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Vernetzte Fahrzeuge: Darauf müssen sich deutsche Autohersteller einstellen
DPA

Das Auto wird digital, und die deutsche Industrie muss sich endlich darauf einstellen. Behandelt sie die Vernetzung weiterhin so stiefmütterlich, droht ihr ein ähnliches Schicksal wie Nokia.

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Drobsick 25.02.2015, 14:09
1. Das Auto

Ja, ich muss diesmal sagen Herr Lobo, dass ich mich diesem ansatz anschliessen kann.

Leider fällt mir dieser Mangel an notwendiger Vernetzung in vielen Bereichen des Wirtschaftslebens auf. Klar kann man jetzt gegen eine übermäßige Vernetzung disskutieren, und die Gesellschaftlichen folgen sollte man auch nicht aus dem Auge lassen, nichts destro trotz sollte man den Netzausbau weiterhin durch solche Kommentare vorrantreiben.

lg

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hensslen 25.02.2015, 14:10
2. So wie die Autolobby und -industrie hierzulande tickt

halte ich dieses Schicksal für so gut wie sicher. Auch für Europa sehe ich schwarz. Die digitalen Weltkonzerne sind allesamt in US. Einziger Hoffnungsschimmer ist das durch gesetzlich erlaubten NSA-Zugriff auf diese vielleicht doch nochmal ein digitaler Weltkonzern in Europa nachwächst. Aber bin da skeptisch.

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quark@mailinator.com 25.02.2015, 14:10
3. Grrrrr

Ja klar ... das ist wie mit den intelligenten Stromzählern ... Ich will keine Überwachung, sondern komplett annonym rumfahren. Schon die Kennzeichenleser sind eine Plage. Das wird immer mehr zum Überwachungsstaat, wo man ggf. dann noch in 100 Jahren sagen können wird, wann wer wo aufm Klo war und wie lange. Das ist nicht OK. Und es ist ein Sicherheitsrisiko. Wir wissen ja nun sehr genau, was USA, GB; Kanada, etc. tun, um all die tollen Datennetze zu unterwandern, die man weltweit baut. Vernetzte Autos sind angreifbar. Irgendwelche Deppen, die ich gern mal persönlich kennenlernen möchte, finden es eine tolle Idee, jedes Stück Elektronik im Land mit dem Internet zu verbinden. Als hätte man von Modularität, Reduktion von Komplexität etc. noch nie was gehört. Ich bin gern bereit auf mehr Komfort zu verzichten, wenn dies der Sicherheit des Landes dient. Machen wir es wie Samsung. Die exportieren Fernseher, die dann Daten der Nutzer nach sonstwo versenden - dann sollten wir wohl Autos in andere Länder senden, die dann Daten nach DE senden ?!?!?

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Senf-Dazugeberin 25.02.2015, 14:10
4. Herrjeh

Kann man nicht wenigstens das Auto mal in Ruhe lassen mit diesem ganzen Vernetzungs-Sch...? Hoffentlich gibt es demnächst immer noch Modelle, bei denen man nicht ständig geortet und abgehört wird, wer braucht denn den ganzen Schrott außer einigen Nerds...

Ich will ein Auto, in das ich ganz normal einsteigen und losfahren kann! Ich will nichts programmieren und optimieren und mir weiss Gott was für Gedanken über Konfigurationen machen müssen und Gebrauchsanweisungen lesen, die ich sowieso nicht verstehe. Ich will einfach nur von A nach B und dabei Radio oder ne CD hören!

Aber sowas scheint ja inzwischen schon zu viel verlangt und ich darf mir gleich wieder durchlesen (spart euch die Kommentare, ich lese sie sowieso nicht), dass ich gestrig sei etc. Aber ich bin nicht die Einzige, die so denkt.

Ach ja, ich arbeite übrigens bei einem Technik-Zulieferer der Automobilindustrie... macht euch keine Sorgen, die haben das für euch Nerds alles im Griff.

Nur wir Normal-Menschen, die so langsam einen Verfolgungswahn entwickeln, wir bleiben auf der Strecke.

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Atheist_Crusader 25.02.2015, 14:11
5.

Wollen die Kunden denn überhaupt eine derartige Vernetzung? Die meisten Autofans die ich kenne, sind da eher skeptisch. Hightech ist der Tod des Bastelns. Immer mehr kleinere Reparaturen und Umbauten die man früher selbst vornehmen konnte, werden nur noch in der professionellen Werkstatt möglich. Immer mehr kann kaputtgehen, immer mehr kann Probleme machen.

Gleichfalls wird extensive Elektronik leicht als Verräter empfunden. Jede Geschwindigkeitsübertretung wird nachweisbar, jede Parkzeit, jede Anwesenheit an einem bestimmten Ort. Auch das muss nicht jedem schmecken.

Und die Sicherheit erhöht das auch nicht, vielmehr verlangt es den Kriminellen nur einen Satz neuer Fähigkeiten ab. Das macht einen vielleicht in der Umstellungszeit etwas sicherer, aber auf lange Sicht ist das auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Und kombiniert man das noch mit Techniken wie Fernsteuerung oder Drive-by-Wire, bleibt ein mulmiges Gefühl.

Ist ein vernetztes Auto diese immer mehr ins Totale gehende Abhängigkeit vom Hersteller (bzw. dessen Vertragspartnern) und die weitere Invasion der Privatsphäre wert? Ich hab da meine Zweifel. Und viele Autofreunde genauso.

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peter_30201 25.02.2015, 14:21
6. Na ja...

Letztendlich ist Apple ein Computer- und Elektronikhersteller mit knapp 40 Jahren Markterfahrung. Für Kommunikationsdienste bedienen sich die Produkte dabei einer Infrastruktur, die bereits existiert.
Die Leistungen von Apple sind unbestritten, lassen sich aber meiner Meinung nicht einfach so auf Automobilbranche übertragen.

Zuerst die Technologie: Steve Jobs sagte selber, Produktqualität und Erfolg eines Softwareunternehmens liegen in Wahrheit darin, seine eigene Hardware zu bauen und zu verkaufen. Man misst sich auf einmal mit Unternehmen mit über 100 Jahren Erfahrung.

Zur Bewertung der Software: nun, hat die 40 Mrd für Uber jemand bezahlt? Oder ist das eine Extrapolation von Anteilen gegen Investitionen? Und wie vielen Tulpenzwiebeln entspräche das? Software kann Hardware nicht ersetzen, nur geschickter einsetzen. Sie übernachten nicht im Internet sondern in einem Zimmer, aber sparen sich den professionellen Vermittler.

Zuletzt zur Infrastruktur: ein intelligentes Verkehrsnetz hängt letztendlich stark von der Vernetzung der einzelnen Teilnehmer ab und begrenzt damit den Einflussbereich des einzelnen Herstellers, da man im gemeinsamen physikalischen Verkehr den anderen nicht einfach ignorieren kann, man sich sozusagen am schwächsten orientieren muss. Apple ist es egal, welche anderen Computer und Betriebssysteme im Internet unterwegs sind, dies klappt für Autos nicht.

Vielen Dank für den schönen Artikel, der zum Nachdenken animiert.

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Shivon 25.02.2015, 14:21
7.

Interessanter Kommentar.
Auch wenn es stimmt, dass die Kommunikation von Daten in Zukunft noch genauer und schneller wird und damit sich neue Möglichkeiten schaffen werden daraus einen wirtschaftlichen Erfolg zu erschafen, so würde ich es als Kunde auch ein Recht auf Nicht-Vernetzung haben wollen.

Ich möchte damit nicht sagen, dass ich gerne auf meiner Alm hoch hoben in den Bergen isoliert leben möchte, aber man sollte dennoch das Recht haben, eben nicht die Positionsdaten des Autos aussenden zu müssen bzw. mich von Auto- bzw. (Software)Infrastruktureunternehmen nicht erfassen zu lassen.
Die Frage ist ja auch, wer bekommt bei einem voll automatisierten Verkehr die Rechte diesen Verkehr zu lenken. Klar, der Bordcomputer lenkt in Kommunikation mit der Umwelt mit, aber die Industrie müsste sich auf einen Standard einigen wie man miteinander kommuniziert.
Ich seh bei diesen Zentralisierungssachen immer ein drohendes Monopol, dass evtl. ab einen bestimmten Punkt Innovationshemmend agiert.

Aber der Grundaussage im Artikel stimme ich zu: Die Autoindustrie muss mit der Digitalisierung mitgehen.

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panca 25.02.2015, 14:22
8.

Wir können uns noch kaum vorstellen was Informationsfluss im Internet ermöglichen wird. Der Hinweis auf Privatsphäre is zwar wichtig, aber er muss auch immer im Zusammenhang mit den Vorteilen gesehen werden, die sich aus der Aufgabe von Privatheit ergeben. Wenn Google und Apple Autos entwickeln sollten bei Mercedes und Konsorten die Alarmglocken klingeln. Nokiaisierung ist das richtige Wort!

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jjcamera 25.02.2015, 14:23
9. ???

Ich möchte auch unbedingt ein Auto, dass mein Fahrverhalten und meine Bewegungsdaten an Dritte weitergibt. So etwas erleichtert auch Kriminellen, bei mir einzubrechen, während ich nicht zu Hause bin. Wichtig ist auch, zu wissen, dass es keinen Datenverkehr gibt, der nicht gehackt werden kann. Hat jemand die Absicht, mich zu ermorden, könnte er während der Fahrt in mein Motormanagement eingreifen. Das ist nicht nur ein Plot für einen Krimi, sondern Wirklichkeit pur... Brave New World.

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