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Verantwortung des Journalismus : So kann es nicht weitergehen
REUTERS

Der Brexit, Donald Trump, der Angriff auf den AfD-Politiker Magnitz: Unseren Kolumnisten macht es wütend, auf welche Weise viele Medien über solche Themen berichten. Denn sie lassen sich instrumentalisieren.

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GinaBe 16.01.2019, 19:26
190. Kompliment, Sascha!

Das ist eine saubere, engagierte Kolumne, die Ihren deutlichen Willen demonstriert, an künftigen neuen Wegen gestalterisch mitzuwirken und bei dem Spielchen, autoritären Journalismus auszuüben, endgültig nicht mehr mit zu machen.
Danke!

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don_spon 16.01.2019, 19:27
191. Sauber

guiter Artikel. Man darf aber schon sagen, das es beim Journalismus um Geld geht.
Klick Einschaltquote usw. Der Fall Magnitz ist ein wirklich gelungener Coup für die AFD.
SPD,Grüne,Linke alle schlagen auf die armen AFD ler ein. Muharhar. Wenn es nicht so traurig
wäre.Ich fürchte ich bin was die Sache angeht ein bisschen auf Seiten einer der Foristen.
Das Ganze kann nicht funktionieren, weil Journalisten Geld verdienen müssen.
So sad.

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im_ernst_56 16.01.2019, 19:27
192.

Zitat von Sisyphos der Linke
Sie halten wohl auch 50% der US Amerikaner, der Ungarn, usw. für Idioten. An Ihrem Wesen soll wohl die Welt genesen, nur mal etwas anders herum. Im übrigen sind das alles Kapitalisten wie Merkel, die Grünen und der Lobo sowieso, und links-grün-versifft steht für mich für solche Kapitalisten. Darf man in unserer links-grün-versifften Welt eigentlich sagen "Nieder mit dem Kapitalismus" ? Entweder man ist Links, bekämpft den Kapitalismus und Imperialismus, oder man ist links-grün-versifft. So sehe ich das. Es gibt keinen guten Kapitalismus, egal ob es der der AfD oder der der Grünen ist. Ich sehe da keinen Unterschied zwischen der AfD, den Grünen und der SPD, alles Brüder im Geiste des menschenverachtenden Kapitalismus.
Man darf in unser "links-grün-versifften Welt" schon sagen und schreiben "Nieder mit dem Kapitalismus". Nur muss man, wenn man halbwegs ernst genommen werden will, mit einer praktikablen Alternative aufwarten. Und damit hapert es meistens.

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Purzelito 16.01.2019, 19:29
193. Schleichende Boulevardisierung

Machen wir uns nichts vor - der Boulevard hat Einzug gehalten in die seriösen Medien. Leider ist der Spiegel davon auch nicht verschont geblieben. An vielen Stellen fehlt mir heute die Sachlichkeit vergangener Tage. Ich wünsche mir weniger Hysterie und mehr fundierte kritische und gegensätzliche Betrachtungen der Ereignisse. Der Leser soll nicht daran gehindert werden, sich selbst eine Meinung zu bilden. Und Journalismus sollte sich davor hüten, selbst Politik machen zu wollen! Meiner Meinung nach hat der Spiegel dahingehend so manches Mal Tendenzen.

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zimond 16.01.2019, 19:30
194. Unfassbar wie hier manche...

...die Trump/Putin Verwicklungen als Verschwörungstheorie bezeihnen. Es ist keine Theorie, schon gar keine Verschwörung! Dutzende Mitarbeiter, einst unter Trump, haben sich schuldig bekannt, es gibt Tonaufnahmen, Fotos russischen Vertreter im Oval Office.. dann Trumps geradezu anhimmelnden Worte zu Putin auf derer beiden Pressekonferenz und zahlreiche Dokumente die Belegen das sich der Trump Klan mit russischen Vertretern zu Wahlkampfzeiten getroffen hat. Das wurde sogar alles aus reiner Dummheit von Guilliani live im TV zugegeben.

Wenn die Flat-Earther mit einer so erdrückenden Beweislage aufwarten könnten, würde ich in Erwägung ziehen an der Kugelform zu zweifeln!

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herrbart 16.01.2019, 19:34
195. Gut beschrieben - Nur aufwachen reicht nicht.

Am 09.01 hat NDR Info einen Tweet mit folgenden Inhalt abgesetzt. "Linke Gewalt wird oft milder bewertet als rechte, warnt der renommierte Politologieprofessor Jesse aus Chemnitz."
Wenn so ein Tweet von der Bild oder Focus oder der AFD abgesetzt wird, geschenkt. Aber von einem öffentlich-Rechtlichen Medium erwarte ich eine Einordnung und keinen Populismus. Ich erwarte das man kurz recherchiert, wenn man es nicht weiß, wer ist dieser Professor Jesse eigentlich? Schnell findet man raus, das er den "Sammelband zum Nationalsozialismus" mit herausgegeben hat. Ein Werk das von Heribert Prantl als Standardwerk des gemäßigtem Geschichtsrevisionismus bezeichnet wird. In dem Sätze vorkommen wie "Antisemitismus und Rechtsextremismus sind mehr Phantom als Realität." - Spätestens hier hätte der Praktikant der den NDR Info Twitterkanal betreut aufmerksam werden müssen. Wenn man dann bei Jesse noch etwas tiefer gräbt findet man Sätze wie "Jüdische Organisationen brauchen Antisemitismus in einer gewissen Größenordnung, um für ihre Anliegen Gehör zu finden und ihre legitimen Interessen besser zur Geltung zu bringen." - Aber, laut NDR Info, oder dem Praktikanten der den Twitterkanal betreut, ist Jesse ein renommierter Professor und sein Zitat wird wohl stimmen. - Das Hauptproblem sehe ich nicht in der Geschwindigkeit der "neuen Medien", denn so ein Zitat wurde ohne Zeitdruck getwittert. Ich sehe das Hauptproblem in dem fehlenden Handwerk und dem Verständnis für dass eigene Tun. Nachrichten bekomme ich zumeist über Twitter mit. Wenn es mich interessiert lese ich dann den Artikel. Was NDR Info (und viele andere) nicht verstehen. Die Sozialen Netzwerke sind nicht mehr die Spielwiese für die unausgebildeten Praktikanten. Journalistische Regeln sollten gerade dort gelten. Recherche und Einordnung. Solange aber Zeitarbeitsagenturen eure Kanäle Pflegen wird es immer wieder solch populistischen Dreck geben.

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eggu 16.01.2019, 19:36
196. Sie haben ja soo Recht, Sascha Lobo, nur...

...wer hört (liest!) noch zu? Wer stellt noch kritische Fragen, wenn der Journalisten-Lohn doch so oder so aufs Konto kommt? Oder eventuell nicht mehr kommt, wenn der Journalist ALLZU kritische Fragen stellt? Der Sieg des Kapitalismus war viel totaler, als wir uns das je hätten vorstellen können. Das Geld regiert, umfassend, ohne Ein- oder Beschränkungen. Rendite braucht keine kritischen Journalisten, kritische Zeitungen oder Bürger, im Gegenteil, solche stehen der Rendite im Weg! Süffige Schlagzeilen à la Trump-Sandwiches verkaufen sich besser, als jeder gut recherchierte, kritische Artikel. Wer Geld hat, darf ALLES, Trump selbst sagte im Wahlkampf, er könnte auf offener Strasse jemanden erschiessen, ohne dass ihm das im Geringsten schaden würde. Und er wird "gewählt". Unglaubliche Sachen kommen hie und da trotz allem noch zutage, aber man beschränkt sich darauf, kurz daüber zu berichten. Irgend einer üblen Sache nachgehen, Schuldigen auf die Finger klopfen, das tut niemand mehr. Panama Papers, CumEx-Geschäfte, unvorstellbare Steuerhinterziehungen seitens der Super-Reichen, immer mehr Armut bei gleichzeitiger Vervielfachung der mega-Millionäre und Milliardäre, mehr und mehr Rassismus, mehr und mehr Antisemitismus, ein "Manager" der nicht zu einer Bank will, weil diese ihm nicht 50 Millionen "Willkommensgeld" zahlen will, wie verrückt ist denn das alles? Kürzlich sagte ein Manager zu einem schweizer Journalisten, die Wirtschaft sei nicht dazu da, zum Leben ausreichende Löhne zu zahlen. Wenn es nicht reiche, dann sei der Staat zuständig. Das sagt einer, der wahrscheinlich praktisch null Steuern zahlt, und der Journalist ging nach dieser Antwort zur nächsten Frage über! Man stelle sich dies vor! Die Welt, so wie sie in den letzten Jahrzehnten geworden ist, sie ist total ok, geradezu "super" für die Reichen und Superreichen, denn so fliesst der Zaster ungehemmt zu ihnen. Ich bewundere Sie, Sascha Lobo, dass Sie diesen Artikel geschrieben haben, aber ich fürchte, offen gestanden, es ist alles viel zu spät. Und für Optimismus oder Hoffnung sehe ich nirgendwo die geringsten Anzeichen.

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klausvonallen 16.01.2019, 19:37
197. Angebot und Nachfrage

Die Kernaussage dieses Artikels ist so wahr, dass es schmerzt. Am Ende sind es aber gar nicht so die Journalisten. Es könnte durchaus mal jemand erklären, wo diese rechtlich aber vor Allem faktisch Weisungen befolgen müssen, die viel mit „strategischer Ausrichtung“ von Qualitätsmedien und nicht mehr mit nackten wirtschaftlichen Interessen zu tun hat. Und mit Angst. Angst von den neuen und gar nicht so sozialen Medien weggespült zu werden. Man kann den jüngsten Skandal im Hause Spiegel anschauen, dann springen einen die führenden Muster geradezu an. Das zu beleuchten wäre gut, letztere zu ändern noch besser. Danach schaut’s aber leider nicht aus.

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foens 16.01.2019, 19:38
198. Starker Artikel

Das ist für mich verantwortlicher Journalismus aus. Wenn schon die Politiker an der Garderobe ihrer Sponsoren und Machterhaltung abgegeben haben, dann kann nur noch ein verantwortungsbewusster Journalismus vor Schlimmeren bewahren. Die alles glaubende Masse, die z.B. Reality-Soaps der privaten Sender als Fortbildung in Juristerei sieht, kann man nur durch den Versuch permanenter neutraler Aufklärung über die wirkliche Realitäten zu verantwortungsbewussten Wählern und Bürgern machen. Die Sucht der Medien nach Zuschauer- oder Auflagequoten ist wirtschaftlich zwar verständlich, aber hat mit verantwortungsvollen Journalismus nichts zu tun.

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Margaretefan 16.01.2019, 19:39
199. @ #167 von claus7447

Selbstverständlich merke ich das, deshalb verstehe ich nicht, warum man diesen Menschen hier eine Bühne bietet?

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