Forum: Netzwelt
Verantwortung des Journalismus : So kann es nicht weitergehen
REUTERS

Der Brexit, Donald Trump, der Angriff auf den AfD-Politiker Magnitz: Unseren Kolumnisten macht es wütend, auf welche Weise viele Medien über solche Themen berichten. Denn sie lassen sich instrumentalisieren.

Seite 21 von 55
schoenneu 16.01.2019, 19:43
200. Die Welt befindet sich

in einer modernen Form der Nationalsozialisierung. Und niemand will es wissen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
altais 16.01.2019, 19:44
201.

Zitat von a.weishaupt
Was mir persönlich auffällt, ist dass z.B. Obama in deutschen Medien immer nur sinngemäß zitiert wurde, Trump aber wörtlich mit allen Füllwörtern, was ihn wie einen Idioten dastehen lässt. Und dass Erfolge des Letzteren konsequent totgeschwiegen werden. Nur deshalb habe ich, der durchaus kein Fan von ihm ist, angefangen, US-Medien und seine Twitter-Posts zu lesen. Ganz so blöd sind die Leute dann doch nicht mehr, liebe Oberlehrermedien. Auch bei anderen Themen wie Migration oder Waffenrecht lässt sich beobachten, wie eine Gegenbewegung regelrecht provoziert wird, weil man sich auf solide ideologisch eingefärbte Positionen zurückgezogen hat, so als wollte man die Fake-News-Vorwürfe bestätigen. Wie kann man es Rechsradikalen so leicht machen? Dass die trotz dieser ständigen Steilvorlagen das Land noch nicht regieren, zeigt, wie gut "geimpft" Deutschland gegen Rechtspopulismus ist. Aber lange hält diese Impfung nicht mehr.
Das ist aber auch verzerrte Wahrnehmung. Nr. 45 lässt Tag für Tag Tweets in die Welt, den muss man Wort für Wort zitieren. Könnte ja fast wetten, täte man es nicht, kämen wieder Beschwerden aus der Trumpfanecke. Obama hat vielleicht mehr gearbeitet als getwittert. Für Füllwörter und sinnlose Wortschleifen ist Herr Trump Spezialist, das ist sein Alleinstellungsmerkmal.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ayee 16.01.2019, 19:46
202. Es gibt nicht _die_ Medien

Das Problem ist, dass die Medien nunmal keine gleichgeschaltete Masse sind. Die Medienlandschaft gibt her, was Absatz findet. Und die Menschen konsumieren die Medien, die sie verstehen bzw. die ihnen passen. Das ist die analoge Filterblase, die es schon immer gab und immer geben wird. Insofern verstehe ich nicht, wie Herr Lobo darauf kommt, dass eine Qualitätsinitiative, die sicher nur einen Bruchteil der Medien betreffen würde, irgendetwas bewirken würde. Es gibt auch aktuell gute differenzierte Medien. Aber was hilft das, wenn so viele Menschen gar nicht in der Lage oder Willens sind, zu differenzieren? Richtig. Nichts. Sender alleine reichen nicht, wenn es für sie keine Empfänger gibt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
trolls99 16.01.2019, 19:48
203. Haltungsjournalismus

Was für ein gefährlicher Unsinn. Es sind diese hier dargelegte Überzeugungen, die ein Problem für die Demokratie sind. Wenn guter Journalismus immer gegen rechts ist, wenn Meinung und Meldung immer zusammen gehen, dann schwindet das Vertrauen in die Medien, weil die Manipulation offenkundig ist. Der Artikel bestätigt, dass dies eine weit verbreitete Haltung ist. Ich empfehle einmal die die Neue Züricher Zeitung zum Vergleich, um zu sehen wie seriöser Journalismus aussieht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ersatzaccount 16.01.2019, 19:50
204.

Bravo und Amen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Margaretefan 16.01.2019, 19:52
205. @ #168 von im_ernst_56

Sie können sich die Mühe sparen. Dass es kübelweise abwertende Kommentare gibt, wissen sie als Vielschreiber sicher ganz genau. Auch wenn Sie nicht zu den extrem Konservativen gehören, zu den eher Konservativen gehören Sie allerdings schon und Ihre oftmals geäußerte Kritik an den Artikeln und den Schreibern hier, lässt darauf schließen, dass Sie eher weniger zur Spiegelleserklientel gehören. Was reizt Sie eigentlich daran, sich zu Artikeln zu äußern, denen sie, wenn ich mich richtig erinnere, eher selten zustimmen? Bilden Sie sich ein, dass Sie gebraucht werden, um den linksversifften Spiegelkram "richtig" zu stellen bzw mit (ihren) Fakten zu füllen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
linksrechtsmitte 16.01.2019, 19:53
206. Das stimmt

Zitat von Purzelito
Machen wir uns nichts vor - der Boulevard hat Einzug gehalten in die seriösen Medien. Leider ist der Spiegel davon auch nicht verschont geblieben. An vielen Stellen fehlt mir heute die Sachlichkeit vergangener Tage. Ich wünsche mir weniger Hysterie und mehr fundierte kritische und gegensätzliche Betrachtungen der Ereignisse. Der Leser soll nicht daran gehindert werden, sich selbst eine Meinung zu bilden. Und Journalismus sollte sich davor hüten, selbst Politik machen zu wollen! Meiner Meinung nach hat der Spiegel dahingehend so manches Mal Tendenzen.
auch der SPON hat an Breite und an tiefe verloren(Panorama und bunte Welt ist aufgebläht, Wissenschaft & Technik geschrumpft), trotz Sascha Lobo. Das ist schade, jedoch ist die Qualität der Konkurrenz auch nicht besser geworden. Für mich hat sich der Spiegel eindeutig nach links bewegt, was nicht störend wäre, wenn die große Säuberung vor einigen Jahren nicht ein Minus an Qualitätsrecherchen im frei zugänglichen Teil mit sich gebracht hätte. Seit 3 oder 4 Jahren ist das Niveau recht stabil und ist etwas über Boulevard.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bernhard.R 16.01.2019, 19:55
207. An die eigene Nase fassen

Wenn in Europa ein Politiker zum Kommissionspräsident gewählt wird, der zuvor in seinem Zwerg-Ländle als MP und Finanzminister ein Steuersytem installiert hat, daß die international tätigen Konzernen ermöglicht, ihre Gewinne dorthin zu transferieren und das weder der deutsche Finanzminister, noch die Medien kritisieren, dann nimmt die Demokratie und die Glaubwürdigkeit der Presse schaden.
Wenn ein Politiker zum Präsidenten der Europarates gewählt wird, der nicht vom Herkunftsstaat nominiert wurde, sondern sich selbst zum Kandidaten ernannt hat, und unsere Medien berichten das nur ganz neutral, dann werden sie bald nur noch als Anhängsel der Regierung betrachtet.
Wenn Sabine Rau bei der Verabschiedung des Bundespräsidenten zweimal erwähnt, daß wir keine Hochzeit im Schloß Bellevue erlebt haben, aber nicht mitteilt, daß der Ehebrecher ja gar nicht heiraten konnte, weil er seit 1959 mit Gerhild verheiratet ist, dann hat dieses Verschweigen schon den Charakter einer Halbwahrheit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
surfaxel 16.01.2019, 19:56
208. Das Problem ist viel einfacher ....

in Zeiten der Meinungsblasen im Netz sollten sich ÖR und Medien wie der Spiegel, um Meinungsvielfalt bemühen. Spätestens seit 2015 haben aber die genannten Medien dieses eingestellt , bis heute... Zweifel? Lesen und hören Sie Nachrichten zum Brexit. Der Schluß Brüssel hat alles richtig gemacht und die Hälfte der Briten sind doof, ist nach der Lektüre und dem Hören von Nachrichten absolut zwangsläufig ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
knirb 16.01.2019, 19:58
209. Endlich klar

Bereits nach den Ereignissen 2015 Silvester Köln habe ich das "Medienproblem" angeprangert in meinem Essay "Momentaufnahme" und ähnliche Feststellungen gemacht wie Sascha Lobo.
Überschrift: Momentaufnahme, Januar 2016

Eine Erregungs- und Skandalisierungsunkultur, gepaart mit einer Hyperinformationsagenda hat sich über die Menschheit ergossen ... Es gibt kein Halten und es gibt kein Zurück aus dieser Falle, ein Erregungs- (Skandalisierungs-, Desinformations-) Moratorium wäre mein Wunsch, der leider unerfüllbar ist und mit zunehmender Digitalisierung (und dem globalen Siegeszug der sog. Sozialen Netzwerke, die schnell zu Unsozialen Hetzwerken mutieren können) noch unerreichbarer sein wird. Es ist ein Schnitt durch unsere mediatisierte Zivilisation, eine Momentaufnahme des gerade Geschehenden. Kein Historiker wird so verfahren, aber in einem politischen Essay muss es erlaubt sein. So ergibt sich ein klei-nes, zugegeben subjektiv eingefärbtes, Lagebild ... Ich greife auf wenige Medien zu und ich reduziere Komplexität.
Anlass für dieses Stilmittel der Momentaufnahme ist die große Konfusion, die die deutsche Gesellschaft offen-sichtlich befallen hat, die aber in einem auffallenden Gegensatz zur tatsächlichen Befindlichkeit im selbsterfahrbaren Umfeld steht. Über dieses Feld hinaus beginnt der Prozess der Erregungsherstellung qua Hyperinformation, Falschinformation, Desinformation und Skandalisierung. Erlaubt ist und gemacht wird, was einem weit auszulegenden Kodex von Informationspflicht gerade noch zugeordnet werden kann. Fehlen Fakten zur Information, wird bis zur Grenze des Erlaubten und auch darüber hinaus von der Weitergabe des Ondit Gebrauch gemacht. Wie aus gut unterrichteten Kreisen berichtet wird" oder "Wie wir erfahren konnten" usw. ist der gebräuchliche Faktenersatz. Den Aspekt der sedierenden Unterhaltung und Bespaßung eines großen Teils der Medienkonsumenten will ich nicht einbeziehen, obwohl aus dem Gemenge von Infotainment (Talkshows) und seriöser Information nur ein Mischmasch herauskommt, der für die meisten Menschen eher verwirrend wirkt. Es führt nach meiner Einschätzung nicht zu einer sachgemäßen und aufgeklärten Wahrnehmung der Wirklichkeit, sondern zur Verstärkung von Vorurteilen, oberflächlichen Bewertungen von Personen und Sachverhalten und problematischen politischen und ideologischen Einstellungen.
Die Apologeten der Hyperinformation glauben, dass es sich gerade dadurch ausmendelt, also auf einen Pfad der Mitte und der Vernunft einpendelt. Ich befürchte, dass Information und Unterhaltung und Bespaßung und Skandalisierung eine unheilvolle Verbindung eingehen, die bis zur Verblödung reicht ..."

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 21 von 55