instanz - wer soll mir vorschreiben, dass ich meine Spitzen-Geheimnisse mit irgendwem abzugleichen hätte?

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bi-rma 16.07.2014, 13:27
11. iOS

Zitat von captainpetrov
Es würde schon helfen wenn man die kostenlose SMS app TextSecure nutzen würde. Leider noch nicht für iOS erhältlich.
Für iOS gibt es eine Umsetzung von pgp. Aber was hat das mit dem Thema der Kolumne zu tun?

Schreiben Sie eine SMS mit Ihrer Meinung an einen Bundestagsabgeordneten Ihres Vertrauens. Am besten unverschlüsselt, damit es auch die Geheimdienstfuzzis lesen können!

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kom.philbier 16.07.2014, 13:42
12. Information ist eben was anderes als Wissen!

Die NSA sammelt alle Informatione, die sie kriegen kann und speichert sie irgendwo. Dass sie diese Yottabytes an Information auch auswerten kann ist zu bezweifeln. Das heißt dann: Sie gewinnt aus diesen Informationen kein entsprechendes Wissen.

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neromancer 16.07.2014, 13:43
13. Geheimdienste sind eben auch nur Unternehmen

und so sind sie organisiert. Jeder der ein bisschen Einblick in die eigene Unternehmensstruktur hat, stellt fest, dass alle immer die gleichen Probleme haben: Kommunikation, Projektmanagement, Informationadministration. Da reden wir nicht von technischen Systemen, die Daten sichern oder Zugriffe verwalten, sondern von Menschen gemachten Problemen. Das geht dann los mit der Frage, wer hat welchen Zugriff auf was. Glauben wir mal nicht, dass die Sicherheitspolitik auch bei Geheimdiensten so strikt sind, wie man vermutet. Da wird dann schnell mal noch dort und dort ein Ordner freigeschalten, weil die eigentliche Rolle diese nicht inne hat und dort mal noch ein Zugang vergeben ohne größere Restriktionen. Das geht dann natürlich zwischen Tür und Angel verloren. Da werden dann ggf. keine Logs vorgenommen, keine Listen gepflegt etc. Wie eben in jeder anderen Firma auch. Zudem möchte ich nicht wissen, wie viele externe IT Dienstleister eingebunden sind. Es ist schlicht weg solch ein riesiger Apparat geworden, dass ich bezweifle, dass dieser noch zu organisieren ist. Wie oft hört man denn, es sei alles "historisch gewachsen" und man kann es jetzt nicht so leicht bereinigen. Geheimdiensten geht es da nicht anders. Und richtig, hierin liegt die ganz große Gefahr. Der Mißbrauch wird so natürlich ermöglicht. Genau dies sollte in meinen Augen mal jemand bei den Geheimdiensten in Erfahrung bringen. Wir haben doch da ein Kontrollausschuss. Aber die wollen im Snowden sprechen, obwohl der Bundestag den Geheimdiensten direkt vor der Tür sitzen haben...

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langsam_reicht's 16.07.2014, 13:52
14. Respekt!?! Aber wie genau meinen Sie das?

Vorweg:
Ich finde sehr gut das Sie DIE Argumente bringen die auch in meinen Augen die größte Gefahr darstellen. Leider fehlt sehr vielen Menschen die Möglichkeit(Ausbildung, Lebenseinstellung u.A.) dieses zu erkennen.
"Das Problem ist ein politisches, und es lässt sich politisch lösen. Es beginnt damit, dem tollwütigen Spähaffen das Messer wegzunehmen und ihn zu bestrafen."
Mit "tollwütigen Spähaffen" meinen Sie hoffentlich die verantwortlichen in der Politik!?
Denn wenn Sie die kleinen "inkompetenten" Geheimdienste meinen sollten haben Sie als Autor, Entschuldigung, leider doch nichts verstanden.

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ehf 16.07.2014, 13:57
15.

LOL. Und Lobo ist radikal monothematisch.

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baerliner_73 16.07.2014, 14:02
16.

Zitat von sysop
Im Laufe der Überwachungsaffäre ist von den Geheimdiensten ein falsches Bild entstanden. Besonders die NSA wird als hochprofessionell, effizient, fast allmächtig wahrgenommen. Doch in Wahrheit versagen die Dienste ständig.

100% richtig! Immer weiter so Herr Lobo!

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nichzufassen 16.07.2014, 14:15
17. dasselbe in groß

Zitat von montezuma09
...sehe ich die Gefahr auch, dass allein durch die scheinbare Allmacht der Geheimdienste die Verhaltenszensur im Kopf der Bürger etabliert und weiter gefestigt wird. Was ist denn im Alltag gefährlicher: Ein Geheimdienst der alles sieht und alles .......
Nun, das scheint mir eine exakte Beschreibung der Wirkung auch der Stasi zu DDR-Zeiten zu sein. Dasselbe gibt´s jetzt in globalem Maßstab angezettelt vom `Land der Freien´ im Verein mit den sicher ebenso freiheitsliebenden Briten.

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tailspin 16.07.2014, 14:18
18. Von wegen politische Kontrolle

Zitat von Bernd.Brincken
Bemerkenswert ist ja etwa die Zahl von 854.000 Personen mit "top secret" Klassifizierung. 'Top' heisst ja auch, es gibt keine höhere, ordnende Instanz - wer soll mir vorschreiben, dass ich meine Spitzen-Geheimnisse mit irgendwem abzugleichen hätte?
Politische Kontrolle kann man abhaken. Wuerden Sie einer Claudia Roth "top secret clearance" geben? Oder dem Herrn Juncker, der nach eigenem Bekunden luegt, wenn es drauf ankommt, oder dem Buchhaendler aus Wuerselen. Wie heisst der noch?

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überholspur 16.07.2014, 14:22
19. Auch NSA und BND sind am Ende nur Behörden

Und wie alle Behörden geht es ihnen primär darum, noch mehr Budget und noch mehr Mitarbeiter zu bekommen und schließlich den Status der Unverzichtbarkeit zu erreichen. Die Sammel- und Spähwut dient weder der Sicherheit noch der Nation, es ist der schlichte Selbstzweck eigentlich verzichtbarer Ämter, der diese Blüten treibt. Irgendwie erinnert mich das Szenario an die DDR: Total überschuldet und mit einer flächendeckenden Überwachung durch staatliche Stellen, in denen ein viel zu großer Teil der Bevölkerung sein Brot verdiente. Und wenn man die Aktivitäten der diversen US-Behörden kritisch sieht (z.B. Munitionsbeschaffung im großen Stil), dann scheinen sie vor allem Angst davor zu haben, dass die eigene Bevölkerung demnächst das tut, was unsere Landsleute "drüben" auch getan haben: auf die Straße gehen und klarstellen, wer das Volk ist.

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