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Verantwortung des Journalismus : So kann es nicht weitergehen
REUTERS

Der Brexit, Donald Trump, der Angriff auf den AfD-Politiker Magnitz: Unseren Kolumnisten macht es wütend, auf welche Weise viele Medien über solche Themen berichten. Denn sie lassen sich instrumentalisieren.

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JustFunKiro 16.01.2019, 16:29
40. Eine Alternative vergessen

"Dass die redaktionellen Medien immer noch nicht merken, dass sie instrumentalisiert werden - oder es nicht merken wollen, oder es merken und richtig finden." Es kann auch sein, dass sie es merken und bedauern, aber keine Alternative finden. Immerhin kann man jeden Text interpretieren, wie man lustig ist. Und gar nicht berichten ist auch keine zielführende Alternative.
Die möglicherweise einzige Lösung für das Ungleichgewicht von der Erwähnung Obamas und Trumps um deren Wahl herum wäre wahrscheinlich nicht, weniger über Trump zu berichten, sondern mehr über positive Dinge zu berichten. Das fällt den meisten Menschen schwer. Herrn Lobo übrigens auch. In einer seiner letzten SPON-Kolummnen hatte Herr Jakob Augstein geäußert, dass er den Wunsch nach mehr positiven Nachrichten voll und ganz versteht, dennoch klang fast keiner seiner Texte positiv. Ein Grund dafür ist ja auch, dass diese Texte etwas bewegen sollen, dass sich etwas ändern soll. Positive Dinge muss man nicht ändern, daher geraten sie weniger in den Fokus...
Und ja, Herr Lobo, ein konkretes "Wie es besser ginge" fehlt ein bisschen heute.

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lodidodi888 16.01.2019, 16:29
41.

Eine berechtigte Kritik. Schade nur dass der Autor sich im gleichen Artikel diskreditiert indem er (wie üblich) jede Objektivität aufgibt und Russland als Verursacher des Brexit ausmacht und dann noch Trump als Russland-Marionette bezeichnet. Natürlich wie immer ohne Beweise. Qualitätsjournalismus sollte sich an Fakten orientieren.

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Strichnid 16.01.2019, 16:30
42.

Ein weiteres Beispiel dafür, wie sich die Medien vor den AfD-Karren spannen lassen, sind die inzwischen obligatorisch bundesweiten Berichte über jedes von Migranten begangene Verbrechen an Leib und Leben. Das war von den Wutbürgern gefordert worden, weil sie damit eine vermeintliche Zunahme solcher Verbrechen belegt sehen wollten.

Inzwischen wird daher nahezu jeder bundesweit berichtete Zwischenfall von Migranten begangen. Fast alle von Deutschen begangenen Untaten fallen unter den Tisch. Damit erfüllt sich die Prophezeiung von selbst: Wer nur die Nachrichten, aber keine Statistiken guckt, muss zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass das mit der Ausländerkriminalität stimme.

Unglaublich aber wahr, der folgende Fall fand lediglich regionale Berichterstattung: https://www.moz.de/nachrichten/brandenburg/artikel-ansicht/dg/0/1/1702462/

Man stelle sich nur mal vor, 6 Ausländer hätten eine Frau misshandelt, unter Drogen gesetzt, bestohlen und dann zwecks Tatverschleierung in den kalten Fluss geworfen. Was hätten wir für eine gewaltige, bundesweite Debatte!

Die Medien müssen sich mE entscheiden: Entweder wieder nur relevante Fälle berichten, oder alle, auch die von deutschen Tätern. Konsequent. Am besten jeden Tat ne große Headline, was ein Deutscher gestern wieder für ein Verbrechen begangen hat. Gibt ja jeden Tag eins.

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cassi77 16.01.2019, 16:30
43. ...

"Bald kann ich wieder lesen, wie wichtig Sorgfalt ist, Qualität vor Geschwindigkeit, dass in sozialen Medien manipuliert wird und deshalb Qualitätsmedien unbedingt dieses Gesetz oder jene Zuwendung brauchen. "

Warum genau drängt sich mir eigentlich bei diesem Satz gerade wieder diese berühmt-berüchtigte und in der letzten Zeit so oft bemühte - gerne auch im Zusammenhang mit Hartz4lern oder Studenten erwähnte - 'Vollkaskomentalität' so richtig penetrant ins Hirn?

cassi

Haben Sie es gut, Sie dürfen sogar wütend sein. Da bin ich jetzt schon ein wenig neidisch, muss ich mal gestehen!

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MarkK 16.01.2019, 16:31
44. Starker Artikel...

...auch wenn man anmerken mag, dass Journalisten nicht einfach nur zu blöd sind zu merken, dass sie instrumentalisiert werden, sondern dass sie in weiten Teilen willfähriger Bestandteil der Manipulationsmaschinerie sind. Rupert Murdoch lässt grußen.

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willyvonwegen0815 16.01.2019, 16:32
45. punktgenaue analyse

danke für den sehr schön differenzierten beitrag. aber wie soll sich was ändern wenn 1. viele medienkonsumenten nicht in der lage sind einen facebook-post von einem seriös recherchierten artikel zu unterscheiden und 2. journalisten aus angst vor jobverlust und/oder zu wenig aufmerksamkeit sich dem niveau von social media anpassen? klingt nach einem teufelskreis, der nur mit zeit, mühe, reflexion und intelligenz zu durchbrechen scheint und wer pflegt denn diese werte noch?

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Tiram1 16.01.2019, 16:32
46. Einseitig

Dem tendenziösen Spiegel glaubt doch kaum jemand mehr.
Ausser dem Wetterbericht
Es ist ein Regierungsblatt,dass die Kosten und Probleme der Einwanderung bewusst verschleiert.und und und.
Empfehle Sputnik ,dort erfährt einfach alles.

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olsen59 16.01.2019, 16:34
47. Aus der Seele gesprochen

Danke, Herr Lobo - wie sehnlich habe ich auf genau diesen Kommentar zu den hyperventilierenden "Qualitätsmedien" gewartet! Mit immer größerem Entsetzen verfolge ich, wie sich SPON & Co. als Tanzbär am Nasenring durch die Manege ziehen lassen und damit kräftig mitwirken an der Abschaffung des freien Journalismus und damit ihrer selbst.
Ein unfassbarer Vorgang, erst recht für einen, der Publizistik studiert hat.

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spmc-125536125024537 16.01.2019, 16:34
48. Herr Lobo, Sie haben die vierte Falle vergessen

in die Journalisten immer wieder tappen: Hajo Friedrichs legendäres Motto wurde zugunsten eines Haltungsjournalismus über Bord geworfen. Der Fall Relotius ist das beste Beispiel dafür. Und ja, die Qualitätsmedien haben sich instrumentalisieren lassen, durch die Bank, von der Regierung, für jeden spätestens sichtbar seit 2015. Und ich wette, die Quote Trump vs Obama in den SPON Schlagzeilen vor der US Wahl gleicht der der NYT. Warum: weil SPON die Wahl beeinflussen statt berichten wollte. Vielleicht ist die heutige, meiner Meinung nach durchaus falsche Zurückhaltung im Fall Magnitz, das Ergebnis dieser Entwicklung

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antelatis 16.01.2019, 16:34
49. Deutsche Medienlandschaft vergleichsweise gut

Jenseits der Bildzeitung ist die deutsche Berichterstattung in Presse und TV zwar nicht perfekt, im internationalen Vergleich jedoch einigermaßen vorbildlich. So etwas wie den Brexit oder Trump könnte es hier nicht so leicht geben, was auch daran liegt, dass unsere Medien noch relativ kritisch sind und nicht so sehr beeinflusst werden von Lobbyisten, Oligarchen und ungezügelter Sensationsgier (mit Ausnahme der Bildzeitung natürlich). Nicht umsonst ist Deutschland eines der Länder, das in seiner Berichterstattung am harschesten mit Trump umgeht, ohne dabei polemisch zu werden.

Ich finde, gerade der Fall Maaßen hat doch gezeigt, dass hier noch nicht alles ganz schlecht ist. Da benimmt sich ein wichtiger Politiker mal so richtig daneben und lügt offensichtlich, und das wird ihm nicht einfach verziehen. Da kann man doch sagen, hier ist alles richtig gelaufen. In vielen anderen Ländern wäre das anders gewesen und ein Maaßen hätte dort einfach weiter machen und jeden Tag weiter seine Lügen erzählen können.

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